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Zuloaer Anzeiger

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^r. 124 1933

Fulda, Dienstag, 30. Mai

10. Jahrgang

Ä

Vorbereitung zur llrbeNsdienstpslicht

Ser Aufbau des Arbeitsdienstes

Die Worte, mit denen der Reichskanzler Adolf Hitler am 1. Mai die Arbeitsdienstpflicht als fine wichtige Aufgabe der Reichsregierung ankündigte, haben im ganzen deutschen Volk stärksten Widerhall 'ge- ßmden. Mit allergrößtem Interesse werden die Maß­nahmen verfolgt, die der Vorbereitung der Arbeitsdienst- hslicht im einzelnen dienen. Rach den Weisungen des Reichsarbeitsministers Franz Seldte und den An­ordnungen des Staatssekretärs Hierl wird bei der Vor- hereitung der Dienstpflicht von den durch den frei­willigen Arbeitsdienst erarbeiteten Grundlagen aus- gegangen. Geeignete nationalsozialistische und Mahlhelm-Lager werden, wenn sie über eine Be- stzschaft verfügen, die zu 60 Prozent aus vor dem ' L Januar 1930 Mitglied gewesenen Nationalsozialisten liier Stahlhelmern besteht, zu sogenannten

Ltammabteilungen der kommenden Arbeitsdienstpflicht Rsgebaut. Inwieweit Lager anderer Dienstträger Ver­bände zur Bildung von Stammabteilungen heran- ßezogen werden, unterliegt ausschließlich der Entscheidung des Staatssekretärs für den Arbeitsdienst Oberst a. D. Hierl.

Die Vorbereitungen für die Einführung des Arbeits­dienstes sollen so vorwärtsgetrieben werden, daß es möglich ist, um die kommende Jahreswende die Hälfte eines Jahrgangs einzuziehen. Man rechnet hier nach Ausscheidung von Untauglichen und Zurückgestellten mit etwa

270 000 Dienstpflichtigen.

Sie zweite Hälfte des einzuberufenden Jahrgang dann erst später eingezogen werden. Über dieß

>es würde e Einzel-

beiten wird durch ein Reichsgesetz nach Abschluß der Vor- I trbeitcn die Entscheidung getroffen werden. Die für den jhfang vorgesehene,

Organisation und Gliederung der Arbeitsdienst­pflichtigen

Nd so ausseheu, daß in bei ArbeUsdienftbezirken, in die eUtschland eingeteilt ist, eine bestimmte Zahl von so- leiianntcn Ar b e i t s d i e n st a r u p p e n zu je neun bienstpflichtabteilungen in genannten Arbeitsdienst- zruppen zu je neun Dicnftpflichtabteilungen in Stärke Jon etwas mehr als 200 Mann einschließlich Führern zebildet wird. Das Ziel der Vorbereitungen ist es nun, bis zum Einbernfuugstage der Dienstpflichtigen für jede Tienstpflichtabteilung einen eingearbeiteten Führer­stam m und einen Stamm von ausgebildeten Freiwilligen zu schaffen, deren ideelle Einstellung zum Arbeitsdienst der dann zu bildenden Abteilung den inneren Halt gibt.

Sieg der Danziger NSDAP

Der Wahltag in Danzig.

Entgegen dèn Vorhallen Dingen von den Polen aus- Meitten Hetzgerüchten über die sichere Wahrscheinlichkeit feerer Unruhen ist der Wahltag überall im Gebiet des "reistaates in m u st e r g ü l t i g e r Disziplin und Miger Ruhe verlaufen. Nur ein einziger blutiger Zwischenfall ist zu verzeichnen.

Ein SA.-Mann wurde von einem Sozialdemokraten niedergeschossen.

Nationalsozialisten hatten in dem Dorf Schöneberg W einem großen Wahltransparent für die Nacht eine ®Me aufgestellt, da sie einen Anschlag auf dieses Transparent zu befürchten hatten. Tatsächlich näherten sich dem Transparent in der Nacht fünf Personen, die im Eyausseegraben heranschlichen. Als die SA.-Wache auf zuging, wurde sie beschossen; der Schmied Mar- huardt brach mit einem Bauchschuß zusammen. Der vermutliche Täter, ein Sozialdemokrat, konnte verhaftet werden.

Starker Eindruck im Ausland.

Der große Wahlsieg der Nationalsozialisten, die ihre z^udatszahlen fast verdreifachen konnten, hat auch im Auslande einen außerordentlich starken Eindruck gemacht. »tc Schilderungen beispielsweise der englischen wrrespondeuten in Danzig sprechen von demHinreißen- en Sieg", der der erste Sieg Hitlers außerhalb der gegen-

Transferlvnserenz der Glâublaer Deutschlands.

In der Berliner Reichsbank.

. In den Räumen der Reichsbank haben die Transfer- prechungen zwischen Vertretern der Auslands- alau^iger und Vertretern der Deutschen Reichsbank in denen die Frage geklärt werden soll, inwie- t die deutschen Zahlungsverpflichtungen an das Aus- können" fre 111 der Währung abgeführt werden es sich zunächst nur um informatorische -^m handelt, wird man doch in kurzer Zeit mit frJ $csenden Maßnahme» in der Transfer- I 9e W rechnen haben.

Am 1. August hat für jede kommende Dienstpslichtgruppe eine sogenannte

Gruppenstammabteilung

zu stehen, aus der am 1. Oktober durch Hinzunahme von Freiwilligen drei S t a m m a b t e i l u u g e n gebildet sein müssen. Diese Stammabteilungen enthalten dann je drei Führer- und drei .Freiwilligenstämme, die voraus­sichtlich zum 1. Dezember auseinändergezogen und in die künftigen Standorte der Dienstpflichtabteilungen verlegt werden, um dort die für die Einberufung und Einrückung des ersten Halbjahrganges notwendigen Vorarbeiten zu treffen. Nach den für die einzelnen Arbeitsdienstbezirke aufgestellten vorläufigen Berechnungen haben am 1. August k 8 0 G r n p p e n st a m m a b t e i l u n g e n zu stehen, aus denen am 1. Oktober 540 Stammabteilungen und am 1. Dezember 1620 Abteilungsstämme entwickelt sein müssen. Der erste Halbjahrgang der Dienstpflichtigen würde dann nach seiner Einberufung in 1620 Dienstpflichtabteilungen gegliedert sein.

Bei diesem Aufbau soll darauf geachtet werden, daß der Führer der bis zum 1. August zu bildenden Gruppen- stammabteilnng auch

der Führer der zukünftigen Arbeitsdienstgruppe

mit ihren neun Abteilungen ist. Die Anweisungen, die als Norm gedacht sind, sehen vor, daß zur Ausstellung einer neuen Stammabteilung eingearbeitetes Führerper­sonal und Freiwillige von älteren Stammabteilungen ab­gegeben werden. Auch können die Gruppenstammabtei- lungen schon früher als zu dem genannten Termin gebildet werden. Bei allen bei diesem Aufbau verwandten Führern an der Spitze von Gruppenabteilungen und Zügen ist es ein selbstverständlicher Grundsatz, daß sie eine gewisse Zeit praktischen A r b e i t s d i e n ft geleistet haben. Eine endgültige Ernennung von Gruppen- und Abteilungsführern wird erst ausgesprochen, wenn sie eine Führerschule des staatlichen Arbeitsdienstes besucht haben.

Die Frage der Besoldung

wird durch eine besondere Besoldungsoerordnung fest­gelegt .werden. Eine Abteilung des freiwilligen Arbeits­dienstes erhält bereits nach der Verleihung der Bezeich­nungS t a m in a b t e i l u n g" eine angemessene Besol­dung. Bis dahin werden nur die Förderungs- und Füh­rerzulagen des freiwilligen Arbeitsdienstes nach der bis­herigen Regelung gewährt.

Die hier nach den Anweisungen des Reichskommissars für den Arbeitsdienst dargelegte Entwicklung zur kommen­den Arbeitsdienstpflicht zeichnet sich in ihren Ansätzen bereits deutlich ab. Der Beginn der Arbeit in der R e i ch s f ü h r e r s ch u l e ist als ein solches Zeichen an- zusehen.

wärtigen Grenzen des deutschen Reiches sei. Die eng­lische Presse, die in s p a l t e n l a n g e n Berichten Wahlverlauf und -ergebnis schildert, unterstreicht u. a. be­sonders den ruhigen und disziplinierten Verlauf der Wahlen. Auch die P a r i s e r Presse muß den großen Er­folg der Nationalsozialisten wohl oder übel zugeben. Sogar das maßgebende polnische Regierungsblatt, die Gazeta Polska", unterstreicht, mit welcher Ruhe und Ord­nung die Wahlen in Danzig durchgeführt worden seien,

*

Der Führer der NSDAP, in Danzig, der dortige Landbundpräsident Dr. R a u sch n i ng, der von den Nationalsozialisten für den Posten des Senatspräsidenten als Nachfolger Dr. Ziehms ausersehen ist, erklärte zu dem Wahlergebnis, das Ziel der Nationalsozialisten sei

die staatliche und inncrpolitischc Neugestaltung Danzigs,

für die der alte Senat sofort den Weg freigeben müsse. Im übrigen seien die Nationalsozialisten trotz aller sach­lichen und persönlichen Schürfen des Wahlkampfes bereit, jeden in ihrer Front aufzunehmen und die nationale Front mit den D e u t s ch u a t i o na l e n und d e m Zent r u m herzustellen. Es sei notwendig, die Verfassung und die bestehenden Vertrüge zu achten. Hin­sichtlich des Verhältnisses zu Polen verwies Dr. Rauch- ning auf die bekannte Erklärung der Danziger NSDAP, mit dem Bekenntnis zum eigenen Volkstum und dem Be­kenntnis zur Achtung vor dem Volkstum der anderen.

Schacht über die internationale Kreditpolitik.

Eröffnungsrede bei der Transfer-Zusammenkunft.

Bei der Eröffnung der Transferzusam- m e u k u n f t in Berlin wies der Reichsbaukpräsident Dr. Schacht einleitend darauf hin, daß es sich bei den Be­sprechungen weder um Verhandlungen noch um eine Kon­ferenz handele, sondern lediglich um eine formlose Unterhaltung. r .

Schacht ging dann auf die Vorgeschichte der Transserkrise ein. . .

Die übermäßige Inanspruchnahme der Kredite sei Ursache gewesen, daß sehr hohe Importe nach Deutschland hereingekommen seien, wir die ganzen Jahre von 1924

bis 1930 einen Einfuhrüberschuß gehabt hätten. Die Idee der Gläubiger Deutschlands sei eine andere gewesen. Sie ging dahin, daß Deutschland das Geld für die Reparationen durch seinen Export Ver­di e n e n sollte. Man baute also darauf, daß Deutschland einen Exportüberschuß erzielen würde. Gegen einen deutschen Erportüberschuß habe sich von An­fang an der industrielle Widerstand aller anderen Länder geltend gemacht. Von den 30 Milliarden Aus- landskrediten seien reichlich die Hälfte für Reparations­zahlungen verwendet worden.

Zusammenbruch des Kreditsystems.

Dieses ganze System sei in sich völlig falsch und ungesund gewesen. Wenn die Amerikakrise Ende 1929 dieses System gestoppt habe, so habe der Zusam­men b r u ch der Österreichischen Creditan­stall im Mai 1931 den Anstoß zur direkten Katastrophe gegeben. Die Stillhalteab­kommen hätten letzten Endes dazu geführt, daß die Beendigung der K a 1 a st r o p h e verschoben worden, nicht aber, daß sie geheilt worden sei.

Endlich habe man sich keine Gedanken darüber ge­macht, daß die

Rückzahlung der Kredite nicht ohne eine schwere Schwächung der Reichsbank erfolgen konnte. Die Devisen- und Goldreserven eines Noteninstituts seien nicht dazu da, um mehr oder minder langfristige Schulden der Volkswirtschaft zu erstatten.

Wir halten unsere Mark stabil durch die Devisen­zwangswirtschaft,

aber die R e i ch s b a n k kann in den Gold- und Devisenmarkt regulierend nicht eingreifen, weil sie keine Gold- und Devisenreserven mehr hat. Sie haben also die Reichsbank aktionsunfähig gemacht. Es besteht heute die Gefahr, daß die Reichsbankreservc auf Null zusammenschrumpft. Wenn wir diese Dinge so weitcrlauscn lassen, so kommt die Reichsbank i» die Gefahr, daß sie den Verkauf von Reichsmark im Auslande nicht mehr verhindern kann. Das heißt, wir kommen mit Sicherheit in ein offizielles Disagio der Reichsmark hin­ein und erleben eine neue Entwertung der Reichsmark, die ich glaube, das ist Ihnen allen klar eine noch größere Katastrophe bedeuten würde als die von 1923, eine Kata­strophe, die die Reichsbank weder zuzulafsen noch zu ver­antworten gewillt oder in der Lage ist.

Politik und Geschäft.

Auch insofern war und ist A m e r i k a dasLand der unbegrenzten Möglichkeiten", als es die stärksten und die übelriechendsten Blüten des H o ch k a p i t a l i s m u s trieb und treibt. Wallstreet, die Börsenstraße von New- york, ist durchaus nicht der einzigeS u m p f" in Amerika, wohl aber der größte. Und nun wanken die Gebäude, die auf ihm stehen, sind im weiten Umfang schon eingestürzt oder gar versunken, und den Männern, die in den übrig- gebliebenen Häusern noch sitzen, haben erhebliche Sorgen nicht bloß aus wirtschaftlichen und finanziellen, sondern aus recht persönlichen Gründen. Der Sumpf riecht nämlich, wenn man für die Gerüche noch einen so zurück­haltenden Ausdruck gebrauchen darf! Auch das Wort Skandal sagt noch nicht genug, undKorrup­tion" wür^ nur einen Ausschnitt aus den Ergebnissen bezeichnen, zu denen ein parlamentarischer Untersuchungs­ausschuß des Senats gekommen ist. Wieder einmal jetzt allerdings in allergrößtem Maßstab sind allzu intime Beziehungen zwischenPolitik und Ge­schäft" aufgedeckt worden, die eine ganze lange Reihe bekannter Politiker und Geschäftsleute heillos kompromit­tieren. Wieweit die Dingekriminell" zu beurteilen sind, mag die amerikanischen Gerichte interessieren, auch wenn die moralische Beurteilung eindeutig genug sein muß. Denn schließlich nahmen die Herren Politiker die Ge­schenke das waren die Effektenkäufe weit unter Börsen­kurs nicht deswegen an, um sich dafür bei passender Ge­legenheit ungefällig zu zeigen! Solche politischen Schmiergelder der amerikanischen Bank- und Börsen­fürsten sollten doch Zins und Zinseszins bringen, aber bitte zu einem recht hohen Zinsfuß!

Auch derKönig der W a l l st r e e 1", John Pier­pont Morgan, stand vor dem Untersuchungsausschuß. Und dieser Mann interessiert uns Deutsche ganz besonders, denn er ist im W e l t k r i e ge einer unserer mächtigsten Gegner gewesen. In seiner Hand vor allem ballte sich ein großer Teil des Weltkapitals zusammen, das gegen uns in den Kampf geworfen wurde, bis diesem mächtigsten Bundesgenossen unserer Gegner der amerikanische Staal selbst in den Krieg hinein gefolgt ist. Wenn man eine Zeitlang sagen konnte, daß Amerika der eigentliche Ge­winner des Weltkrieges gewesen sei, so hatte das Bank­haus Morgan an diesem Gewinne ganz außerordentlich profitiert, dennsein" Bethlehem-Stahl-Trust lieferte die Granaten, Kanonen, Schiffe und Bomben an die Alliier­ten. die ja ihre Schlachten zum größten Teil mit ameri-

Meine Zeitung für eilige Leser

* Bei den Wahlen zum Danziger Parlament errangen die Nationalsozialisten die absolute Mehrheit.

* In den, Prozeß um den Altonaer Blutsonntag, bei dem -vurch einen kommunistischen überfall 18 Personen ums Leben kamen, beantragte der Staatsanwalt gegen fünf Angeklagte die Todesstrafe.

* Bei einer Zwischenlandung auf dem türkischen Flngplaü MeuÄlinich ist die dcutsckie Fliegerin Maraa von Elldorf, die sich auf einem Australienslug befand, tödlich verunglückt.