Lul-aer Anzeiger
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Nr. 133 — 1933
Fulda, Samstag, 10. Juni
10. Jahrgang
Rot-Kreuz-Tag.
Hindenburgs Wunsch zum Rotkreuztage.
Reichspräsident von Hindenburg hat bcm Deutschen Roten Kreuz als dessen Ehrenpräsident .»in Rotkrcuztagc am Sonntag, den 11. d. M., den folgcn- vcii persönlichen Wunsch übermittelt:
„Dem, Tage des Roten Kreuzes wünsche ich von Herzen Erfolg. Möge der Aufruf zum Opfcrdant weithin Widerhall finden. 9)itöioncn Deutsche ohne Unterschied haben in Krieg uud Frieden beim Roten Kreuz in schwerer Rot Hilfe gefunden. Das Deutsche Rote Kreuz hat damit int Geiste seiner Sendung der Volksgemeinschaft gedient. Tas junge nationale Deutschland braucht die Mitarbeit stcs Roten Kreuzes in diesem Geiste."
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Die nationale Aufgabe des Selsens.
ReichSinncnminister Dr. Frick zum Roten Krenz-Tag.
Neichsinnenminister D r. F r ick hat dem Deut- ich tu Roten Kreuz folgende Geleitworte für den Rolen-Kreuz-Tag übermittelt: „Den Roten-Kreuz-Tag in diesem Jahre bog rüste ich als die bewußte Willensäuße- ning des Deutschen Roten Kreuzes, die ihm iuuewohnett- benStrafte für den nationaleuStaat und die diesen tragende neue Volksgemeinschaft einzusetzen. Gerade seine völkerrechtliche Stclluug verpflichtet das Deutsche Soto Kreuz, auch in der schweren Not der Nachkriegszeit die nationale Aufgabe des Helfens in besonderer ilerantwortung zu erfüllen. Ich bin überzeugt, daß seiner Sammlung am Roten Kreuz Tag durch den allgemeinen s)pferdanl weitester Voltstrcise ein voller Erfolg sicher ist."
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,/Opserdank."
Siti Ausruf vcS Präsidenten deS Derrtschen Roten Kreuzes. dÄÄÄjÄ
rreuztag folgenden Aufruf erlassen:
„Unter das Motto des O p s c r d a u k e s ist in diesem Fuhre der Deutsche Rotkreuztag gestellt. Alle, die in den langen und schweren Jahren der Kriegs- und Nachkriegszeit Hilfe, Rat und Beistand von uns erfahren haben, sollen bem Roten Kreuze ihren Dank dafür bezeugen. Dieser Dank, zum Aufdruck gebracht in einer Spende für die Sammlung am Rotkrcuztagc, wird zu neuer Hilfe für Millionen andere in unserem Volke werden.
Wir können Dank m i t g u t c m G c w i s s c n a u • nelime n. Wieviel Opfer Willigkeit, Selbstverleugnung und Verzicht auf die natürlichsten
Skandal auf der Arbeitskonferenz.
Deutschland und Italien in Genf brüskiert.
Marxistischer Terror aus der ArbeitS» k o n f e r e u z.
Auf der Internationalen Arocitskonfcrcnz in Genf kam eS in der Sitzung der Arbcitergruppe zu scharfen öusammenftöhen zwischen der sozialistischen Mehrheit dieser Gruppe und den deutschen und italienischen Arbeitcrvcrtretern. Die Mehrheit lehnte es ab, in die Arbeitsausschüsse der Konferenz die deutschen und die italienischen Vertreter als stimmberechtigte Mitglieder zu entsenden.
Der A n t r a g D r. L e y s , die Abschüsse wie in den früheren Jahren zu besetzen — die deutschen Arbeiter- delegierten waren ans den früheren Konferenzen in e I s von zwölf Ausschüssen vertreten —. wurde a b g e l e h n t. Dr. Ley und der saschistischc Delegierte Luigi Razza p r o i e st i e r l e u a u s s heftigste gegen diese brutale Unterdrückung der Minderheit durch die Mehrheit. Ohne daß der Vorsitzende, der belgische Sozialistenführer Mertens, einschritt, wurden
Schimpfworte gegen den deutschen Vertreter
«aut. Dr. Ley ersuchte den Vorsitzenden vergebens, ihn liegen Beleidigungen in Schutz zu nehmen. Mertens er widerte gereizt, er verbitte sich jebe Belehrung durch den deutschen Vertreter. Daraufhin erklärte Dr. Ley, b i e Würde seines Lande verbiete ihm, sich an der Diskussion weiter zu beteiligen. Die Arbeitergruppe nahm sodann gegen den deutschen unb balienischen Vertreter vorläufig die Besetzung deS so» ^nannten Vorschlagsausschusscs und des Eutschließungs- Ausschusses vor. In beiden sind Deutschland und Italien durch Delegierte nicht vertreten.
*
Deutsche und Italiener von den Ausschüssen ausgeschlossen.
Aus der Internationalen ArbcitSkonserenz in Genf es in der geheimen Sitzung der Arbeitnehmergruppe zu tumultartigen, st ü r m i s ch e n Z u s a m in e n - ' °Ben zwischen den deutschen und italienischen Arbeiter- rlrctern einerseits und der gesamten übrigen rein 5 ’ a l i ft i f (^ e n Arbeitergruppe andererseits.
M^f Vorschlag des Präsidiums der Arbeiwrgruppc tbcn die deutschen und die italienischen Vertreter von
und selbstverständlichsten Dinge zur unentwegten Rol- trcuzarbcit gehören, das ahnt der Außenstehende kaum.
Er nimmt meist die wartende Hand und das zu- sprechende Wort der Rotkreuzschwester als eine ihr auf- erlegte Pflichterfüllung entgegen. Er betrachtet die E r st e H i l f e des freiwillig ihn betreuenden Sanitätsmannes schließlich als etwas, was er billigerweise von ihm verlangen kann. Er kennt nicht die Mühen, achtet nicht der Anstrengungen und sieht oft nicht das Herz, das die gespendete Hilfe mit selbstloser Nächstenliebe erfüllt. Aber wir sind sicher, daß die Erinnerung den Dank dafür wecken ivirb. Jeder soll wissen, daß das Note Kreuz
im Dienen für alle seine hohe Mission*erblickt itiib daß in unserer Zeit neu- crwachter -Volksgemeinschaft ein jeder unithelfen muß am Dienste für den anderen.
Seit Anfang des Krieges hat das Deutsche Rote Kreuz jetzt fast zwanzig Jahre hindurch unter der Verpflichtung höchster sanitärer unb sozialer Leistungen für das deutsche Volk gestanden. Wir haben
während des Krieges
über 92 000 Schwestern und 110 000 Sanitätsmannern zum Dienst an den Verwundeten und Kranken in der Etappe und in der Heimat aufgeboten, 2 11 S ch w e st e r n n d 6 2 0 San'täts m än n er haben dabei den O p f e r t o d für das Vaterland erlitte n. Wir haben ferner während des Krieges von allen Grenzen her die F l ü ch t l i n g s über | ch w e m - m u n g bewältigen müssen. Alle Gebiete der Fürsorge, nicht zuletzt die Jugendfürsorge, beanspruchten damals fast übermenschlich unsere Kräfte, inmitten der furchtbaren Wirkungen der Hungerblockade. Wir mußten unter dem Verlust unseres gesamten Vermögens unsere Einrichtungen durch die Inflation hindurchretten. Unsere Lage war bedrohlich, aber die steigende allgemeine Not der Nachkriegszeit forderte unerbittlich weiter von uns
Anstrengungen, Entbehrungen und Hingabe.
einzig gâkp durch uen hohen Gedanken unserer Sendung am Volk, konnten wir es schaffelt. Wir vergessen das Vertrauen, die Mitarbeit unb auch die Spenden nicht, die und aus allen Volkskreisen zuflossen. Am wertvollsten waren sie, wenn sie ein Opfer lv a r e ii.
Jetzt ist Deutschland neu geworden. Wir haben uns in unserem Dienst an der Ration nicht zu ändern brauchen. Wir sind im Bewusstsein einer sicheren lind starken Staats führung und in bem Glauben, daß der Aufstieg unseres Volkes begonnen hat, unserer Arbeit nur um so freudiger und zuversichtlicher verpflichtet. Und so verbindet sich am heutigen Not-Kreuz Tag der Opferdank für uns mit unserer Opserflicht für Deutschland zu innerer Gemeinschaft."
allen großen Ausschüssen für die Regelung der Ardelts- loscnvcrsicheruug, Herabsetzung der Arbeitszeit und aller anderen Fragen endgültig ausgeschlossen.
Die Sitzung nahm einen «»gewöhnlich lärmenden Verlauf. Es herrschte vollkommenes Durcheinander, so daß minutenwetse in dem allgemeinen Tumult die einzelnen Reden untergingen.
Gleich zit Beginn der Sitzung protestierte der deutsche Arbeilervertreter Dr. Ley gegen diese Mandatsverweige- rung. Er appellierte an das Empfinden der Arbeiter- gruvpe für die Arbeiter der ganzen Welt.. Zn diesen gehörten auch
30 Millionen schaffender Menschen in Deutschland. Deutschland wolle mit jedem Volke in Frieden leben, könne jedoch Beschlüsse der Konferenz nicht annehmen, so lange es von der sachlichen Arbeit ausgeschlossen sei.
Nach der Rede kam der amerikanische Arbeitervertrctcr auf Dr. Ley zu und drückte ihin ostentativ die Hand.
Der italienische Arbeitervertreter Nazza schloß sich völlig den deutschen Anführungen an.
Die deutsche und die italienische Erklärung riefen den stürmischen Protest des französischen Sozia- l i st e n f tt h r e r s Jo u h a u r hervor, der sich in
wüstesten Beschimpfungen Deutschlands
und persönlichen Angriffen ans Dr. Ley erging. Die Ausführungen Jouhaux' wurden ost von wildem Lärm unter» gehörten auch
Dr. L e y erhob sich darauf sofort und betonte, er lehne es ab, aus das niedrige Niveau Jouhaux' herab» zusteigen. Wenn Jonhaux von .Zehntausenden Menschen in Gefängnissen" spreche, so meine er damit wohl bie P erbt c ch e r wie Torgier unb die Anstifter des Reichstagsbrandes.
Er labe gern bie ganze Gruppe auf seine Kosten nach Deutschland ein, um sich die Konzentrationslager anzusehen und sich ein Bild von Deutschland zu machen.
Mit erhobener Stimme rief der Führer der Arbeitsfront in .den Saal: .Sie haben cs jetzt mit dem neuen Deutschland zu t u n, nicht mehr mit dem alten. Dr. Ley wies sodann energisch die persönlichen Anwürfe zurück, er sei selbst kein Arbeitervertreter. Er habe
sieben Jahre in der Fabrik
Seite an Seite mit den Arbeitern mit- a c a r b e i t o t Er kenne den beutieüen Arbeiter.
Es ist selbstverständlich, daß die völlig geschlossen auf der Konferenz auftretenbe deutsche Abordnung sich unter feinen Umständet, eine derartige Sabotage seitens der sozialistischen Arbeitergruppe gefallen lassen ivirb. Aus diesen Verhandlungen ergibt sich die praktisch politische Bedeutung der persönlichen Anwesenheit des Führers der Deutschen Arbeiterfront auf der gegenwärtigen Arbeitskonferenz.
Offizieller Protest Dr. Leys.
Der Führer der beutfehen Arbeitsfront, Dr. Ley, hat beim Ältestenrat der Internationalen Arbeitskonferenz a m I l i ch P r o t e st gegen die von der Arbeitergruppe beschlossene Ausschließung der deutschen Arbeitervertreter von sämtlichen großen Ausschüssen der Konferenz eingelegt.
Der französische Arbeiterführer Jonhaux hat au- gekündigt, daß die Arbeitergruppe gegen bie Mandate der deutschen Arbeilervertreter auf der Konferenz Einspruch erhebe.
Abreise der deutschen Delegation nach London.
Zur WcltwirtschaftSlonserenz.
Die deutsche Abordnung für die Weltwirtschasts- konferenz, die bekanntlich ans dem Reichsaußenminister von Neurath als dem Führer der Abordnung, dem Reichsfinanzminister Graf Schwerin v. K r o s i g k, dem Reichswirtschafts- und ErnährungSminister Dr. Hugenberg, dem Reichsbankpräsidenten Dr. S ch a ch t, dem regierenden Bürgermeister von Hamburg, K r o g - in a n n , unb Dr. K eppler besteht, reist am Sonnabend von Berlin nach L o n d o n ab.
Für Huhe in der Wirischast.
Schreiben Dr. von Remelus.
Ler preußische Ministerpräsident Göring unb Reichsminister D r. Hugenberg hatten an den Vorsitzenden des K-a m p s b u n d e s des gewerblich e n M i t t e l st a n d e S , Dr. von R c n t el n , ein Schreiben gerichtet, in dem gegen Eingriffe des Kampfbundes des gewerblichen Mittelstandes in das Wirtschaftsleben Stellung genommen wurde. Nunmehr hat der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages, Dr. von Renteln , in seiner Eigenschaft als Reichsführer des Deutschen Wirtschaftsbundes (früher Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes! ■ an Ministerpräsident Göring und Minister Hugenberg ein längeres Antwortschreiben gerichtet.
Darin bittet er insbesondere, ihm die vorlommenden Klagefälle mitzuteilen, damit er unverzüglich das Nötige veranlassen könne. Dr. von Neutelen weist darauf bin, daß er bereits seit vielen Wochen EingrisfeinWirt- s ch a f t s o r g a lt i s a I i o n e n v e r b v t e n habe. Ihm -sei kein Fall eines Eingriffes des Kanipfbunvcs des gewerblichen Mittelstandes der Art, wie sie in dem Schrei ben der Minister bezeichnet worden sei, zur Kenntnis gelangt. Dagegen hätten sich mancherorts wilde K a in p f b ü n b e gebildet, die mit beut Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes nichts zu tun hätten. Von Maßnahmen solcher Kampsbünde Kenntnis zu erhalten, sei für ihn von großer Wichtigkeit, um auch in solchen Fällen eingreifen zu können.
Zum Schluß gibt Dr. von Renteln ber Hoffnung Ausdruck, daß seine Ausführungen dazu beitragen würden, die irrtümliche Auffassung zu beseitigen, als weiln der Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes in seiner Tätigkeit irgendwie geeignet sei, die W i r t s ch a f t s r u h e z u st ö r e n. Im Gegenteil habe sich der Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes große Verdienste bei der Umstellung im Bereiche der Wirtschaft und ihrer Organisationen erworben.
Äußerste Sparsamkeit verringerte Fehlbetrag.
Zu den Abschlußzifscrn deS RclchShauShallS 1932.
Von zuständiger Stelle wird darauf hingewicsen, daß das verhältnismäßig günstige Ergebnis der Reichsjahresrechnung 1932 in der Öffentlichkeit nicht so gewürdigt worden ist, wie es erforderlich gewesen wäre. Daß das Rechnungsjahr 1932 so günstig abgeschlossen werden konnte, ist im wesentlichen auf die Sorgfalt in der Ansgabenpolitik d e s R e i chs zurück» zuführen.
Kleine Leitung für eilige tiefer
* DaS Gesetz gegen Berra, an der deutschen Volkswirtschaft droh, schwere Zuchthaus, und Ehrenftrafen für Sirnerhinier- Ziehung an.
* Der Exwcltmciftcr Max Schmeling wurde bei einem Box lamps in Rewyork von dem Amerikaner Max Baer in der zehnten Runde k. o. geschlagen.
* Bei Ptewna in Bulgarien wurden 20 Kinder bei Grab- arbeiten in einer Sandgrube verschüttet. Fünf Kinder und ein Arbeiter verunglückten tödlich.