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Zulöaer Anzeiger

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Nr. 162 1933

Fulda, Freitag, 14. Juli

10. Jahrgang

Nach dem Kampf der Frieden.

Große Rede Hitlers

vor den Gauleitern und Treuhändern.

Die Retchsprefsestelle der NSDAP, teilt mit:

Der Führer sprach zu den in der Reichskanzlei ver­sammelten Gauleitern, Treuhändern der Arbeit und Landesobleuten der Betriebszellenorgant- sation über politische und wirtschaftliche Fragen. Die Tagung wurde geleitet vom Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß. Anwesend waren u. a. auch Reichswirt- schastsminister Schmitt und Reichsarbeitsminister S e 1 d 1 e.

In seiner zweieinhalbstündigen großen Rede brachte Adolf Hitler einleitend zum Ausdruck, daß die ge­waltige umwälzende Zeit, in der wir leben, für unser Polk von reichstem Segen sein werde, wenn die weitere Eniwick- . lung und Aufbauarbeit ebenso planmäßig verlaufe wie die Vorbereitung und Durchführung der nationalsozia­listischen Revolution bisher. Im Besitze der Macht, Vie uns niemand mehr nehmen könne, seien wir in der Lage, nunmehr auch die gesamte kommende Entwicklung zu übersehen und planmäßig zu bestimmen.

Wir haben durch den Kampf das Land erobert, jetzt müssen wir es durch Frieden bestellen."

Die politische Macht habe man schnell und in einem Zuge erobern müssen, auf dem Gebiete der Wirt­schaft aber wären andere Entwicklungsgesetze maß­gebend.

Hier müsse man Schritt für Schritt vorwärtsgehen, ohne das Bestehende radikal zu zertrümmern und unsere eigene Lebensgrundlage zu gefährden. Mit bürokratischen Konstruktionen könne man die deutsche Wirtschaft nicht aufbaucn. Die Ausnützung der individuellen Fähigkeiten habe uns groß gemacht und nur durch sie könne auch unser großes Wledcrausbauwerk zum Erfolge kommen. Beu- n>!?m der höheren Arbeitsleistung unter die mindere Arbeitsleistung werde nicht geduldet. Das fordere daS Wohl des deutschen Volkes.

Im Rahmen dieser Grundsätze die Interessen der Gesamtheit wahrzunehmen, das sei das Pro- blem, das uns zur Lösung gestellt sei. Wie auf politischem, so könne man auch auf wirtschaftlichem Gebiet Befugnisse und Rechte nur herlenken aus der L e i st u n g. Das Tempo unserer Einwirkung auf die Wirtschaft und die Stellenbesetzung in der Wirtschaft sei daher abhängig von der

Sie GmWe des Kirchlichen NlWWMtes.

Hindenburg dankt dem Kanzler.

Für das Friedenswerk in der Evangelischen Kirche.

Reichspräsident von Hindenburg hat an bett Reichskanzler Adolf Hitler folgendes Telegramm ge­richtet:

Mit großer Freude entnehme ich auS Ihrem Telegramm, daß das Verfassungswerk für die Deutsche Evangelische Kirche fertiggestellt und der Kirchenkon- f l i k t i n P r e u tz e n b e i g e l e g t ist. Für diese erfolg­reiche Arbeit um die Wiederherstellung des Friedens innerhalb der Evangelischen Kirche sage ich Ihnen wie auch dem Reichsminister des Innern, Dr. Frick, von Herzen Da n k.

Mit freundlichen Grüßen gez. von Hindenburg, Reichspräsident."

*

über die Grundzüge der Verfassung der neuen Deutschen Evangelischen Kirche wird dem Evangelischen Pressedienst von unterrichteter Seite u. a. folgendes mitgeteilt:

Die neue Deutsche Evangelische Kirche ist n i ch t e i n e Staals kirche. Die Eigenständigkeit der reformato­rischen Bekenntnisse ist vielmehr verfassungs­mäßig gesichert. Über dem Bekenntnis steht als einzige Autorität das E v a n g e l i u m, wie es in der Heiligen Schrift bezeugt ist. Der im bisherigen Kirchen- bund verwirklichte Grundsatz, daß

Staatsgrenzen keine Kirchengrenzen

such, ist beibehalten und damit die Pflege der bisherigen engen kirchlichen Beziehungen zwischen dem Mutterlande der Reformation und den deutschen evangelischen Ge­meinden in aller Welt gewahrt. An der Spitze der neuen Kirche steht als Führer ein Reichs bisch of, der dem lutherischen Bekenntnis augehören muß.

Das Führerprinzip, das im Reichsbischofsamt Gestalt gewinnt, wird ergänzt durch die Mitwirkung des Kirchenvolkes, die in der Na t i o u a l s y n o d e ihren Ausdruck findet. Diese ist lerne parlamentarische Instanz, sondern sie entspricht dem uritnbfab, auch die äußere Form der Deutschell Evange-

Kirche gemäß dem Neuen Testament zu gestalten.

der Nationalsynode heraus wird die Kirchenleitung immer wieder frische Impulse und neue Anregungen emvkanaen.

Heranbildung eines wirtschaftlichen Führernachwuchses.

Die Betriebsamkeit gewisser Organisationen aus diesem Gebiete sei noch keineswegs der Beweis dafür, daß dieser Nachwuchs bereits vorhanden sei.

Es sei Grundsatz der NSDAP., eine Stelle nicht eher ncuzubeseyen, solange nicht eine fähigere, durch Leistungen erprobte Persönlichkeit zur Verfügung stehe.

Wer nur an die Vergangenheit denke und sich nicht mit der Zukunft beschäftige, sei ein schlechter Nationalsozialist. Was ihn, den Führer, wirtschaftlich interessiere, sei allein die Zukunftsaufgabe, das deutsche Volk wieder in Arbeit zu bringen und seine volle Konsumkraft wiederherzustellen. Deshalb habe er auch mit Genugtuung Kenntnis ge­nommen von der Anerkennung, die Deutschlands bis­herige Leistungen in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit kürzlich in Genf gefunden habe.

Der Führer behandelte im weiteren Verlauf seiner Rede dann

außenpolitische Fragen.

Im Rahmen der Friedenspolitik des neuen Deutschlands sei auch das Konkordat mit der Katholischen Kirche, die den nationalsozialistischen Staat damit offiziell anerkenne, von Bedeutung. In diesem Zu­sammenhang wies er auf die neue evangelische K i r ch e n v e r f a s s u n g hin und erwähnte, daß am übernächsten Sonntag die evangelischen Kirchenwahlen stattfinden würden. Zum Schluß kennzeichnete der Führer in eingehenden Ausführungen die

verschieden gearteten Ausgaben von Regierung und Partei.

Die große und entscheidende Aufgabe der Partei sei die Erziehung des deutschen Menschen, Ausgabe der Regierung, das Leben der Ratio nfunktio- nell in Gang zu halten. Die Synthese zwischen dem idealistischen Nationalsozialismus und den realen Erfordernissen der Wirtschaft geltens zu verwiritichen.

Er kapituliere bei allem, was er tue, nur vor der Vernunft. Er habe den Ehrgeiz, ohne Rücksicht auf Augenblicksstimmungen etwas zu schaffen, was der Kritik der Nachwelt standhalte. Die Partei habe 14 Jahre lang keine Konzessionen an die Popularität gemacht, 14 Jahre lang an die Perspektiven gedacht und 14 Jahre lang eine beispiellose Disziplin geübt. Wenn wir in Zukunft nach diesen bewährten Grundsätzen der Partei handelten, dann werde der Erfolg gewaltig und ein Rückschlag für das deutsche Volk nicht mehr denkbar sein

Neben den Reichsbischof tritt das Geistliche Ministerium, das den Bischof in der Leitung der Kirche unterstützt. Es besteht aus drei Theologen und einem rechtskundigen Mitglied. Die drei theologischen Mitglieder vertreten die drei B e k e n n 1 n i s g r u p - pen der Kirche: die lutherische, die reformierte und die unierte. Hier wird der Punkt sichtbar, wo in der neuen Kirche

das reformierte Bekenntnis

auch in den Organen der Kirche gewahrt ist. Das refor­mierte Mitglied des Ministeriums wird in allen Fragen, die die Wahrung und Pflege seines Bekenntnisses angehen, an Stelledes Reich'sbischofs handeln.

Da die neue Deutsche Evangelische Kirche keine Staats­kirche ist, enthält die Kirchenverfassung keinen Arier- Paragraphen. Das schließt nicht die

Abkehr artfremder Einflüsse, besonders innerhalb der kirchlichen Führung, aus. Die Frage der Artgemäßheit der kirchlichen Führung wird nicht durch die Verfassung bestimmt, sondern durch die Re­gelung des theologischen Nachwuchses. Hier ist auch der Punkt, wo der Weltprotestantismus, insbesondere der anglikanischen Länder, das geschichtliche Wollen und den christlichen Ernst im deutschen Protestantismus neu ein- schützen mutz.

überschaut man rückblickend den Gang der Ereignisse, die zur Vollendung des kirchlichen Verfassungswerkes ge­führt haben, so wird aufs neue deutlich, wie töricht das Gerede ist, daß der Staat die Kirche unter seiner Ober­hoheit habe bringen wollen.

*

Die Bedeutung der Stunde."

Ein Aufruf des WchrkreiLpfarrerS Müller und des Kommissars Jäger.

Gott hat in diesen denkwürdigen Tagen das Wunder der Einigung in der deutschen evangeli­schen Christenheit vollzogen. Denn es ist wie ein Wunder, daß die deutschen evangelischen Landeskirchen allem geschichtlichen Streit der Verschiedenheit der Bekennt­nisse, der deutschen Gründlichkeit und Bedenklichkeit zum Trotz zu einer einigen deutschen evangelischen Kirche sich vereinigt haben. Diese Kirche vereinigt, wie es in ihrer Ver­fassung heißt, die aus der Reformation erwachsenen gleich­berechtigt nebeneinanderstehenden Bekenntnisse in einem feierlichen Bunde. und bezeugt dadurch «ein Leib und

einen Geist, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater unser aller". Im gläubigen Hinblick auf das große Ziel haben auch die verantwortlichen Männer des Staates ihre verordnete Aufgabe erfüllt. Menschliche Kurz­sichtigkeit gab den unmittelbaren Anlaß zu dem Eingreifen des Staates, das nie anders als ein ordnendes und helfendes gedacht war und von dieser vorbezeichneten Linie auch nie abgewichen ist. Niemals dachte der Staat daran, auch nur im geringsten in die Substanz der Kirche einzugreifen. Es galt vielmehr, lediglich die Voraussetzun­gen zu schaffen, welche, dann vorhanden, der Kirche er- möglichten. ihr Geschick selbst in die Hand zu nehmen und ihren Aufbau nach den ihr eigentümlichen Gesetzen zu gestalten.

Es i st G r o ß e s e r r e i ch t w o r d e n. Es ist nicht nur der unselige Streit über eine Personenfrage mit einem Schlage beseitigt, cs ist auch über alles Er­warten und Hoffen hinaus in freiwilliger Zusammen­arbeit aller Kirchen lind verantwortlichen Männer das Verfassungswerk sür die große Einheits­kirche fertiggestellt worden, ein Werk, das in aller Kürze die feierliche Bestätigung durch das Deutsche Reich erhalten und dadurch in das Rechts- und Kulturleben des deutschen Volkes eingebaut sein wird.

Dieser Erfolg eilt den ursprünglichen Absichten, das Perfassungswerk durch neugebildete kirchliche Körper­schaften bestätigen zu lassen, weit voraus. Es lag deshalb der Gedanke nicht fern, das rasche geschichtliche und recht­liche Werden forderte vielmehr geradezu, nun zu allem durch das Volk ein gläubiges und freudiges Ja sprechen zu lassen. Dadurch werden alle bisherigen Maßnahmen in eine höhere Sphäre der Vollgültigkeil erhoben. Wenn die Stimme des wirklichen Volkes wie die Stimme Gottes zu betrachten ist, so wird das Volk bei dieser Fortführung der Dinge jedes kleinliche Zagen und Bedenken in allen seinen Gliedern zurückstellen. Es wird froh der Tatsache, daß der Knoten der Verwirrung mit einem Schwertschlag gelöst wurde, mit Dank an Gott an­erkennen, daß alles bisherige Tun dem Ziele gedient hat, Volk und Kirche, die in vielfacher und großer Ent­fremdung gegeneinander standen, wieder zueinanderzu­führen. Das Volk soll es selbst sein, das in das zu Gottes Ehre gebaute Haus in festlicher Freudigkeit einzieht.

Dies ist der Sinn der Wahlen, zu denen das ganze deutsche evangelische Kirchenvolk in kürzester Frist schreiten soll. Es ist ein Sinn, der hoch über jedem parlamentarisch­demokratischen Brauch steht. Die Wahlen sind das Siegel, das dem vollendeten Werk aufgedrückt werden soll. Das evangelische Kirchenvolk ist deshalb auf­gerufen, im Verstehen der geschichtlichen Stunde und der Wege, die uns Gott durch den Aufbruch der Ration hindurch bis heutègeführthat, dasRechtunddiePflicht zu erfüllen, sich selb st für das letzte Ziel e i n z u s e tz e n.

Berlin, 12. Juli 1933.

Der Bevollmächtigte deS Reichskanzlers: gez. Wehrkreispfarrer Müller.

Der Kommissar für die Evangelischen Landeskirchen in Preußen:

gez. Jäger.

persoaalveränderungen in Preußen.

Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt aus dem Bereich der allgemeinen und inneren Verwaltung u. a. folgende Personalveränderungen mit:

Vertretungsweise mit der Verwaltung folgender Stellen sind beauftragt: Regierungsvizepräsi- dent in Wiesbaden: Gerichtsassessor Dr. Mischke in Ra- ftatten; Landrat in Jüterbog: Kreisleiter Hirz in Luckenwalde: Landrat in Meseritz: M. d. L. Merker da- selbst, Landrat in Waldenburg: Kreissyndilus Dr. von Boeckmann in Kyritz.

Überwiesen sind: Landrat i. e. R. Boelling in Plllkallen an die Regierung in A r n s b e r g ; Landrat j. e. R. Dr. Bohne in Belzig an die Regierung in M i n d e n ; Land- rat i. e. R. Dr. von Busse in Rummelsburg an die Regierung in Düsseldorf: Landrat i. e. R. Snay in Flatow an die Regierung in Hannover.

Kurzer Urlaub Görings.

Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteklt, wird der preußische Ministerpräsident Göring von Ende dieser Woche ab einen etwa zweiwöchigen Urlaub antreten.

In der letzten Zeit haben sich trotz mehrfacher Mahnungen die Gesuche um eine persönliche Rück­sprache mit dem Ministerpräsidenten gehäuft, wobei die Meinung vorzuherrschen scheint, als ob trotz erfolgter Absage Empfänge doch möglich wären. Der Minister­präsident hat verfügt, daß in Zukunft der Amtliche Preußische Pressedienst jeweils über bestimmte Empfänge berichten wird.

Wahl von Vornamen.

In einem Runderlaß despreußischenJnnen- m i n i st e r s wird folgendes bestimmt:

Wird bei einem Standesbeamten der Antrag gestellt, den Namen des Herrn Reichskanzlers als Vor- namen, sei es auch in der weiblichen Form H i t l e r i n e, Hitlerike oder dergl. einzutragen, so hat er dem An­tragsteller nahezulegen, einen anderen Vornamen zu wählen, da die Annahme des gewählten Vornamens dem Herrn Reichskanzler unerwünscht ist. Entspricht der Antragsteller der Anregung des Standesbeamten nicht, so ist dem Minister zu berichten.