Soldner Mzeige
ÄSS Tageblatt für Rhön UN- Vogelsberg 5XÄÄS Zul-a- un- Haunetal. Zul-aer Kreisblatt Ansprüche. Verlag: Christian Seipel, Fulda. Reüaktion un- Geschäftsstelle: Königstraße 42 ❖ Zernsprech-flnschluß Nr. 2989 Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. Nachdruck der mit* versehenenfirtitel nur mit <!tziellenangabe,5ulüaerflnzeiger''gestattet.
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Nt. 171 — 1933
Fulda, Dienstag, 25. Juli
10. Jahrgang
Der Sieg der Deutschen Christen.
Die vorläufigen Ergebnisse der Kirchenwahlen.
-ne endgültigen Ergebnisse der Kirchenwahlen liegen noch nicht vor. Man kann aber aus vorläufigen Zahlen schon eindeutige Schlüsse ziehen: Die Liste der „D e u t - schen Chrtste n" hat den erwarteten großen Sieg errungen; säst überall hat sie die absolute Mehrheit, ja sogar großenteils die Zweidrittel- bis Vierfünftelmehrheil errungen. In einzelnen Landesteilen haben die „Deutschen Christen" fast die gesamten Stimmen aus sich vereinigen können, besonders groß sind nach den bisher vorliegenden Zahlen ihre E r s o l g e in T h ü - ringen. In einzelnen Wahlbezirken hat allerdings auch die Liste „Evangelium u n d Kirch e" recht beachtliche Erfolge erzielen können, doch sind diese Erfolge nur vereinzelt und ändern an dem Gesamtbild nichts. Die Wahlbeteiligung scheint recht hoch gewesen zu sein.
Kundgebung Hossenfelders zum Wahlsieg.
Der R e i ch s l e i t e r der Glaubensbewegung Deutsche C h r i st e n , Pfarrer H o s s e n f e l d e r, erläßt folgende Kundgebung anläßlich des Ergebnisses der Wahl in der evangelischen Kirche:
I Allen Mitarbeitern und Wählern danke ich im Namen der Glaubensbewegung Deutsche Christen für ihre Mithilfe am entscheidenden Siege. Das evangelische Volk hat die geschichtliche Wende auch in der Entwicklung seiner Kirche e r k a n n t. Es hat seinen Willen dahin ausgesprochen, daß Volk und Kirche wieder eins werden müssen und daß die Kirche wieder dankbar und freudig mit allen Kräften an der inneren Erstarkung des im n a t i o n a l j o z l a l i st i s ch e n Staal geeinten Volkes Mitarbeiten soll. Das äußere Ziel, eine starke deutsche evangelische Kirche, ist bereits erreicht. Es steht die schiverv Aufgabe des inneren Aufbaues vor uns. Dazu bedarf es der.weiteren verantwortungsbewußten Mithilfe jedes einzelnen: .Güttes Hilse für das Werk. Hossenselder, Reichsleiter der Glaubensbewegnng Deutsche Christen.
Telegramme an Hindenburg und Hitler.
Pfarrer Hossenselder hat folgende Telegramme abgesandt. An den ReichsPräsidenten:
„In Ehrerbietung melde ich den entscheidenden Wahl- erfolg der Glaubensbewegung Deutsche Christen. Damit ist die Grundvoraussetzung für das erstrebte Ziel. das,
Die Besserung des Arbeitsmarktes
Aber zwei Millionen Erwerbslose
wieder in Arbeit.
Das neueste Heft des „Reichsarbeitsmarkt-Anzeigers" enthält eine Fülle von interessantem Zahlenmaterial über bie Abnahme der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Besonderen Wert hat in dem Zusammenhang die Krankenkassenstatistik. Nach dieser Statistik ist seit der Regierungsübernahme durch Adolf H i t l e r bis Ende Mai die Zahl der Beschäftigten u m l,7 Millionen gestiegen. Da in dergleichen Zeit des Vorjahres die Zahl der Beschäftigten nur um 660 000 anstieg, ist die starke Zunahme der Beschäftigtenzahl in diesem Jahre also nicht nur mit den Saisonentwicklungen zu erklären. Die Differenz in der Zunahme der Beschäftigtenzahl zwischen der Zeit vom 30. Januar bis 31. Mai dieses Jahres und der "des : gleichen Zeitraumes des Vorjahres beträgt also über eine Million.
Da bei den Arbeitsämtern vom 31. Mai bis zum 15. I Juli — die Krankenkafsenstatistik liegt erst bis zum 31. Mai I vor — ein Rückgang der Arbeitslosen um 210 000 zu vor r zeichnen ist und außerdem auch die Zahl der unsichtbaren : Arbeitslosen während dieses Zeitraumes vermutlich weiter ' stark abgcnommen hat, so ist die Zahl der seit der Re- gicrungsübcrnahme durch Adolf Hitler in den Arbeitsprozeß eingereihten Erwerbslosen auf über zwei Millionen i K'^k«- ru veranschlagen.
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I Arbeit für die „Altparteigenofsen".
Eine neue Verfügung vcs Braunen Hauses.
Der „Völkische Beobachter" enthält die folgende Ver- i sügilug des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß: i Alle Nationalsozialisten, gleichgültig, ob sie sich in partei- [ amtlicher oder privater Stellung von entsprechendem Ein- [ sluß befinden, haben nach bestem Können Sorge zu trägen,, i üäß noch arbeitslose Mitglieder der NSDAP., deren I E i n t r i t 1 s d a t u m vor dem 30. I a n u a r 1933 I 'icgt, bevorzugt i n Arbeit k o m in c u. Die , Bevorzugung soll ein Ausgleich dafür sein, daß National- ; chzialisten, die sich vor dem 30. Januar 1933 öffentlich zur NSDAP. bekannten, während des Wirkens des alten Systems in vieler Hinsicht schwere Nachteile erfuhren und ihre Arbeitsplätze verloren, teils bei der Vergebung non Arbeitsplätzen hintangèstellt wurden. Unter den „Alt- I Parteigenossen" sind besonders aktive Kämpfer zu' I ^Vorzügen, die sich vor der Öffentlichkeit in hervorragen
wie Volk unb Staat, so auch Volk unb Kirche wieder eins werden, gegeben."
An den Reichskanzler: „Es ist mir eine große Freude, den entscheidenden Wahlerfolg der Glaubens- bewegung Deutsche Christen melden zu dürfen. Das evangelische Volk hat bekundet, daß es seine Kirche aus den Grundkräften heraus neugestaltet und auch von der Kirche aus am inneren Aufbau des nationalsozialistischen Staates tatkräftig Mitarbeiten will."
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Aste Gesamtergebnisse der Kirchenwahlen aus dem Reich.
Rekordwahlbctciligung in Berlin.
Von den Kirchenwahlen liegen bisher immer noch verhältnismäßig wenige Gesamtergebnisse vor. Besonders bemerkenswert ist das Gesamtergebnis aus Groß-Berlin. Dort wählten rund 75 Gemeinden. Die Deut s ch e n C h r i st e n erhielten 235 022, die jungreformatorische Liste „Evangelium und Kirche" 107122 Stimmen. Die Deutschen Christen erreichten also eine Zweidrittelmehrheit. Insgesamt beteiligten sich in der Reichshauptstadt über 350 000 Personen an der Wahl, was eine R e k o r d z a h l darstellt.
• In Baden erhalten die Deutschen Christen in der Landessynode 32,. die Kirchlich-positive Vereinigung 25 Sitze. In W ü r 11 e m b c r g ziehen in den Landeskirchentag 32 Deutsche Christen unb 29 Vertreter der übrigen kirchlichen Gruppen ein. In Frankfurt a..M. besteht die Landeskirchenverwaltung aus 33 Pfarrern und 33 Laien. Es erhielten die Deutschen Christen 50, die übrigen Gruppen >6 Sitze. In Hessen-Kassel beträgt der Anteil der Deutschen Christen im Landeskirchentag 60 Prozent. In Thüringen fand eine Urwahl zum Landes- kirchcntag statt. Hier erhielten die Deutschen Christen 271 278 Stimmen, Christlicher Volksbund 20 439 und der Einigungsbund 14 176 Stimmen.
In Bielefeld sind bei den Kirchenwahlen rund 9800 auf die Deutschen Christen, die insgesamt 71 Sitze erhielten; entfallen, während die Liste „Evangelium und Kirche" .12 100 Stimmen und 89 Mandate erhielt.
P f a r r c r Niemöller, der seine Unterschrift unter einen gegen die Deutschen Christen gerichteten Aufruf gesetzt hatte, würbe aus der NSDAP, ausgestoßen.
der Weise als Nationalsozialisten zeigten iS A.- u n d S S.- A n g e h ö r i g e), und älteste Mitglieder, welche die letzte Zeit Leiden und Benachteiligungen auf sich nahmen.
Bei Bewe r b e r n it m Arbeit sind bei gleicher Befähigung grundsätzlich „Altparteigenossen" zu bevorzugen. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, daß selbst etwas geringere Befähigung bei den Altparteigenofsen oft ausgeglichen wird durch erhöhten Arbeits- und A u s b a u w i l l e n zugunsten des nationalsozialistischen Staates. „Altparteigenossen" in Han de l und Geiverb e sind beim Einkauf und bei Vergeb u n g von 91 ns trägen stets zu bevorzugen, wiederum als Ausgleich für Benachteiligungen und Boykottierungen unter dem alten System.
Die Beitrittserklärung nach b e m 30. Januar 1933, also zu einer Zeit, da die Mitgliedschaft zur NSDAP. nur Vorteile in Aussicht stellte, darf grundsätzlich nicht von ausschlaggebender Bedeutung in der Beurteilung unb Verwendung der Beigetretenen fein. Demgemäß kann die neue Mitgliedschaft, insbesondere bei Beamten, nicht zu einer Bevorzugung in der Beurteilung des Nationalsozialisten führen. Ausschlaggebend bei Beamten kann nur die Tüchtigkeit und die Eignung für ihr Amt sein. Ein Abweichen von dieser Regel ist lediglich die eventuelle Heranziehung der verhältnismäßig wenigen „Altparteigenofsen" unter den Beamten für besondere Vertrauensstellungen und die H i nj an - setzung von Beamten, welche unter dem alten System sich in der Bekämpfung des Nationalsozialismus hervorgetan haben.
Über allen Eiuzelintcrcssen steht das Interesse der Gesamtheit. Das Interesse der Gesamtheit erfordert den Einsatz aller befähigten Kräfte für den Aufbau unseres nationalsozialistischen Staates. Je schneller dieser Aufbau, desto eher die Rückwirkungen für den einzelnen.
Ehrung der Alten Garde.
In Köln fand eine Ehrung der A l t c n G arde der NSDAP, statt. Gauleiter Grohë und Staatsrat Dr. Ley hielten Ansprachen. An 250 alte Parteigenossen, bie sogenannte Alte Garde, wurden unter dem Jubel der Anwesenden die Urkunden verteilt.
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Wie das Propagandaamt des Gesamtvcrbandes der Deutschen Arbeiter mitteilt, übernehmen soeben Verbindungsleute der SS. und der SA. in der Arbeitersäule der Deutschen Arbeitsfront, in der N S B O., bie Aufgabe, in Zusammeüarbeit mit dem Gefamtverband der Deutschen Arbeiter und der NSBO.
den Kämpfern der n a t i o n a t s o z i a l i st i f ch c n Revolution, den arbeitslosen SA.- und SS. -Man nern, Arbeit, Lohn und Brot zu verschaffen. Die gesamte Organisation der NSBO. und des Gesa-utver bandes der Deutschen Arbeiter wird in Anspruch genommen werden, dem erworbenen Vorrecht auch praktisch Geltung zu verschaffen. Wesentliches Gewicht wird dabei darauf gelegt werden, daß den nationalsozialistischen Kämpfern auch solche Stellen nachgewiesen und offengehalten werden, die ihren w i r k l i ch e n F ä h i g k ci t e n entsprechen und bei Bewährung ein berufliches Vorwärtskommen ermöglichen.
"Die kirchlichen Bevollmäcktiqien vom Reichskanzler empfangen.
Reichskanzler Adolf Hitler empfing in Bayreuth die Bevollmächtigten der evangelischen Kirche, Landcs- bischof Marahrens- Hannover, Landesbischof D. Meiser- München und Oberkirchenpräsident Tilemann-Oldenburg, um sich von ihnen über den Abschluß des Perfassungswerkes und über die Kirchenfrage berichten zu lassen.
Beileidsielegramme des Kanzlers zum Tode Admirals von Schroeder.
Der F ü h r e r hat aus Bayreuth an den Kapitär zur See von Schroeder, Kiel, zum Tode des Admirals von Schroeder folgendes Telegramm gesandt
In tiefster Ergriffenheit erhalte ich soeben die Mit teilung über den Tod Ihres von mir hochverehrten Vaters, unseres unvergeßlichen Flandern- k o r p s f ü h r e r s im Weltkriege. Nehmen Sie das her; lichste Beileid entgegen, nicht nur von mir, sondern and von den Millio n e n meiner u a tionälsozia l i st i s chen Pewegung, die mit mir eins sind ir immer dankbarer Erinnerung an diesen harten deut s ch e n F ü h r c r und besten deutschen M a u n Adolf Hitler.
Der Reichskanzler sandte weiter für die R e i ch s r e g i e r u n g nachstehendes Telegramm: An den Kapitär zur See v. Schroeder, Kiel. Im Namèn der Reichsregie rung drücke ich Ihnen, Herr Kapitän, anläßlich des Todes des Admirals von Schroeder, des Führers' unseres Flandernkorps int Weltkriege, das tiefste Beileid aus. Adolf Hitler, Reichskanzler.
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Hindenburgs Beileid zum Tode des Admirals von Schroeder.
Anläßlich des Ablebens des Admirals a. D. v o n Schroeder hat der Reichspräsident an den Sohn- des Verstorbenen, Kapitän, zur See von Schroeder, gedrahtet:
„Tief bewegt sende ich zum Ableben Ihres Vaters herzlichste Anteilnahme. Dem um das Vaterland h o ch - verdienten Manne werde ich ein treues Gedenken bewahren. . gez. von Hiüdcnburg."
Reue ReichSverbilligungsscheine für Speisefette.
Die Ausgabe eines R e i ch s Verbilligungsscheins für Speisefe tt e für mehrere Monate hat sich als nicht zweckmäßig erwiesen. . Die Reichsverbilligungsscheine sollen daher monatlich ausgegeben werben. Der Reichsverbilligungsschein für August besteht aus zwei Abschnitten. Abweichend von den bisherigen Bestinlmungen kann vom 1. August 1933 an jeder .1 schnitt des Verbillignngsscheines schon beim Kauf von mindestens einem halben Pfund der für die veibiiliguug in Frage kommenden Fettwaren in Zahlung gegcvc l werden.
Die Änderung des Wehrgesehes.
Gegenüber irrtümlichen Auslcgüugen ocr Ä u b c - rung d e s R e i ch s w c h r g c s c tz c s teilt das ßèclchs- ivehrministcrium mit: Das von der Rcichsrcgierung beschlossene Gesetz zur Änderung des Wehrgcsètws von 1921 verfolgt den Zweck, die geltende Wehrverfassung dem veränderten staatsrechtlichen Aufbau des Reiches, der vornehmlich im R e ich s st a t t h a l t c r g e s c tz feilten Ausdruck gefunden hat, cinzupassen und eine Reihe von Einzclbestimmuttgen des Gesetzes auf Grund der seit längerer Zeit gemachten Erfahrungen auf praktischem militärischem Gebiet zu verbessern.
Somit ist u. a. das Recht zur A N f o r b e r u n g m il i t ä ri scherHilfe bei öffentlich e n Not - ständen und Unruhen, das bisher den Landesregierungen zustand, auf die R e i ch s st a t thal ter über gegangen. Schließlich erhält der ReichSivchrministcr noch das Recht, im Bereich der Webriuacht angestellte Z i v i l Personen den für die Soldaten geltenden gesetzlichen Vorschriften zu unterstellen, wenn er dies für bie sicher heit und Schlagfertigkeit der Truppe für erforderlich ball Bedeutung kann diese Bestimmung in gespannten yopui besonders für die Unterstellung der bei den Gruppen befindlichen Zivilangestellten und A rbc : , c , unter die militärischen Strafgesetze und bv nemzut - - tende Militärgerichtsbarkeit erlangen.