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Ä»S Tageblatt für Rhön und Vogelsberg ^®“ Zulöa- und Haunetal. Zulöaer Kreisblatt
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Nr. 172 1933
Fulda, Mittwoch, 26. Juli
10. Jahrgang
Generalrazzia im Reich.
Große Fahndungsaktion gegen StaatSfeinde.
Sämtliche Linien der Reichsbahn u n 6 Straßen des Kraftverkehrs unter Kontrolle.
Aus Anordnung des Geheimen Staatspolizciamtes wurden Dienstag mittag 12 Uhr in ganz Preußen sämtliche Haupt- und Nebenlinien der Reichsbahn sowie die gesamten Durchgangsstraßen für den Kraft- verkehr einer eingehenden Personen- und Sachkontrolle unterzogen. Die übrigen deutschen Länderregierungen haben sich aus Veranlassung des Geheimen Staatspolizei-
Fahndung nach Stantsfcindcn im ganzen Reich.
Der Bildberichtcrstattcr hat hier die Durchsuchung eines Personenwagens durch die Polizei scstgehalten.
apltes der Aktion gleichzeitig angeschlossen. Alle anläßlich dieser Fahndungen als staatsfeindlich verdächtigen Personen wurden vorläufig in Schutzhaft genommen.
Zur Durchführung der großangelegten Fahndungsaktion wurden sämtliche P o l i z e i o r g a n e des Reichs einschließlich der H i l f s p o l i z e i, teilweise auch SA. und SS., herangezogen. Auch der B a h n s ch u tz wurde bei der Aktion beteiligt. Bei der Durchführung der Maß- nahmen ist größter Wert darauf gelegt worden, daß die Abwicklung des Verkehrs nur geringfügige Unterbrechungen erfuhr. Durch entsprechend großen Einsatz von Polizei und Hilfskräften war für Beschleunigung Sorge getragen worden.
Die in ihrem Umfange erstmalig so groß durchgeführte Fahndungsaktion geschah, um nunmehr mit aller Macht den kommunistische« und anderen staatsfeindlichen Um- trieben, die sich noch überall im Reich bemerkbar machen, Einhalt zu gebieten. Immer noch bewegen sich im Auf- tragc stnatsfeiudtichrr Organisationen Kuriere durch Deutschland. in Interesse der allgemeinen Sicherheit war Furher diese Fahndungsaktion notwendig geworden.
IN den letzten Monaten eine erhebliche Anzahl von ck n to mobilen gestohlen worden sind, wurde die Suche nach diesen gestohlenen Kraftfahrzeugen gleichzeitig mit der Aktion verbunden.
Die Fahndungsaktion des Geheimen Siaalspolizei- amtes ist in ganz Preußen und in den übrigen Ländern völlig reibungslos verlaufen und mustergültig zu Ende geführt worden. . Die Aktion hat den Beweis dafür erbracht, daß die Staatsmaschinerie im gegebenen Moment schnell und zielsicher zu arbeiten versteht. Auch die technische Durchführung der Maßnahmen wurde
Die soziale Aufgabe des Arbeitsdienstes.
Arbeiissegen durch den ArbeiisSienst.
Reich, sarbèitsiiiinistcr Seldtc über Arbeitsdienst und Arbeitsbeschaffung.
R e i ch s a r bei t s m i n i ft e r Seldte gewährte kürzlich einem norwegischen Pressevertreter eine Unterredung über die Frage des Arbeitsdienstes und der A r b c i t s b e s ch a f f u n g. Der Minister erklärte u. a.: Die Gefahr, daß der P r i v a t w i r t s ch a f t und dem A r b e i t s m arkl ArbeitsmöglichkeUen durch den Arbeitsdienst weggenommen werden, besteht nicht. Im Gegenteil, durch die Leistungen des Arbeitsdienstes werden sich viele
neue Arbeitsmöglichkeiten
öffnen. . Der Arbeitsdienst bekommt volkswirtschaftliche Aufgaben zugewiesen, die wir heute mit der freien Wirtschaft nicht zu lösen imstande wären. Wenn der Arbeitsdienst anbaufähiges Land in weiterem Umfange schafft, gleichzeitig durch Wegebauten Gebiete an den Verkehr heranführt und die vorbereitenden ^Arbeiten für Bauernsiedlung usw. durchführt, so schafft er auf - diese Weise für Tausende und aber Tausende erst die Möglich- keit, wieder Arbeit zu finden. Er wird also A rbcits - s c g e n bringen und nicht eine weitere Wirtschaftsschrumpfung zur Folge haben. Das Arbeitsbeschaffungs- Programm der Reichsregierung zielt darauf ab,
die Erstarrung, in der sich heute die Wirtschaft befindet, zu lösen.
zur vollsten Zufriedenheit ohne die geringste Störung abgewickelt. Zahlreiche steckbrieflich gesuchte Personen wurden f e st g e n o m m c n. An einzelnen Stellen wurde bei der Einsichtnahme in Gepäckstücke illegales Schriften material vorgefunden. Ferner erfolgte die Festnahme bzw. Feststellung verschiedener Personen, die teils unbefugt Schußwaffen bei sich führten, teils ohne Führerschein am Steuer von Kraftwagen saßen.
Die Aktion, die schlagartig I2 Uhr im ganzen Reichsgebiet einsetzte, wurde, wie vorgesehen, um 12.40 Uhr beendet.
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Bewaffnete RKB -Kolonne festgenommen.
Hochverräterische KPD. Aktionen in Breslau.
Den Breslauer Beamten der geheimen Staatspolizei gelang es, im Stadtteil Breslau-Scheitnig eine bewaffnete K l e b e k o l o n n e der KPD. nach Feuergefecht festzunehmen. Die Kolonne hatte versucht, geheimgedruckte hetzerische Flugblätter an den H ä u s e r n a u z n k l e b e u und auch unter der Bevölkerung für den bevorstehenden NSBO.-Ausmarsch in Breslau zu verteilen. Jni Laufe der Ermittlungen wurde jetzt festgestellt, daß es sich um die
Tcrrvrgruppe des »erbotenen Rot-Fronttämpfer- Bundes
handelt, welche in Breslau die Tätigkeit gegen die Regierung erneut aufgeuommcu hatte. Die Terrorgruppe bestand nur aus den zuverlässigsten KPD.-Leuteitz die rücksichtslos bei Gefahr von der Schußwaffe Gebrauch machen sollten. Bei dem Führer der Klebckolonne, der gleichfalls Führer der Terrorgruppe des RFB. ist, wurde eine geladene Pistole vorgefunden. Nach den Angaben der Fcstgenommenen sollte bei Stellung durch die Polizei r ü cf s i d). t s l o s .v o n d e r Sch u ß - Waffe G e b r a u ch gemacht werden. Es konnten ferner diè Hersteller der Greuelpropagandaflugblättcr sowie die gesamte Geheimdruckerei ermittelt werden. Bisher wurden eine ganze Anzahl Mitglieder und der Führer des verbotenen Nol-Frontkämpferbundes und der ihm unterstellten Terrorgruppe fcftgenommcn.
MiAungene Störiinßsversuche des SeutsKen Turnfestes.
2 0 0 F e st n a h m c n i n S t u t t g a r t.
Von Anhängern der verbotenen Linksparteien war, wie amtlich mitgctcilt, beabsichtigt, das Deutsche Turnfest in Stuttgart zum Anlaß einer besonders intensiven illegalen Tätigkeit zu benutzen. Es sollten verbotene Schriften zur Verteilung gebracht, darüber hinaus aber auch von Provokateuren Störungen der öffentlichen Ruhe und Ordnung aus- gelöst werden. Die Politische Polizei hat sich daher veranlaßt gesehen, in der Nacht zum 25. d. M. rund 2 0 0 Personen, die der Teilnahme an derartigen Umtrieben verdächtig waren, in Schutzhaft zli nehmen. Die Durchführung der Aktion verlief reibungslos. Es konnten große Mengen von verbotenen Schriften und eine geringe Anzahl von Waffen beschlagnahmt werden. Die Schutz- Häftlinge und das Material wurden sichcrzcstcllt.
Die.Belebung ging früher regelmäßig von der Privatinitiative aus und nahm ihren Ausgang vorzugsweise bei der B a uw i r t s ch a f t. Die Hemmungen, die heute hier liegen, brauche ich im einzelnen nicht aufzuführen. Diese Lage zwingt aber die Reichsregierung dazu, der Privatwirtschaft dadurch zu Hilfe zu kommen, daß durch Bereitstellung öffentlicher Kredite neue Arbeitsgelegenheiten geschaffen werden. Diese werden sich ihrerseits wieder günstig auf Beschäftigung und Absatz der deutschen Gesamtwirtschaft auswirken.
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Arbeiiskameraden!
Aufruf des Staatssekretärs Hierl.
Staatssekretär Hierl erläßt folgenden Aufruf: „K a m e r a d e n v o m nationalsozialistischen Arbeitsdienst! Ein hochherziger Entschluß des Bundesführers des Stahlhelm, Seldtc, hat die Stahlhelmarbeitsdienstverbäude in den von mir geführten Reichsverbaud deutscher Arbeitsdienstvereine ein- gegliedert. Wir reichen den in unsere Reihen eintretenben Freiwilligen und Führern des Stahlhelm kamerad- schäftlich die Hand. Unter die aus der- bisherige» Trennung der Verbände entsprungenen Streitigkeiten wird ein Strich gezogen.. .
Für die Bewertung und Verwendung aller Angehöri- gen des Reichsverbandes sollen nur persönliche Eign ungund Leistung für den Arbeitsdienst maß
gebend sein. Alle Energien sind von jetzt ab ausschließlich zu dem Zweck anzuspannen, die dem Arbeitsdienst gestellten hohen Ziele zu erreichen. Im alten nackonalsozia- listischen Geist und Hand in Hand mit den neu in unsere Reihen tretenden Arbeitskameraden werden wir alles daransetzen, den Arbeitsdienst wirklich zu dem zu machen, was er nach den Worten unseres Führers sein muß, zu einem Eckpfeiler unseres neuen Staates! Heil Hitler!
30 osipreußische Kreise ohne Arbeitslose'.
Der ostpreußische Abwehrkamps gegen die Arbeitslosigkeit hat jept mit 30 Kreisen slächcmäßig drei Viertel der Provinz frei von Arbeitslosen gemacht. Der Rest besteht zur Hauptsache aus städtischen Arbeitslosen, die noch untergebracht werden, und zwar vor allem aus den Städten Königsberg und Elbing. Im Hinblick aus das sich steigernde Tempo läßt sich schon jetzt voraussehen, daß am 1. August Arbeitslose nur noch in diesen beiden Städten vorhanden sein werden.
Das Ziel des Kampfes war ursprünglich, bis zum 1. Oktober die Arbeitslosigkeit in der ganzen Provinz zu beseitigen. Schon jetzt kann man sagen, daß dieses Ziel bereits am 15. August, d. h. rund sechs Wo ch c n früher, erreicht sein wird. Eine Ausnahme bürste lediglich K ö n i g s b e rg bilden; doch auch hier wird bis zum 15. August der größte Teil der Arbeitslosen untergebracht sein. Die weitere Organisation für die beiden Städte Königsberg und Elbing muß vor allem den technischen Anforderungen Rechnung tragen: Zuggestellungen, Ausrüstung mit Kleidung und Arbeitsgerät. Die nötigen Anordnungen hierfür sind bereits getroffen.
Die Arbeitslosen werden durch ausgewählte,Führer auf ihre künftige Arbeit vorbereitet. Sie sind mit Heller Begeisterung bei der Sache, helfen selbst mit, das notwendige Material und die Ausrüstungsgegenstände zu beschaffen. Schon Ende August wird Ostpreußen in der Lage sein, größere Transporte jugendlicher Arbeitsloser aus dem R e i ch zu übernehmen. Diese sollen durch das Land die Wiedcrvcrbindung mit dem Heimatbod^u bekommen und so in den ostpreußischen Charakter eiu- gegliedcrt werden.
Die von der Arbeitslosigkeit befreiten K r-: i s c sind folgende: 1. Pillkallen, 2. Pr.-Ehlau, 3. Niederung, 4. Lötzen, 5. Johannisburg, 6. Braunsberg, 7. Wehlau, 8. Darkchmen, 9. Mohrungen, 10. Heiligenbeil, 11. Lyck, 12, Pr.-Holland, 13. Landkreis Elbing, 14. Stuhm, 15. Marienburg, 16. Gerdauen, 17. Aèidenburg, 18. Bartenstein, 19. Treuburg, 20. Landkreis Tilsit-Raguit, 21. Hcils- berg, 22. Marienwerder, 23. Angerburg, 24. Landkreis Insterburg, 25. Rosenberg, 26. Rössel, 27. Sens bürg, 28. Osterode, 29. Stallupönen, 30. Labiau.
Hilfe für arbeiislofe Angehörige gefallener Naiionaliozialisten.
Der st e l l v e r t r c t c n d e I ü h r e r gibt in der NSK. bekannt: Sofern A ngehörige von int Dienst an der Bewegung gefallenen N a t i o n a l s o z i a - l i st e n noch arbeitslos sind, bitte ich um eine entsprechende Meldung an mich (München, Braunes Haus). Die möglichst in dreifacher Ausführung zu sendende Meldung hat zu enthalten: 1. Name, Todesart und Tag des Gefallenen; 2. Name, Anschrift, Berüf und Nèil- glicdsnummer des Arbeitsuchenden; 3. kurzen Lebens lauf unter Hervorhebung der Arbeit, für die der Bewerber sich besonders geeignet hält.
Sofern im Dienst an der Bewegung v e r w u n d e t e Nationalsozialisten noch arbeitslos sind, ersucht der stellvertretende Führer ebenfalls um eine entsprechende Meldung an ihn, die außer den obigen Punkten 2 und 3 noch Ort, Tag und Art der Verwendung des Arbeitsuchenden enthalten muß.
,/Ltnverbrüchliche Miiarbeii am Neuaufbau des Mrches."
Trierer Tclcgramni an Adolf Hitler.
An Reichskanzler Adolf Hitler wurdr aus Trier folgendes Telegramm gesandt:
„An Herrn Reichskanzler Adolf Hitler, Bayreuth. Heute hat in Deutschlands ältestem Dome zu Trier in meiner und in des Vertreters Preußens Anwesenheit und in Anwesenheit aller Staatsbehörden durch den Herrn Kardinal von Köln die Eröffnung der Ausstellung des Heiligen Rockes Christi stattgefunden. Anläßlich dieser Feier versichern wir dem Fü hrcr, der bie christliche, nationale und soziale Grundlage des neuen Staates wiederherzustellen bemüht ist, unserer unverbrüchlichen Mitarbeit am 91 e u auf b a u des deutschen Reiches,
gez. von Pap e n.
gez. Dr. B o r n e w a s s e r,., Bischof von Trier."
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An Pap st. Pius Xsi - wurde ein von Kardinal Schulte und dem Trierer W^ihbischof Dr. Bornewasser gezeichnetes Telegramm gesandt. Bischof Dr. Bornewasser drahtete ferner an den preußischen Ministerpräsidenten Göring.