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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg"

Zulöa- und Haunetal * Zulöaer Kreisblatt

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Nr. 173 1933

Fulda, Donnerstag, 27. Juli

10. Jahrgang

9er Reichskanzler empfangt die italienischen Znngfafchisten.

Jm Ballsaal der Residenz in München fand bei Empfang der in München eingctrosfencn italienische, I ungsaschisten durch Reichskanzler Adols Hitler statt. Die Straßen aus dem Wege zur Residenz waren umsäumt von SA.-Männern, die die Jung faschisten mit erhobener Hand begrüßten. An den Stufen der Residenz und am Eingang hatten SA.-Männer iw Stahlhelm als Ehrenwache Aufstellung genommen. Im Ballsaal versammelten sich der bayerische Ministerpräsi­dent Siebert, der Stabschef R ö h m , der Reichsführei der SS., Himmler, der Reichsjugendführer Baldur von S ch i r a ch, der Stellvertreter des Führers, Rudolf Hetz, der Rcichsprcssechcs Dr. Dietrich, Oberregie- rungsat Ebner, der Leiter der Reichspropaganda­stelle in München und andere. Voraus marschierte die Musikkapelle der Leibstandarte der SS., woraus die Juttgfaschisten mit ihrer eigenen Kapelle folgten.

Reichskanzler Adolf Hitler wurde, als er mit seinem Gefolge im Saale erschien, mit Jubel empfangen. Der Kanzler ließ sich eine Reihe von Persönlichkeiten vvr- stcllcn. .

Der italienische Botschafter in Berlin, Eerut 1 i, hielt eine Ansprache, in der er ausführte: Herr Reichs­kanzler! Por Ihnen stehen 400 Avanguardisten sowie Staatssekretär Ricci, der die faschistische Jugend in Italien leitet.

Die Jugendblüte des Faschismus

ist da, um der n a t i o n a l s o z i a l i st i s ch e n I u g e n d die Hand zu drücken. Die Seelen dieser Jugend sind von entern einzigen Gedanken erfüllt: Vaterland, König u n d D u c e zu dienen. Sie sind das echte Bild des gk neuen von M u s s o l i u i. Daß sie Ihnen, Herr Reichskanzler, in die Augen schauen können, daß sie die i Ehr< haben, von Ihnen begrüßt zu werden, das werden diese Avanguardisten nicht vergessen. Seien Sie dafür tief bedankt und gestatten Sie mir, die Hoffnung und den Wunsch auszudrücken, daß

der Gruß Italiens, welchen Ihnen diese Jungfaschisten über die Alpen ge­bracht haben, einem glücklichen D c u t s ch l a n d gelte. Der Redner schloß mit einem E j a E j a A l l a l l a auf Deutschland, den Reichspräsidenten und den Reichs­kanzler. Anschließend nahm Reichskanzler Adolf 8 Hitler das Wort.

Adolf Hitler an die Zungfaschisten.

Staatssekretär, Herr Botschafter, meine Herren I Offiziere, meine Jungen, meine Kameraden! Ich frcric mich, daß ich Sie heute hier begrüßen kann, nicht nur deshalb, weil in dieser Stadt eine Bewegung ihren Aus- Mna genommen hat, die, ähnlich wie der Faschismus in Italien, Deutschland wieder zur Selbstbesinnung bringen . Küsten wird und zum Teil auch schon gebracht hat, H ar"? V^^ung, die ein herzliches und freundschaftliches Verhältnis mit dcni italienischen faschistischen Staat hcr- L stellen wollte und ich glaube wohl auch hergcstellt hat. Sie sind Zeuge, daß dieses Verhältnis Wirklichkeit wurde. Wenn wir Sie hier begrüßen, dann tun wir dies nicht I ^wa nur als Deutsche sondern als Rational- sozial, st e n , als d e u 1 s ch c F a s ch i st c n.

Tie-als die Jugend des Staates, der uns welt- anlchaulich heute weitaus am nächsten steht, mit dem wir uns weltanschaulich am meisten verbunden ühlen S e I werden nun ' '

eine Reise durch Deutschland

antreten und dabei sehen, daß unsere Bewegung sich bemüht, aus dem Deutschen Reich das zu machen was ^hr großer Führer M u f solini aus Italien gemacht hat, daß sie sich bemüht, das deutsche Volk zum gleichen Stolz und zur gleichen Überzeugung von seinem eigenen Wert zu führen wie M u s s o l i n i. Wir National­sozialisten sind 14 Jahre lang einen Weg gegangen, der von vielen als unmöglich angesehen wurde, und mm hat nach einem 14jährigen Ringen auch für uns dieses

Wunder der inneren Wandlung unseres Volkes sich vollzogen. Sie werden sich jetzt auf Ihrer Reise durm Deutschland überzeugen können von der Wirklichkeit dieser Wandlung, aber auch von der Wirklichkeit der freund­schaftlichen Gefthle, die heute Deutschland gegenüber I t a l i e n besitzt! Sie werden sehen, daß in Deutschland durch diese neue Bewegung eine Geistesrichtuug zur Herr­schaft gekommen ist, die von dem aufrichtigen Wunsche beseelt ist, gerade mit Ihrem Volke die Beziehungen wie- M der anzuknüpfen, die durch viele Jahrhunderte Italien und Deutschland verbunden haben.

Ich freue mich, daß Sie als Jugend hierhcrge- kommen sind und ich kann nur hofft», daß noch viele I Scharen Nachfolgen werden, so daß sich das Band immer enger und enger knüpft, nicht als ein Band der s o r in a - Lc Diplomatie, sondern des wirklichen i n c d"s vor allem die Jugend züsammensügen glaube, ich kann Ihnen unsere Freude über ud) durch nichts besser zum Ausdruck bringen, daß ich demjenigen danke, der Sie hierheraeschickt hat der auch bei uns bewundert wird. Ich bitte, einzu -

stimmen in den Rus:I h r g r o ß e r F ü h r c r Ai u s s o-

l i n i Sieg-Heil!"

Darauf hielt Staatssekretär Ricci eine kurze Be­grüßungsansprache in italienischer Sprache und heftete dabei dem Reichskanzler die Abzeichen der Ballila - Jugend und der A v a n g u a r d i st e n an. An­schließend zog der Reichskanzler noch einzelne Führer ins Gespräch.

*

Die Zungfaschisten im Braunen Hause.

Bedeutsame Ansprache von Rudolf Heß.

Im Anschluß an den Empfang in der Münchener Residenz fand ein Besuch der italienischen Jungfaschistcr und ihrer Führer im Braunen Haus statt. In Senatoreilsaal des Braunen Hauses hielt der Stell Vertreter des Parteiführers, Rudolf Heß, folgend« Ansprache:

Die Freundschaft zwischen Nationalsozialismus und Foschis m u s ist der beste Beweis für die Richtig­keit der kürzlich durchN b o l f fritier in seiner großer Reichstagsrede ausgestellten Behauptung, daß zwischen bewußten Nationalisten relativ am leichtester eine Verständigung zu erzielen ist. Die Freundschaft unserer beiden Bewegungen entspringt, wie schon öfters betont, nicht Sentimentalitäten, etwa der Gemeinsamkeil der großen Grundidee, sondern den gemeinsamer Interessen der Völker, welchen unsere beider Bewegungen dienen, nicht zuletzt

den gemeinsamen Interessen am Frieden.

Denn Völker, welche die innere Ordnung sichergcstelll haben und die in großem Stil aufbauen, wünschen viel­leicht den Frieden für weiteren Aufbau heißer und ehr­licher als andere Kölker, denen das Festhalten am libe- ralistische» System immer neue Krisen bringt, deren Arbeitslosestziffern unentwegt weitersteigen, und bei denen nach alter Regel die Gefahr wächst, daß sie eines Tages von den inneren Schwierigkeiten abzutenken suchen durch außenpolitische Abenteuer. Völker, die wie das deutsche und das italienische Volk

siegreich Schlachten gegen die Arbeitslosigkeit schlagen, haben cs nicht nötig, Siege auf dem Schlacht­feld der Waffen zu suchen. Es ist daher auch kein Zweifel; daß der V i e r e r p a k t der Initiative Musso- l i n i s und dem verständnisvollen .Eingehen Hitlers andererseits sein Zustandekommen verdankt, so wenig wie es Zufall ist, daß andere Staaten Deutschland die Unter­zeichnung dieses Friedenspaktes nicht leicht machten. Es heißt, daß S y st cm e Europa beherrschen. Möge dies auch für das in seinen Grnndzügen einheitliche System Geltung haben, nach dem unsere beiden Länder zu ihrem Glück regiert werden, und das gemäß dem Gesagten seinem inneren Wesen nach der Beruhigung und dein Frieden geneigt ist.

Da dieses System gleichzeitig das kraftvollste ist, haben wir die begründete Hoffnung, daß es sich, wenn auch in volitisch bedingten Abwandlungen, tatsächlich in der übrigen Welt durchsetzt und somit wesentlich zur Be­friedigung der Welt beiträgt. Unsere beiden Bewegungen haben das ihrige zur Erreichung dieses Zieles bereits ge­tan." Der Redner schloß mit der Aufforderung, cim zustimmen in den Ruf:Der erfolgreiche Faschismus und sein großer Führer Benito Mussolini, heil!"

^Deutschland wird wieder groß werden!^

Nach der Rede des Stellvertreters des Parteiführers, Rudolf Heß, im Braunen Haus hielt Botschafter , Berutti folgende Rede:

Sehr geehrter Herr Vertreter des Reichskanzlers! Ich glaube, daß es eine besondere Freude für unsere jungen Faschisten ist, heute im Braunen Haus zu sein. Sie lverden nie vergessen, von welcher Art und von welchen hohen Zielen die nationalsozialistische Bewegung erfüllt ist. Deutschland wird in Zukunft wieder zu seiner Größe kommen, weil es heute unter einer Führung steht, einer Regierung, die am besten dem Frieden der Völker dient. Ist glaube, wir werden in gemeinsamer Arbeit, der italienische Faschismus und der deutsche Nationalsozialismus, noch vieles nnd großes für die Welt leisten. Im Sinne dieser gemeinsamen Arbeit ein Heil auf den Reichskanzler und auf das g r o ß e. deutsche -Volk. Heil!"

Ilugrekordleistung des Kanzlers.

Reichskanzler Hitler hat am Mittwoch eine fliegerische Rekordleistung vollbracht. Er startete mitJu 52 D. 2 600" (Flugkapitän Bauer) um 8 Uhr in B a y r e u M) und landete um 9 Uhr in München zur Begrüßung der 450 Jungfaschisten in der Münchener Residenz. Um 11.30 Uhr startete er mit seinem Gefolge wieder nach Berlin und landete dort um 13.40 Uhr, um an der Beisetzung des Admirals von Schröder leilzu- nehmcn. Nach der Trauerfeierlichkeit flog der Reichs­kanzler um 15 Uhr mit seiner Begleitung nach Bayreuth, vöo er um 17 Uhr cintraf. ,

Die deisetzungsseierlichkeilen für Admiral von Schröder.

Teilnahme vcS RcichstanzlerS.

Auf dem Jnvalidenfriedhos in Berlin erfolgte die feierliche Beisetzung des Admirals Ludwig' von Schröder, desLöwen von Flandern" Eine unübersehbare Trauergemeinde mii vielen Vertretern des alten und des jungen Deutschland gab dem in Krieg und Frieden bewährten Helden das letzte Geleit. Ter Bei­setzung ging eine Feier in der Gnadenkirche voran, die die Menge der Trauergäste säum zu fassen vermochte. Man sah unter den Tra vergasten neben dein Sobn des Admirals, Kapitän zur See von Schröder, und weiteren Anverwandten des Verstorbenen Reichskanzler A d o l s H i i l e r im Braunhemd mit feiner Begleitung, den Obes der Mariueleitung, Admiral Tr. e h Raeder, als Vertreter des 6liefe der Heeresleitung und des Reichs- wehrministers General von dem Busfche, die Staats­sekretäre Milch und Körner, als Vertreter des Kaisers Admiral von T r o i h a . ferner den Befehlshaber des Wehrkreises III, den Generalleutnant Freiherrn von Fritsch, als Vertreter des Kommandanten der Stadt Berlin Oberst von Keiser, den Berliner Vizepolizeiprüsidenten MoSle und viele andere, darunter zahlreiche Offiziere der alten und neuen Wehrmacht und der Schutzpolizei

Um den mit der alten Marineflagge und mit Helm und Degen bedeckten, mit herrlichen Kranzspenden des Reichspräsidenten, des R e i ch t a n z l e r s . des Kaisers und der Verbände geschmückten Sarg, vor dem die Ordenskissen mit den Ehrenzeichen des Ver­storbenen, darunter der P o u r le in é r i t c m i t Eichenlaub, ausgestellt waren, hielten hohe Offiziere der Kaiserlichen Marine mit gezogenem Degen die Toten- wacht, um geben von den Fahnen und Bannern der Marinevereine, der SA. und der Deutschen Luft-Hansa.

Pfarrer D. Priebe entwarf ein Bild des Lebens und Wirkens dieses Akannes, zu dem das deutsche Volk als einem Führer emporgeschaüi habe. Unter leisem Orgelspiel senkten sich zum Gebet die Fahnen über dem Sarg. Das Luther-Lied schloß die weihevolle Trauer­feier ab.

Nachdem die Fahnen das Gotteshaus verlassen hatten, wurde der Sarg von Reichswehr binamegetragen und auf die Lafette, die von vier Pferden gezogen wurde, gehoben. Langsam setzte sich dann unter Trommelwirbel und dem Geläut der K t r ch e n g > o ck c n der Trauer­zug zum Friedhof in Bewegung, wo die Beisetzung neben dem Grabe des vor einigen Jahren verstorbenen Sohnes des Admirals erfolgte.

R e i ch s k a n z l er Adolf fritier und die übri­gen Trauergäste wurden vor der Gnadenkirche von einer riesigen Menschenmenge erwartet, die den Kanzler in Schweigen mit erhobener Hand grüßte und das Ende der Feierlichkeiten abwartete.

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Beileid Kaiser Wilhelms zum Tode des Admirals von Schröder.

Kaiser Wilhelm hat an Kapitän zur See v. Schröder anläßlich des Todes von Admiral von Schröder folgendes Telergamm gesandt:Zum Heimgang Ihres Vaters spreche ich Ihnen und Ihren Geschwistern Meine wärmste Teilnahme aus. Ich werde dem im Frieden Ivie im Kriege hochbewährien Admiral, der Mir und seiner alten Waffe bis zum Tode unverbrüchliche Treue hielt und sie durch Wort und Tat immer wieder bekräftigte, ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren."

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Reichsminister a. D. Dr. Hugenberg hat an den Sohn des verstorbenen Admirals von Schröder, Kapitän von Schröder, folgendes Beileidstelegramm gesandt:Mit herzlicher Teilnahme an dem schweren Verlust, der ^ic und Ihre Geschwister betroffen hat, werde ich in steter Dankbarkeit des Admirals von Schröder als willen-.- starken Mitkämpfers für Deutschlands Ehre und Deutsch­lands nationale Erneuerung gedenken."

Zentrale Zusammensaffung der Arbeitsdeschaffllnarmaßl'.ahmen.

Im Reichsarbeitsministeriulii:

Durch das Gesetz über die Regelung der Zuständig­keiten auf dem Gebiete der A r b e i 1 s b e s ch a f f u n g vom 13. Juli 1933 sind bekanntlich die Aufgaben und Be­fugnisse des Reichskommissars für Arbeitsbeschaffung auf den R e i ch s a r b e i t s m i n i ft e r übergegangen, da die entscheidende Bedeutung, die der Arbeitsbeschaffung im neuen Staat zukommt, gebieterisch die Z u s a m - m c n f a f f u n g der einschlägigen Maßnahmen an einer zentralen Stelle erforderte und als solche das Reichs- arbeitsministerium als Sozialressrot in erster Linie in Frage kommt. Der Reichsarbeitsministcr wird sich die ihm jetzt gesetzlich übertrageneeinheitliche und be­schleunigte Förderung aller Maßnahmen auf dem Gebiete der Arbeitsbeschaffung" besonders a n - gelegen sein lassen, wobei er selbstverständlich in engstem Zusammenarbeiten mit den Beschaffungs ressorts und dem Reichsfinanzministcrium vorgesehen wird. Die o r g a n i s a t o r i s ch e V e r e i n f a ch u n g , die der Übergang der Befugnisse des RcichSkommissars für Arbeitsbeschaffung auf den Reichsarbeitsminister mit sich bringt, wird bic Aussichten des so erfolgreich bc- ganvenen staatlichen Kampfes gegen nie Geißel der Arbeitslosigkeit gewiß erheblich steigern.