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Zulöaer Anzeiger

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Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. Nachdruck üer mit* versehenen Artikel nur mit Quellenangabe,Zulöaerflnzeiger'gestattet. nungsstellung Zahlung innerhalb 8 Tagen.

Nr. 182 1933 Fulda, Montag, 7. August

SA. marschiert...!

Die Fahne hoch.. "

Auch wenn sich heute der Erdball schneller zu drehen scheint und all die politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Entwicklungen sich in einem rascheren Tempo bewegen als früher, so sollte man doch, um für dieses Tempo einen Vergleich haben zu können, hier und da noch einmal einen kurzen Blick zurückwerfen in die Ver- gangen h ei t. Es ist nicht einmal notwendig, des- wcgen die Vergangenheit auch nur des letzten Jahrzehntes iMuszuholen, sondern cs genügt, sich ein wenig daran zu erinnern, was noch vor eine m Jahre geschehen ist, wie es vor kurzen zwölf Monaten in Deutschland ausgesehen hat. Damals lagen die Wahlen des 3f. Juli hinter uns, die einen so gewaltigen Aufschwung des Ratio- n a ls 0 z-i a l i s m u s gezeigt hatten, daß dieser nicht mehr wie früher in die Ecke gestellt werden konnte. Vor einem Jahre wurde der erste Versuch gemacht, die Stäats- führung und den Nationalsozialismus zusammen- zubringen; heute wissen wir, daß das Scheitern dieses Ver­suches zu den unglücklichen Tagen der deutschen Geschichte gehört hat.Die Fahne hoch . . durfte damals der Nationalsozialismus mit Stolz und Freude singen, aber die Fahne mußte noch weit, weit höher getragen, der Einbruch in die gegnerische Front erst noch verbreitert werden, ehe dem Gegner, also dem Marxismus in seinen verschiedenen Schattierungen, über die taktische Nieder­lage hinaus ein strategisch vernichtender Zusammenbruch zugefügt werden konnte.

In diesen kurzen zwölf Monaten haben wir es mit- gemacht oder erlebt, wie die gesamte gegnerische Front auf- gcrollt worden ist. Jetzt nach einem Jahr werden die Män­ner und die Jugend, die die Kämpfer in diesem Ringen gewesen sind, ihre Fahne besonders hoch flattern lassen in den Veranstaltungen der S A.- und S S. - Stürme, die zeigen sollen, daß die Kampsbereitschaft nichtbloß für die Vergangenheit da war, sondern find) für die Z n k u n f t weiterbestehen wird. Die Ver­gangenheit: Einer dieser SA.-Stürme hat sich in Berlin so etwas wie ein Denkinal gesetzt durch eine einfache kleine A u s st e l l u n g, die dem Gedenken eines der Kameraden gesetzt worden ist: H 0 r st W e s s e l s. Dort, wo Berlins rötester Stadtteil war, auf demFischcrkietz", hat man die Trophäen znsammengetragen, die jener SA.- Sturm im Kampf gegen den inneren Feind errungen,hat. Und doch ist es mehr als nur ein Gedenken an Horst Wessel und an den Kampf einer Gruppe der nalionalsozia- llstischen Bewegung. Wenn im Hintergründe des Aus­stellungsraumes eine riesige blutrote Fahne, versehen mit dem Zeichen des H a m m e r s und der Sichel, hängt und aus ihr eine Inschrift verkündet, daß die franzö- stsche kommunistische Jugend diese Fahne dem deutschen Kommunismus schenkte, so sagt diese Trophäe etwas anderes, ganz ungewolltes und noch viel deutlicher: den Sieg des Nationalsozialismus über die Idee der bolsche­wistischen Weltrevolution. Eine andere Fahne als die inner der Sichel und dem Hammer ist zum Siege getragen worden, ein Sieg, ben das Opferblut so vieler Kämpfer Weiln hat

Die Veranstaltungen der SA.- und SS.-Stürme in Eckest Tagen stehen unter dem Zeichen, zu in K a in P f e "reit zu sein, wenn der überwundene Feind sich bon neuem regen sollte. Wir Deutschen müssen darauf gefaßt sein, daß selbst dWesKampfbereitschaft gegen einen mind, der nicht blos; uns, sondern die gesamte Welt bedroht, daß wir als V 0 r h u t gegen den Bolschewismus Mißgünstig von derselben Welt bekrittelt werden, weil wir uns wehrhaft machen und wehrhaft erhalten wollen gegen lenen Feind. Und wenn des deutschen Reiches Führer -l b 0 l s H j Her tausendmal sagt, daß wir gar nicht dar­an denken, uns wehrhaft machen zu wollen deswegen, weil wir uns mit Waffengewalt zurückerobern wollen, Ivas man uns geraubt hat, so wird trotzdem der V e r l e u m - 7 »g s fe lvzug draußen fortgesetzt. Man erzählt so allerhand von dem berüchtigtenD 0 s s i e r", jener ?lkten- wsche, in der der jeweilige französische Ministerpräsident

ganz und gar untrüglichen Beweise für die deutsche 7 f r ü st ii n g besitze; zwei Jahre schon hat man mit Meter Aktentasche gewinkt und gedroht, nur hat man bis-' 7 sorgfältig vermieden, die neugierige-Welt auch von . ui Inhalt dieser Aktentasche wirklich zu unterrichten! Als stnmal vor Monaten ein S A. -Trupp i n K e h l, also der entmilitarisierten Rheinlandzone, sich sehen ließ, da "aben die Gänse aus dem Kapitol in Paris und London "lieblich geschnattert, weil das eine Verletzung der Ver- mller Entwgffünngsbestimmungen gewesen sei. An der -ocherlich'eit dieser Beschuldigung sind sic aber selbst ver- llinnmt. Und man hat sich inzwischen an den Gedanken »ewöhnen müssen, daß es in Deutschland anders gewor­den ist.

Schwer waren die Opfer in diesem Kampf, der zum ^ege führte, und bei diesem Ringen stand d i e S A. i n 71 Vorhut. Darum darf sie gerade jetzt in stolzem «Ulgesbewußtsein singen:

âe Fahne hoch, die Reihen dicht geschlossen, marschiert mit ruhig festem Schritt. Mtunraben, die Rotfront und Reaktion erschossen, -Marschier'» im Geist in unsern Reihen mit!"

Der SA.-GerreraLapKell in Berlin.

D i e An spräche des Stabschefs R ö h m.

Die Rcichshauptstadt stand am Sonntag int Zeichen des gewaltigen Aufmarsches der Gruppe Berlin-Brandenburg der SA. zu,n General­appell auf dem Tempelhofer Feld. Zum ersten Male marschierte diese Gruppe in einer solchen Stärke vor dem Obersten Stabschef , Hauptmann a. D. R ö h m, auf.

Oer Aufmarsch.

Fast genau zu den festgekegten Zeiten erreichen die 18 Heeressäulen der braunen Sturmsoldaten das Tempelhofer Feld, über dem ein wolkenloser blauer Himmel strahlt. Um 9.30 Uhr ist das braune Heer voll­zählig zur Stelle.

Über 80 000 Kämpfer Adolf Hitlers, darunter ^einige Tausende SA.-Anwärter. Insgesamt sind 2 9 Standarten, zusammengefaßt in vier Ber­liner und zwei Brandenburger Brigaden, versammelt.

. Bei dem herrlichen Wetter strömt auch

das Publikum in Massen heran, um den Aufmarsch aus der Nähe miterlebcn zu können.

Juztvischen hat sich auch

die Tribüne der Ehrengäste

gefüllt. Man sieht u. a. Staatssekretär G r a n e r t vom preußischen Innenministerium, Legationssekretär von Al u m m vom Auswärtigen Ann und Vertreter anderer Reichs- und Staatsbehörden, darunter den Befehlshaber des Wehrkreises III, Generalleutnant von Fritsch, Oberst von Keiser, Oberstleutnant Balzer und andere hohe Offiziere der Reichswehr, den Berliner Vize- polizeipräsidenten Mosse, Oberstleutnant Wecke vom

Z. b. .V-, Z.t a.h l.h e 1 m.f ü h r c r und den a u d^ s f u h rer der Terhnifchen Ao tHilfe. Auch zahlreiche ausländische Gäste lvohncn dem General­appell bei.

Der Aufmarsch ist beendet. Gruppenführer Ernst übernimmt das Kommando.S t i l l g e st a n - d e n !" tönt es über das weite Feld. Der Gruppenführer meldet dem Führer der Obergruppe III, Obergruppen­führer Heines-Breslau, der über das Feld im Waaen heranbraust:

81 933 Mann zur Stelle!" Obergruppenführer Heines:S?i. Gruppe Berlin-Bran­denburg Adolf Hitler Heil!" Vieltausend­fältig schallt der Heilrnf zurück.

darauf- beginnt der

Fetdgottesdèenst.

Gruppenführer Ernst ruft dann die Namen der 39 Gefallenen der Berliner und Brandenburger TA. auf. Bei jeder Namensnennung ruft das gesamte braune Heer laut und vernehmlich:Hier!"

Dann nimmt der Gruppenführer die Verpflichtung der S A. - 91 n w>ä r t c r vor. Schließlich gibt der Grnp- Penführer eine Anzahl von Erhebungen und Beförderun­gen bekannt.

iröhm spricht.

Im Kraftwägen trifft der Oberste Stabschef der SA., Hauptmann a. D. R ö h m , ein. Er entbietet der SA. den Heilgruß und hält baun folgende Ansprache:

Als Ehef des Stabes und Stellvertreter des Obersten SA.-Führers ist es mir an diesem Tage, wo ich das erste­mal nach der siegreichen Revolution der S9L vor Ihre Front trete, Pflicht und Bedürfnis, Ihnen .für das, Ivas Sie in den vergangenen Jahren und Monaten des Kampfes geleistet haben, Dank und vollste Anerkennung auszusprechen.

Eine ^Etappe in den großen Aufgaben, die ihnen ge­stellt sind, ist vorüber;

eine neue Etappe des Kampfes und der Arbeit

liegt vor uns. Keineswegs ist die Aufgabe der SA. be­endet ; sie ist schwieriger, verantwortungsvoller und wuch­tiger denn vorher.

Halten sie sich fern von allen Äußerlichkeiten! Lehnen Sie es ab, darauf zu sehen, daß nach außen hin ein Ein­druck erweckt wird, legen sie den Wert auf das Innere. Es ist nicht entscheidend, daß nach außen hin ein großer Eindruck erweckt wird, sondern daß der einzelne tapfer, treu, schlichtutnd einfach der alte Kämpfer bleibt.

Wir werden darüber wachen, daß dieses national­sozialistisch gewordene Deutschland es auch für alle Zu­kunft bleibt. Der Spießer meint, es sei ja jetzt die schönste Rühe, und Ordnung, und sie werde nur gestört, wenn der S o (bat immer wieder in die Erscheinung trete. Diese Spießer müssen sich daran gewöhnen, daß wir da sind und da bleiben werden.

Wir geloben, daß wir als Adolf Hitlers Soldaten die Bannerträger fein werben, die nicht weichen. In diesem Geist der Treue, der Beharrlichkeit, des Mutes und der Entschlossenheit bringen wir unserem Führer ein drei­faches Sieg-Heil dar.

Das H 0 r st - W off ek-L i ed beschloß die Ansprache; in den Gesang mischt sich von fern her das sonntägliche Geläut der Kirchenglocken.

Abteilen der ^ront und Vorbeimarsch.

Nachdem die Brigade- und Standartenführer das Kommando zurückerhalten haben, reitet Stabschef Röhm

10. Jahrgang

zusammen mit Obergruppenführer Heines, dem Wehr­kommandenr und sechs weiteren SA.-Führern unter den Klängen des Präsentiermarsches die langen Fronten der Verbände ab, die Führer durch Handschlag be­grüßen b. Fast zwei Stunden bauert dieses Ab­reiten der Front.

Der Gcncralappcll der TA., der größte, den Berlin je gesehen hat, schloß mit dem Vorbeimarsch vor dem Stabschef, dem Wchrkrciskommandcur und den TA.- Führern, eröffnet von den sechs alten Feldzeichen, dem Grnppettkommaiido und der Ttabswache.

'Am Nachmittag legten höhere SA.-Führet am Ehren­mal Unter den Linden einen Kranz nieder.

*

. Das Sportfest der Braunhemden im Deutschen Stadion.

Festlicher 91 ufta ft z u m Gcncralappcll der H u n d e r t t â u s e n d.

Als Auftakt zu bem großen Appell der TA., Gruppe Berlin Brandenburg, bei dem 100 000 Braunhemden vor dem Stabschef Röhm aufmarschicrtcn, fand im Deutschen Stadion Berlin Grunewald ein großes TA. - Sportfest statt. Prachtvolles Tvrnmcrwetter begünstigte den Ver­laus dieses großen Ereignisses.

Die Sportreferenten der SA., Gruppe Berlin Bran­denburg, unter Leitung des Sturmbannführers Glöck­ler, hatten ein Programm vielseitiger sportlicher Vor- führungen zusainmcngestelli, das sich in einem Zeitraum von etwa sechs Stunden abwickelte. Mehr als 1500 Mel­dungen waren zu ben Wettkämpfen und sportlichen Vor­führungen cingelanfen, darunter 50 Mannschaften, die sich zu dem 'Orientierungsgepäckmarsch", für den der Stabs­chef R ö h in einen Ehrenpreis gestiftet hat, gemeldet hatten.

Drei Böllerschüsse verkündeten den Beginn der Veranstaltung. Die Teil­nehmer des O r i e n t i e r n 11 g s g e p ä ck tu a r i ch c s setzten sich sofort in Bewegung. Alle übrigen Sport- formationen zogen mit Fahnen geschlossen in das Stadion ein. Der Führer der Gruppe Berlin-Brandenburg, Ernst, richtete einige kurze Begrüßungsworte an die Teilnehmer, worauf die Wett k ä m p f e begannen. Auf der Ehrentribüne hatten sich neben dem Gruppenführer Ernst u. a. eingefunben Obergruppenführer H eines Und Brigadeführer Prinz August Wilhelm sowie mehrere Vertreter der Reichswehr und der Schutzpolizei. In bunter Reihenfolge wechselten Schwimmwettkämpfe, Radfahren, gymnastische Wettkämpfe, Mannschaftslaufen und Handballspiele ab. Dann traf abends als erster der an dem

Fernmarsch der Brandenburger Formation beteiligten Standarten eine Abteilung der Standarte 24 ein. Für diesen Fernmarsch hatte der Reichskanzler einen Ehrenpreis gestiftet.

Bei bent O r i e n t i e r u n g s m a r s ch über 2 5 K i I 0 m e t e r trafen als erste kurz hintereinander pvej Mannschaften der Standarte 18 ein. Nach Beendigung der sportlichen Vorführungen marschierten die Musik und Spielmannszüge in das Stadion ein. Der

Einmarsch von etwa 1000 Musikern unter Leitung des Mnsikinspizienten Standartenführer F u h s e l machte einen außerordentlichen Eindruck.

Vor der Siegerehrung hielt Obergruppenführer Ed­mund Heines, der jetzige Polizeipräsident von Bres­lau, eine Rede. Er sprach von dem wunderbaren Geist, der die Reihen der Braunhemden beseelt. Die Aufgaben der SA. seien noch lange nicht erschöpft. Jeder einzelne müsse ivachbleiben und seine Pflicht erfüllen bis znm äußersten.

Nichts für uns, alles für Deutschland!

Gruppenführer E r 11 st dankte für die anerkennenden Worte und forderte die Berlin Brandenburger SA. auf, stets der Worte dieses Mannes eingedenk zu sein, der im nationalsozialistischen Kampf Unerhörtes geleistet habe. Er schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer der deut­schen Freiheitsbewegung, auf die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei und auf Deutschland, das Vater­land der Arbeit und der Schaffenden. Nach Verlesung der Siegerliste bildete ein gewaltiges Feuer lv crk den Abschluß der Veranstaltung.

*

Der eiste Schutzffaffel-Avpeü

der SS -Gruppe Ost in Berlin

Der Führer der SS. Gruppe Ost, gez. Daluege, SS. -Gruppenführer, teilt mit:

Am 11., 12. unb^ 23. August findet in Berlin D ö de r i tz der erste ^S. Aufmarsch der Gruppe Ost, um fassend die Provinzen Pommern, Grenzmark, Branden bnrg^nnd die Reichshauptstadl, statt. Seit Jahren haben die Schutzstaffelmäuner auf Grund'her befehlsinäßigen Tätigkeit im nationalsozialistischen Kampf auf geschlossene Aufmärsche dieser Art verzichten müssen. Hier soll zum erstenmal Tausenden von Kameraden die Al ö g l i ch leit eines Z u s a m men s e i n s für den Zeitraum von zwei Tagen gegeben werden. Hier sollen sie zum ersten mal in die Reichshauptstadt einmarschieren können. Für alle Kameraden ist dies nur möglich, wenn die A r b c i t geb er in freien Berufen und die Behörden in bezug aus Urlaub und Entlob nun 2 ein besonderes Ent