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Zul-aer /lnZeiger

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Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. Nachdruck âer mit* versehenen Artikel nur mit Quellenangabe»ZulöaerNnzetger'geftattrt. nungsstellung Zahlung innerhalb 8 Tagen.

Nr. 183 1933

Fulda, Dienstag, 8. August _

10. Jahrgang

Neue Npv.-Sentralen ausgehoben.

SieRote Hilfe" wM weiter.

Bemerkenswerte Feststellungen der Geheimen Staatspolizei.

Nachdem das Geheime Staatspolizeiamt in Berlin die beiden KPD.-Führer C o s c a und Putz sowie 1 5 k o m - munistische Funktionäre, gegen die vom Ver- nchmungsrichter wegen hochverräterischer und staatsfeind­licher Umtriebe Haftbefehl erlassen worden ist, fcstgenom- mcn hatte, sind im weiteren Verlauf der Ermittlungen folgende Feststellungen gemacht worden:

Es hat sich herausgestellt, daß der Reichsleiter der Roten Hilfe", die noch immer über ein ausgedehntes

internationales Agenten- und Spionagenetz

verfügt, in Deutschland konterrevolutionäre Umtriebe in die Wege zu leiten versucht. Auch das Reichsbauern­komitee der KPD. versucht, seine Wühlarbeit erneut auszunehmen. Obwohl durch das Geheime Staatspolizei­amt die früheren Büros derRoten Hilfe" geschlossen worden sind, konnte in letzter Zeit ferner die Beobachtung gemacht werden, daß sich die auseinandergetriebenen Funktionäre derRoten Hilfe" langsam wieder zusammen­fanden. Bei der Verhaftung von Cosca und Putz kam man

drei Geheimbüros

auf die Spur, die sich im Osten und Westen Berlins be­fanden. Wie einwandfrei feststeht, haben dort wiederholt Zusammenkünfte in nächtlichen Stunden stattgefunden. Von diesen Geheimbüros ging ein großer Teil der G r e u e l n a ch r i ch t e n ins Ausland. Als in Erfahrung gebracht worden war, daß sich Cosca mit seinen Helfershelfern in einem dieser Geheimbüros wieder ein Rendezvous gab, drangen die Beamten des Geheimen Staatspolizeiamts, nachdem vorher alle Flucht- möglichkeiten unterbunden worden waren, überraschend in das Geheimbüro ein und nahmen die völlig über­raschten konununistischen Funktionäre fest, die sich kampf­los ergaben. Alle Festgenommenen trugen

falsche Pässe und Papiere

bei sich. Aus dem beschlagnahmten Material geht hervor, daß die nunmehr Verhafteten sich in intensiver Arbeit mit staatsfeindlichen Plänen beschäftigten. Auch der frühere kommunistische Abgeordnete Putz ist, wie aus bem be­schlagnahmten Material hervorgeht, bemüht gewesen,

das Reichsbauernkomilec wieder aufzubauen. Aus Dokumenten geht hervor, daß Putz bemüht war, unter der Landbevölkerung Einfluß zu gewinnen, um Unzufriedenheit gegen die nationalsozialistische Regierung zu säen.

Vernichtender Schlag gegen den Kommunismus in Duisburg

96 Festnahmen.

Seit einiger Zeit versucht die KPD. auch in Duisburg ihren zerstörenden Apparat wieder aufzübauen. Es wurden deshalb von der Politischen Polizei in Ver­bindung mit den, Nachrichtendienst der. sorgfältige

Die wahre nationale Garde.

^Pariser Stimmen zu dem großen SA.-Aufmarsch in Berlin.

Pariser Blätter berichten ausführlich über den großen -l.-A u f m a r s ch in Berlin, der selbst auf die Sonderberichterstatter der chauvinistischen Zeitungen sei- "on Eindruck nicht verfehlt hat. So schreibt u. a. dasEcho °e Paris", man habe in den Reihen der SA. wunderbare Gestalten gesehen. Groß und klein, alt und jung trügen 'yre Uniform mit dem gleichen Stolz. Man müsse zugeben, der Anblick der hunderttausend in Reih und Glied auf- ^stellten Männer geradezu grandios gewesen sei. «asJournal" stellt fest, daß die Braunhemden nicht mehr »eine Einzelgruppen darstellten, wie zu einer Zeit, als sie für die Revolution kämpften. Heute handele es sich um ^11 e wahre nationale Garde des neuen Regimentes. Die der Regierung nahestehendeEre ^ouvelle" fragt, ob man die hunderttausend SA-Männer "lcht in irgendeiner Weise in die Stärkeziffer der Reichs­wehr oder der Polizei einreihcn müsse.

Die SA. meistert die Zukunst.

. , Obergruppenführer Heines erläßt folgenden Tagcs- eschl:Nach dem großen Erlebnis des gestrigenatK^ Angl es mich, euch Berliner und Brandenburger SA.- Zaunern und Führern meine uneingeschränkte Anerken- W auszusprechen. Was da unter dem kampsumwlt- rtcn Sturmfahnen vor dem Stabschef vorbcidcfUlcrte, der ruhmreichen p r e u ß i s ch - b r a n d e n b u r g i - n T r a d i t i o n tv ü r d i g. Ihr habt gestern gezeigt, atz zu eurem herrlichen Glauben und Willen nunmehr 2$ das Können hinzukommt. Der Tag auf dem ^empel- ?«8® b d« sm gezeigt. tat die SA. die Zw. 2 ft Meistern wird. Nur werter so! Ober* Gruppenführer Heines."

Beobachtungen augestellt, die zur Entdeckung zahlreicher g e t a r n t e r k o m m u n i st i s ch e r V e r e i n i g u n g e n sowie einzelner Funktionäre führten. Aus diesem Grunde fanden in enger Zusammenarbeit mit der SA. schlagartig zahlreiche Durchsuchungen statt. Es tonnte bisher mannig­faltiges Beweismaterial sichergestellt werden, dessen Sich­tung noch im Gange ist. Die Durchsuchung ergab die Aus­findung von mehreren Totschlägern, Schlagringen, Musik­instrumenten, Transparenten, Fahnen und Druckschriften. Eserfolgten 9 6 Festnahmen. Soweit die Fest­genommenen nicht wegen Hochverrats zur Anzeige gebracht werden, werden sie ins Konzentrationslager übergeführt. Durch die Aktion ist ein vernichtender Schlag gegen den kommunistischen Parteiapparat in Duisburg geführt worden.

*

Das Ende einer Hetze.

DerZwischenfall" an der saarländischen Grenze bcigelcgt.

Die Ermittlungen der zuständigen Behörden über den bekannten Zwischenfall an der S a a r g r e n z e haben, )vie wir erfahren, zu einigen bemerkenswerten Ergebnissen geführt. Vor mehreren Wochen waren in der Pfalz einige notorische K o m m u niste n aus Homburg im Saar­gebiet wegen dringenden Verdachts der Verbreitung . illegaler Hetzflugblätter verhaftet worden. Wenige Tage darauf kam eine größere Zahl von Anhängern der Ver­hafteten aus bem Saargebiet in den pfälzischen Grenz­bezirk und überfiel dort nachts einen Mann, von dem ver­mutet wurde, daß er die Festnahme ihrer Freunde ver­anlaßt habe. Es lag offenbar e i n Racheakt vor. Der überfallene, dessen Rolle übrigens noch nicht nach allen Seiten hin geklärt ist, wurde schwer mißhandelt und später bewußtlos aufgefunden. Um sich nun seinerseits zu rächen, begab er sich nach seiner Wiederherstellung mit einigen Helfern eines Abends einige hundert Meter in das S a a r g e b i c t und veranlaßte dort unter Drohungen drei Personen, in denen er seine Angreifer vermutete, ihm über die Grenze zu folgen. Dies­seits der Grenze griff er noch eine vierte Person auf. Er lieferte diese Personen bei der Gendarmerie ab, die sie, da sie im Verdacht strafbarer Handlungen standen, dem zuständigen Gericht zuführte. Mit den Vorkommnissen haben nach den Ermittlungen weder Beamte noch Partei a m t l i ch e Stellen etwas zu tun.

Die deutsche Regierung vertritt aber den Standpunkt, daß solche Übergriffe von der einen oder der anderen Seite der Grenze, auch wenn sie von Privat­personen erfolgen, mit Rücksicht auf die freundnachbar­lichen Beziehungen streng zu verurteilen sind. Sie hat sich deshalb im Benehmen mit der bayerischen Staatsregierung entschlossen, die drei aus dem Saar­gebiet weggeführten Personen freizulassen. Von diesen Personen sind bekanntlich zwei als französische Staatsangehörige bezeichnet worden. Ob dies zutrifft, ist zweifelhaft. Die beiden Personen selbst haben erklärt, ihres Wissens seien sie st a a 1 c n l o s, gefühlsmäßig be­trachteten sic sich als Deut s ch c. Für die Frage der Frei­lassung war aber dieser Punkt ohne Bedeutung.

Der Kanzler auf dem Abschluß der Führerlagung in Berchtesgaden.

Die Führerlagung der NSDAP. fand am Sonntag ihren AbschlußinBerchtesgaden. Vor­mittags fand am Königssee unter Leitung des Stabs­leiters der PO., Dr. Ley, eine Sitzung der Gauleiter statt, auf der Fragen organisatorischer Art besprochen wurden. Anschließend tagten die A b t e i l u n g s l e i t e r, die sich mit Problemen ihrer Sondergebiete befaßten, über den Reichsparteitag wurde mitgeteilt, daß auf ihm auch Sondertagungen der einzelnen Abteilungen der PO. stattfinden werden.

Am Nachmittag erschien der F ü h r c r a in K ö n i g s- sce. Bereits seit den Morgenstunden wartete eine freudig g c st i m m t e M e n g e auf den Führer, den sie mit nicht ende »wollen dem Jubel begrüßte.

Bei prächtigstem Wetter führte eine Bootsfahrt die Tagungsteilnehmer mit dem Führer über den See, woran sich ein Spaziergang zum Obersee anschloß. Für die aus allen Gauen Deutschlands zusammengekommenen Teil­nehmer bildeten diese Stunden inmitten der gewaltigen Gebirgswelt einen unvergeßlichen Abschluß der glänzend verlaufenen Führertagung.

Empfänge bei Hitler.

Reichskanzler Adolf Hitler empfing auf dem Ober- salzbcrg den Generalinspektor für den Straßenbau, Dr. Todt, zum Vortrag. Dem Führer wurden dabei einige Pläne vorgelegt, die im Zuge des großen Straßen- bauprojekts fertiggestellt wurden. Am Nachmittag empfing der Reichskanzler Botschafter Nadolny zur Be­sprechung außenpolitischer Fragen, ferner u. a. den preußischen Kultusminister Rust, den Staatssekretär im ReichspostmmisteriuM Ohnesorge und Staats­sekretär Dr. Lammers.

Strukturwandel.

Sogar in den uns Deutschen keineswegs besonders freundlich gesinnten Schweizer Zeitungen ist ein außer­ordentlich anerkennendes Urteil über die energischen Be­mühungen und den sichtbaren Erfolg gefällt worden, mit dem in Deutschland gegen bie Arbeitslosigkeit vorgegangen wurde und vorgegangen wird. Der Ersolg liegt ja auch aus der Hand. Soeben sind die Zahlen ver­öffentlicht worden, die auf Grund der Kranken- k a s s e n st a t i st i k genau sagen, wie groß die Ziffer der wirklich im Wirtschaftsleben stehenden Versicherten ist. Allerdings konnte bisher nur die Zahl für den 30. Juni angegeben werden, aber auch sie schon beweist, daß die Arbeitslosigkeit in Deutschland von ihrem höchsten Stande Ende Januar bis zu jeuem Termin um fast zw« Mil­lionen heruntergegangen ist.

Man weiß außerdem, daß die Ziffer der 13,378 Millionen Beschäftigten seit Ende Juni noch um ein Be­trächtliches gestiegen ist, ferner läßt sich für jene Zahl die erfreuliche Feststellung machen, daß sie seit dem 30. Juni sogar ein recht beträchtliches Stück in die Höhe geklettert ist.Die Reichsregierung mache alle Anstrengungen, um die Arbeitsnot niederzuzwingen, die in ihrer Totalität dem Volk stärker an oie Nieren gehe als alles andere; hierbei zeichne sich eine Umwandlung der wirt­schaftlichen Struktur Deutschlands ab, eine Um­schichtung seiner Bevölkerung, die soweit als möglich aus dem übersteigerten Industriestaat wieder einen mehr bäuerlich fundierten Staat machen werde", kann man in einem Züricher Organ lesen, das sonst alles mög­liche an Deutschland herumzukritteln hat!

Der Erfolg im Kampf gegen die Arbeitsnot ist also zweifellos sehr stark, und mit unvermindertem Nachdruck wird dieser Feldzug auch fortgesetzt werden. Nur bars man sich dabei nicht verhehlen, daß er auf besonders große Schwierigkeiten stößt, wenn er sich nun vor allem gegen die Arbeilsnot in den überindustrialisierten Gegenden Deutschlands, also namentlich im Rhein- l a n d und in Westfalen, wendet. Auch hier wurde schon manches erreicht, aber ein wirklich durch­schlagender Erfolg kann hier nur sehr viel schwerer und sehr viel langsamer erreicht werden als im Osten Deutschlands mit seinem stärkeren agrarischen Charakter. Wie cs im Rheinland und in Westfalen aussieht wird viel­leicht durch eine einzige Zahl drastisch illustriert; durch die Zahl der Bergarbeiter, also einer wirtschaftlich besonders wichtigen Gruppe der deutschen Arbeitnehmer­schaft. Dort ist die Gesamtbelegschaft seit 1929 genau um die Hälfte zurückgegangen, und damals waren im deut­schen Bergbau fast 400 000 Arbeiter und Angestellte tätig!

Alle Erfolgsmöglichkeiten im Kamps gegen die Arbeitsnot müssen hier natürlich bis ins letzte ausgenutzt werden, und zwar wesentlich unter sozialen Gesichts­punkten. Eine wirtschaftliche Belebung konjunktureller Art, also über das Saisonübliche hinaus, ist überall zu spüren, aber noch reicht sie nicht aus, um, wie es im Osten geschah, die Arbeitslosen gleich zu mehreren Hundert­tausend wieder in den Arbeitsprozeß einzuschalten.

Wie hier nun vorgegangen werden soll, zeigt sich gerade beim Bergbau recht deutlich: Der gesteigerte Ab­satz und die Belebung in der Kohlenwirtschaft soll nicht dadurch ausgenutzt werden, daß im Bergbau die Zahl der Feierschichten hernntergcdrückt wird, sondern unter Beibehaltung der bisherigen Beschäftigungslage und Arbeitszeit sollen N e u e i n st e l l u n g e n von Arbeits­kräften erfolgen, vor allem natürlich von Familienvätern. Das ist in einem gewissen Umfange auch schon gelungen, endlich ist die Zahl der beschäftigten Bergarbeiter um einige Zehntausend gestiegen und damit über die 200 000 wieder hinausgegangen.

Auch das Landesarbeitsamt Rheinland vermochte für den Monat Juli 13 000 Neueinstellungen für sein Gebiet zu melden. Gemessen an den Schwierigkeiten, die hier bem Kampf entgegenstehen, ein recht beachtlicher Erfolg!

Der Geist, von dem dieser Feldzug gegen die Arbeits­losigkeit eingeleitel und getragen worden ist, darf und wird nicht erlahmen. In ihm ist Deutschland restlos auf die eigenen Kräfte angewesen. Aber auch hier muß das Italic Wort Hitlers sich schließlich erfüllen lassen:Wo ein Wille, da ist auch ein Weg!"

Ner französische Schritt in Berlin.

Einmischung in d e u t s ch - ö st e r r e i ch i s ch c n Konflikt nicht zulässig.

Amtlich wird mitgeteilt:

Der französische Botschafter hat im Aus­wärtigen Amt unter Bezugnahme auf den Bicrmächtcpatt zur Sprache gebracht, daß nach Auffassung der französischen Regierung die deutsche Propaganda mit Bezug aus Österreich in gewissen in der letzten Zeit vorgekommc- mm Fällen mit den bestehenden vertraglichen Bin d u n g c n n i ch t v e r ei n b a r sei. Dem Botschafter wurde erwidert, daß der Reichsregierung eine Anwendung des Biermächtcpaktes in dieser Form nicht angebracht erscheine, daß auf deutscher Seite Bcrtragsverlctzungcn irgendwelcher Art nicht Vorlagen und daß Deutschland daher diese Einmischung in die deutsch österreichische Auseinander­setzung nicht für zulässig halte. Der englische Geschäfts­träger, der nachmittags in der gleichen Angelegenheit vor­sprach, erhielt denselben Bescheid