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Zul-aer /lnzeiger

SÄS" Tageblatt für Rhön und Vogelsberg.

S^S^Ä Zulöa- unö Haunetal. Zulöaer Kreisblatt Ansprüche. Verlag: Christian Seipel, Fulda. Redaktion unö Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernsprech-Rnschluß Nr. 2989

Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. Nachdruck der mit* versehenen Artikel nur mit Quellenangabe .Zulöaerftnzelger'gesiattet.

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Nr. 185 1933

Fulda, Donnerstag, 10. August

10. Jahrgang

General-Appell SS.-Eruppe Ost.

Schwarz Hemden erschienen. Abends fand ein Empfang beim Staatspräsidenten und später ein Bankett in der italienischen Botschaft statt.

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Oer Tag des schwarzen Korps.

Die Vorbereitungen für den großen S S. - A p p e l!.

Wie derVölkische Beobachter" meldet, sind die Bor- (bcreitungcn für den großen Aufmarsch der SS.-Gruppe Ost, der v o n F r e i t a g b i s S o n n t a g i u D ö b c r i tz stattfindet, in vollem Gange. Das Lager wird 400 Zelte umfassen. 38 Feldküchen werden anfahren sowie 26 Wasserwagen, die jeder 1500 Liter fassen. Die Eisen­bahn schaltet völlig aus. Auf Anordnung des Gruppen­führers Daluege haben die M o 1 o r st a s f e l n der SS. die Kameraden ihrer Standarten mit eigenen Kraftwagen zu transportieren.

Die ersten SS.-Abteilungen werden am Freitag spat abends eintreffen. Für den Sonnabend sind in erster Linie sportliche Wettkämpfe vorgesehen, ferner ein Appell der Spielmannszüge und Musikzüge, die nach­mittags auf dem Königsplatz in Berlin ein Konzert geben werden. Am Sonntagvormittag wird die SS. zum Deutschen Stadion marschieren, wo nach dem Generalappell der Vorbeimarsch vor dem Stabschef Röhm und dem Reichsführer der SS., Himmler, stattfindet. Es folgt dann der große Marsch durch Berlin zum Lustgarten, von wo aus die Heimfahrt angetreten wird.

Aufmarsch der schlesischen SA. im Oktober.

Am Sonnabend und Sonntag, dem 7. und 8. Oktober, findet in B r e s l a u ein Gesamtaufmarsch der s ch l e s i - scheu SA. statt, an dem 80000 schlesische SA.-Männer erwartet werden. Der Hauptaufmarsch findet am Sonn­tag, dem 8. Oktober, auf dem Gandauer Flugplatz statt, auf dem auch die Parade abgenommen werden wird

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Mittwoch früh um 7 Uhr wurden in Wustermark in der Nähe von Nauen 8 0 0 0 Brieftauben, die Berliner Züchtern gehören, aufgelassen. Die Tüuven trugen in ihrem Fußring oder in der kleinen Briefhülse einen winzig-kleinen Zettel mit der Aufschrift:1. S ch u tz- staffel- Appell der Gruppe Ost in Berlin 11., 12. und 13. August." Dieser Brieftaubenflug stellt eine ausgezeichnete Werbung dar für den großen SS.-Appell, in dessen Zeichen Berlin jetzt drei Tage lang stehen wird.

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Die Bedeutung des Appelks der SS.-Gruppe Ost.

Der erste Appell der S S. - G r u p p c Ost soll nicht eine Machtprobe oder ein prunkvolles Auftreten vor der Bevölkerung sein. Er soll lediglich dazu dienen, den Kameradschaftsgeist zu Pflegen und die Kame­raden der SS. einander näher zu bringen. Deshalb findet auch der Appell in den beiden ersten Tagen nicht in Berlin, ; sondern im Lager Döberitz in der Form eines ge­

Balbos Ozeanflug geglückt.

Balbo in Lissabon. Ünglücksfall beim Start von den Azoren.

Das Balbogcschwader ist auf dem Tajo bei Lissabon glatt gewassert.

Über den Start von den Azoren wird noch bekannt:

Das italienische Atlantikgeschwader ist von den Aaren zum Weiterflug nach Lissabon ausgcstiegcn. Beim Start ereignete sich ein Unfall: eines der Flugzeuge lenterte, wobei drei Mitglieder der Besatzung verletzt würben.

,über den Unglücksfall werden folgende Einzel­heiten gemeldet: Der Start des Geschwaders erfolgte Us zwei Abschnitten. Zuerst stiegen die neun Flugzeuge, v'e vor Horta gewassert hatten, aus. Als sie Ponta Del­llada überflogen, begannen die dort liegenden Flugzeuge zu starten einschließlich des Flugzeuges, auf dem sich Ge- neral Balbo befand. Bei dieser Gelegenheit ereignete U ch der U n g l ü ck s f a l l. Anscheinend saugte sich der des Flugzeuges 11

beim Start in dem schlickigen Meeresboden

wie dies bei flachem Wasser leicht möglich ist. Das Flugzeug kenterte. Einer Meldung aus Ponta Delgada Wolge ereignete sich der Flugzeugunfall innerhalb der Solen des Hafens. Es wird berichtet, daß gleichzeitig ~ * o r u n g e n an dem Motor ei»getreten waren, '$ dem Flugzeug unmöglich machten, sich aus der ge- layrllchen Lage, in die cs geraten war, heraikszumanovne-

Blues oder drei weitere Flugzeuge der von dem "ngluck betroffenen Staffel sollen zunächst auf Horta vterben.

Lissabon in Erwartung.

Lissabon hat große Vorbereitungen für den ^"wsang des Geschwaders getroffen, das nach dem Lan- en auf bem Tajg von dem portugiesischen Marine- ^wtster und dem italienischen Gesandten in Lissabon sEgrüßt werden soll. General Balbo und seine Mann- nhaften werden sich sofort an Land begeben Auf dem arotzèn Platz an der Landungsstelle findet ein Empfang,

mütlichen Beisammenseins in Gegenwart vcs Relcys- führers der SS., Himmler, statt. Ebenso wie die meisten SS.-Männer ist auch der Führer der SS.-Gruppe Ost, der Ministerialdirektor und Ches der preußischen Polizei, Daluege, einer der ersten SA.-Männer der Bewegung überhaupt gewesen. Er war der erste Gau- sturmführer der Berliner SA. und hat an ihrer Spitze viele Kämpfe mit den politischen Gegnern ausgetragen.

Das Werbeptakat, das für den ersten großen SS. - Appell der Gruppe Ost in Berlin wirbt.

Seit zwei Jahren ist Daluege Chef der Schutzstaffeln Der Reichshauptstadt, des Nordens und Ostens Deutschlands.

Der Vorverkauf der Eintrittskarten hat Mittwoch be­gonnen. Die Karten kosten für SS.- und SA.-Angehörige 25 Pfennig, für andere Zuschauer 50 Pfennig. Das Pro­gramm, das mit einem von dem bekannten Sturmführer Felix Albrecht gezeichneten T o t e n g c d c n k b l a t t ge­schmückt ist, kostet nur 20 Pfennig.

Von Interesse ist, daß an der Spitze der Musikerzüge der SS. ein S ch e l l c n b a u m geführt wird, der dem Infanterieregiment 21 gehörte, dem Sieger von Düppeln, Mars-la-Tour und Douaumom.

von der Bevölkerung und der italienischen Kolonie be­reitet, statt. Am Abend wird der Präsident der portu­giesischen Regierung, Carmona, den ausländischen Gästen einen Empfang in seinem Palast Belem in der Nähe von Lissabon geben. Die Besatzung des schon seit einigen Tagen im Hafen vor Anker liegenden italienischen Kriegsschiffes hat die Bojen hergerichtet, an denen die italienischen Flugzeuge in der Bucht von Alfeite vor Anker gehen sollen. In der Mündung des Tajo soll das italienische Geschwader von zwei portugiesischen Torpedo­booten unb einer Flugzeugstaffel eingeholt werden.

Bei seiner Ankunft in Lissabon wurde General Balbo folgendes Telegramm Wolfgang von Gronaus über­reicht:Zum überwältigenden Erfolg und zur glorreichen Vollendung des bedeutendsten Fluges dieses Jahr­hunderts in aufrichtiger Bewunderung herzlichste (Glück­wünsche."

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Begeisterter Empfang der italienischen Flieger in Portugal.

Die italienischen A 1 l a n 1 i k f l i c g e r mit General Balbo wurden bei ihrem Eintreffen in L i s s a - von von einer nach Tausenden zählenden Menschen- menge b e g e i ft c r t empfangen. In das Freuden­geschrei mischte sich das Heulen der Schifssirencn. Auch die drei Maschinen, die wegen des Startunglücks auf den Azoren zunächst zurückgeblieben waren, trafen kurz nach den 20 Flugbooten ein. Balbo wurde am Land von dem portugiesischen Kriegsminister, Marineminister, dem Gou­verneur und dem Polizeikommandeur herzlichst begrüßt. Gleichzeitig wurden 2 1 Schüsse als Ehrcnsalut abgefcucrt. 20 portugiesische Flugzeuge umkreisten lange Zeit die italienischen Maschinen. Nachdem Balbo die Front der Ehrenkompanie abgcschritten hatte, begann die Parade vor Balbo. Balbo und seine Gefährten be­gaben sich dann im Auto zu ihrem Hotel. Sein Wagen konnte sich kaum den Weg durch die dichten Menschen - massen babnen. Die italienuche Kolonie Lissabons war in

Ein Todesopfer des Stariunfalles.

In L i s s a b o n eingelaufenen Berichten aus P o n ta Delgada (Azoren) zufolge ist der bei dem Startunfall des FlugzeugesI-Rani" am schwersten verletzte Fliegerleutnant Squaglia im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen.

Danzigpolen.

Fast blitzschnell hatte sich vor einigen Monaten die innenpolitische Umwälzung auch in dem F r e i st a a t Danzig vollzogen und die Nationalsozialisten unter ihrem Führer Dr. R a u j ch n i n g nicht bloß an die Macht, sondern, was ihnen wichtiger war, auch in die V e r a n t - wortnng gebracht. Der unselige parteipolitische Hader, der mehr als ein Dutzend Jahre Deutschland selbst inner­lich zerfleischt hat, hielt ja nicht still an der Grenze zu dem vom Polentum so arg bedrängten Freistaat Danzig. Daun aber spülte die Flutwelle des N a l i o n a l s o z i a l i s - m u s auch dort über diese politischen Beschränktheiten hinweg, und zwar mit einer Wucht, die vielleicht noch größer war als in Deutschland. Die Erbschaft allerdings, die Dr. Rauschning als neuer Senatspräsident und damit als staatliches Oberhaupt Danzigs anzutreten hatte, war ganz außerordentlich schwer; doch wagte er es, sic zu über­nehmen, weil er wußte, daß er die weitaus größte Mehr­heit der Danziger und ihrer parlamentarischen Vertretun­gen geschlossen und opferwillig hinter sich hatte.

Denn als Dr. Rauschning sofort daranging, eine Generalbereinigung der riesenhoch aufgetürmten Streit­fragen zwischen Danzig und Polen zu ver­suchen, waren er und seine Mitarbeiter sich dessen bewußt, daß dieser Versöhnungsversuch mit Polen auch Opfer ver­langen würde. Selbstverständlich konnten diese aber nur solcher Art sein, daß dabei nicht etwa Danziger L e b c u s- rechte preisgegeben würden. War das für einen Führer des Nationalsozialismus an sich schon eine Selbst­verständlichkeit, so war sie es noch mehr gerade bei Dr. Rauschning, der erst in dem ehemals preußischen Posen und dann in Danzig selbst einen scharfen Kampf für die deutschen Lebensrechte und die deutschen Lebensnotwen­digkeiten geführt hatte.

Wenn auch die politische n Streitfragen zwischen Danzig und Warschau zu fortdauernden Auseinander­setzungen zwangen, und wiederholt sogar den Völkerbund beschäftigt hatten, in dessen Auftrag noch heute der Ober- kommissar Rosting in Danzig sitzt, so hatten sich zwischen dem Freistaat und dem benachbarten Polen die wirt­schaft l l ch e n Verhältnisse noch viel unerträglicher zu- gespitzt, und Danzig war bei diesem Streit naturgemäß der schwächere Teil! Es braucht ja nur das eine Wort Gdingen" ausgesprochen zu werden, um anzudeulen, wie unglückselig für Danzig die ganze Entwicklung in den zwölf Jahren feit dem Abschluß des Wirtschaftsabkom­mens von 1921 vor sich gegangen war. Dieser polnische Hafen Gdingen vermochte im vergangenen Jahre bereits die Ein- und Ausfuhr des Hafens von Danzig zu über­flügeln, vor allem deshalb, weil die Polen ihren gesamten Handelsverkehr auf der Ostsee über ihren neuen, mit großen Kosten fast übermodern ausgebauten Hafen gelenkt haben. Infolgedessen mußte nun endlich etwas geschehen, um der weiteren Schrumpfung des Danziger Wirtschafts­lebens, das über ein nur sehr kleines Hinterland verfügt, durch eine schiedlich-friedliche Vereinbarung mit den Polen entgegenzuwirken. Vor ein paar Jahren ist dies schon einmal versucht worden, aber der damals sogar durch den Besuch des polnischen Ministerpräsidenten Barrels in Danzig gleichsam besiegelte Friede war nicht von langer Dauer und namentlich die bekannten Verhältnisse auf der Westernplatte, jenem Teil des Danziger Hafens, der aus militärischen Gründen den Polen eingeräumt worden ist, haben zu einer überaus scharfen Zuspitzung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwtschen dem Freistaat Danzig und der Warschauer Regierung ge­führt; auch dies hatte wieder einmal den Völkerbund ausgiebig zu beschäftigen.

Diesmal nun sind die Besprechungen Danzigs mit Warschau fast unmittelbar nach dem Tage eingeleilet worden, an dem Dr. Rauschning Oberhaupt des Staates Danzig wurde und sehr bald einen Besuch in Warschau machte. Die Verhandlungen mutzten naturgemäß außer­ordentlich schwierig sein, aber er hatte die polnische Gegen­seite nicht im unklaren gelassen, daß jede Danziger Ver­ständigungsbereitschaft ihre Grenze dort finden würde, wo die Lebensrechte des Freistaates anheben. Das wich­tigste Zugeständnis von polnischer Seite ist nun die Ver­pflichtung der Warschauer Regierung, ohne Verzug alle Maßnahmen zu treffen, um einen Rückgang des Verkehrs im Danziger Hafen sowohl in der Ein- und Ausfuhr wie in der Durchfuhr zu verhindern. Des weiteren hat man sich endlich auch über die Erleichterung des Güteraus- tausches zwischen Danzig und Polen weitgehend geeinigt.

Die Gefahr einer Katastrophe zwischen Danzig und Polen, so äußerte der Senatspräsident Dr. Rauschning in seiner Rede über den Vertrag, sei bei der in den letzten Jahren eingeiretenen Atmosphäre des Mißtrauens und einer gesteigerten Erregung der Bevölkerungen Danzig- und Polens sehr nahe gewesen! Dieser Hinweis ist un­bedingt richtig, begründet aber auch die Notwendigkeit des Ausgleichs da ta mit der ein-ia rernünftiaen Lofuna,