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Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. Nachdruck der mit* versehenen Artikel nur mit <rrttellenangabe,Zulöaerfinzeig»r" gestattet. nungsstellung Zahlung innerhalb 8 Tagen.

Nr. 186 1933

Fulda, Freitag, 11. August

10. Jahrgang

feierlicher Auftaktzum $$.=flppell.

Das neue Ehrenzeichen derSS.Sst

D i e Übergabe des Schellenbarims vom I n f a n 1 e r i e r e g i m e n t N r. 2 4.

In Berlin fand die feierliche Übergabe des ZcheUenbaums des ältesten brandenburgischen Infanterieregiments Nr. 24, Neuruppin, das an den Schlachten von Waterloo, Mars-la-Tour, Düppel und bei den Stürmen auf Douaumont bervar-

Der Schellenbaum des Brandenburgischen Infanterie« Regiments Nr. 24,

Aeuriippin, wird unter den Klängen des Präsentier» Marsches in feierlichem Zuge durch die Straßen Berlins zur SS.-Gruppenführung gebracht.

ragend beteiligt war, an die Schutz-Staffel Ost statt, die dieses denkwürdige Zeichen altpreußischer Tradi­tion übernommen hat und nun weiterführen wird.

Eine riesige Menschenmenge hatte sich zu diesem Schauspiel eingesunden. Der mächtige Schellenbaum, der mit einem Fähnchen, das eine preußische Prinzessin zur Zeit Friedrichs des Großen gestickt und gestiftet hat, ge- &rt ist, wurde vom Musikzug der SS.-Gruppe Ost gum preußischen Innenministerium gebracht, wohin eine große Menschenmenge folgte.

Vor dem preußischen Innenministerium machte die SS.-Abteilung halt, und unter den Klängen des Präsentiermarsches erschien der Führer der Gruppe Ost der SS., Gruppenführer Ministerial­direktor Kurt Daluege, am Fenster seines Arbeitszimmers. Er grüßte das neue Ehrenzeichen seiner SS. Dann ging cs zum Büro des Gr u p p e n st a b e s in der Potsdamer Straße, wo der Schellenbaum, an dessen Spitze sich der P r e u ß i s ch e Adler befindet, leinen Platz finden wird.

An die Arbeitgeber a;u«ßiia) des SS.-Appells.

Die Pressestelle bei der SS.-Gruppe Ost gibt folgen­den Aufruf bekannt:

Arbeitgeber! Die Schutzstaffeln des Deutschen Ostens marschieren am 11., 12. und 13. August 1933 in Berlin auf. Es wird erwartet, daß jedem SS-Mann die Teilnahme daran ermöglicht und erleichtert wird. gez. Daluege, Gruppenführer SS.-Gruppe Ost."

*

Döberitz in Erwartung der GG.

Die Zeltstadt von Döberitz.

Das Lager von Däberitz, das im Zusammenhang mit dem ersten Schutzstasfelappell der Gruppe Ost in Berlin am 11. August dort errichtet wird, ist das größte Bilvak, das die Reichshauptstadt je gesehen hat. Selbst in Friedenszeiten traf man Biwals von derartigem Umfang nur in den allerscltensten Fällen.

Nicht weniger als 4 0 0 Zelte werden sich um das Gruppenzelt, das aus einer kleinen Anhöhe liegt, kreis­förmig gruppieren. Jede der einzelnen Standarten wird ihre Zelte in U-Form bauen, und zwar so, daß die offene Seite nach dem Zelt der Gruppenführung zu liegen kommt. Die jeweiligen Schenkel sowie die Grundseite dieser U-förmigen Anordnung die einzelnen Seiten sind 250 Meter lang werden durch drei Sturmbanne gebildet. In diese Sturmbanne wiederum sind die Zelle der einzelnen Stürme eingegliedert. Jedes Zelt wird etwa 30 Mann beherbergen.

Das Gruppenzelt

beherrscht das ganze Lager und beherbergt in seinem Innern den Gruppen st a b: Ein weiteres Zelt ist für den Gruppenführer bestimmt, eines für die Ober­leitung, ebenso sind die sonstigen Angehörigen des Gruppenstabes dort in Zelten nutergebracht.

Drei große Sanitätszelte

mit kompletten ärztlichen Stationen einschließlich Operationszelt geben diesem Teil des Lagers ein be­sonderes Gepräge.

Weiterhin findet man dort ein Zeltlager der Reiter stürme und der Mo 1 orstajfel z. b. V. der Gruppe Ost. Von hier aus wird die verkehrstechnische Verbindung durch Motorstafetten nach der Stadt her- gestellt. Allein

60 000 Portionen Kaffee werden täglich ausgegeben, und die übrige Verpflegung verhält sich in ähnlichen Ausmaßen.

Der Vater des SS. Aufmarsches.

Der Führer der Schutzstaffeln Gruppe Ost, Ministerial­direktor im preußischen Innenministerium und Gruppen­führer E rn st Tal uege, ist der geistige Urheber des Aufmarschplänes für den ersten großen Appell der SS.- Gruppe vom 11. bis 13. August in Berlin.

Der Volksverrat des Dollfuß-Systems.

Landesinspektor Habicht im Rundfunk.

Landesinspektor Habicht von der Landesleitung Österreichs der NSDAP, behandelte in einem Vortrag im bayerischen Rundfunk den französischen und englischen Schritt in Berlin und bezeichnete dabei als die Urheberin dieses Schrittes die derzeitige österreichische Regierung. Daß sie es getan habe, beweise, daß sie innenpolitisch völlig am Ende ihrer Kräfte angelangt sei. Einem fran­zösischen Korrespondenten gegenüber habe Dollfuß der Hoffnung Ausdruck gegeben, die nationalsozialistische Be- wegung in Österreich überwältigen zu können,unter der Voraussetzung, daß Europa, d. h. Frankreich, ihn dabei nicht im Stiche ließe". Um dieselbe Zeit und zu demselben Zwecke habe er dann in Genf auch noch dir Bewilligung zur Aufstellung eines Hilfspolizeikorps von 18 000 Mann erbeten, das ihm für diesen Zweck natürlich gern bewilligt worden sei.

Wenn die Regierung Dollfuß immer wieder behaupte, daß sie das Volk hinter sich habe, so möge sie doch einmal den Mut aufbringen zu einem Appell an das Volk. Die nationalsozialistische Bewegung verpflichte sich von vorn­herein bedingungslos zur Anerkennung dieses Volks- urteils.

In einer Epoche, die mit der Proklamation des Selbstbestimmungsrechts der Völker begann, könne man es dem deutschen Polke Österreichs nicht verbieten, sich im Innern b i e Regierung zu geben, die ihm gefalle. Man gebe dem österreichischen Polk seine Freiheit und sein Selbstbestimmungsrecht, und im Herzen Europas werde Ruhe, Friede und Ordnung sein!

Reue HaßurteNe der Dollsuß-Zustiz.

Arreststrafen wegen Begräbnisteilnahnie.

Der bereits zu insgesamt einem Jahr verurteilte nationalsozialistische Gauleiter Hofer tn Innsbruck ist neuerlich zu drei Monaten Arrest und 2000 Schilling Geld­strafe verurteilt worden, weil er aus die Nachricht von einem Überfall der Heimatwehr aus die SA. am 28. Mai bei Innsbruck auf den Kampfplatz geeilt war. Gleichzeitig kommt aus 5k i tz b ü h e l die Meldung, daß w egen Be­teiligung am Begräbnis (!) eines von einem Heimwehrmann erschossenen Nationalsozialisten vorläufig sieben Nationalsozialisten zu Arreststrafen von vier bis sechs Wochen verurteilt und sofort in den Kerker ein geliefert wurden.

Mysteriöser Einbruch beim österreichischen Innenminister.

In der Klagenfurter Wohnung des öster­reichischen Innenministers S ch u m y wurde nachts ein mysteriöser Einbruch verübt. Da Wertgegenstände nicht gestohlen wurden, jedoch der Schreibtisch des Ministers erbrochen war, vermutet man einen Diebstahl mit poli­tischer Absicht. Es konnte bis jetzt aber mehr feftgefteKt werden, ob überhaupt irgendwelche Dokumente oder Papiere abhanden gekommen, sind. In der Klagenfurter Wohnung halten sich nämlich nur die Eltern der Gattin des Ministers aus. Bemerkenswert erscheint, daß der Wachhund, der sehr scharf ist, vor der Tat im Hofe betäubt worden ist. Anhaltspunkte für die Täter sind nicht gegeben.

Österreichs neue Polizeitruppe bereits bewilligt?

Das Pariser BlattJntranstgeant" will aus sicherer Quelle erfahren haben, daß der Bittgang des öster­reichischen Bundeskanzlers Dollfuß bei den Regierun­gen von Rom, London und Paris zur Erhöhung der P o l i z e i st r e i t k r ä f t e unter gewissen Bedingungen Erfolg gehabt habe. Die Regierungen der drei Mächte hätten der Einstellung von 8000 Polizeibeamten unter der Voraussetzung zugestimmt, daß sie dem Kriegsminister unterstellt würden.

ZmBerbilligmig derKrankenversicheruna

. In einer Besprechung der Reichskommissare für die Krankenversicherung im Reichsarbeitsministe- rulm wurden namentlich Fragen der Verwaltung und der ^rwaliungsberbittiqung erörtert. Neben einer schärferen Haushalts k ou trolle soll vor allen Dingen das Bestreben dahin gehen, die Beiträge herab- p setzen, gègebeitenfaKS auch durch Zusammenlegung imanziell schwacher mit besser situierten Kassen.

Die Notwendigkeit der Erhaltung von Ergen- "stieben soll geprüft werden. Wenn kenn Bedürfniß sollen sie geschlossen werden. Von den interessierten ârnfskreisen wird allerdings erwartet, daß sie alsdann der künftigen Preisgestaltung Entgegenkommen zeigen.

Nie Eröffnung des Preuß. Staatsrats.

Voraussichtlich in der Berliner Universitätsaula.

feiernd Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Die : Eröffnung des Preußischen Staats r a t e s,

: VoJnr^ genauer Termin noch nicht bestimmt ist, wird JâR im Aulagebaude der Berliner Umbe n at Von ^ser-Manz-Jofeph-PlaH (Opernplatzs stattfinden. Köni^I ursprünglichen Absicht, den Weißen Saal im I geseh^âlen Schloß für den Staatsakt zu wählen, ist ab-

Keine Warenhaussteuer in Preußen.

Wie aus einem gemeinsamen Runderlaß des preu­ßischen Innenministers und des preussischen Finanz­ministers hervorgeht, hat die preußische Staatsregierung von der reichsgesetzlichen Ermächtigung zur Einführung der W a r e n h a u s st e u e r keinen Gebrauch gemacht. Die Einführung einer Warenhaussteuer ist also im Rech­nungsjahr 1933 in Preußen in jedem Falle unzu­lässig

Bedarfsdeckunqsscheme für Arbeitslose erst im Winter.

Das Reichsgesetz zur Verminderung der Arbeits­losigkeit vom I. Juni 1933 sieht vor, daß an Bezirks­fürsorgeverbünde B e d a r f s d e ck u n g s s ch e i n e ge­geben werden, die zum Erwerb von Kleidung, Wäsche und Haushaltsgegenständen berechtigen. WieDer Deutsche" meldet, hat S t a a t s s e k r et ä r R e i n b a r b t hierzu in einem Schreiben an die Länder Stellung genommen unb it. a. erklärt, da der H a u p t b e d a r f der Hilfsbedürf­tigen an Kleidung, Wäsche und Haushaltsgegcnständen, die mit Hilfe der Bedarfsdeckungsscheine beschafft werden sollen, im Winter aufzutreteu pflege, werde die A u s - gäbe von Bedarfsdeckungsscheinen zu einem früheren Zeitpunkt nicht erfolgen.

Italien und die Beziehungen zwischen Berlin und Wien.

Eine amtliche Mitteilung aus Rom.

In R o m wurde eine amtliche Mitteilung über den kürzlich in Berlin erfolgten Schritt in der Frage der öster­reichisch-deutschen Beziehungen ausgegeben, in der es it. a. heißt:

Als Vizekanzler von Papen im vergangenen Juli in Rom weilte, machte ihn der Chef der italienischen Regie­rung darauf aufmerksam, daß es notwendig sei, eine Ent­spannung zwischen Österreich und Deutschland herbeizu­führen im Interesse der Beziehungen zwischen den beiden Ländern und zwischen ihnen und den anderen Staaten. Vizekanzler von Papen erklärte damals, daß er darüber dem Reichskanzler .Hitler berichten werde, was er auch tat. Es folgten zwischen den Vertretern der beiden Regierun­gen Unterhaltungen über dasselbe Thema, die es ist überflüssig, es zu betonen jederzeit den

diskreten und freundschaftlichen Charakter trugen. Als gleichzeitig die britische Regierung die Initiative zu einem Schritt in Berlin ergriffen hatte, machte die italienische Regierung darauf aufmerksam, daß es im Interesse des zu erreichenden Zweckes günstiger er- 'scheine, den Ausgang der freundschaftlichen und vertrau­lichen Unterhaltungen, die im Gange seien, abzuwanen. Im Verfolg dieser Unterhaltungen bat die deutsche Regie­rung dem italienischen Botschafter in bezug auf die Radio-