Einzelbild herunterladen
 

'^"w Tageblatt für Rhön und Vogelsberg gSÄS Zulöa- unö Haunetal.Zulöaer Kreisblatt Ansprüche. Verlag: Christian Seipel, Fulda. Redaktion und Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernsprech-flnschluß Nr. 2484

Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. Nachdruck öer mit* versehenenflrtikel nur mit(Quellenangabe. Zulöaer Anzeiger' gestattet.

Anzeigenpreis: Für Behörden, Genossenschaft ten, Banken usw. kostet die Kleinzeile 0.30 Mk., für auswärtige Auftraggeber 0.25 Mk., für alle anderen 0.15 Mk. Die Reklamezeile w ird mit 0.90 Mk. für auswärtige u. mit 0.60 Mk. für hiesige Auftraggeber berechnet. Bei Rech­nungsstellung Zahlung innerhalb 8 Tagen.

Nr. 192

1933

Fulda, Freitag, 18. August

10. Jahrgang

WienerEnthüllungen".

Oie Wiener Gesandtschaft berichiigi die^eichspofl".

Die deutsche Gesandtschaft in Wien hat mitgeteilt, daß diejenigen Stellen in den Veröffent­lichungen der Extraausgabe derReichspost" vom Ü.August, die sich auf die Gesandtschaft beziehen, im Benehmen mit dem Bundeskanzleramt einer Prüfung unterzogen werden. Der Gesandte stellte dabei fest, daß von den in der Extraausgabe derReichspost" abgedruck- tcn angeblichen drei Briefen, die diesem Blatte Anlaß zu Permutungen über die Benutzung der Kurierpost der Gesandtschaft gegeben haben, keiner dem Ge­sandten bekannt geworden sei und daß er u n d d i e Mitglieder der Gesandtschaft darüber erst durch die vorbezeichneten Veröffentlichungen Kenntnis er­halten hätten.

*

Das Wiener Blatt hatte, wie gemeldet, behauptet, in der deutschen diplomatischen Kurierpost werdeillegale private" Post nach Österreich eingeschmuggelt.

*

Das Außenpolitische A m 1 der NSDAP, teils mit:Die von uns erwähnten .Enthüllungen' der Mmehr im Original vorliegenden Wiener .Reichspost' geben angebliche Briefe über die deutsch-österreichische Politik und wirtschaftspolitische Betrachtungen wieder. Nr können nochmals feststellen, daß diese Briefe nicht ans dem Außenpolitischen Amt der NDA P. stammen.

Bis zur Klärung der unseren Parteigenossen Erwin Tlhne id e r und Hans von D i tz zugeschriebenen Privat- Brieje sind die beiden Parteigenossen vom Außenpoli- Wn Amt der NSDAP, beurlaubt worden "

*

dvllsuß' neueste Terrormaßnahmen.

Bürgerschastsvcrlust und Vermögenseinziehung.

Der Österreichische Ministerrat hat nach neunstündiger Sitzung zwei Verordnungen beschlossen, die von erheblicher politischer Bedeutung sind. Die eine be­logt, daß diejenigen mit dem Verlust der Landes- bzw. Bundesbürgerschaft zu rechnen haben, die 'M Auslandeösterreichfeindliche Handlungen" unter- UÜtzen, fördern oder sich zu diesem Zweck ohne Ausreise- Vetvilligung in das Ausland begeben. Bekanntlich ist jetzt insbesondere auch für das Deutsche Reich eine solche

Ende der Weltwirtschaftskrise?

Der konjunkturelle Tiefpunkt überwunden.

Der Welthandel im zweiten Vierteljahr 1933.

Nach den Berechnungen des Statistischen Reichsamtcs der Welthandel vom ersten zum zweiten Viertel- ivhr 1933 wertmäßig leicht zurückgegangen. Indes handelt sich bei diesem Rückgang um eine s a i f o n ü b li ch e Erscheinung; er beruht darauf, daß die überseeischen ^rntcverschiffungen größtenteils beendet sind. Der Rück- ödng ist sogar geringer als in den Vorjahren. Der auf ^.oldbasis berechnete Wert des Außenhandels von 52 Ändern, auf die etwa neun Zehntel des gesamten Welt­handels entfallen, verminderte sich in der Berichtszeit um -Prozent gegenüber 6 Prozent im Jahre 1932 und 5Pro- W im Durchschnitt der Jahre 1925 bis 1928. Da btc Mse im ganzen noch etwas gesunken sind, dürften sich umgesetzten Mengen entgegen der saisonüblichen Entwicklung nicht vermindert haben. Der konjunk - grelle Tiefpunkt scheint somit über w u n - ^n zu sein.

In den europäischen Ländern,

'n ihrer Gesamtheit, haben im Berichtsvierteljahr E 'mb Ausfuhr sogar leicht zugenommen. Eure Erhöhung

Einfuhr zeigt sich vor allem in Großbritannien, toi Niederlanden und der Schweiz; sie erstreckt sich vor nnem ans Rohstoffe und ist teils auf die Besserung der ^'"schastslage, teils auf den Anreiz der Preissteigerung Ded t?zurückzuführen. Auch bw Er n f b i stink' iichlands ging weniger zuruck als ^32. Oie ^)nhr Frankreichs nahm dagegen, wohl infolge ul L H^^Eindeckung im Vorvierteljahr, ab. Jm

Handel scheint der Einfluß der cnglrichen Lal a- - ,^"ung au Bedeutung verloren zu haben; die Aus- d Großbritanniens ging wieder sarsonmatztg zurück, ^ f" hrDeut sch land s blieb dagegen fast un- j Ä während 1932 die englische Ausfuhr um I4^cnt zunahm, die deutsche Ausfuhr dagegen um q, v°^cnt zurückaina Mlidit günstig entwickelte sich die »t ^et 5« TIchech°I>°w°-°>

1 1 nordischen Länder.

^n den außereuropäischen Ländern, »Ä ^'«ch-u. lagen, foifonüblid, einfuhr und N . hr niedriger als im ersten Viertelzahr. ^n den dttLigten Dttat^n hat, trotz der Enüverllung i^^ug die Einfuhr kaum abgenommen^ Dw â--

- nur halb so stark gesunken wie tm ^urchsckmt.

Ausreisebewilligung vorgeschricbcn. Ferner kann auch bei diesen Personen auf Beschlagnahme des Ver­mögens erkannt werden.

Eine weitere Verordnung beschäftigt sich mit der Möglichkeit und der Durchführung des Verfalls von Vermögen politischer Parteien, deren Be­tätigung in Österreich verboten ist. Solche Parteien sind die NSDAP, und die Kommunistische Partei.

*

Attentat gegen bulgarischen

Aattonatistensöhrer.

M i n i st e r p r ä s i d e n t a. D. Z a n k o f s u n v e r l e tz t.

In dem bulgarischen Kurort Tschepino wurde aus den ehemaligen bulgarischen Ministerpräsidenten Professor Z a n l o f s ein Bombenanschlag verübt.

Aus offener Straße schleuderte ein Unbekannter gegen Zankoff zwei Eierhandgranaten, die einen Leib­wächter verletzten. Zankoff selbst blieb unverletzt. Der Attentäter wurde verfolgt, konnte jedoch entkommen. Pro­fessor Zankoff ist als Führer der nationa - listischen bürgerlichen Opposition bekannt. Die Gründe zum Anschlag sind unbekannt, man vermutet aber, daß St o m in u n i st e n die Hand im Spiele haben.

*

Dänisches Zmeckurteil gegen Deutsche.

Von den Noten überfallen zu Geldstrafen verurteilt.

Das dänische Gericht in Tondern verhandelte über die Vorgänge bei dem m a r x i st i s ch - k o m m u n i st i s ch e n Überfall aus die deutschen Nationalsozialisten in Tondern. Es wurden sämtliche Angeklagte, und zwar sowohl die zwölf Nationalsozialisten als auch die zwölf Kommunisten und Marxistenwegen Schlä­gerei auf öffentlicher Straße", die Nationalsozialisten außerdemwegen Singens von Liedern ohne polizeiliche Genehmigung", verurteilt. Es wurden Geldstrafen b i s 6 0 Kronen verhängt.

Einer der kommunistischen Angeklagten, der den Sturmführer der Nationalsozialisten mit einer Zaunlatte über den Kopf geschlagen hatte, so daß dieser eine Gehirn­erschütterung erlitt, wurde der Staatsanwaltschaft zur Anklageerhebung wegen Körperverletzung übergeben. Im übrigen hat das Gericht der Tatsache des Überfalls keinerlei Rechnung getragen und die ganze Angelegenheit als eine Prügelei angesehen.

der letzten vier Jahre. In den übrigen übrrseeländern ist die Entwicklung des Außenhandels im einzelnen zwar noch sehr uneinheitlich, doch scheint auch hier, im ganzen betrachtet, der k o n j u nkturcll c A b s ch )u ung i m Außenhandel beendet zu fein

* I

Velebong ohne Kampserspritze.

Da nun einmal mit der Londoner Konferenz das große Wunder" eines Wiedererstarkens des Welt­handels nicht eingetreten ist, und auch wir Deutsche kaum damit rechnen können, angesichts der immer noch wachsen­den Schwierigkeiten in anderen Ländern gegenüber dem Export nun von dieser Seite her stärkere Impulse für den Wiederaufbau unserer Wirtschaft und für tve Beseitigung der Arbeitslosigkeit zu erhalten, so kann man es verstehen, daß in seiner Kölner Rede der Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt nur sehr zurückhaltend und kurz über das Verhältnis der Reichsregierung zürn Außenhandel ge­sprochen hat. In der Hauptsache wies er eben aus die Schwierigkeiten hin, die durch die Zollpolitik des Aus­landes und die hemmungslosen Währungsexperimeme dem Absatz deutscher Waren draußen überall in der Welt bereitet werden. Die Ergebnisse des deutschen Außenhandels für den Jitli haben denn gezeigt, daß unsere Ausfuhr in diesem Monat nicht, wie es vor dem Jahre 1931 immer geschehen war, ein Ansteigen zeigte, sondern daß sie auf dem Stand des Juni stehenblieb. Aber das ist schon ein Vorteil, weil der gesamte Welthandel im zweiten Vierteljahr 1933 immer noch etwas zurück­gegangen ist. £

Da diese weitere Zusammenschrumpfung erfreulicher­weise aber viel geringer ist als früher, so kann man viel­leicht annehmen, daß sie nur noch als saisonüblich bezeichnet zu werden braucht. Auch ohne daß man heut­zutage sehr leicht irreführende Vergleiche zwischen Außen- handelsergebnisien der Gegenwart und denen der früheren Zeit ziehen will, läßt sich doch sagen, daß jene Ein­schrumpfung des Welthandels im Jahre 1932 um vieles, vieles größer war als in dem letztvergangenen zweiten Vierteljahr 1933, und zwar, obwohl auch in dieser Zeit wieder die Hindernisse gegen den zwischenstaatlichen Güteraustausch sich immer höher türmten und nur in der allerletzten Zeit, nämlich kurz vor der Londoner Konfe­renz, wenigstens ein Z o l l w a f s e n st i l l st a n d ab- geschlossen wurde. Aus einem zweiten Grunde darf man vielleicht sogar der optimistischen Aukkatlung Ausdruck

geben, daß die leichte Einschrumpfung des Welthandels nicht mehr einen krisenmäßigen Charakter hat: Die Preise für die Fertigfabrikate, deren internatio­naler Austausch die Wertung des Welthandels wesentlich bestimmt, sind nur ganz wenig gesunken, so daß man mit einiger Richtigkeit daraus schließen kann, ein mengen­mäßiger Niedergang sei im Welthandel nun nicht mehr erfolgt. Vielleicht ist also wirklich der k o n j u n k i u r e l l e Tiefpunkt in der Weltwirtschaft überwunden.

In seinen Betrachtungen zum Juli-Ergebnis des deutschen Außenhandels hat das Statistische Reichsamt ernste Klagen darüber geführt, wie sehr unser zwar ge­ringer, aber immer noch bestehender Ausfuhrüber­schuß durch die Schwierigkeiten bedroht sei, die aus den fortwährenden Währu n g s e r peri men ten vieler anderer Länder entstehen. Das erklärt sich folgender­maßen: Wenn ein deutscher Exporteur an einen Aus­länder eine Warenlieferung tätigt, dann erhält er dafür meist einen Wechsel, der bekanntlich eine dreimonatige Laufzeit hat; da dieser Wechsel auf die Währung des ausländischen Staates ausgestellt ist, nach dem die deutsche Ware importiert wurde, so verliert der Wechsel an Werl, wenn bis zum Fälligkeitstermin mit der Währung erheri- mentiert wird, auf die er ausgestellt ist. Aber solche Erperi- mente wurden und werden gerade sehr gern zuin Zweck der Ankurbelung des Außenhandels gemacht mit wie wenig Erfolg, zeigt z. B. die Tatsache, daß die Einfuhr in Groß­britannien trotz entwerteter Währung nicht zurückging, übrigens auch in der englischen Ausfuhr diese Entwer­tung kaum noch eine Rolle spielt. Auch in den Ver­einigten Staaten hat trotz Währungsentwertung die Einfuhr nur wenig abgenommen; ob aber der gegen früher sehr viel weniger starke Rückgang der dortigen Ausfuhr auf das Verlassen des Goldstandards für den Dollar zurückzuführen ist, ist durchaus nicht sicher und kann auch andere Gründe haben, darunter auch den, daß eben eine starke Verzögerung in der allgemeinen Krisen­entwicklung eingetreten ist.

Vielleicht haben W ä h r u n g s e x p e r i m e n t e früher einmal vorübergehend ihre handelspolitischen Zwecke erreichen können, nämlich die Einfuhr zu drosseln und die Ausfuhr zu verstärken. Inzwischen hat aber die Welt gelernt, sich auf derartige Plötzlichkeiten sehr schnell ein­und umzustellen. Trotz der Bedrängnis, in der sich der deutsche Außenhandel befindet, und die uns auch der Möglichkeit beraubte, unseren Schuldverpflichtungen an das Ausland prompt nachzukommen, denkt die Reichs­regierung ebensowenig wie der Reichsbankpräsident daran, unserem Außenhandel mit einem solchen Wäh­rungsexperiment eine Kampferspritze verabreichen zu wollen, deren Wirkung doch sehr schnell verfliegen würde.

Der Deutsche Seamtenbund zum Losav des Gruppenführers Irüilner.

T e l e g r a m m a n d c n K a n z l e r.

Anläßlich des schweren Unfalls des Gruppenführers Brückner hat der Deutsche Beamtenbund an den Führer folgendes Telegramm gesandt:

Atein Führer! Die deutsche Beamtenschaft nimmt an dem Unfall, der den persönlichen Adjutanten, Gruppen­führer Pg. Brückner, betroffen Hai, aufrichtigsten Anteil. Sie wünscht baldige Genesung, damit Pg. Brückner schnell­stens seinen verantwortungsvollen Dienst wieder anf- nehmen kann. Heil meinem Führer! (gcz.s Hermann Neef, Leiter der Beamtenabteilung der NSDAP, und Führer des Deutschen Beamtenbundes."

Ein weiterhin mit einem Blumengewinde an Ober­leutnant Brückner, zur Zeit Traunstein, Kranken­haus, gegangenes Telegramm lautet:überreicht^ mit den herzlichsten Genesungswünschen namens der deutschen Be­amtenschaft. Heil Hitler! lgez.l Hermann Reef, Leiter der Beamtcuabteilung der NSDAP, und Führer des Deut­schen Beamtenbundes."

Der Führer am Krankenbett NrücknerS.

Die Reichsprcssestelle der NSDAP, teilt mit: Der Führer stattete seinem durch Autounfall verletzten Adjutanten, Gruppenführer Brückner, im Krankenhaus einen Besuch ab. Nach dem Befund des zur Behandlung zugezogenen Professors Magnus vom Krankenhaus Berg- mannshcil-Bochttm ist, da bisher keine Anzeichen einer Infektion vorhanden sind, die unmittelbare Lebensgefahr beseitigt. Die übrigen Verletzten befinden sich auf dem Wege der Besserung.

Aufbau des ReiKSlandstandes nach einheitlichen Richtlinien.

Der Reichsobmann für die bäuerliche Selbstverwal­tung, P g. M e i n b e r g , hat angeordnet, daß alle öffent­lich - rechtlichen und alle freien Organisationen, Verbände unb Vereinigungen der Land­wirtschaft, Forstwirtschaft, des Garten, Obst, Gemüse- und Weinbaues und der Tierzucht irgendivctchc organisatorischen, personellen oder finanziellen Maß­nahmen, die den A u s b a u d c s S t a n d e s der deutschen Landwirtschaft berühren oder berühren können, nur treffen dürfen, nachdem sie die ausdrückliche Z u st im m u mg des Rèichsobmanns vorher eingeholt haben. Das a.s'.che gilt für jede Beteiligung an solchen Maßnahmen.