Zul-aer Anzeiger
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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg
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Nr. 193 — 1933
Fulda, Samstag, 19. August
10. Jahrgang
Der Rundfunk des Volkes
Die Eröffnung der großen Funkschau Dr. Gocbbels über den Rundfunk in der nationalen Aufbauarbeit.
Schon das äußere eindrucksvolle Bild der Ausstellungshallen in Berlin am Eröffnungstage der großen Jubiläumsfunkschau übermittelte den Besuchern, die an dem feierlichen Eröffnungsakt teil- nehmen wollten, den gewaltigen und repräsentativen Eindruck, der dann später durch den Besuch der Ausstellungshallen noch vertieft wird. Eine unendliche Kette brauner SA-Männer umsäumt das große Hallenviereck. Die Teilnahme an der Feier wurde für jeden Teilnehmer aus der Masse der etwa 7000 bis 8000 Menschen, die um den Musikpavillon vor dem Fuße des Funkturmes Ausstellung genommen hatten, zu einem historischen Erlebnis. Die G e m e i n s ch a f t s i d e e als Symbol der ersten natio
Die Reichsmarine aus der Funlausstellung.
In einer Sondcrausslellung der Reichswehr wird auch ein U-Boots -Turm aus lein Weltkriege in Originalgröße mit eingebauter Funkstation gezeigt.
nalsozialistischen Funkausstellung drückte sich bereits in der Einheit des spontanen Beifalls aller Festteilnehmer aus, als Dr. Goebbels den Platz betrat, nachdem kurz vorher der R e i ch s w c h r m i n i st c r cingetrossen war. Ebenfalls sah man den Reichsminister Schmitt unter den Anwesenden. Dann hielt R c i ch s m i n i st e r D r. Goebbels seine große Eröffnungsrede. Er führte u. a. aus:
Die achte Großmacht.
„Auf Napoleon wird das Wort von der .Presse °lè der siebenten Großmacht' zurückgeführt. Was die Presse für das 19., das wird der Rundfunk für das 20. Jahrhundert fein; man könnte auf ihn, an- gewandt für unsere Zeit, das Wort Napoleons dahin variieren, daß der Rundfunk
die achte Großmacht
darstellt. Das N o v e m b e r r e g i m e hat diese um- safsende Bedeutung des Rundfunks in allen seinen Er- schcinungsformcn auch nicht annähernd erkennen und etm zuschätzen vermocht. Bestenfalls ivar cs für sie eine bc= Wente Möglichkeit, die Menschen, denen es an täglichem Brot und Eristenzunterlagen gebrach, durch Spiel 0 n b Unterhaltung über die Schwere unseres «ationab und sozialpolitischen Lebens hinwegzutänschen.
Es bedarf keiner besonderen Betonung, daß cm »utionalpolitischer Aufbruch, der so modern und aktions- bewegt ist wie die von uns geleitete und organisierte Volkserhebung, mit diesen weltfremden und lebensfernen Methoden auch auf dem Gebiete des Rundfunk»
grundsätzlich brechen mußte.
Regierung, die aus dieser Revolutiou hervorgegaugen 'A kann nicht weiterhin teilnahmslos am Rundfunk um seinen Wirkungsmöglichkeiten vorbeigehen; sie ist im Gegenteil entschlossen, ihn nun auch in weitestem Maße
in die nationale Aufbauarbeit,
vor uns liegt, und die wir meistern müssen, wenn diese Revolution vor der Geschichte Bestand haben soll, ^Buschalten. Das allerdings bedingt auf der unteren ^eite eine Reihe von
einschneidenden Reformen,
sich auf den Rundfunk in seiner geistigen ,und orgam- morischen Gesamtheit beziehen müssen. Wie auf allen Iberen, so ist and) auf diesem Gebiet die Reform, die "ellzogen werden muß', primär eine g c i st i g c. E hudelt sich darum, den Rundfunk aus der^starre Lcere technischen Begrenztheit in die geistige Ubei fülle £ aktiven Entwicklung unserer Zeit hinelnznbezwhcn. leben i m Zeitalter der M a s s e; d e Maste labert mit Recht daß sie an den großen Geschehnissen «!£ Zeit inneren Anteil nimmt. Der Shmbfimf ist hier
' "t und einflußreichster - >
Mittler zwischen geistiger Bewegung und Volt, zwischen Idee und Menschen.
Das erfordert andererseits eine klar erkannte und ebenso klar zum Ausdruck gebrachte Tendenz. Das soll nicht bedeuten, daß wir den Rundfunk zu einem willen- losen Diener unserer parteipolitischen Absichten herab- würdigen wollen. Die neue deutsche Politik liegt fernab jeder parteimäßigen Begrenztheit. Sic erstreckt sich auf
Volk und Nation in ihrer Gesamtheit, und die Aufbauarbeit, die sie schon geleistet hat oder zu leisten sich eben anschickt, geht alle an, die guten Willens sind. Im Rahmen dieser großen Zielsetzung hat der Rundfunk, um lebensfähig zu bleiben, seine eigenen k ü n st l e r i s ch e u und geistigen Gesetzlichkeiten zu halten, zu pflegen und tatkräftig zu fördern. Er steht nur mittelbar zur Bühne und Film in Beziehung. Er gibt eine funkeigene Art der Rede, des Dramas, der Oper und des Hörspiels. Mehr noch ist er einer
wachen Zeitnähe verpflichtet.
Die Aktualität ist einerseits seine größte Gefahren- möglichkeit, andererseits aber auch seine stärkste Stärke. Zeitnähe bedingt Volks« ä h c. Die Probleme, die uns in der Regierung beschäftigen. sind dieselben, die heute den Mann von der Straße beschäftigen.
Allerdings fitib, bevor wir zu diesem Jdealznstand unseres rundfunkpolitischen Schaffens kommen können, noch eine
Reihe von Vorarbeiten und schwebenden Aufgaben zu lösen. Diese liegen vor allem auf Dom Gebiete des Organisatorische n. Auch in den Häusern des Rundfunks hatte die Zeitkrankheit Einzug gehalten. Auch hier organisierte man nicht mehr, was man organisieren mußte, sondern schon, was man organisieren konnte. Weniger als aus.irgendeinem anderen Gebiete kann hier die starke, verantwortlich gebundene, aber auch vcrant- wortungsfreudige
Führung durch die Persönlichkeit auf gegeben werden. Auch in dieser Beziehung werden wir früher, als man gemeinhin glauben möchte, zu der absoluten und eindeutigen Durchsetzung des Führer- prinzips kommen.
Überorganisation ist immer der Anfang der Korruption.
Das ist der Weg, den der deutsche Rundfunk in den Ver- fiosfeuLN Jahren gegangen ist. Wenn die daran Beteiligten sich heute als die „Väter des Rundfunks" bezeichnen, so kann man ihnen nur entgegenhalten, daß sie cs nicht gewesen sind, die den Rundfunk erfanden, daß ne es aber waren, Die in ihm bet Zeiten schon eine mit der
sie cs nicht gewesen sind, die den Rundfunk sie es aber waren, Die in ihm bet Zeiten sch
Not der Zeit in keinem Verhältnis stehende V e r d i e n st - Möglichkeit witterten und sie auf das skrupelloseste auszuuutzen verstanden.
Nicht, als wenn wir die Absicht hätten, lediglich Parteiprogramme zu senden. Wir wollen der
Unterhaltung, der leichten Muse, Spiel, Scherz
und Diufif
breitesten Spielraum geben; aber alles soll eine innere Beziehung zur Zeit haben. Alles soll die starke Note unserer großen Aufbauarbeit tragen.
Wir wollen einen Rundfunk, der mit dem Volke geht, einen Rundfunk, der für das Volk arbeitet, einen Rundfunk, der Mittler ist zwischen Negierung und Nation, einen Rundfunk, der auch über die Grenzen hinweg der Welt ein Spiegelbild unserer Art, unseres Lebens und unserer Arbeit gibt.
Mit Beginn dieser Ausstellung soll, auf das ganze Reich verteilt, eine
planmäßige Werbung neuer Rundfunkhörer einsetzen. Wir werden uns dabei die großen Erfahrungen der Propaganda, die wir in den vergangenen Jahren sammelten, zunutze machen.
Unser Ziel ist, die deutsche Hörerschaft zu verdoppeln und damit für den Rundfunk eine Finanzbasis zu schaffen, die cs uns ermöglicht, nicht nur ihn selbst auf die höchste Leistung zu bringen, sondern aus seinen Überschüssen das gesamte geistige und künstlerische Leben der Nation, Bühne,Film,Musik und Bu ch generell und stabil zu sanieren und aus eine feste, unerschütterliche Existenzgrundlage zu stellen.
Im Zeichen dieser großen Aufgaben steht die dws- jährige Funkausstellung. Sie erhält ihre entscheidende Note durch den Volkse m p f ä u g e r. In ihm ist die augenblicklich billigste Möglichkeit geschaffen, bie breiten Massen wirksam in den Rundfunk einzuschalten. Technik lind Industrie haben getan, was sie tun konnten, und es sei ihnen dafür der Dank der Regierung und damit der Dank des ganzen Volkes zum Ausdruck gebracht.
Es ist unser herzlichster Wunsch, daß T e ch n i k, I n d u st r i c und g c i st i g c Leitung des deutschen Rundfunks von hier ab entschlossen den neuen Weg beschreiten, an dessen Ende unser aller gemeinsames, großes Ziel steht: Ein Volk, c i n Reich, e i n Wille, eine schöne deutsche Zukunft!" .
Nach der Rede des Propagandaministcrs» Die durch Rundfunk über alle deutschen Sender übertragen wurde, erklang das Bekenntnis zum Führer und Reich, gestaltet vom Sprechchor und seinen Rufern, Sie Feier schloß mit eindrucksvollen Akkorden mit dem H o r Wessel- und Deutschlandlied und einem Heil auf Adolf Hitler und Dr. Goebbels, dem Schutzherrn der Ausstellung.
Am puls der Nation.
Die Funkschau-Eröffnung eine Weihestunde.
Reichsminister Dr. Goebbels, der seinerzeit in weitschaucnder Erkenntnis der Bedeutung ünd der Wir- kungsmöglichkeiten des Rundfunks do^ Wort gesprochen hat: „Der Rundfunk gehör' dem Volk", eröffnete vor den zahlreichen Zuhör" mit einer eindringlichen Ansprache die „I u b m . u m s - Funkausstellung Berlin 1 9 3 3". Die Ausstellung stellt in Wahrheit einen Markstein in der Geschichte des deutschen Rundfunks dar, nicht etwa nur, weil sic erneut die epochemachenden Fortschritte der deutschen Funkindustrie und des ganzen deutschen Funkwesens aufzeigt, sondern vielmehr auch deshalb, weil sie zum ersten Male in der Nach kricgsgeschichtc des deutschen Volkes erstens den völlig
Reichsminister Dr. Goebbels bei der Eröffnungsansprache.
neuen kulturellen G e st a l t u n g s w i t i c n des nationalsozialistischen Deutschland und zweitens die überaus tiefe, «iationalbcgründctc Verwurzelung aufzeigt, mit der der seit der nationalen Revolution int wahrsten Sinne des Volkes geleitete Rundfunk in eben diesem Volke fußt. _ . '
Dieser neuen Form, diesem neuen W e, c n s - in halt und diesem neuen Geist entsprach auch bie Art und Weise, in der die schlichte, würdige Eröffnungsfeier vonl Ausstellungsgelände in der Reichshauptstadt auf alle deutschen Sender übertragen wurde.
Als der Minister, von der großen Festversammlung burd) Zurufe und von den vereinigten Spielmannskorps der Reichswehr und der SA. mit dem bayerischen Pra- sentiermarsch begrüßt, die
Ehrenwache des Hvrst-Wesiel-Sturmcs abgeschritten und Platz genommen hat, setzt Trommelwirbel der Spiellente ein, schwillt allmählich zum stärksten Fortissimo an, bricht urplötzlich ab: aus dem weiten Raum klingen die S t i m m e n v o u u c u n S p r c ch c r n , bte Die Heimatsorte der deutschen Sender rufen. Ihnen antwortet ein Sprech chor: „ H i c r i st D c u t s ch l a n D. »eise intoniert die Musik das Pausenzeichen des Deutschlandsenders: „Üb’ immer Treu und Redlichkeit." Ein kurzes Wechselgespräch zwischen Rufern und Chor, der Bauer, der Arbeiter, der Soldat, der D ich t e r, Der Staats m anu , sie alle als Vertreter des schasscn- ven Deutschland symbolisiert, finden sich zusammen, vergessen auch nicht, der deutschen Brüder im Ausland zu gebenden, von denen sicher viele Millionen an i icser Stäube teilnahmen, werden alle miteinander Daheim und draußen zusammengeschlossen in den Ruf Des Sprecher». „So schwingt des Dritten Reiches Herzschlag durch den deutschen Raum!"
Wieder ein kurzer Trommelwirbel, von der Empore geben die Fanfaren der Reichswehr ein schmetterndes Signal, dann wird es ganz still, die Stimme des Reichsministers Dr. Goebbels beherrscht nicht nur den Raum, sie schwingt über ganz Deutschland und seine heutigen Grenzen hinaus. Auch dem Gleichgültigsten ist es bei den Worten des Ministers wohl klar geworden, welche eiitfcOneibcnbe Veränderung in den Beziehungen des deutschen Rundfunks zum Volk seit der Übernahme her Macht durch die Regierung der uationalsozialistischen Revolution vor sich gegangen.
Dies, die Eröffnungsfeier dieser wahrhaften Jubiläumsausstellung, konnte und mußte im neuen Deutschland zu einer
nationalen Weihcstunde der ganzen deutschen Volksgemeinschaft iverben. Wie sehr alle Teilnehmer das auch empfanden und wie sehr ihnen die Worte des Reichsministers Dr. Goebbels au. dem Herzen gesprochen waren, ging u. a. daraus hervor, daß noch minutenlang nach Beendigung der ^cM dre Menge nicht daran dachte, in der früher bet solchen Ver-