Zul-aer Anzeiger
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Nr. 198 — 1933
Fulda, Freitag, 25. August
10. Jahrgang
Der
FuldaerAnzeiger
steht voll und ganz im Dienst des nationalsozialistischen Staates. Es muß aufgeräumt werden mit Vorurteilen, die im Konkurrenzkampf gar zu gern benutzt werden, um der Heimatpresse eins auszuwischen! Auf einer Berliner Pressetagung sagte vor einigen Tagen der stellvertretende Leiter des Presseamts der NSDAP., Jänicke:
Die nichtnationalsozialistische Presse hat heute im Grunde das Bestreben, die nationalsozialistische Idee zu verstehen und ihr zu dienen, weil es die deutsche Idee ist.
Diesen Worten eines Nationalsozialisten ist nichts mehr hinzuzufügen. Auf diese Ausführungen muß die Heimatpresse um so mehr verweisen, als es ihr von stets Unzufriedenen immer wieder vorgehalten wird, daß sie dies und das nicht getan oder falsch gemacht habe. Dabei werden meist die engeren und auch wirtschaftlich ungünstigeren Verhältniße der kleinen Zeitungen völlig verkannt; dagegen wird von dem, was die Heimatzeitung Gutes gewirkt hat, kein Wort erwähnt. Die Heimatzeitung will weder Lob noch Dank für ihre Arbeit, die im Dienst des Ganzen, insbesondere aber der Heimat steht. Sie darf aber fordern, daß ihr Gerechtigkeit widerfährt. Drei Ge- ■ fi^tspunkte sind bei Beurteilung der Zeitung zu beachten:
1. Die Heimatzeitung dient verantwortungs b e w u ß t a ls Inst r um e nt de r Staatspolitik.
2. Die Heimatzeitung dient, ohne hierin von auswärtigen Blättern auch,nuran- nähernd erreicht zu werden, den Belangen ihrer Heimat.
3. D i e H e i m a t z e i t u n g ist ein Stück heimischer Wirt - schaft, denn sie gibt einer stattlichen Anzahl Mitarbeiter Arbeit und deren Familien Brot.
Am 21. Gepiember Termin gegen die Michstagsbrandstifier.
( ®cr Präsident des 4. Strafsenats hat in der Reichs- n. 0s b r a Ji b f 4 d) e Termin zur Hauptverhandlung aus »»«"^rstag, den 21. September d. I., vormittags 9 Uhr, ^rraumt. Die Hauptverhandlung findet in statt, die Beweisaufnahme jedoch mit uns W auf die notwendige Augenscheinnahme und dar- ^Üsgebä^d mc^eu Zeugen in Berlin wohnen, im Reichs- h Sie Reichstagsverwaltung wird ungesäumt die not- troie 8en Vorbereitungen für diese Prozeßverhandlung ^uen. Als Verhandlungsraum wird voraussichtlich größte Ausschußsaal des Hauses, in dem ^; 'ct der Haushaltsausschuß des Reichstages tagte, Ein Lokaltermin in dem ausgebrannten unqssaal bietet keinerlei Gefahren mehr, da die mehrer weggeräumt sind und eine Einsturzgefahr meßt besteht. Auch vor den Unbilden der Witterung ist ia/-geschwärzte Saal gesichert, da die Re ich s- g^^jU p p e l bereits vollständig mit Glas wieder ein-
Zahlen zum Reichsparteitag.
Die Völkerwanderung nach Humberg
Riescnvorbcrcitungcn zum Reichsparteitag.
Von der ungeheuren Arbeit, die von der Organisationsleitung der NSDAP. für den Reichspartei- t a g geleistet wird, kann man sich erst einen Begriff machen, wenn man eine Reihe von Zahlen hört, die das halbamtliche Conti-Nachrichtenbüro totebergibt. Da mußten in der Festhalle am Luitpoldhain 2 0 0 0 0 M eter Dekorationsstoff, 1 , 5 Kilometer Girlanden und 15 Wagenladungen Blumen für die Ausschmückuna besorgt werden. Bei dem Amts-
Kochkessel — eingemauert in der Erv-
Einen Begriff von dem Umfang der Vorarbeiten für den Reichsparteitag der NSD Ä P. in Nürnberg gibt unser Bild. Es zeigt riesige gemauerte Kessel, in denen das Essen für die Menscheumassc» gekocht werden wird.
Wallerappell war Platz zu schaffen für einen Wald von 11 OOÖ Fahnen.
' 340 Sonderzüge fahren nach Nürnberg.
Diese Züge haben zusammen eine Länge von 1 30 Kilometer. Die Amtswalter erhalten pro Mann bei ihrer Ankunft einen Trinkbecher und ein Aluminiumeßgeschirr mit dem Bild der Burg und der Jahreszahl 1933 ausgehändigt. Es mußten also 150 000 Trinkbecher und 150 000 Eßgeschirre besorgt werden. 7 5 Riesenzelte von 80 Meter Länge und 10 Meter Breite wurden gebaut, dazu noch unzählige kleinere Zelte. Das Fernsprechamt Nürnberg hat allein über 10 0 0 Sonderanschlüsse verlegen müssen. Parkplätze für 2 0 0 0 0 Fahrzeuge wurden geschaffen,
500 000 Kilogramm Fleisch und Wurst über den normalen Bedarf hinaus bereitgestellt. Das Verpflegungsamt hat weitere 2000 Zinkkannen zu je 60 Portionen, insgesamt also Gefälle für 156 000 Portionen, angekauft. >75WaggonsStroh sind für das Strohlager angefahren worden.
In Nürnberg-Stadt wurden 152447, in Fürth-Stadt 32128 und in Nürnberg-Land 25 200 Massenquartiere in Sälen, Fabriken und Schulen ermittelt. Das sind zusammen
209 775 Mafsenquartiere,
ferner wurden bereitgeftellt in Nürnberg-Stadt 33129, in Fürth-Stadl 3250 und in Nürnberg-Land 3600 Privatbetten; das sind zusammen 3 9 9 7 9 Privat betten. An Hotelbetten sind bereitgestellt worden in Nürnberg 3200, in Fürth 132, das sind zusammen 3332 Hotelbetten. Insgesamt sind neben den Zeltquartieren 253 086 Lager in gedeckten Räumen bereitgestellt worden.
Für das große Feuerwerk sind 40 Zentner bengalisches Pulver, 1800 schwere und 3000 leichte Mörser und 50 000 Feuerwerkskörper angeschafft worden, die bis eineinhalb Zentner schwer sind. Die Feuerwerksfront wird einen Kilometer lang und mehrere Meter hoch sein.
Berlins Kampf gegen den Zuzug.
Erneute Warnung vor Zuzug.
Staatskommissar Dr. Lippert und Staatskommissar Dr. Maretzkh veröffentlichen eine ausführliche Warnung vor dem Zuzug nach Berlin, in der es unter anderem heißt:
„Bei der äußerst schwierigen Finanzlage Berlins können die Z a h l u n g e n v o n U n t e r st ützunge n an die Berliner Hilfsbedürftigen zur Zeit überhaupt nur unter den größten Schwierigkeiten aufrechterhalten toerben. Deswegen sind für die Betreuung der nach dem 31. August 1933 trotz dieser letzten Warnung nach Berlin Zu ziehenden die allgemeinen Unterstützungsrichtsätze außer Kraft gesetzt worden. Sie betragen für einen Alleinstehenden nur 1 5 M a r k monatlich.
Gleichzeitig sprechen wir die Erwartung aus, daß die Berliner Bevölkerung die vorhandenen Arbeils- Möglichkeiten und ebenso die nur in geringer Zahl vorhandenen billigen Wohnungen nicht den nach dem 31. Auaust 1933 verantwortungslos zuziehenden
Das Essen für die Amtswalter wird in vier Riesenkesseln gekocht, von denen jeder mehrere tausend Liter saßt. Da man für 150 000 Mann leine Kartoffeln schälen kann, werden kartoffellose Gerichte verabfolgt, z. B. Rindfleisch mit Nudeln.
1500 Pressevertreter haben sich allein für die Riesenkundgebung angemeldet. Die Geschäfte werden von 5 bis 21 Uhr geöffnet fein; die freien Perkaufsstände, von denen mehrere tausend errichtet werden, können bis zur Mitternacht osfengehalten werden. Das alles sind Zahlen, die ein deutliches Bild davon geben, was für diese Völkerwandr- rung nach Nürnberg all-- —eistet worden ist.
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Ehrengäste in Nürnberg.
Wie wir erfahren, werden am Reichsparteitag der NSDAP, als Ehrengäste teilnehmen fast sämtliche Reichsminister, die nationalsozialistischen Ministerpräsidenten und Minister der Länder, als Vertreter des Reichspräsidenten Staatssekretär Meißner, von der Reichskanzlei Staatssekretär Lammèrs, Reichsbankpräsident Schacht, ferner die Gauleiter der NSDAP., Herzog Eduard von Sachsen-Coburg-Gotha und Reichsarbeitsminister Seldte.
Der Chef der Heeresleitung, General von Hammerstein, ferner Reichswehrminister von Blomberg und der Chef der Reichsmarine, Admiral Raeder sind geladen. Weiter hört man die Namen des früheren Obersten SA.- Führers Hauptmann a. D. von Pfeffer, des nationalsozialistischen Leiters des Berliner Staatlichen Schauspielhauses, Hanns Johst, und des nationalsozialistischen Dichters Heinrich Anacker.
Eine wesentliche Gruppe der Ehrengäste besteht aus den Angehörigen der gefallenen S A. - L e u t e . die sämtlich eingeladen worden sind.
Die dritte Gruppe der Ehrengäste bilden die ä l t e - st e n M i t g l i e d e r der NSDAP., die größtenteils Mitgliedsnummern unter 100 haben.
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Erlaß des preußischen Kultusministers:
Urlaub für Lehrer zum Reichsparteitag. — Der 2. September Wandertag für alle Schulen.
Der preußische Kultusminister hat an die Oberpräsidenten und die Regierungspräsidenten folgenden Erlaß gerichtet: In der Zeit vom 30. August bis 3. September 1933 veranstaltet die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ihren Reichsparteitag in Nürnberg. Ich ermächtige die Ober- Präsidenten und Regierungspräsidenten, Lehrern und Lehrerinnen an Volks-, mittleren und höheren Schulen auf Antrag von Sonnabend, den 2. September, bis ein- schließlich Montag, den 4. September, Urlaub z u gewähren. Vordringlich erscheint die Beurlaubung der Amtswalter, d. h. in der Partei vom Ortsgruppenleiter, in der SA. und SS. vom Sturmführer und im Stahlhelm vom Kompagnieführer aufwärts. Diesen kann Urlaub schon vom 30. August ab gewährt werden. Voraussetzung in allen Fällen ist jedoch, daß durch Regelung der Vertretung ein geordneter Schulbetrieb gewährleistet bleibt. Gleichzeitig ordne ich an, daß der 2. September für alle Schulen als Wandertao ailt.
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Lustsperrgebiei Nürnberg.
Anläßlich des Reichsparteitages.
Um eine Störung der Ansprachen des Reichs- k a n z l e r s anläßlich des P a r t c i t a g e s der NSDAP, in 9t ürnb e r g zu vermeiden, hat der Reichsminister der Luftfahrt für Donnerstag, den 31. August, von 13 bis 17 Uhr, Freitag, den 1. September, von 8 bis 12 Uhr und 15 bis 19 Uhr, Sonnabend, den 2. September, von 13 bis 17 Uhr, und Sonntag, den 3. September, von 7 bis 10 Uhr den Luftraum über der Stadt Nürnberg einschließlich eines Umkreises von fünf Kilometern um die Stadt für den gesamten Luftverkehr gesperrt.
Personen, sondern den alten Berliner Erwerbslosen zur Verfügung stellt."
Wegen Reisen nach Deutschland verhaftet
Der tschechische Terror gegen die Deutschen.
Großes Aufsehen erregte in allen politischen Kreisen die Verhaftung des gewesenen Beamten der Kohlen- Handlung Schlesinger in Prag, Walter Härtl. Reisen, die er nach Deutschland unternahm, fielen der tschechischen Staatspolizei auf, die nun behauptet, daß Härtl zu hervorragenden Persönlichkeiten der deutschen Regierung fuhr. Bei einer Hausdurchsuchung soll eine umfangreiche Korrespondenz mit deutschen Regierungsvertretern aufgefunden worden sein.
In den bei ihm beschlagnahmten Briefen wurde öfter der ehemalige Direktor der Weltfirma Schicht in Aussig, Stefan Filip, genannt. Der 70jäbrige Mann weilte in Lindewiese zur Kur, wo er ebenfalls verhaftet wurde. Politisch ist Filip nie hervorgetreten.