ßulöaer Anzeiger
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Nr. 207 — 1933
Fulda, Dienstag, 5. September
10. Jahrgang
Nachklang von Nürnberg.
Sie Wiedergeburt der Nation.
„Ich kann noch hundert Jahre leben, ohne jemals die Einzelheiten dieser Massenkundgebung zu vergessen." So schreibt ein französischer Sonderberichterstatter seinem Pariser Blatt über den Nürnberger Reichsparteilag.
Es will immerhin etwas heißen, wenn sich ein Franzose zu derartigen Äußerungen rückhaltloser Bewunoe- nlng Hinreißen läßt. Aber er hat nur das ausgesprochen, was allen Teilnehmern dieser Nürnberger Parteitagung von der ersten bis zur letzten Stunde klar war. Das ist die historische Bedeutung dieses Kongresses, daß er nicht eine Partei, also nur einen geringen Bestandteil des Volkes, sondern das nationalgesinnte deutsche Volk als Ganzes verkörperte und nunmehr auch in Zukunft verkörpern wird. Und eine zweite Bedeutung hat diese wahrhaft nationaldeutsche Nürnberger Kundgebung: sie hat sich als eine friedliche Mobilmachung im nationalpolitischen Sinne, deutlicher noch: als eine Mobilmachung staats organisatorischer und volksnationaler Friedensarbeit erwiesen, also als genau das Gegenteil von dem, was französische und polnische Hetzblätter in die Welt hinausschreien.
Nach der großen Proklamation und nach der kultur- dolitischen Rede unseres Führers itiib Volkskanzlers Adolf Hitler hatte jeder angenommen, daß damit die äußersten Höhepunkte des Nürnberger Kongresses gegeben waren Md er nun seinem Ausklang zueilte. Adolf H i t l e r, der Mann der Überraschungen, der Mann, der aus dem Nichts eine die Grenzen Deutschlands heute schon weit Überschreitende nationale Bewegung schuf, der Mann, der innerhalb eines halben Jahres zwei Millionen Erwerbslosen wieder zu Lohn und Brot verhalf, er hat das schier I Unmögliche fertiggebracht, auch jene beiden großen Mani- ' che noch zu übertrumpfen und dem Reichsparteitag einen ibschluß zu geben, wie er stärker und eindrucksvoller nicht gedacht werden kann. Eine Staatsphilosophie hat es immer schon gegeben; wer entsinnt sich nicht noch derblassen, völlig westlerisch eingestellten Theorien eines Walter Rathenau? Eine in der Durchdachtheit und iw logischen Aufbau so streng und gesetzmäßig entwickelte Darstellung völkischer Staatsführung, wie sic Reichskanzler Adolf Hitler in seiner großen Rede vom Sonntagnachmittag gab, hat vor ihm niemand erreicht. Noch niemals ist der Grundsatz der rassischen Auslese und 91 u 5« Wertung un d der Grundsatz der aristokratisch e n F ü h r e r a u s w a h l in einer solchen Klarheit entwickelt worden wie in dieser Rede. Beides waren Momente, die der Kanzler schon in seinen kulturpolitischen lusführungen berührt hat; daß er sie am Sonntagnach- Mttag erneut zum Ausgangspunkt seiner Rede genommen M, die einem staatspolitischen Manifest gleich- zuachten ist, zeigt, welche Bedeutung die Pflege der rassi- MN Auslese und der Führerheranbildung im Deutschland -ldolf Hitlers hat. Nie auch gab es bisher derart einfache und beweiskräftige Ableitungen für die Notwendigkeit der Zuziehung politisch wahrhaft befähigter Männer
Führer des Volkes; nie wurde der Trennungsstrich Jüchen den zwingenden F o r d e r u n gen desnatio- i ue u G e wissens und dem Weimarer System mit Wicher Schärfe gezogen, jenem System, das von der Notwendigkeit wahrer politischer Führereigenschaften nichts oder wissen wollte. Mit Recht konnte der Kanzler, M)dem er noch die Unfähigkeit früherer bürgerlicher
. Die Blutfahne von 1923.
^' dem Luitpoldhain in Nürnberg weihte Hitler die ^. Feldzeichen der SA. mit der Blutfahne von die hier von einem SA-Mann «straften wird,
Der Führer weiht die Feldzeichen.
Aus beut Luitpoldhain in Nürnberg weihte Reichskanzler Hitler die neuen Feldzeichen.
„Nur in der eigenen Kraft ruht das Schicksal jeder Nation!"
Moltke, im Reichstag am 1. 3. 1880.
Parteien zu einer kraftvollen Führung des Volkes gekennzeichnet hatte, hinzufügen: „Das Volk erträgt daher Gott sei Dank auch, nur die Politiker, denen dieBerufung auf der Stirn geschrieben ist."
Berufung? Die Regierung Hitler wurde vor einem hafben Jahre betraut. Erst ein Achtel der von Adolf Hitler damals für die Durchführung seiner Aufgabe verlangten vier Jahre ist abgelaufen — und die Summe des Geleisteten ist schon jetzt so, daß die Regierungsarbeit der vorangegangenen Nachkriegskabinette daneben nichts als eine Kette von Enttäuschungen für ein von Parteiklüngeln an der Nase herumgeführtes Polk ist. Nach einem halben Jahre,. der, Tätigkeit eines neuen Kabinetts wußte früher das deutsche Volk jedesmal, daß alle Versprechungen der Regierungserklärungen unerfüllt blieben und nur eine Sicherheit bestand: daß die Arbeitslosigkeit, die Steuern, die Verelendung, die immer tiefere Perschuldung gegenüber dem Ausland wuchsen und wuchsen. Das deutsche Volk erträgt jetzt, um das Wort des Kanzlers beizubehalten, die Regierung Hitler ein halbes Jahr lang — und dort in Nürnberg haben seine Vertreter jetzt d e in erwählten Führer in unbeschreiblichem Jubel den Dank ausgesprochen für dieses erste halbe Jahr und seine Ergebnisse und haben diesen Reichskongreß des nationalen Deutschland zu einer einzigen V e r t r a u e n s k u n d g e b u n g für Adolf Hitler und seine Mitarbeiter gemacht.
Wieviel leichter ist es heute unserem ganzen Volke und jedem einzelnen von uns gemacht, dieser Führung zu folgen, die nichts anderes als die Arbeit für Deutschland kennt und nichts weiß von Parteiintrigen und Ausbeutung der Volksmasse zugunsten fremdrassiger Zu- wanderer und zugunsten der Aufrüstung der Tribut- gläubiger von Versailles!
Einen entscheidenden Unterschieb muß man noch, wenn man die Summe aus diesem Nürnberger Reichstongreß zieht, hier hinzufügen: die Vorgänger Adolf Hitlers auf dem Reichskanzlerstuhl waren, wenn sic mit Unterstützung der sogenannten „Regierungsparteien" die politische Macht erlangt hatten, auch schon auf dem Gipfel ihres ganzen Könnens angelangt — für die Regierung Hitler ist der Besitz und der Ausban der politischen Macht lediglich der A n f a n g , das Fundament für die eigentlich nationale Aufbauarbeit, schon ein halbes Jahr hat es bewiesen!
Als der Kanzler am Sonntagnachmittag zum Schluß seiner Rede das Wort sprach, daß Deutschland mit seinem Kampf gegen das fressende Gift des Bolschewismus „wie schon oft in seiner Geschichte e i n e w a h r h a f t e u r o - päische Bi i s s i o n erfüllt" hat, saßen vor ihm die diplomatischen Vertreter von 30 fremden Staaten. Sie nehmen die ernste Verpflichtung mit sich, zu ihrenvTeil au der Per« breitung der Wahrheit beizutragen, daß entgegen allen Hetzereien unserer beiden nächsten Nachbarn an der Ost« und Westgrenze das nationale Deutschland sich erneut vor aller Welt für diese europäische Mission qualifiziert ball Das vermochte freilich erst das Deutschland Adolf Hitlers.
D A.
Es geht wieder in die Heimat
Nürnberg nach dein Parteitag.
Nürnberg bot am Montag, obwohl bis 13 Uhr bereits 223 Sonderzüge die verschiedenen Bahnhöfe verlassen hatten, noch immer das von den Tagen des gewaltigen Massenaufmarsches gewohnte Bild regsten Lebens und Treibens. Noch gab die braune Uniform der Stadt ein festliches Gepräge, wozu die beispiellos schöne Ausschmückung, die bis zum nächsten Sonntag bcibcbaUen wird, erheblich beiträgt. Von überall her zogen aus den Standquartieren, Schulen, Fabriken und Sälen die geschlossenen Trupps mit Musik und Gesang zu den Bahnhöfen, herzlichst verabschiedet von der Nürnberger Bevölkerung und von den eigenen Kameraden aus anderen Gauen. Die A m t s w a l t e r strömten fast ohne Unterbrechung in langen Kolonnen dem Haüptbahnhof zu, während S A., S S. und H I. aus ihren Zeltlagern zu den Eisenbahnstationen in Nürnbergs näherer und weiterer Umgebung marschierten. Zug um Zug rollte dann aus den Hallen. Es ging wieder in die Heimat, in die man unvergeßliche Erinnerungen an erhebende Tage unter dem Siegeszeichen des Hakenkreuzes mitbringt. Auch viele geschmückte Lastwagen befördern die Tagungsteilnehmer zurück. Die letzten Sonderzüge werden im Laufe des Dienstagnachmittag abgehen.
Die Höhepunkte der gesamten einzelnen Veranstaltungen des Reichsparteitages sind filmisch in ihren ungeheuren Ausmaßen festgehalten worden. Der einzigartige Wechsel der Schauplätze, das immer wieder neu- geformte Antlitz des in den Braunen Armeen Adolf H i t l e r s verkörperten deutschen Volkes werden den Film zu einem einmaligen historischen Dokument machen, sei es nun, ob Deutschlands Jugend ob die gewaltigen Säulen des Amtswalleraufmarsches, ob der Triumphmarsch der SA. und SS., das Totengedeitkcn unb die Standarlenweihe aufzuuchrucn waren.
Die Höhepunkte der Aufnahmen bilden o c s Führers Reden, um jubelt von der Zustimmung seiner Kämpfer, inmitten der treuen deutschen Stadt Nürnberg.
Wenn die Bildsinfonie des Parteitages, deren künstlerische Beratung Leni Riefenstahl in Händen hat, mit grandioser Wucht vor Augen und Gemüt des deutschen Volkes gebracht werden wird, so kann die Hauptabteilung „Film" der Reichspropagandaleitung unter Führung von P g Oberregierungsrat Arnold R a c t h c r aus ihre Leistung stolz sein.
Rudolf Heß bei dem verwundeten Hofer.
Am Sonnabendabend zu später Stunde besuchte der Stellvertreter des Führers, Pg. Rudolf Heß, den aus Bozen eingetroffenen Gaâ'iter Franz Hofer. Heß ließ sich von ihm ausführlich über seine Flucht aus dem Innsbrucker Gefängnis berichten und wünschte Hofer alles Gute zur baldigen Wiedergenesung.
Gauleiter Hofer ließ sich dann zum große n S A. - A p p c l l im Luitpoldhain und zum Vorbeimarsch vor beut Führer am Adolf-Hitler-Platz transportieren. Er nahm, in einen tiefen Stuhl gebettet, am ganzen Verlauf d§s Tages lebhaften Anteil.
Die Ehrung der Toren.
Die riesige SA.-K un dgebuna aus dem Lunpowbain m Nürnberg begann mit einer eindrucksvollen Totenehrung. Auf unserem Bild sieht man Hitler m't Stabschef Röhm während reè TotengsdachtniffeS