Zul-aer /lnZeiger
z.W RM. Bei Lieferungsbehinderungen durch Tageblatt für Rhön und Vogelsberg
S"^ Zulöa-und Haunetal.Zulöaer Kreisblatt
Ansprüche. Verlag: Christian Seipel,Fulda. Redaktion und Geschäftsstelle: Königstraße 42 ❖ §ernsprech-Rnsthluß Nr. 1989 Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. Kachâruck öer mit-» versehenen Frtikel nur mit Quellenangabe, ZulöaerFnAeiger"gestaa»1.
Nr. 211 — 1933
Neuer Erfolg der Arbettsschlacht
Ktttere Entlastung
des Arbeitsmarktes.
Arbeitslosenzahl um weitere 207 000 zurückgegangen.
Im Kainpf gegen die Arbeitslosigkeit ist, wie die Kcichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung berichtet, ein weiterer erheblicher Fortschritt erzielt worden. Die Zahl der bei den Arbeitsäintern eingetragenen Arbeitslosen ging in der Zeit vom 16. bis 31. August um weitere 207 000 (4,8 Pro- jent) zurück. Nachdem bereits seit längerer Zeit der diesjährige Arbeitslosenbestand unter dein des Vorjahres lag, md mit rund 4 128 000 Arbeitslosen auch der für den gleichen Stichtag des Jahres 1931 erzielte Bestand erstmalig unters (stritten.
Neben den landwirtschaftlichen Bezirken haben auch einige
industrielle und dichtbesiedelte Gebiete
Wohl in absoluten Zahlen, wie anteilmäßig) eine überdurchschnittliche Abnahme aufzuweisen, so Westfalerr (- 21 000 oder 6,2 Prozent), Mitteldeutschland (— 22 000 oder 6,6 Prozent), Niedersachsen (— 18 000 oder 7,7 Prs- jent).
Am 31. August entfielen auf die Arbeitslosenversicherung rund 360 000, auf die Krisenfür» sorge rund 1 170 000 Hauptunterstützungs- empfänger. Die Zahl der anerkannten arbeitslosen Wohlfahrtserwerbslosen betrug rund 1604 000.
Im Arbeitsdienst
wurden nach der Zählung der Neichsleitung des Arbeitsdienstes zur Zeit rund 257 000 junge Deutsche beschäftigt. Lurch die Vermittlung der Reichsanstall werben fast MO OOO junge Landhelfer in der Landwirtschaft hergebracht sein.
Die Abnahme der Arbeitslosigkeit erstreckte sich im Wat August
auf alle Berufsgruppen.
Katastrophen in aller Welt
Schwere Grubenkatastrophen in Ostoberfthlefielr.
Mehrere Todesopfer.
8k dem Mogrzijow-Schacht bei Sosnowice in O stöber s ch l e s i e n ereignete sich ein Pfeiler- Mammenbruch, bei dem fünf Bergleute, mptsächlich Jugendliche, verschüttet wurden. An ’cin zusammengebrochenen Pfeiler arbeiteten 12 Mann, M, denen sich sieben rechtzeitig durch Flucht in einen »licht whrdeten Nebenstollen in Sicherheit bringen konnten.
fünf verschütteten Bergleute konnten trotz fieberhafter MtungSatbeiten noch nicht gerettet werden. Es besteht "enigd Hoffnung» sie lebend zu bergen.
Ein weiteres Unglück ereignete sich auf den Boer- ^Mchtcn in Kostuchya, wo zwei Bergleute von ^stürzende« Kohlenmassen verschüttet und "fchlagen wurden. Auch hier handelt es sich um tlnen Pfeilereinsturz, was auf den Zustand der polnischen ^lengruben ein ungünstiges Licht wirft. — Schließlich cs auch in der Radzonkagruppe in Ostoberschlesien zu lW Kohleneinsturz, bei dem ein Bergmann verschüttet 30ftünbiger Rettungsarbeit als Leiche geborgen
Zu den gemeldeten Grubcnkatastrophe»«, die sich im Mcrschlcsischen und im Dombrowaer Kohlenrevier er- jWtcn, gesellt sich ein drittes schwercsUnglück. R dem Richthvfenschacht in Iano tu wurden durch das krcindrechcn von Gesteinsrnassen sechs Bergleute ^schüttet. Zwei Bergleute konnten nur noch als fytn geborgen werden, ein dritter Bergmann »vurde Der verletzt. Die drei übrigen Bergleute kamen mit Men Verletzungen davon. — Auf dem Mogrzijow- sind die Rettungsmannschaften an die Unfallstelle "^gekonimen. Die Leiche eines Bergmanns wurde Megen: die anderen vier Verschütteten lassen keine Iuszeichen von sich hören, so daß man mit ihrem Tode "Men. muß.
N Militärflieger tödlich abgestürzt.
der Nähe von Kielce in Polen sind während -M."»stmanövers des 2. Fliegerregiments ans Krakau ^'Militärflugzeuge in der Luft zu- „b sengest o tz en. Die beiden Flugzeuge stürzten . wurden völlig zertrümmert. Die vier »nMHen, zwei Fliegeroffiziere und zwei Unter« fanden den Tod. — Ferner ereignete sich d,r M Flugplatz in T h o r n ein Flugzeugunglück, dem Fliegerleutnant Fichs zum Opfer fiel. einer Kampfübung des 4. Fliegerregiments zeugte plötzlich die Steuerung des ging« ^5 und die Maschine stürzte ab. Unter den Trum-
Fulda, Samstag, 9. September
Durch den Einfluß einer unter arbeitsmarkkpolitischen Gesichtspunkten zielbewußt betriebenen Arbeitsvermittlung ist der Arbeitsrnarkt für Männer feit Ende Februar bedeutend stärker als der Arbeitsmarkt für Frauen entlastet worden.
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12 Millionen für Wohnungen.
Zu der Bereitstellung von Geldern für die Errichtung von Not- und Behelfswohnungen im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms meldet der „Völkische Beobachter", daß es sich dabei um einen Betrag von zwölf Millionen Mark handelt, der in Arbeitsschatzanweisungen zur Verfügung gestellt worden ist, um die Errichtung von Not- und Behelfswohnungen zur Unterbringung wohnungsloser Familien zu ermöglichen. Die Darlehen sollen nur G e m e i n d e n gegeben werden, in denen besondere Wohnungsknappheit herrscht unb die nicht in der Lage sind, aus eigenen Mitteln für die Unterbringung wohnungsloser Familien zu sorgen. Die Bauten müssen aus dauerhaftem Material erstellt werden und den gesundheitlichen Anforderungen entsprechen.
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Für eine Form des weiblLÄen Arbeitshienstes.
Von verschiedener» Stellen ist in letzter Zeit geäußert worden, daß neben dem weiblichen Arbeitsdienst auch noch ein weiblicher Volks - undFraucndienst treten soll und daß zwischen diesen beiden Arten des Dienstes der weiblichen Jugend an der Nation soziale Unterschiede gemacht werden sollen. Die Neichsleitertt» des Mädelarbeitsdienstes, Frau Elisabeth Braun, weist darauf htm daß alle derartigen Vermutungen aus der Lust gegriffen sind. Seit dem 25. Juli 1933 dürfen außerhalb der Organisation des Mädelarbeitsdienstes, dessen oberste Spitze die Reichsverwaltung ist, keine weiblichen Dienstlager aufgezogen werde»».
Iapamsche Siadt durch Seebeben zerstört.
Auf einer westlich von Japan gelegenen Jtlscl wurde durch den Ausbruch eines unterseeischen Vulkans die Stadt Napo» fast vollkommen zerstört. 180 Häuser wurden vernichtet. Nach vorläufigen Angaben kamen 70 Personen um § Leben.
Güterzug fährt in einen Kraftwagen.
Drei Todesopfer.
Bei Einfahrt eitles Güterzuges auf dem unbeschrankten Bahnübergang bei S ch l ü s s e l b u r g (Weser) auf der Strecke Nienburg—Minden wurde ein Personenkraftwagen ü b e r f a h r e n. Drei Personen wurden getötet, eine P e r s o n ist f ch w e r V e r - letzt. Der Führer der Kraftwagens war ein Herr Fritz Dresemann aus Hamburg, neben dem seine Frau und eine Frau T i e t i n g aus Stemmer bei Minden und eine Frau'Lisette Krügèr aus Hausberge sich in dem Wagen befanden. Dresemann, seine Gattin und Frau Tieting sind tot,, während Frau Krüger schwere Verletzungen do- von trug.
Internationale Hilfsaktion für die Hungernden in Gowjetrußland.
Wie der Evangelische Pressedienst mitteilt, beschloß Hagen zu einer internationalen Kon- lte Europäische Zeutralstclle für kirchliche
die in Kope n
ferenz versammelte .....
Hilfsaktion unter Leitung des bekannten schweizerischen Kirchenführers Prof. Dr. Keller-Genf eine ökumenische und internationale Hilfsaktion für die hungernden Christen aller Konfessionen in S o »v j e t r u ß l a n d in die Wege zu leiten.
Au-obahnen auch in Brandenburg
und in der Grenzmark.
Zwischen dem Obcrpräsidcutcn K u b c und Gencralinspektor für das deutsche Straßcnwescn,
dem Dr. und
Todt, fand eine Besprechung über den Aufbau die Linienführung der Autobahnen in der Provinz
Brandenburg statt.
Bei dieser Gelegenheit setzte sich Oberpräsident Kube mit allem Nachdru ck dafür ein, daß, nachdem erfreulicherweise in Hessen und Bayern Autobahnen bereits in Angriff genommen seien, jetzt auch die ihm unterstellten Provinzen Brandenburg und Grenzmark Posen-West Preußen berücksichtigt würden. Nach den Erfahrungen des Generalinspektors Todt wird den Wünschen des Oberpräsidenten bereits in ^LckOsr £ »H RschnLRg aètrager wurden.
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10. Jahrgang
praktisches Aattonalbewußlsein.
Das Deutschland der Arbeit. — Rückstrahlung aufs Ausland. — Vor der Wende in Österreich.
Die Zeit steht im Zeichen einer erhöhten Umsetzung des mit so starkem Impuls angefochten deutschen Nationalbewußtseins in praktische Auswirkungen, die überwiegend auf weiteste Sicht, ja für spätere und späteste Generationen abgestellt sind. Das Tempo, das die Erneuerung feit dem 30. Januar nahm, ließ keinen Zlveifel daran, daß man sich auf keinen Fall mit irgendwelchen Anfangserfolgen zu begnügen gedachte. Und kaum hatte der Führer die nationale Revolution als beendet erklärt, da gab er auch schon in jener großen MünchenerRede vor denAmtswaltern im August eine kennzeichnende Parole: nach dem ersten siegreichen Ansturm gegen die Plage der Arbeitslosigkeit, der in einem knappen halben Jahr zwei Millionen Menschen wieder in den Arbeitsprozeß des deutschen Volkes einschaltete, soll nun die zweite Welle das bisher Errungene für den Winter im höchstmöglichen Ausmaß halten und im kommenden Frühjahr soll dann die dritte Welle bei dem Ergebnis der ersten einsetzen und die Liste der Arbeitslosen erneut dezimieren. .
.Wenn es überhaupt noch möglich war, die Stoßkraft des Kampfes aller behördlichen und privaten verantwortlichen Stellen gegen die Lethargie der Arbeitslähmung zu steigern, so war sie durch den Verlauf des Nürnberger Reichstages und durch die großzügigen Marschlinien Adolf Hitlers erneut gegeben. Die außerordentlich starke Betonung, die unser Volkskanzler in Nürnberg gerade den Fragen der Bevölkerungs- und der Rassenpoliiik widmete, fanden nach eingehender Vorbereitung ihren praktischen Niederschlag in einem großartigen, von der Regierung ausgearbeiteten Propagandafeldzug für die Bekämpfung der in Deutschland seit vielen Jahren drohenden Entvölkerungsgefahr. Wir werden darauf noch wiederholt ausführlich unter Heranziehung eindringlichsten Tatsachenmaterials zu sprechen kommen.
Gleichzeitig verkündet Dr. Ley den Beginn des Propagandafeldzuges für die Deuts ch e A rbcits - front zum 1. Oktober. Mit erhöhtem Nachdruck werden ferner die Arbeiten an den großen Plänen für tue deutschen S t r a ß e n b a u t e n, die Landstraßen, die Arttobahnen, die Schiffahrtswege unter wachsendem Einsatz bisher brachliegender Arbeitskräfte fortgesetzt. Der Reichslandwirtschaftsminister Darrè, der ja seiner agrarpolitischen Herkunft nach aus der Baucrnarbeil hervorging, widmet einen nicht geringen Teil seiner Kraft der Förderung der Ansetzung von Siedle r n in großem Maßstabe, vor allem in solchen Gebieten, die durch den landwirtschaftlichen Verfall der letzten Jahr: unter einem laudwirtschaftsfeindlichen Regime. entvölkert wurden, und besonders im südlichen Ostpreußen und längs des Korridors nationalpolitisch von Polen her schwer be
droht sind.
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Es konnte nicht ausbleiben, daß dieses aus der Zu- sammenraffung allen nationalen Leistungsvermögens entstehende neue Kraftgefühl iv e i t über d i c gegenwärtigen Grenzen Deutschlands hinausströmte. Das zeigte sich nicht nur darin, daß sich . überall in der Welt, Ivo Deutsche sitzen, Auslandsgruppe» der NSDAP, bildeten (soweit sie nicht schon vorher be standen hatten). Dieser Zusammenschluß, der zugleich eine innere Stärkung der A u s l a n d s d e u 1 - s ch e n und ein freudiges Bekenntnis zu der Wiedergeburt ihres Vaterlandes und zu seinem Führer bedeutet, war letzten Endes nur eine selbstverständliche Folge des Siegesznges der nationalen Revolution. Aber diese Ausländsdeutschen, die unter der Unfreiheit des früheren Systems und seiner Liebedienerei gegenüber der Umwelt zu leiden hatten, sie können sich heute wieder mit altem Stolz zum Reich und seinen Farben und seinen Führern bekennen. Sie nehmen damit eine w e s e n t l i ch a n d e r e Stellung gegenüber den fremden Wirt s - Völkern ein als vor der Wiedererstarkung Deutschlands. Die deutschen Vorposten draußen im Auslande sind heilte für das Reich in ihrer neu befruchteten Aktivität von viel größerer Bedeutung als jemals während der ganzen Nachkriegszeit. *
Um so peinlicher und selbst für vicfc nichtdeutsche Auslandskreise befremdender war das Schauspiel uu» deutscher, ja geradezu nationalfeiudlicher Politik, das in dieser Zeit Ost erreich geboten hat. Während im Reich und überall da, wo Deutsche in der Welt verstreut sind, jeder nur noch das eine Ziel kennt, dem deutschen Namen wieder zu seiner alten, unbegrenzten Achtung zu verhelfen, hat die Regierung Dollfuß eine Politik getrieben. als habe sie irgendeinen uns völlig fremden Slawcustaat und einen Bündnispartner Frankreichs zu vertreten. Trügen nicht alle Anzeichen, dann geht dieses Schauspiel jetzt seinem verdienten Ende zu. Wenn nichts anderes, so ist zumindest das ein sicheres Kennzeichen dafür, daß man in England Herrn DolUutz und sein unmögliches Terrorsystem jetzt fallen läßt. Alan ent sinnt sich, noch unter Schober sprang England Österreich mit einer Anleibe bei, als Frankreich Österreich mit einem neuen finanzpolitischen Diktat endgültig zu einer französischen Provinz degradieren wollte. Die seltsamen Re gierungskünste aber, die das Kabinett Dollfuß in den letzten Monaten spielen ließ und die eine verzweifelte Ähnlichkeit, ja Gleichheit mit der wirklichkeitsfremden Politik Brünings zeigen, haben England doch darüber