Zul-aer Anzeiger
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Nr. 212 — 1933
Fulda, Montag, 11. September
10. Jahrgang
Ein badisches Dorf in Schutt und Asche
Bisher 180 Gebäude abgebrannt.
Das Feuer wütet weiter.
Pforzheim, 1O. Sept. (WTB.) Zn dem etwa 1500 Einwohner zählenden Dorf Oefchelbronn wütet seit 11 Uhr vormittags ein furchtbarer Brand. Er nahm seinen Ausgang in einer Scheune im oberen Teil der Ortschaft und verbreitete sich bei dem starken Ostwind mit ungeheurer Schnelligkeit. Der Einwohner bemächtigte sich eine Panik, das Vieh wurde auf die Felder getrieben. Bis 14 Uhr wurde gemeldet, daß dem Brand ungefähr 40 Anwesen zum Opfer gefallen sind. Das Feuer ist noch nicht gelöscht, und man befürchtet, daß das ganze Dorf den Flammen zum Opfer fällt. Sämtliche Feuerwehren der Umgebung, jauch die von Stuttgart und Karlsruhe, find zur Hilfeleistung her- bcigeeilt. SÄ., SS. und Polizei sorgen für Absperrung. Um 16 Uhr wurde gemeldet, daß der tiefer gelegene Orts- jejl von Oeschlbrunn vollständig in Schutt und Asche liegt. Aus den Ruinen lodern immer noch dicke Rauchschwaden, und Flammen prasseln hervor. Abgebrannt sind etwa 52 Anwesen, obdachlos über 70 Familien. Die Not ist groß.
Trotz der todesmutigen Anstrengungen der FeuerweL- rcn, der Polizei, SA. und SS. ist es bis zur Dunkelheit nicht möglich gewesen, das Feuer einzudämmen. Nunmehr liegt der Ortsteil Steig in einem riesigen Flammenmeer. Die Zahl der zerstörten Anwesen ist auf über 70 angewachsen, die der obdachlosen Familien dürfte über 109 erreichen. Die Vrischaft zählt 320 Gehöfte. Es herrscht völliger War?er- mnael, es fehlt sogar an Trinkwasier. Die Not und Der- zmeislung der Bevölkerung ist unbeschreiblich. Um dem ^tiiet Einhalt zu gebieten, müssen Sprengungen vorge- mmen werden.
Aufruf des Reichsstatthâlters i« Baden.
V e f ch e l b r o n n (Amt Pforzheim), 10. Sept. (WTB.) Um22 Uhr wütet das Feuer immer noch. Es find bis jetzt Nlamt 180 Gebäulichkeiten (Wohnhäuser, Scheunen und Äsungen) abgebrannt. Bald nach 19 Uhr traf der Reichs- Mqalter Waâner in Begleitung des Unterrichtsministers $t. Wacker in Oefchelbronn ein. Er sprach dem Bürgermei
Dreifacher Todessturz in Monza.
Dem ersten Unglück folgte nach einer Stunde an der gleichen Stelle das zweite
Monza, 10. Sept. Ein gräßliches Automobil-Unglück, wie es in der Geschichte des Sports noch nicht zu verzeichnen var, ereignete sich heute nachmittag im Großen Preis von Monza bei Mailand. Einige der bekanntesten Automobil- Rennfahrer, die beiden Italiener Campari und V o r - Wcdjixi sowie der Franzose Graf Czaikowski, der vor wenigen Monate« auf der Berliner Avus einen neuen Ttunden-Weltrekord aufgestellt hatte, find das Opfer ihres Berufes geworden.
Nachdem der erste der drei 66-km-Vorläufe glatt verrufen war und von Graf Czaikowski auf Bugatti mit 181,555 Stdkm. vor Moll gewonnen wurde, kam eg im festen Vorlauf zu der schrecklichen Katastrophe.
Campari auf Maserati führte 150 Meter vor dem Felde in rasender Fahrt. In der großen Kurve der 4,5 km langen Rennstrecke wurde der Wagen aus der Bahn geschleudert und überschlug sich. Die dichtauf folgenden Borzacchini, Eastelbarco und Barbieri zogen mit aller Kraft die Bremen, wobei fich die Wagen von der Wucht dieses scharfen Angriffs in die Luft hoben, sich mehrmals überschlugen und Wctzlich mit starkem Krachen auf der Bahn landeten. Die herbeigeeilten Helfer konnten Campari nur noch tot unter seinem Fahrzeuge heroorziehen, während Borzacchini und Castelbarco in schwer verletztem Zustande ins Kran- knhaus gebracht werden mußten, wo Borzacchini bald fei- «en Verletzungen erlag. Barbieri blieb wie durch ein Zunder unverletzt.
. Trotz dieses schweren Unglücks wurde die Veranstaltung ^gesetzt. Der über 99 km führende Endlauf begann dann inständiger Verspätung. Die Zuschauer standen noch âz unter dem Eindruck des Todessturzes. Bis zur Hälfte Cs Rennens ging auch alles glatt, bis dann in der zehnten ^»«be der Tod ein neues Opfer forderte. Graf Czaikowski, r bis dahin an der Spitze lag, verlor an der gleichen an der vorher die beiden Italiener verunglückt wa- n> die Gewalt über feinen Wagen. Ein vieltansendstim- ^* Schrei ging durch die Massen, als der blaue Bugatti- tcm'e ’n hohem Bogen durch die Luft sauste und mit lau» Ö^ 0"s der Bahn landete. Durch den Anprall enl- «w Motorfeuer, so daß ein Löschen bei der Gefahr ^plosi-n nicht möglich war. Erst nach geraumer Zeit kg c man an die Löschungsarbeiten gehen, aber jede Hilfe ye^^ ^öt. Graf Czaikowski war bis zur Unkenntlichkeit
ster Diehlmann seins nnd der badischen RrgècrunZ wärmste Anteilnahme an dem furchtbaren Unglück aus.
Der Reichsstatthalter in Baden erließ von der Brandstätte aus einen Aufruf an alle deutschen Volksgenossen, in dem es .....
Die Gemeinde Oefchelbronn ist von einer furchtbaren Brandkatastrophe betroffen worden. Es ist jetzt 8 Uhr abends. Die Hälfte des Dorfes liegt bereits in Trummer« und noch ist kein Ende der Feuersbrunst abr"^en, wenn auch glücklicherweise Menschenleben nicht zu beklagen sind. In dieser Stunde rufe ich, tieferschüttert von dem entsetzlichen Unglück, welckes die badische Grenzmark betroffen hat, alle deutschen ^v.tSgenosien zur schnellen Hilfe ,^r o^e unglücklichen Einwohner der Gemeinde Oefchelbronn. Geldspenden sind zu richten an die Städtische Sparkasse in Karlsruhe unter dem Vermerk „Brandkatastrophe Oefchelbronn".
Gleichzeitig hat der Reichsstatthalter die Brand^eichL- d'gten der tatkräftigen Mithilfe der badischen Regierung und des gejaulten deutschen Volkes versichert und aus einem ihm zur Verfügung stehenden Fonds 10 000 Mark zur Linderung der größten Not überwiesen.
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Größerer in einem MWonshaus.
Im Missionshaus „Christus Rex" in Bad A l t h e i d e (Schlesien» brach Feuer aus. Die Feuerwehr aus allen Nachbarorten eilte sofort zur Brandstelle, wo das riesige Hauptgebäude, drs eigentliche Mtfsionshaus mit eingebauter Kapelle, bereits über und über brannte. Der Dachstuhl sowie das Obergeschoß des zweistöckigen Gebäudes stand in Flammen. ‘ Die wertvolle Bibliothek, die schöne Kirchenorgel,
Decken und sonstiges Inventar und Mobiliar von hohem retten. Der große Wasser
Werte waren nii mangel an der
randstelle machte sich unangenehm be
merkbar. Bei dem Brande sind Gegenstände von unersetzlichem Wert vernichtet worden. Dem Bemühen der Feuerwehren getane es schließlich das Feuer einzudämmen und die nahen Gebäude zu erhalten.
GA -TrmrspsriWagen verunglückt.
Furchtbarer Unfall bei Solingen.
Z a h l r e i ch e T o t e und Verletzte.
Bei K o h l s U r t h e r b r ü ck e in der Nähe von Solingen ereignete sich ein furchtbares Berkehrsunglück. Ein mit 4 3 Bochumer S A. - M ö n n e r n besetzter Kraftwagen geriet in einer gefährlichen Kurve zwischen Kronenberg und Kohlfurth wahrscheinlich infolge Ber. sagens der Bremsen auf der abschüssigen Straf?« ins Rutschen. Der Transportwagen stürzte, sich mehrmals überschlagend, eine etwa 30 Meter hohe Böschung hinab in den Wiefengrund. Eine starkc Eiche frug den Wagen, der völlig zertrümmerl wurde, schließlich auf. Bon den 43 SA -Männern wurden neun getötet,17 schwer verletzt und 15 leichter verwundet.
Bei den Verunglückten handelt es sich um SA.-Mänei vom Bochumer Reservesturm 3/17. Der Kraftwagen befand sich auf der Fahrt zur Müngstener Brücke und nach Schloß Burg. Einige SA-Männer, die die Katastrophe kommen sahen, sind in voller Fahrt vorher abgesprungen. Unter dem zertrümmerten Wagen war ein SA.-Mann derartig unglücklich eingeklemmt, daß er erst nach Eintreffen der Feuerwehr, die das Fahrzeug heben mußte, befreit werden konnte. Er starb kurz darauf infolge seiner furchtbaren Verletzungen. Feuerwehr aus Wuppertal und Polizei aus Solingen leisteten im Verein mit SS.- und SA.-Mannschaften sowie mehreren Ärzten die erste .Hilfe Die Verletzten wurden in die städtischen Krankenanstalten nach Solingen gebracht. Von den Leichtverletzten konnten 11 wieder entlassen werden.
Vom Rachsitzen in den Tod.
Bad Mergentheim. Der die Realschule besuchende Schüler Walter Friedrich, der zum Nacharbeiten vom Lehrer in ein im dritten Stock gelegenes Klassenzimmer eingeschlossen war. versuchte vom Fenster aus aus einen neben dem Schulgebäude stehenden Abornbar'm zu springen, um io die Schule verlassen zu können Der Ast, aus den er sprang brach jedoch und der Junge stürzte aus beträchtlicher Höhe zu Boden Ins Krankenhaus eingeliefcrt. verstarb er drei Stunden später an den Folgen eines Schädelbruches und einer Lungenverletzung.
Zwei Mörder hingerichtet.
Arnsberg. Hier sind der Eleve Werner Stitz und her ^lasergehilse Herbert Kleemann bingertchtet worden Sie waren vom Schwurgericht in Arnsberg am 25. März d. J. wegen Mordes an der Ehefrau Schüler zum Tode verurteilt worden.
Unwetter in Südsrankreich fordert drei Todesopfer.
Paris. Im südwestlichen Frankreich herrschten schwere Unwetterkatastrophen. In der Nähe von Bordeaur riß der Sturm eine Hochspannungsleitung herunter, die unglücklicherweise auf eine Bauersfrau kiel. Die Frau war aus der Stelle tot. Ihren Mann und ihre Tochter, die ihr zu Hilfe eilen wollten, ereilte dasselbe Schicksal.
Kampf dem Volksschwund!
Wir haben hier schon mehrfach darauf hingewiesen, in wie betonter Weise Reichskanzler Adols Hitler auf der Nürnberger Tagung zu wiederholten Malen die Fragen der Bevölkerungs- und der Rassenpolitik in den Vordergrund gestellt hat. Es war am 1. Dezember, als er u. a. sagte: „Heute erst beginnt der Menschheit die Bedeutung der Gesetze der Rasse und ihrer Vererbung aufzudämmern. Diese klare Erkenntnis und bewußte Berücksichtigung wird der kommenden Entwicklung einst als Grundlage dienen."
Wir wollen uns einmal nur folgende Tatsachen vor Augen halten, um uns an ein paar einfachen Zahlen- bcispielen klarzumachen, worum es sich handelt:
' Im Jahre 1840 kamen in Deutschland auf 1000 Einwohner jährlich 36 Geburten — im Jahre 1932 nur noch 15,1 Geburten, also nicht einmal mehr die Hälfte;
im Jahre 1913 hatten wir bei 66 Millionen Einwohnern einen Geburtenüberschuß von 834 000 — im Jahre 1932 nur noch 2 8 0 0 0 0, also nur ein Drittel; vergleichsweise hat Italien heute bei nur 41 Millionen Einwohnern einen Geburtenüberschuß von 410 000, Polen bei nur 32 (!) Millionen Einwohnern einen Geburlen-
Überschuß von 471 000;
im Jahre 1871 wohnten in deutschen Großstädten nur 4,8 Prozent der Bevölkerung — im Jahre 1933 aber 30,2 Prozent, also etwa das siebenfache!
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Um das Jahr 1900 hatte jede dritte deutsche Fr
Geburt — 1925 nur noch jede achte Frau, in De
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gar nur jede siebzehnte Frau I
Um das Jahr 2000, also in knappen sieben Jahrzehnten, einem in der Bevölkerungsbewegung sehr geringen Zeitraum, würde Deutschland beim Fortgang seiner jetzigen Bevölkerungsentwicklung nicht mehr 66, sondern nur noch 4 5 Millionen Einwohner haben.
Im Jahre 1910 gab es in Deutschland 22 Millionen Kinder im Alter von 1—15 Jahren — im Jahre 1933 nur noch 1 6 Millionen Kinder der gleichen Altersstufe, und im Jahre 1990 würden bei gleichbleibendem Rückgang nur noch 8 Millionen Kinder dieser Altersstufe da sein.
Andererseits lebten im Jahre 1910 m Deunchlaud 5 Millionen Menschen, mit einem Alter von über 60 Jahren — im Jahre 1990 würden es bei gleichbleibender Entwicklung 11 Millionen sein!
Im Jahre 1933 gibt es an 20—40jährigen, auf denen in erster Linie die Volks- und Wehrkraft beruht, 12 Millionen — im Jahre 1990 werden es bei gleichbleibender Entwicklung n u r n o ch 6 Millionen sein!
W a s b e d e u t e t d a s ? Es wird an diesen geradezu erschreckenden Zahlen dreierlei ausgezeigt:
1. ein katastrophaler Rückgang der Bevölkerung,
2. eine schnell sortschreitende Vergreisung des deutschen Volkes,
3. ein gefährlicher rassischer Niedergang.
.Hier setzt der große Aufklärungsfeldzug ein, der in den drei Monaten September, Oktober und November in erster Linie die Behandlung der Themen „Geburtenrückgang", „volkswirtschaftliche Auswirkungen" und „erbkranker Nachwuchs" zum Gegenstand haben wird. Eine planmäßige Bevölkerungspolitik wird von nun an durchzuführen sein. Das kann selbstverständlich nicht von den Organen der Regierung allein bewältigt werden. Deshalb hat man die ganze deutsche Öffentlichkeit, alle großen und kleinen Organisationen und Vereine, die Ärzte, die Presse, den Buchhandel, den Film, den Rundfunk und alle sonstigen Aufklärungsmöglichkeiten zu mte n» sivster Mitarbeit herangezogen. Aber auch damit ist es noch nicht getan. Die stärkste Aufklärungs- mid Werbemöglichkeit liegt naturgemäß in der kleinsten Genleinschaftszelle des Staates, in der F a m i l i e selbst, und dort wiederum bei den deutschen Frauen und Mütter n. . .....
Die jetzt eingeleitete große Volksbewegung ist schon von langer Hand vorbereitet worden durch die Gesetze über die allmähliche Ausmerzung notorisch erbkranken Nach- wuchses und durch das Ariergesetz. Machen wrr es uns doch nur einmal klar: in der Tierzüchtung, ja sogar in der Pflanzenzücht u n g haben wir s ch o n s e t t Jahrzehnten eine bis in alle Einzelheiten tzmem sorgfältigst erforschte Zuchtwahl-Lehre, Haben wir jedem Dichter bekannte maßgebliche Grundsätze für die Ausscheidung minderwertigen Nachwuchses und die Erhaltung und Fortentwicklung höchstwertiger Rassen und Arten; man braucht ja nur an die weltbekannten Ergebnisse der deutschen Zuchtsorschung und Zuchtwahl auf den Gebieten der Haustierzucht und zahlreicher Nahrungs- Pflanzen zu denken. Demgegenüber haben mir auf dem unendlich wichtigeren Gebiet der Bevölkerungsfrage zwar eine weitgehend ausgebaute Forschung, aber eine geradezu erschreckende Unkenntnis der einschlägigen Grundsätze in der Bevölkerungsmasse. Es steht fest, daß sage und schreibe neun Zehntel aller Deutschen von B e v ö l k e r u n g s p o l i t i k und Rassen- pflege so gut wie nichts wissen, ja, daß sogar in Kreisen der Ärzteschaft, der Lehrer, der Personalchefs großer Betriebe, der Wohlfahrtspflege usw. bisher nur ein geringes Interesse dafür bestand.
Es ist nun durch die weit ausschauende Fürsorge der nationalsozialistischen Reichsregierung und ihrer besonders ausgewähltcn und geschulten Mitarbeiter dafür gesorgt, daß das Interesse an der Erhaltung und neuen Aufwärtsentwicklung der deutschen Raste in alle Bevölkerungskreise getragen wird. Führend m dieser Aufklärung sind vor allem der „Reichsausschuß für ^olls- oesundbeissdienst" und das «Aufklärungsamt tut Rassen-