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Möaer /Anzeiger

ÄÄS Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

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Nnsprüche. Verlag: Christian Seipel, Fulda.

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^ 216 1933

Fulda, Freitag, 15. September

10. Jahrgang

NSDAP, vor neuen Aufgaben.

Muer großer Propaganda- feldzug der NSDAP.

Reichsminister Dr. Goebbels vor den EDAP.-Amts wallern des Gaues Berlin.

Vor den Amtswaltern des Gaues Berlin der ««DAP. hielt Reichs mini st er Dr. Goebbels im Berliner Sportpalast eine große Rede, in der er u. a. uMhrte: Bei einer rückschauenden Überprüfung der manaenen sieben Monate falle es schwer, zu sagen, Elche Taten der neuen Reichsregierung die cinschneidend- und hervorragendsten sein mögen. Alles das, was wir Nationalsozialisten uns in den vergangenen Jahren erträumten an politischen Reformen, an einschneidenden Änderungen in unserem inneren und äußeren Leben, alles das sei nahezu schon Wirklichkeit geworden.

Dr. Goebbels betonte, daß er damit nicht einem hemmungslosen Zweckoptimismus das Wort reden wolle- aber der Unterschied zwischen dem Reich von heute und dem Reich von damals sei historisch überhaupt Mi nicht mehr auszumessen. Alles das sei nur möglich oewesen, weil hinter der neuen Staatsführung d t e nationalsozialistische Bewegung gestanden habe. Es genüge ja nicht, daß man die Macht besitze, man müsse auch das Volk haben.

Das Volk müsse den Weg der Regierung mit seiner Wärme und seiner Sympathie begleiten. Er, Dr. Goebbels, glaube, daß es niemals in der ganzen deut­schen Geschichte eine Regierung gegeben habe, die sich so auf das deutsche Volk berufen konnte. Dr. Goebbels ging auch auf

die kommunistischen Putschpläne

ein und sagte, heute könne von einer kommunistischen Whr ganz und gar nicht mehr gesprochen werden. Wimmer sei schon die Hetze, die außer bald unserer Landcsgrenzen betrieben werde.Wenn ich das mir vor einigen Tagen in die Hände gefallene ,Braunbuch' durch­blättere und wenn ich da haarscharf bewiesen sehe, daß in meinem Kopf der Plan zum Reichstagsbrand entstanden wäre (Heiterkeit), und daß der preußische Ministerpräsident Göring ihn praktisch durchgeführt habe, so kann ich nur sagen: Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun." (Beifall.) Er, Goebbels, glaube auch nicht, daß das Ausland diese Dinge ernst nehme Das deutsche Volk streiche solche Pamphlete mit einem Achsel­zucken beiseite. Die arbeitenden Menschen in Deutschland messen an den Erfolgen die Richtigkeit unseres Kurses.

Dr. Goebbels erteilte dann

den Nörglern und Biertischkritikern

der nationalsozialistischen Idee eine Abfuhr. Diese sag­ten, die nationalsozialistische Bewegung könne nur Feste feiern. Aber wir feierten nicht Feste ohne Anlaß, und jedes Fest habe einen Sinn, und nach jedem Fest komme irgendeine Aktion, die erst durch das Fest möglich gewesen fei. (Beifall.) Wenn das deutsche Volk am 21. März i n Potsdam seine nationale Wiedergeburt erlebte, so war nur dadurch möglich, daß ein paar Tage später die Regierung Hitler vom Reichstag einen überwältigenden Pertran en sb e w e i s bekam, nur nach der Feier am l. Mai sonnten am Tage daraus die Gewerk­schaftshäuser besetzt werden und nur durch den Zu- mmmenschluß zu einer einigen Nation in N ü r n b e r g könne heute an die Soli da r i t ä t dieser Nation appelliert und

gegen Hunger nnb Külte des kommenden Winters

Äpft werden. (Starker Beifall.) Der großangelegte Plan hierzu, der schon seit Jahren bestehe, werde jetzt --iiick um Stück und Zug um Zug verwirklicht werden, und jeder große Tag der Nation sei nur ein Markstein "A' dem Wege zur Verwirklichung dieses Plans.

. Diese Negierung habe auch aus anderen Gebieten nicht Mckelt. Wir haben nicht etwa die Korruption der demo- "anschei, Republik so unbesehen mit übernommen, so» wir haben immer ausgemistet, und das ist noch lange zu Ende, das geht immer noch weiter. (Heiterkeit, Beifall.)

Dr. Goebbels erwähnte dann

die grandiosen Wirtschaftsprojekte

^chsrcgierung und den Kampf gegen die Ardeits- Der Ansturm gegen sie sei zweifellos gelungen. UrV^nnb könne von sich behaupten, daß seine Arbeits- : Wit in einem Sommer um zwei Millionen gesunken âmer wieder von stürmischem Beifall unterbrochen, Unierte Dr. Goebbels noch einmal seinen Parteigenossen ^ fwzelnen die P l ä n e d e s W i n t e r h i l f s w e r k s. Hilfswerk sei

I. ein Sozialismus der Tat,

^ wahres Priestertum. Wenn uns in der Vergangen- er ft * vm'geworfcn wurde, wir seien Heiden, so glaube Goebbels, es habe in Deutschland noch niemals eine »Mng gegeben, die so christlich gehandelt habe.

ibrprsTr* Kebbels kam dann auf die Bewegung zu bar In der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter- er nicht den Ursprung, sondern die Fortdauer JMt Die Partei müsse das deutsche Volk er- in ^,^i^wii das nationalsozialistische Denken dem Volk vor M und Blut übergeht. Dr. Goebbels warnte aber "oerhehlichkest. Der Sieg dürfe nicht als

gegebene Tatsache hingenommen werden, man müsse siey vielmehr an die Arbeit machen und fleißig sein.

Dr. Goebbels teilte dann mit, daß er im Auftrag des Führers für die gesamte Organisation die Anordnung herausgegeben hat, daß mit dem 1. Oktober

ein großer Propagandafeldzug der nationalsozialistischen Bewegung einsetzt. Jeder Redner ist aufgefordert, wenn er ein hohes Staatsamt bekleidet, in zwei Monaten fünfzehn, und wenn er kein Staatsamt bekleidet, in zwei Monaten fünfund­zwanzig Termine für Versammlungen zur Verfügung zu stellen.Wir werden in zwei Monaten 1 5 0 0 0 0 öffentliche Versammlungen abhalten. Der Führer wird, wie immer, bei allen Gelegenheiten, so auch hier, sich an die Spitze der Versammlungskampagne stellen. (Beifall.) Nachdem wir in den Regierungs- geschästen das Gröbste hinter uns haben, werden wir uns dann wieder mit voller Kraft unserer Bewegung widmen."

Die Partei solle missen, daß sie die Trägerin unserer Macht sei. Ausgaben von gigantischer Größe warten unser. Die Bewegung lebe und werde leben, weil sie leben muß und weil wir bis zum letzten Atemzug dazu bestimmt sind, für sie zu arbeiten und zu kämpfen. Dr. Goebbels schloß mit den Worten:Wir werden noch tausend und aber tausendmal in unserem Leben den Ruf ausstotzen, den wir oft in der Vergangenheit ausgestoßcn haben, als wir noch um die Macht kämpften: Es lebe unser Führer, es lebe unsere Partei!" Ein dreifaches Sieg-Heil brauste durch die weite Halle des Sportpalastes.

*

Dr. Goebbels auf dem Berliner Gautag.

Der Gau Groß-Berlin der NSDAP, hielt im Sportpalast wieder einen Gautag ab. Gauleiter Reichsminister Dr. G o e b b e l s war zum erstenmal seit längerer Zeit wieder, als Redner auf einer öffentlichen Massenkundgebung angekündigt. Schon lange vor Be­ginn der Veranstaltung war die riesige Halle m i t 20 000 Menschen gefüllt. In Erwartung der Rede des Gauleiters lauschten die Massen zunächst den Klängen der SA.-Kapelle, bis minutenlange Heil rufe das Eintreffen des Gauleiters ankündigten. Nach dem Ein­marsch der Sturmfahnen wurde die Versammlung durch den stellvertretenden Gauleiter, Staatsrat Gör­litz e r , M. d. Pr. L., mit Gedenkworten für R e i n h o l d M uchow eröffnet, beu alten, treuen Mitarbeiter der Berliner Organisation. Bei gesenkten Fahnen erklang das Lied vom guten Kameraden. Staatsrat Gör litzer mahnte dazu, der Sache des Hakenkreuzes weiter so die Treue zu halten, wie der Verstorbene sie schon in den Anfängen der Berliner Bewegung Adolf Hitler gehalten hat. Dann nahm, stürmisch begrüßt, der Berliner Gauleiter, Reichsminister für VoKsanfklärung und Pro­paganda, Dr. Goebbels, das Wort.

Flaggenschmuck zur Eröffnung des Staatsrals.

Das Gebäude der R tuen A u! a der Berliner Universität, in dem der feierliche Staatsakt zur Er­öffnung des Preußischen Staatsrats veranstaltet wird, ist mit reichem Flaggen schmuck für dieses festliche ..Ereignis bedacht worden.

Oeuischer Schritt in London.

Wegen der Reichstagsbrandgreuelhetzer.

Die Reichsregierung hat anläßlich der Eröff­nung des sogenanntenInternationalen Gerichtshofes über den Reichstagsbrand" in London einen diplo­matischen Schritt unternommen. Sie hat durch ihren Geschäftsträger in London bei dem englischen Außen­

ministerium «»gefragt, ob die Verhandlungen, die in den Räumen der englischen Rechtsgesellschaft statt- finden, irgendwie einen amtlichen Anstrich haben. Im englischen Außenministerium wurde daraus hin die Versicherung abgegeben, daß keinerlei amtliche Beziehungen zu den zur Zeit in London stattfindenden Verhandlungen bestünden.

Die Verhandlungen diesesGerichtshofes" wurden durch eineEröffnungsrede" des englischen marristischen Rechtsanwalts Sir Stafford Crips eingeleitet. Er ver­suchte zu begründen, daß dieAtmosphäre" in Deutschland es den Zeugen, die dem jetzigen Regime in Deutsch­land feindlich gesonnen seien,unmöglich mache", nach Deutschland zu gehen. Mit dieser lächerlichen Behauptung versuchte er die Einsetzung desAusschusses" außerhalb Deutschlands zurechtfertigen". Die Verhandlungen trügen in vollstem Sinne des Wortes einen rein poli­tischen Charakter.

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Dazu verlautet, daß die englische Regierung auf Ver? anlassung des Berliner Auswärtigen Amts darauf hin­gewiesen wurde, daß die A b h a l 1 u n g derartiger Veran­staltungen mit Duldung der englischen Regierung auch eine gewisse Verantwort ung der Regierung in sich schlösse. Gegenüber diesem von dem deutschen Ge­schäftsträger zur Sprache gebrachten Gesichtspunkt wies das britische Auswärtiges Amt auf die Tatsache hin, daß der englischen Regierung keine Handhabe durch die Gesetzgebung dafür gegeben sei, private Veranstaltun­gen dieser Art zu beeinflussen oder zu unterdrücken.

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Ikiltslhllmd ein Rechtsstaat.

Dr. Frank: Den Reichstagsbrandstiftern werden alle gesetzlichen Rechte zuteil.

Berlin, 14. Sept. Auf einer Kundgebung des Bun­des Nationalsozialistischer Deutscher Juristen erklärte Reichsjustizkommissar Dr. Frank zu dem bevorstehenden Reühstagsbrandstister-ProzeßWir sind als deutsche Juri­sten entrüstet darüber, daß man in der Welt glaubt au- nehmcn zu können, daß wir irgendwie im Interesse der Politik das Recht beugen wollten. Wir sind empört über die Unterstellung, daß hier irgendwelche Geschehnisse vor­gekommen wären, um in diesem Brandstifterprozeß nicht re st los den Angeklagten alle die Rechte zu­teil werden zu lassen, auf die sie nach der Straf­prozeßordnung Anspurch haben. Wir bekennen uns zum Rechtsstaat» und es ist in der ganzen Welt niemand befugt, dieses Bekenntnis zu bestreiten. Wer dennoch glaubt, dies tun zu können, gestützt auf die Be­hauptung, in Deutschland herrsche ein Willkürregiment, dem sei gesagt, daß er sich in Deutschland persönlich von den hier herrschenden Zuständen unterrichten kann."

120 Zeugen im Reichstagsbrandprozeß.

Der amtliche Terminz°ttcl.

Nunmehr liegt der amtliche T e r minz e t t e l in dem Prozeß gegen die Reichstagsbrandstifter vor. Die Verhandlung ist auf Donnerstag, den 21. September, 9 Uhr, im Hauptsitzungssaale des Reichsgerichts vor dem .Vierten Strafsenat festgesetzt.

Die Namen der fünf Angeklagten lauten: Marinus van der Lubbe, Maurer, geboren am 13. Januar 1909 in Leyden (Holland), Ernst Torgler, Angestellter, geboren am 15. April 1893 in Berlin, Georgi D i m i t r o f f, Schriftsteller, geboren am 18. Juni 1882 in Radomir (Bulgariens Blagoi P o p o f f, Student, geboren am 28. November 1902 in Drjan bei Sofia, Wassil T a n e f f, Schuhmacher, geboren am 21. November 1897 in Gevgcli (Mazedonien).

Die Anklage

lautet auf Hochverrat lind andere Verbrechen. Im Laufe der Beweisaufnahme dürften im Berliner Abschnitt des Prozesses etwa 1 20 Zeugen vernommen werden, nach­dem in der Voruntersuchung über 500 Zeugen ge­hört worden sind.

Aenrath und Goebbels gehen nach Gens

Die Delegation für die Völkerbundversammlung.

Das Kabinett hat den Reichsminister des Aus- wärtigen, Freiherrn von Neu rath, mit der Führung der deutschen Abordnung für die bevorstehende Vollver­sammlung des Völkerbundes in Genf beauftragt. Als Delegierte werden neben dem Neichsaußcnminister der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, sowie der stündige deutsche Vertreter im Völkerbundrat, Gesandter Dr. von Keller, treten.

Zu Ersatzdelegierten sind Ministerialdirektor Gaus, Staatssekretär a. D. Freiherr von Rhein baden und der deutsche Gesandte in Bern, Freiherr von Weiz­säcker, bestimmt. Die Abordnung werden ferner ver­schiedene Beamte des Auswärtigen Amtes und anderer Ministerien begleiten.