Zul-aer Anzeiger
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M. 218 — 1933 Fulda, Montag, 18. September 10. Jahrgang
Weihe durch Potsdam
Goring im Kreise seiner Räte.
1 Preußens Staatsrat an M r Ä r b e i t.
Im Neuen Palais in Potsdam traten die neuen Staatsräte Preußens unter Führung des Minister- Msidenten Göring zu ihrer ersten Arbeitstagung zusammen, um in geschlossenem Kreise die Richtlinien für hr hohes Amt entgegenzunchmeu. Dieser erste an eine arofsc Tradition anknüpfendc Besuch der Staatsräte in der Stadt der preußischen Könige gab den dortigen Behörden, der NSDAP, und der Bevölkerung Veranlassung m einem festlichen und herzlichen Empfang.
Die Stadt hatte reichen Flaggen- und Girlanden sch m u ck angelegt. Während sich die Mehrzahl der Staatsräte mit der Bahn oder in. Kraftwagen direkt -um Neuen Palais begaben, traf Ministerpräsident feit® in Begleitung des Staatssekretärs Körner an der ©lienicfer Brücke ein. Die Herren wurden hier von Ne- ciierungspräsident Dr. Fromm, dem Potsdamer Polizeipräsidenten Grafen Helldorf, dem Kreisleiter der NSDAP. Potsdam, General a. D. Friedrichs, dem Stellvertretenden Gauleiter Groß-Berlins, Staatsrat Gör- litzer, Oberregierungsrat Sommerfeld vom Preußischen Staatsministerium, einer Reihe von SA.- und SS.- Führern sowie weiteren Behördenvertretern und zahlreichen höheren Polizeioffizieren empfangen. Außerdem hatten sich zu ihrer Begrüßung die vorangefahrenen Staatsräte, die Operpräsidenten Kube, Lohse und Koch cingefunden. Auf der Langen Brücke bildeten Schulkinder mit Mahnen Spalier.
Eine nach Hunderten zählende Menschenmenge be- eeitete dem Ministerpräsidenten bei seinem Eintreffen einen herzlichen Empfang. In der G a r n i s v n k i r ch e in P o t s d a m legte Ministerpräsident Göring in der Kchsgruft in feierlicher Handlung einen Kranz nieder.
Por der Garnisonkirche empfing Oberbürger» meiste r Rauscher-Potsdam den Ministerpräsidenten und seine Begleiter aufs herzlichste. Nach der feierlichen Kranzniederlegung fuhren die Herren, vom Jubel der Tausende, die sich vor der Kirche angesammelt hatten und auch auf dem ganzen Wege Spalier bildeten, beqrüßt, durch den ParkvonSanssonci zum Neuen Palais.
Um das Neue Palais
herum hatten sich, soweit die Absperrungen dies irgendwie zuließen, Taufende eingesunden, um die Anfahrt der Staatsräte zu beobachten und insbesondere den Minister- präsidenten mit Heilrufen zu grüßen. Vom Neuen Palais und vor ihm wehten die Hakenkreuz- und schwarz-weiße Preußenflaggei Der Ministerpräsident schritt unter den Klängen des Präsentiermarsches zunächst die lange Front der Ehrenabteilungen der SS. -Stabs- wache, der SA., des Stahlhelm und der Poli-
Potsdams Oberbürgermeister heißt Ministerpräsident Göring willkommen.
Zur ersten Sitzung des Preußischen Staatsrates in Pots- oarn begrüßte ' der Potsdamer Oberbürgermeister Rauscher den Ministerpräsidenten Göring und seine Begleiter aufs herzlichste.
°i civ und begab sich dann in den im Erdgeschoß ge- Ueuen Saal, in dem sich die Staatsräte inzwischen vcr- 'MMelt hatten. Der Tagungsraum ist
.. die sogenannte Marmorgalerie,
m Kristall und Marmor gehalten, noch die Aus- Mung aus der Zeit F r i e d r i ch s d e s G r o ß e n hat. Wit?taatsräle nahmen an einer großen Hufeisenförmigen, Nergrauem Tuch bedeckten Tafel Platz. Der nestel Acunsterpräsidenten wurde aus dem Audrenzzunmer Medrichs des Großen Herbeigeschafft. Unmittelbar neben a Saal befinden sich auch die Räume, in denen einst der s^^Preußenkönig wohnte und für das Wohl leme.
Plati?" °inem goldenen Rednerpult hielt der Minister- ^ät?6™ leine große richtunggebende Rede an die
Sine Ehrengabe für den Reichskanzler.
Anläßlich der feierlichen Eröffnung des Preußischen Staatsrates hat Ministerpräsident G ö r i n g dem Reichskanzler eine Ehrengabe überreicht, die aus silbernen Abdrücken von fünf preußischen S t a ai s s i e g e l n aus den verschiedensten Perioden der brandenburgisch-preußischen Geschichte besteht.
*
Sechs Siunden Siaaisraissihung.
Göring spricht über das Arbei 1 s - p r o g r a m m.
Die erste Arbeitstagung der preußischen Staatsräte im Neuen Palais in Potsdam dauerte ohne Unterbrechung volle sechs Stunden. Über den Verlauf der Beratungen, an denen ausschließlich die Staats- rüte teilnahmcn, ist nachstehender Bericht des Amtlichen Preußischen Pressedienstes ausgegeben worden:
„Der Ministerpräsident Göring hat die erste Arbeitstagung des neuen Preußischen Staatsrates am 16. September vormittags 11 Uhr im Jaspissaal dès Neuen Palais in Potsdam eröffnet. Der Ministerpräsident Göring legte in eingehenden Ausführungen dar, welche Arbeiten der Staatsrat zu leisten haben wird, und ging dabei auf alle wichtigen Fragen ein, die die Staatsregierung gegenwärtig beschäftigen Er forderte die Staatsräte auf, dem Staatschef mit Einsatz ihrer ganzen Person zu helfen, die Richtlinien des Führers, die für Preußen als Dienstanweisung zu gelten haben, zur Verwirklichung zu bringen.
Anschließend referierten die Staatsräte Gauleiter T e r b o v e n - Esten und Universitätsprofessor Dr. Karl
Deutscher Erntedanktag
Tag des -euifchen Bauern.
Am 1. Oktober.
Am Sonntag, dem 1. Oktober, wird im ganzen Reich der deutsche Erntedanktag unter dem Titel „Tag des deutschen Bauern" begangen werden. Dieser Tag des deutschen Bauern baut aus aus der grundlegenden "Erkenntnis von der Bedeutung des deutschen Bauerntums und will einen bewußten Abschluß setzen hinter eine Epoche, in der der deutsche Bauer verurteilt war, aus Grund einer an sich bodenentwurzelten Staats- idee des liberalen Zeitalters eine untergeordnete soziale Rolle zu spielen.
Am 1. Oktober wird sich das ganze deutsche Volk zum deutschen Bauerntum bekennen. Es soll au diesem Tage dem deutschen Bauern der Dank für seine Arbeit abgestattet werden. Damit soll ein Bekenntnis zum deutschen Bauern als Treuhänder des deutschen Blutes verbunden sein.
Das Tagesprogramm
sieht folgendes vor: 6.30 Uhr Wecken, Musikzüge, Platzkonzerte, Rundfunkmusik usw., 7.5h bis 8.00 Uhr Eröffnung des Deutschen Erntedanktages im Rundfunk durch eine Rede des Rei ch s in i n i stc r s Dr. Goebbels, die über alle deutschen Sender geht. Der Vormittag ist freigehalten von öffentlichen Kundgebungen, damit die Kirchen Gelegenheit haben, ihrerseits beantragen zur Ausgestaltung des Festes und zur Durchführung von Gottesdiensten. Um 10 Uhr treffen Sonderflugzeuge mit Bauernführern und Bauern aus dem ganzen Reiche auf dem Tempelhofer Feld in Berlin ein und werden zwischen 11 und 12 Uhr vom Reichskanzler empfangen. Zwischen 11 und 13 Uhr finden Platzkonzerte und Kundgebungen aller Art nach örtlichen Programmen statt. Bis 16 Uhr etwa werden in Stadt und Land E r n t e z ü g e veranstaltet, bei denen Ansprachen der örtlichen Banernführer gehalten werden. Auch finden zu dieser Zeit örtliche Konzerte, Spiele und altdeutsche Tänze statt. Die Durchführung dieser Programme wird nicht zentralisiert, sondern richtet sich nach den örtlichen Gebräuchen in den einzelnen Landesgegenden. Die Oberleitung in der Durchführung im Reich liegt in der Hand der Landespropagandcistellen in Verbindung mit den Landesbauernführern.
Den Höhepunkt des Tages
bildet von etwa 17 bis 19 Uhr eine große Kundgebung des deutschen Bauerntums auf dem Bücke- berg bei Hameln. Im ganzen Reich finden zu dieser Zeit örtliche Kundgebungen statt, in deren Mittelpunkt die Übertragung der Reden vom Bückeberg steht. Auf dem Bückeberg werden Reichskanzler Adolf Hitler und Reichsernährungsminister D a r r é Reden an das deutsche Bauerntum halten.
Die Kundgebung ist als eine gewaltige Demonstration von über einer halben Million Bauern gedacht. Auf dem Bückeberg wird die gesamte Reichsregierung zugegen sein. Umrahmt werden die Reden von großen Reiterspieleo, an denen sich die Reichswehr stark beteiligen wird.
Schmitt- Köln über das Thema „Staatsverwaltung und kommunale Selbstverwaltung im nationalsozialistischen Staate". Während der erste Redner die einschlägigen Fragen von der- weltanschaulichen und grundsätzlich staatspolitischen Seite her behandelte und hierbei insbesondere aus die Grundaufgaben hinwies, die die Partei im Staate zu lösen hat, erörterte Staatsrat Professor Schmitt besonders eingehend Wesen und Gestaltung der kommunalen Selbstverwaltung im Nationalsozialismus. Der Ministerpräsident stellte das Ergebnis der Beratung fest und schloß um 5 Uhr nachmittags die Sitzung."
Ministerpräsident Göring schreitet die Ehrenfront ab.
Unter den Klängen des Präsenriermarsches schreitet Ministerpräsident Göring vor der ersten Sitzung des Preußischen Staatsrates die vor dem Neuen Palais in Potsdam (im Hintergrund sichtbar) versammelten Ehrenabteilungen der SS.-Stabswache, der SA., des Stahlhelm und der Polizei ab.
Die Menschenmassen stehen aus einem Bergeshang und sehen herunter auf die Ebene und auf die Weser. Man sieht in der Ebene die S a l u t b a t t e r i e n herangaloppieren, abprotzen und Salut schießen. Anschließend an die großen Reden findet ein Zapfenstreich und das Absingen des Deutschlandliedes statt. Anschließend an die Übertragungen werden im ganzen Reich anknüpfend an die örtlichen herkömmlichen Ge- bräuche fröhliche Abendfeiern mit Tanz stattfinden.
Der Rundfunk wird bei der Durchführung des Programms in stärkstem Maße mit herangezogen. Er wird zunächst die Rede von Reichsminister Dr. Goebbels am frühen Morgen übertragen, dann wird Volksliedergesang, später der Empfang der Bauernführer durch den Reichskanzler übertragen, dann die Platzkonzerte und eine Reportage von den Festzügen. Später wird die Sendung aller deutschen Sender auf die Kundgebung auf dem Bückeberg eingestellt.
Für den Deutschen Erntedanktag ist ein
besonderes Fcstabzeichcn geschaffen worden, das zwei Ähren zeigt, die von einer Mohnblüte zusammengehalten werden. Durch dieses Abzeichen, das im ganzen Deutschen Reich als einziges Abzeichen an diesem Tage vertrieben wird, wird gleichzeitig die Verbindung dieser großen Kundgebung des Deutschen Erniedanktages mit dem großen Winterhilfswerk des deutschen Volkes „g e g e n Hunger und K ä l t e" zum Ausdruck gebracht, da ein Teil der Erträge aus dem Per-^ kauf des Abzeichens der Winterhilfe zugeführt wird.
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Aufruf zum Erntedanktag 1933.
Reichsernährungsminister Dar rö und Reichs- propagaudaminister Dr. Goebbels erlassen folgenden Aufruf:
A m 1. M a i hat das deutsche Volk m uberwalttgen- ber Geschlossenheit ein Bekenntnis zum deutschen Arbeiter und zur nationalen Arbeit abgelegt. Der Tag der nationalen Arbeit wurde im ganzen Reich feierlich begangen, um dem deutschen Volke in allen seinen Ständen die Würde und Ehre der werteschaffcndcn Arbeit und die innere Verbundenheit ihrer Träger mit der Nation lebendig vor Augen zu führen.
Nunmehr stehen wir am Ende eines durch Staat und Ernte begrenzten Zeitkaufes. Am Sonntag, dem 1. Oktober, soll ein
Deutscher Erutedanktag
das Bewußtsein der Blutsverbundenheit des ganzen deutschen Volkes mit seinem Bauerntum zum Ausdruck bringen.
Der deutsche Bauer hat durch treue Erfüllung seiner immer wiederkehrenden Aufgaben am _ fruchtbringenden Boden die Voraussetzungen dafür geschaffen, daß Deutschland ohne Nahrungssorgen dem kommenden Winter entgegensetzen kann. Der deutsche Bauer will darüber hinaus auch in besonderem Maße beim