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Zuloaer Anzeiger

17^RM- Bei Lieferungsbehinderungen durch Tageblatt für Rhön und Vogelsberg- B^hnsperrc usw. erwachsen dem Bezieher keine §ul-a- un- Haunetal »Iulöaer Kreisblatt Ansprüche. Verlag: Christian Seipel, Fulda. Nr-aktion un- Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernsprech-^lnschluß Nr. 2-S- Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. Nachüruck See mit* versehenen Artikel nur mit S^reUenangabe.ZulöaerFnzeiger'gestattet.

Ar. 229 1933 Fulda, Samstag, 30. September

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10. Jahrgang

Der Erntedank.

Unser täglich »rot gib uns heute...!

Zum Erntedanktag.

Herbstlich liegt das Land. Die Felder sind kahl, und an den Bäumen hängen nur noch vereinzelt letzte Früchte, ^je Erntezeit mit ihrer Arbeit und ihrem Haften, aber auch mit ihrer Freude ist vorbei. Erntedanktag ist herangekommen.

Glocken läuten den Festtag ein. Feierlicher und freudiger als sonst scheinen sie heute zu klingen. Lob, Ehr, Preis und Dank sei Gott, dem Allerhöchsten, tönen die Glocken, klingt die Orgel und singen die Menschen in Stadt und Land. Vom Altar leuchten im Kerzenlicht dunkler Wein, rotbackige Äpfel und goldgelbe Ähren. Sie zeigen den Menschen: seht, das schenkt deutsche Erde, wenn ihr sie liebt und euch wahrhaft müht. Und sie mahnen den Städter, seid dankbar dem Bauern, der an der Scholle hängt und sein Leben hindurch das Brot schafft für das deutsche Volk. Manch einer wird beschämt an vergangene Jahre zurückdeitken, als der Bauer allein und nicht verstanden den Erntedank­tag feiern mußte. Doch vorbei ist diese Zeit, das ganze deutsche Volk feiert heute und dankt Gott für die reiche Ernte, die uns beschert ward, für den Segen, der der Arbeit des Bauern zuteil wurde. Sind doch die Scheuern gefüllt, uns Brot bis zur nächsten Ernte zu geben. Sind die letzten Glockentöne verklungen, strömen die Menschen hinaus zu festlichem Beginnen.

Schon durchziehen E r u t ezüge das Dorf. Vor­über geht es an Scheuern, die das Korn und das driftende ben bergen, vorüber an Bauernhäusern, die leuchtende Wern, Dahlien und herbstliches Laub schmücken. Dem Zug voran wird die E r n t e k r o n e getragen, Bauern md Bäuerinnen, Knechte und Mägde folgen in frohem Wräch. Auf den Flüssen fahren schwerbeladene Ernteschiffe, auf den Wegen rollen Ernte- wagen, begleitet von frohen Zurufen, überall be- M« sie glücklichen Menschen. Bis in die Städte hinein uchen die Bauern, fahren die Wagen, gilt es doch, den Stäbter aus den Steinmauern hinaus aufs Land zu führen, ihn der Erde zurückzugewiNnen.

Und der Städter fühlt sich heute mit gefangen von tat frohen Tun und Treiben. Er zieht mit hinaus zu den Festen. Erstaunt sieht er die alten, schönen Festtags- gewaüdcr der Bauern unb Bäuerinnen, der Knechte und Mägde. Mit offenen Sinnen lauscht er den alten Weisen, sieht er die Tänze und Spiele. Allmählich spürt er, wie in fehlem Innern etwas aufwacht, wie alles Äußerliche, Städtische von ihm abfällt. Ihm selbst unbewußt erwacht das Erbe vergangener Jahrhunderte, der gesamte Kern des Bauerntums, den auch er noch in sich trägt. Noch zaghaft erst, Hann immer freimütiger singt er mit, nimmt teil an dem frohen Treiben der Bauern. wird selbst wieder jung und erdnah. Und plötzlich steht " in klarer Erkenntnis vor seinem Sinn: Deutsche trrde, deutsche Arbeit, deutsches Wesen, eins ohne das andere nicht denkbar! Wohl ist die Erde tart, mit treuem Fleiß will ihr das Brot abgerungen mn, doch dann spendet sie Kraft und Frohsinn. Dieses Waffen ist es, das der Bauer wie ein köstliches Geheimnis w ach trägt und ihm die Kraft gibt, auch in schweren Zeiten auszuharren.

. Möge allen deutschen Menschen der Erntedanktag, der cegen der Erde für deutsches Leben und deutsches zeigen soll, diese Erkenntnis schenken! Dann ist eine Aufgehen, die einst zum Segen des deutschen ^viles eine noch schönere Ernte verheißt.

Das deutsche Ernteze-chen.

Im Kampf gegen Hunger und Kälte.

-«s Deutsche Erntezeichen (zwei Ähren mit Mohn- »mej, das am Sonntag von vielen Millionen Menschen Zeichen der Verbundenheit mit dem deutschen , «uerntum getragen wird, ist gleichzeitig das Spenden- Jür den Kampf gegen Hunger und Kälte. Der Mi^brlös aus dem Verkauf des Abzeichens wird dem "wrhilfswerk des deutschen Volkes zugeführt.

über schon lange Zeit, bevor das Erntezeichen zum -maus gelgngt ist/ Hai es Arbeitslosigkeit und ngiähriges Elend lindern helfen und als ein aphi» ^ Mittel im Kampf gegen Hunger und Kälte j "u. Die Lage der sächsische n K n n st b 1 u m e n-

*1*, die genau wie vor 30 oder 40 Jahren auch d "Och fast ohne jede Maschine arbeitet, hat sich in K^'""7>kriegszeit derartig katastrophal gestaltet, daß die

de* Heimarbeiter und kleinen Fabrikanten der E'^ung nahe gewesen ist.

den, 2 0 = Millionen- Ast s t r a g von fit hi t 111 m e ti für den Deutschen Erntedanktag kam Ü13 A verarmte Gebiet endlich die langersehnte Hilfe.

*5. August der Auftrag zur Anfertigung end- «Ä erteilt wurde, erhob sich bei etwa 50 000 An- der Künstblumenindustrie unbeschreiblicher fUc " d Freude. 80 000 Hände hatten viele angestrengt zu tun, um die 20 M i l - Crntedank Zeichen zur rechten Zeitfertig-

v ^"^rag kam in der allergrößten Not, unb die auf.dem Reichsminister i u m für Volks- Nr >T«ng unb Propaganda zu verdanken C81&nb da» allen betroffenen Volksgenossen dankbar

Gedanken zum Er-niedankiag!

Es war kein Jubeln mehr im Bauern, wenn er das heilige Land umbrach und die Erde zu neuem Wachstum bereitete. Die Schöpferkraft floß nicht mehr durch die Arme des Landmannes, wenn er die Saat aus­warf. Die heilige Inbrunst des Schnitters war nicht mehr in ihm, wenn er als Richter und Sensemann über tausend­und millionenfältiges Leben das Urteil sprach.

Wie hätte es auch anders sein können? Ward er doch immer mehr von Volks- und landfremden Herren verachtet, verdrängt aus dem Leben der Nation nnd bei­nahe vergessen! Und diese Mißachtung seiner Art und seines Tuns erfaßte ihn selber, nahm ihm mählich alle Lust und alles Selbstvertranen. machte ihn arm, elend und

Zum Tag des Erntedankfestes, Erntetanz von Ludwig Richter eine Dar­stellung, in der sich die Stimmung dieses Festes schön widerspiegelt.

Pariser und Londoner Echo aus Gens. Frankreich will wieder Deutschland mit der Verantwortung belasten.

Die Unterredung zwischen Reichsaußenminister v. N e u r a t h und dem französischen Außenminister P a u l - B o n c o n r einerseits und die Erklärungen von Dr. Goebbels vor der internationalen Treffe anderer­seits stehen im Mittelpunkt des französischen Interesses.

Außenminister von Neurath, so liest man in Pariser Blättern, habe in höflicher Weise

die Vorschläge Paul-Boncours zurückgewiesen und erklärt, daß er sich nach Berlin begeben werde, um mit der Reichsregierung Rücksprache zu nehmen. Wenn, schreibt man in Paris, die Konferenz zu einem Mißerfolg führe und wenn als notwendige Folge davon ein Rüstungswettlauf eintreten würde, so müsse die ge- f a m t e Verantwortung dafür Deutschland zu geschoben werden. (!)

Zu den Ausführungen von Dr. Goebbels, die von der Pariser Presse sehr ausführlich wiedergegeben wer- den, erklärt man in Paris anscheinend ans einen Wink von oben her allgemein, daß sie über die bekannten An­sichten des Reichspropagandaministers hinaus nichts Neues gebracht hätten.

Die Rede des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels vor der Presse in Genf findet

in den englischen Blättern starke Beachtung.

DieTimes" schreibt, der Ton der Goebbels-Rede sei außerordentlich gemäßigt und ohne Zweifel als nützliche und versöhnliche Geste zu den Abrüstungsverhandlungen beabsichtigt gewesen.

*

Spontaner Beifall der Weltpresse.

Die große Rede des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels vor der internationalen Presse fand ein sehr starkes E ch o. Am Schluß seiner Rede brach die Weltpresse in spontanen Beifall aus. Wäh­rend einer Stunde bildete dann der Reichspropaganda- minifter den Mittelpunkt einer Gruppe von etwa 50 bis 60 ihn dicht umringenden Journalisten, die ihn mit Fragen verschiedenster Art bestürmten. Die Presse stand allgemein unter dem Eindruck der ungewöhnliche n Persönlichkeit Dr. Goebbels' und war tief b c« ein drückt von der Stellungnahme Dr. Goebbels' zu den großen internationalen Fragen.

tot, wiewohl er doch mitten im Leben des Volkes stand unb es eigentlich hüten sollte!

Bis dann der Führer kam, der in gewaltiger Kraft alle Fesseln sprengte, der das Blut der Nation wieder nrit der Allgewalt der Heimaterde verband. Da zerstob aller Schein und Flitter einer hohlen Zeit vor der Echt­heit der ans Licht drängenden Kräfte aus Blut und Boden.

Das neue Geschlecht trägt Mühe und Plage wieder gern, erhebt stolz das Haupt und jubelt bei seiner Arbeit! Es weiß wieder, daß Arbeit am Acker ein heiliges Werk ist, Gottesdienst ist, Erlösung und Befreiung, Glück und Vollendung.

Frei ist der Bauer, frei der Arbeiter, frei jeder Schaffende! Nichts kann uns mehr verderben, denn uns führt ein Gottbegnadeter in eine lichtvolle Zukunft!

Das Programm für den Sückeberg.

Sonntag etwa 5 Uhr: Eintreffen der S S. mit Motorzügen.

12 bis 15 Uhr: Flugveranstaltungen rund um den Bückeberg. Militärkonzert.

14 bis 16 Uhr: Anfahrt der Ehrengäste. 15 Uhr: Eintreffen des Führers und der Reichsregierung auf dem Flughafen Hannover. Anschl.: Abfahrt des Führers nach Hameln.

16 Uhr: Aufmarsch der Fahnenabordnungen.

16.10 Uhr: Ankunft des Sonderzuges der Di­plomaten am Kundgebungsplatz.

16.30 Uhr: Ankunftdes Führers beim Reiter­regiment 13. Der Führer schreitet die Front des Reiter­regiments ab.

16.45 Uhr: Nach Ankunft aus dem Kundgebungsplatz schreitet der Führer die Front der Ehrenkompanie, Infan­terie, der Schutzpolizei, SA., SS., Stahlhelm und Arbeits­dienst ab. Der Führer begibt sich darauf auf den Berg.

Etwa 17 Uhr: Nach Ankunft des Führer fünffaches Fanfarensignal, dann Anfahrt der Batterie zum Salut­schießen (21 Schuß). Anreiten des Reiterergi- ments 13 zur Gefechtsübung. Nach der Gefechts­übung sammelt sich das Regiment in Hakenkreuzform. Nach Auflösung der Hakenkreuzform Parademarsch im Galopp. Danach spielen die angetretenen Musikkorps Nun danket alle Gott".

Ab 17.45 bis 18 Uhr: Rede des Reichsministers Darre.

Von etwa 18.05 bis 18.45 Uhr: Rede des Füh­rers. Nach der Rede Horst-Wessel-Lied, dann Zapfen­streich und Deutschlandlied. Bei Beginn des Zapfen­streichs haben die spalierbildenden SA.-Männer ihre Fackeln angezündet. Bei Abfahrt des Führers großes Feuerwerk.

19.30 Uhr: Abmarsch der Teilnehmer, unterwegs und bei den Abfahrtbahnhösen Unterhaltung und Tanz bis Abfahrt des letzten Sonderzuges.

Änierbrechunc; der Gesrser Verhandlungen.

Die Außenminister der Mächte berichten ihren Regierungen.

Reichsaußenminister Freiherr von Neu rath hat sich entschlossen, bereits am Freitagabend Genf zu verlassen; er wird mit den Herren seiner näheren Um­gebung am Sonnabend in Berlin eintreffen.

Die Rückkehr des Reichsaußenministers Freiherrn von Neurath erfolgt programmäßig, um bem Reichs­kanzler und dem Kabinett Bericht zu erstatten über die bisherigen Ergebnisse der zahlreichen zwischen den fünf Großmächten in Genf geführten Abrüstungsverhand­lungen. In gleicher Weise begeben sich die Außenminister der übrigen Mächte zur Berichterstattung zu ihren Regierungen.

Es steht noch nicht fest, wann die Abrüstungsver­handlungen wiederaufgenomnien werden. Ein A b - b r li ch der Verhandlungen hat trotz der noch bestehenden großen Schwierigkeiten jedenfalls nicht stattgefunden. Eine einheitliche Front der übrigen Mächte gegenüber Deutschland war keineswegs vorhanden.

Dr. Goebbels wieder in Sedin.

Die Abreise des Ministers aus Genf.

Reichspropagandaminister Dr. Goebbels hatte mit dem ihm vom Führer gesandten Sonderflugzeug Genf verlaßen Dr. Goebbels begab sich von dem ihm zu Ehren gegebenen Frühstück beim Generalsekretär des Völkerbundes A v e n o l direkt auf den Flugplatz, wo sich zum Abschied Mitglieder der deutschen Abordnung, der deutschen Presse und der Deutschen Kolonie eingefunden hatten. ~ . x ,

Auf bem Flughafen Berlin- Tempelhof trafen Reichsminister Dr. Goebbels und die Ministerialräte Hanke und Dr. Jahnke, von Genf kommend, ein. Zum Enlpfang hatten sich n. a. der stellvertretende Gauleiter Görlitzer, der Gattinspekteur Schach und der stellver­tretende Gauinspektenr Riesler sowie die zehn Kreisleiter der NSDAP, eingefitnbcn.