M-aer Anzeiger
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Ar. 231 -— 1933
Fulda, Dienstag, 3. Oktober
10. Jahrgang
Hindenburgs Geburtstag
Reichskanzler Adolf Wer beim Reichspräsidenten.
Aus Anlaß des Geburtstages des Herrn Reichs- »räsidenten hat, wie amtlich mitgeteilt wird, der tat Reichskanzler sich zu einem kurzen Besuch nqch Neudeck begeben, um dem Herrn Reichspräsidenten per i Julich seine und der Neichsregicrung Glückwünsche zu überbringen.
In Neudeck sowie auch im Berliner Palais I des Herrn Reichspräsidenten sind eine außergewöhnliche Me von Telegrammen und brieflichen Glückwünschen I angegangen. Neben den Glückwünschen der offiziellen Persönlichkeiten, der Reichsminister und Staatsminister der Länder, der Vertreter von Heer und Marine, von Reichsbahn und Neichsbauk, der Spitzen der Provinzial- bchördcn, der Städte und Gemeinden sowie der Vertreter der deutschen Wirtschaft sind dem Herrn Reichspräsidenten aus allen Kreisen und von Deutschen im Auslande zahllose ! Mündungen der Treue und Verehrung zugegangen.
Im Hause des Herrn Reichspräsidenten in Berlin zeichneten sich eine große Anzahl von Persönlichkeiten des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens der Reichshaupt- [ W, insbesondere die Vertreter des Diplomatischen Korps, in die Besuchslisten ein.
Berge von Geschenken.
In den Büro räumen des R e i ch s p r ä s i d e u t e n - pala i ë sind außer den zahllosen Glückwunschtelegram- M, Briefen und Karten ganze Berge von Sksch e n k s e n d u n g e n eingegangen, die von nicht »tiger als zehn Angestellten in Empfang genommen und Nnet werden. Aus allen Teilen Deutschlands trafen bicGeschenke als Zeichen der Verbundenheit ött Lolksgenossen mit dem Vater des Deutschen Reiches ein. Das H a u p t k o n t i n g e n t der Gaben stellen wie fast in jedem Jahr Blumen, Bilder, Weine, Torten und Rauchwaren. Aber auch andere Geschenke, wie Spar^ buchsen, selbstgestrickte Strümpfe und Handschuhe, kleine Täfelchen Schokolade u. a. m. sind als Ausdruck der Ver- ehrimq dem Reichspräsidenten zugesandt worden.
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Geburtstagsfeier èn Neudeck
Reichskanzler Adolf Hitler traf zu seinem Ge- bimstagsbesuch bei Hindenburg auf dem Flugplatz in Marienburg ein, wo ein größeres SS.-Aufgebot Auf- stellung genommen hatte. In feiner Begleitung befanden Mj der Reichspressechef und mehrere SS.-Führer. Der Kanzler begrüßte die zu seinem Empfang erschienenen Art-, darunter den neuernannten Staatsrat Grafen Tohna-Finkenstein, in dessen Begleitung er auch die âufahrt über Finkenstein n a ch N e u d e ck antrat.
In Neudeck hat die Schuljugend dem Ncichspräsi- dcntcil ihre Glückwünsche dargcbracht. Auch die Angestell M und Arbeiter des Gutes und die Bewohner des Torfes haben dem Reichspräsidenten gratuliert, der von der Terrasse seines Hauses die Glückwünsche entgegen« Wbm.
Siit einer durch ihre Schlichtheit tiefergreifenden Kund- s dung der SA., SS. und St. im Park von Neudeck hatte abend die Feier des 86. Geburtstags des Reichsprä- u-men in Gegenwart des Reichskanzlers Adolf Hitler Mn lymbolifche» Höhepunkt erreicht. Vor der Schloßter- d» «^^âelten sich die Formationen in dem Park, dessen niier Wald durch den Schein von tausend Fackeln erleuch- a Dann trat der Reichspräsident in großer Uniform Wüstung und blickte lange auf die braunen, schwar- mn ?"o grauen Kolonnen, auf die Fahnen, die dem Feld- an seinem Ehrentag den Gruß des erwachten -^"^ands entboten. Ein kurzes Kommando: Der »5^8 « d e f ü h r e r Lorenz hält an Stelle des ^..^Mdenten und Gauleiters Koch, dessen Ankunft sich Ani? 'Alechtes Flugwetter verzögerte, eine kurze markige W!d'e mit dem Wunsch schloß, daß der Reichspräsi- ^ dem deutschen Volke noch viele Jahre erhalten bleiben de» m x" Brigfldeführer bringt ein dreifaches Hoch auf Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall aus.
an’' antworte der Reichspräsident mit kräf- Lyl ^ne Lautsprecher weithin hörbarer Stimme. Er in» den vor ihm aufmarschierten Soldaten des alten und ktinJ' Deutschlands für ihre Treue zum Vaterland und ein dreifaches Hurra auf das deutsche Vaterland aus. deaust aus tausenden jungen Kehlen der alte siegreiche «lakhi Ritter den Klängen des Präsentiermarsches Wt dM" die Fahnen auf, und der Vorbeimarsch
E,?ar eia unvergeßliches Bild, in gewissem Sinne noch IijZ ”*üo5tcr als manche Massenkundgebung: wie unter Kvl^,,en Fackeln die braunen, schwarzen und grauen Er^tj^" di'rch den grünen ostpreußischen Wald an dem d dieses umkämpfen Landes vorüberzogen, wie der ■lob “ 'Himer wieder grüßend die Hand an die Mütze kt’uj^ hinter ihm unter den Gästen der junge Kanz- - dex Deutschlands innere Freiheit erkämpfte.
iiz^èr Vorbeimarsch beendet war, und die Akarschmustk ne verklang, trat der MÄchsoMident noch einmal um sich mit einem väterlichen „Guten Abend
allerseits" von der Menge zu verabschieden. Im Schloß fand dann ein Essen statt, an dem außer dem Reichskanzler und den in Neudeck anwesenden Verwandten des Reichspräsidenten u. a. Oberpräsident Gauleiter Koch, Brigadeführer Lorenz, Regierungspräsident Budding -Marienwerder, Kammerherr v. Oldenburg-Ianuschau und. eine Reihe von alten Militärs und jungen Führern der SA. und SS. teilnahmen.
Die Parade der Wachttruppe zu Hindenburgs Geburtstag.
Hindenbura-Geburtstagsparade
vor dem Reichswehrminißer.
Von der Anteilnahme der Reichshauptstadt am 86. Geburtstage Hindenburgs zeugte reicher Flaggenschmuck an den Amtsgebäuden sowie vielen Geschäftsund Privathäusern. Eine besondere Ehrung wurde dem Reichspräsidenten durch das Berliner Wachregi - m c n t bereitet. Auf dem weiten Übungsplatz der Kaserne in der Rathenower Straße fand eine Parade dieser Truppe statt, der der Reichswehrministcr General von Blomberg beiwohnte.
Den Rand des großen Feldes umsäumten viele Zuschauer, darunter auch zahlreiche Ehrengäste, die dieses glanzvolle militärische Schauspiel miterleben wollten. Im Kreise des Reichswehrministers befanden sich viele hohe Offiziere. Unter den Klängen ihrer Kapelle rückten die Soldaten auf den Platz. Kurze Befehle ertönten, und die Truppe nahm Pa r a d e a u f st e l l u n g. Reichswehrminister von Blomberg schritt dann die lange Paradefront ab und richtete eine kurze Ansprache an das Wachregiment. Der Reichswehrminister brachte dann aus den obersten Befehlshaber der deutschen Wehrmacht, den Präsidenten des Deutschen Reiches, Generalfeld- marschall von Hindenburg ein Hurra aus, das von den Soldaten begeistert ausgenommen wurde. Die Kapelle intonierte die D e u t s ch l a u d h y m n c und das Horst-Wessel-Lied. Unter den Klängen des Präsentiermarsches erfolgte dann der große Vorbeimarsch der Truppe vor dem Reichswehrminister.
Nach der Parade marschierte die für diesen Tag besonders verstärkte Wache mit klingendem Spiel zum E h r c n m a l Unter den Linden. Eine vieltausendköpfige begeisterte Menge begleitete die aufziehende Wache auf ihrem Weg durch die Stadt. Am Ehrenmal spielte die Kapelle das Deutschlandlied und das Horst-Wessel- Lied, während die angetretene Ehrenwache das Gewehr präsentierte.
Furchtbare Familientragödien
Gräfliche Sluttat einer Serzwtiselten.
Ehefrau erschießt ihren Mann und ihre
In Ludwigshafen spielte sich eine furchtbare Familicutragödie ab, die vier Todesopfer forderte. Die Ehefrau des Waffenhändlers Mann gab nachts aus einer Sclbstladcpistole, während ihr Mann und ihre beiden Töchter schliefen, mehrere Schüsse auf ihre Angehörigen ab, die fast alle tödlich trafen. Nach der fürchterlichen Tat beging die Frau S e l b st m o r d.
Der Waffenhändler, feine Frau und eine dreizehnjährige Tochter wurden tot in der Wohnung aufgefunden. Die zweite, sechzehnjährige Tochter, die eine schwere Schußverletzung am Kopf erhalten hatte, starb nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus. Zum M o t i v der Tat wird noch bekannt, daß die Familie aus der W o h n u n g he raus gesetzt werden sollte. Der Mpbelwagen stand bereits vor dem Hause. Diese Tatsache sowie der schlechte Geschäftsgang dürften Haupt sächlich die Ehefrau zu der gräßlichen Tat veranlaßt haben.
Sohn erschlägt den Vater im Streit.
Der Täter stellt sich der Polizei.
,Jn Stuttgart wurde der 42 Jahre alte Uhrcn- Vertreter Jauch von seinem 20 Jahre alten Sohn nach voraufgegangenem Streit durch zahlreiche M c s s c r - st i ch c und Beil hiebe so schwer verletzt, daß der Tod eintrat. Zwischen Vater und Sohn bestanden schon seit einiger Zeit Z c r w ü r f n i s s e. Der Vater bedrohte angeblich nach vorangegangenem Wortwechsel den Sohn, worauf dieser mit einem Messer auf ihn einstach. Der Täter stellte sich selbst der Polizei.
Aas Gelöbnis von Heer und F olle.
Der Reichswehrminister zu Hindenburgs Geburtstag.
Der Reichswehrminister hat dem Reichspräsidenten anläßlich seines Geburtstages ein Glückwunschschreiben übersandt, in dem es heißt:
Wenn Sie, hochverehrter Herr Generalfeldmarschall und Reichspräsident, heute das 86. Lebensjahr Ihres an Arbeit und Erfolgen gesegneten Lebens vollenden, so wird Sie der Jubel eines dankbaren Volkes begrüßen, dem Sie durch die Berufung der Regierung Hitler den G l a u b e n an ein einiges, von nationalem Wollen durchglühtes Vaterland wiedergegeben haben. In der vordersten Reihe der Dankbaren steht die W e h r m a ch t, die sich heute wieder mit Stolz der Waffenträger einer geeinten Nation nennen kann.
Die aufrichtigen Glückwünsche von Heer und Flotte Ihnen, Herrn Generalfeldmarschall, als deni Oberbefehlshaber der deutschen Wehrmacht und dem ersten Soldaten des Reiches zum Ausdruck zu bringen, ist mir Pflicht und aufrichtiges Bedürfnis.
Sie sind uns Symbol einer stolzen Vergangenheit, Sie waren uns Führer in schwer- st e r Zeit und haben uns den Weg in eine st a r k e deutsche Zukunst gewiesen. Die Wehrmacht kann ihrem verehrten Oberbefehlshaber nicht besser danken als durch ihre T r e u e und die stete Erfüllung ihrer Pflicht. Das fei unser Gelöbnis zum heutigen Tagx!
Weiter sandte der Reichsaußenminister Freiherr von Neurath ein in herzlichen Worten gehaltenes Telegramm an den Reichspräsidenten.
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. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat Ministerpräsident Göring dem Reichspräsidenten zu seinem 86. Geburtstag telegraphisch die verehrungsvollsten Glückwünsche der preußischen Staatsregierung ausgesprochen. Ferner hat Ministerpräsident Göring ein persönliches Glückwunschschreiben an den Reichspräsidenten gerichtet.
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Glückwunsch Röhms an Hindenburg.
SA. und SS. grüßen den Reichspräsidenten.
S t a b s ch e f Röhm hat dem Reichspräsidenten von Hindenburg zu seinem 86. Geburtstag folgern den Glückwunsch gesandt:
„Dem Generalfeldmarschall des großen Krieges entbieten die kämpferischen Willensträger der deutschen Revolution zum 86. Geburtstag ihren Glückwunsch und Gruß. Unter seinem Befehl kämpften 1914/18 die deutschen Heere siegreich wider eine Welt von Feinden, bis marxistischer Verrat ihnen die Waffen zerbrach. Als Reichspräsident stand er a l s Hüter des b e st e n Erbes der alten Zeit an der Schwelle des neuen Deutschlands, über die wir die Fahnen der deutschen Freiheit auf die Zinnen des Staates trugen. In ihm grüßen wir das Deutschland der E h r e, F r e i h e i t u n d K r a f t, dessen bestes Vermacht nis zu pflegen uns heiligste Aufgabe ist.“
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Der Reichsbauernführer und Reichsernährungs- minister Darre sandte folgendes Glückwunschtelegramm: Vom ersten Deutschen Erntcdauktag sende ich dem Hüter deutscher Scholle im Namen des geeinten Bauerntums Die Grüße der deutschen Bauern als Ausdru c gcnicin- famer Verbundenheit im Kampf um Blut und Boden.
SÄreckenstat in aeistiger ilmnaKillng.
Ju Rothenbach (Schlesien) wollte der Nlalcr- gchitsc Vogt, anscheinend in einem Anfall von geistiger Umnachtung, seine Frau und sich selbst mit einem Rasiermesser ums Lc bcn bringen.
Nachdem er seinen neunjährigen Sohn fortgeschickt hatte, verschloß er sich in der Wohnung. Die Nack' barslrute drangen mit Gewalt in die Wohnung ein, als sie die Hilferufe der Frau hörten. Den Ein - dringenden bot sich ein entsetzlicher Anblick. Beide Eheleute lagen bewußtlo s i u i h r e m Blute am Boden. Der Mann hatte versucht, ferner Frau die Halsschlagader zu durchschneiden und sich selbst schwere Verletzungen am Hals und an den Bänden beigebracht. Beide wurden nach Landes h u t in das Kreiskrankenhaus gebracht, wo sie mit dem Tode ringen.
Seine frühere Braui erschossen.
Selbstmord des abgcwicscncn Liebhabers.
In dem holländischen Örtchen N i e u w st a d t, oas nahe der deutschen Grenze liegt, lauerte ein 2ljähriger junger M a n n seiner gleichaltrigen f r it y e r c 11 Braut, die das Verhältnis mit ihm auf Drängen des Vaters lösen musste, auf, als sie mit ihrem Vater und ihrer Schwester einen Spaziergang unternahm. Ohne weitere Auseinandersetzung gab der junge Mann aus einem Revolver m e h r e r e Sch ü s f e ab, durch die seine frühere Braut getötet und deren 17jährige Schwester durch einen Lungenschuß schwer verletzt wurde. Der Täter tötete sich dann selb st durch einen Schläfenschuß.