Zulöaer Anzeiger
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Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. Nachüruck üer mit* versehenen Artikel nur mit <tzisllenangabe,ZuröaerNnzeigrr'grstaa»i.
Nr. 237 — 1933
Fulda, Dienstag, 10. Oktober
10. Jahrgang
tim Antwort wird gebeten!
Menn jetzt der vielgeprüfte Präsident der Abrüstungs- Herr Henderson, dem „Büro" dieser am irrem in Genf Bericht erstattet über seine Reise kreuz auer durch Europa, wobei er versuchen wollte und | â den festgefahrencn Karren der Abrüstungssrage ; ^edër in Bewegung zu setzen, so unterläßt er es, darauf mruweisen, daß die zweite von ihm geplante Reise dieser L wegen völliger Hoffnungslosigkeit aufgegeben worden 3 x>enderson war in Paris und Rom gewesen, in zscrlin und dann nochmals wieder in Paris, um Metzlich in L 0 n d 0 n doch nur mitteilen zu müssen, daß r seine Mission als gescheitert ansehe. Genaueres bat aber hierüber die Öffentlichkeit nicht erfahren, sondern die Geheimnistuerei, mit der sich die Fortsetzung der diplomatischen Verhandlungen über die Abrüstungsfrage umkleidete wurde statt dessen nur immer größer, je näher der Termin heranrückte, an dem der Hauptausschuß der i Abrüstungskonferenz wieder zusammentreten soll.
■ Bon zwei Seiten allerdings, nämlich von Deutsch- land und von F r a n k r e i ch , ist mit größter Deutlich-
I seit mitgeteilt worden, aus welchen Standpunkt sich die Delegierten dieser Länder auf der Abrüstungskonferenz | stellen würden: der französische Ministerpräsident [ Daladier hat eine Tagung seiner, der radikal-sozia- | listischen Partei, dazu benutzt, um noch einmal den I Standpunkt Frankreichs zur Abrüstungsfrage I ober, genauer gesagt, Deutschland gegenüber | darzulegen. Wenn man bei dieser Rede von all den I offenen oder versteckten Anspielungen auf die politische I M- und Neubildung in Deutschland absieht, und wenn | man ferner berücksichtigt, daß lange Verhandlungen mit I England vorangegangen sind, so bleiben in den Aus- I ßhiungen Daladiers die Sätze übrig, daß nach wie vor I dir französische Forderung nach einer Abrüstungs- I lintrolle aufrechterhalten bleibt, die in einem Zeit- I Mi von vier Jahren organisiert werden soll nnd „die I Weit zu beginnen" hat. Während dieser Zeit hätten sich aber „bie gegenwärtig in ihren Rüstungen unbeschränkten
i Awn' dem Verbot zu unterwerfen, neues, schweres Üiitzèmaierial hcrzustellen. Die anderen, also die ent- «M«n Staaten, müßten sich hingegen in dieser Zeit M M-ikisch nach der Richtung hin umbilden, daß sie
I Armeen von kurzer Dienstzeit schaffen „unter Ausschluß ■ versteckter militärischer Gebilde". Und erst dann, wenn
I die „Abrüstungskontrolle" sich als wirkungsvoll I herausgestellt habe, werde die Vernichtung des von dann I allen Staaten verbotenen Kriegsmaterials erfolgen. I Sie weit die Behauptung Daladiers richtig ist, daß sich I Mem Abrüstungsplan auch Großbritannien, I unicrika, Italien, Rußland und noch „viele I nutzere Staaten" angeschlossen hätten, wird sich erst ■ «weisen, wenn in Genf die eigentlichen Verhandlungen
I Wetzen, bei denen mau nun nicht wie bisher Deutschland I fachlich ausschließen kann. Im übrigen deutete Daladier I W an, daß immer noch zwischen jenen Staaten „Ver- I Wesenheiten in der Auffassung" bestünden.
I ân kann es sich im übrigen ersparen, auf die sonstigen I Wüschen Anspielungen Daladiers an die Adresse I -üüichlands zu antworten, wenn er z. B. nun schon zum I .WMten Male behauptet, daß ganz Deutschland äußer- I i innerlich von unbedingten! A n g r i s f s g e i st Isei, wenn er es weiterhin unzweideulig ablehnt, • ■ ' . deutschen Forderung zuzustimmen, wenigstens in I seine Verteidig ungs maßnahmen vervoll- I zu dürfen. Aber eigentlich gehört es doch nicht I Sunt guten diplomatischen Tom versteckt den I fisten der Führung des neuen Deutschen Reiches I Wißen! Der französische Ministerpräsident tut H W""^ ^vir Deutsche Wissen nachgerade doch wohl M ^ Mau, wo die Quellen falscher Gerüchte fließen, M" deutscherseits auch jetzt wieder amtlich entgegen- ■ Herden mußte: Deutschland denkt gar nicht daran, I ^"^en die Rüstungsparität mit Frankreich zu 1sondern, was es fordert, ist nur eine weitere ■ der anderen nach Ablauf dieser fünf Jahre. ■ vom Standpunkt der deutschen Gleich-
■ aus, die, grundsätzlich wenigstens, von den M abgestanden ist, jetzt bescheiden genug verlangen ■ Ne daß Frankreich und andere Staaten ge-
Mich„.„ nistungsmaßnahmen ohne weiteren Verzug vor- ■ sonst von einer Abrüstungskonven-
< W uicht gesprochen werden könne. Ferner: Lüftung für eine Zeit von vier Jahren sei ■ mit ^"d schließlich möchte die deutsche Regierung ■ p ’W^eit wissen, welches denn die sogenannten ■ Nb ' if u n g s w a f f e n seien, die man Demsch- tc gewähren wolle, obwohl diese dem Reich ■ WoJM . ^utwaffnungsbestimmungen von Versailles I 'ikr dj— aber Deutschland denke gar nicht daran, ^a^ bon Waffen zu fordern, die die anderen ■ Nb Auf der anderen Seite hat sich Deutsch-
W^iistu»^°"'^orholt bereit erklärt, der internationalen ■ Ä»’«^ zuzustimmen.
■ Nben' ?P den anderen immer wieder gesagt ■ ^ ^ird sich nun in Genf zeigen, was sic dar-
werden.
Gorings Beauftragter für Wirtschaftsfragen.
preußische Ministerpräsident Hat den Land- ■ LW Wilhelm Tengelmann als seinen Beaus- ■ Mth“r Wirtschaftsfragen in das preußische Staats- ■ 7 W’ Berlin berufen. Zu seinen Mitarbeitern wurden I Direktoren Eckhardt von Klaß und Herbert ■ > Ä bcr<eIIt Die neugeschaffene Dienststelle wird in ■ '^ itir D Ä"abtne mit dem Beauftragten des Reichskanz- M^. ^-^toaftStiMcr!, Wilhelm Keppler, zusammen-
Großer Erfolg der Arbeitsschlacht
Reue starke Entlastung
des Arbeitsmarktes.
Am 3 0. September noch 3 850 000 Arbeitslose.
In der zweiten Septemberhälfte ist, wie die Rcichs- anstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung berichtet, durch den energisch und planvoll geführten Kampf gegen die Arbeitslosigkeit die Viermillionengrenze um mehr als 150 000 unterschritten worden.
Die Zahl der bei den Arbeitsämtern eingetragenen Arbeitslosen betrug
am 30. September rund 3 850 000.
In einem Zeitpunkt, in dem eine weitere natürliche saisoumäßige Entlastung des Arbeitsmarktes in größerem Umfange nicht mehr zu erwarten war, sind die Ärbeitsbeschafsungsmaßnahmen der Reichsregierung in verstärktem Maße eingesetzt und die von der Reichsanstalt geförderten Notstandsmaßnahmen erheblich ausgedehnt worden. Dies trug im Zusammen- Hang mit der
weiter archaltenden Belebung der Wirtschaft wesentlich zu dieser starken Entlastung bei. Der Gesamtrückgang betrug rund 22 000 (minus 5,4 Prozent).
Von den Arbeitslosen bezogen Arbeitslosenunterstützung rund 316 000 (minus 20 725), K r i s e n u n t e r st ü tz u n g 1 108 000 (minus 34 364),
Gedenken an Horst Wessel.
Horst Wessel.
Das Vorbild der Braunen Armee.
Das neue Deutschland gedachte am 9. Oktober seines jungen Revolutionshelden Horst Wessel, dessen 26. Geburtstag auf diesen Tag gefallen wäre.
Mit 22 Jahren opferte Horst Wessel sein Leben im Dienste der nationalsozialistischen Bewegung, der er seit dem 7. Dezember 1926 als Mitglied angehörte. Hcnzft Wesiel streckten am 14. Januar 1930 die Schüsse entmenschter kommunistischer Mörder nieder. Über einen Monat lang kämpfte er heldenhaft mit dem Tod. Aber eine Blutvergiftung, die durch Reste des Dum-Dum- Geschosjes verursacht wurde, das die feigen Meuchelmörder benutzt hatten, machte dem jungen Leben Horst Wessels am 23. Februar ein Ende. Horst Wesiel ist in die Geschichte der deutschen Nation eingegangen als der Kämpfer des Dritten Reiches. Millionen, die abseits standen, kennen das Lied, das dieser junge Student, der den Weg zum schaffenden Volk gefunden hatte, für seine Sturmsoldaten schrieb.
SA.-Ehrenwachc am Grabe.
In Berlin war am Grabe Horst WesselS auf den: Nikolai-Friedhof am Prenzlauer Tor eine Ehrenwache des Horst-Wessel-Sturms mit der alten Sturm- fabne aufaexoaen. Ununterbrochen strömten Hunderte
Bon der Herbstparade der schlesischen SA.
Beim großen Treffen der schlesischen SA. in Breslau fand auch eine Ehrung der Alten Garde in der Jahrhundert-Halle statt, von der unser Bild berichtet: Stabschef Röhm, SS.-Reichsführer Himmler (links) und SA.-Obcrgruppcnsührcr Heines (rechts von Röhm) beim Betreten der Jahrhundcrthalle.
W 0 hPfahrtsunterstützung rund 1488 000 (minus 110 000 im Laufe des ganzen Monats).
Besonders beachtlich ist der starke Rückgang der arbeitslosen Wohlfahrtserwerbslosen, der anzeigt, daß es mehr und mehr gelungen ist, im Rahmen der Arbeitsbeschaffung auch die sozialpolitische dringlichste Aufgabe, nämlich die Unterbringung der langfristigen, häufig älteren und verheirateten Erwerbslosen einer Lösung zuzuführen.
Wieder stehen hinsichtlich der Höhe der Entlastung des Arbeitsmarktes die Hochindu striealifierten und dichtbevölkerten Bezirke im Vordergrund. So meldet Brandenburg einen Rückgang um rund 44 000, Sachsen um rund 33 000, Mitteldeutschland um rund 24 000, R h e i n l a nd um rund 19 000, Westfalen um rund 15 000. Den anteilmäßig stärksten und für einen Bezirk mit niedriger Arbeitslosenziffer auch in absoluter Höhe beachtlichen Rückgang hatte Pommern mit einer Abnahme um rund 10 000 oder rund 19,2 Prozent seines letzten Bestandes.
Gegen den Höchststand vom Februar d. I. mit 6 047 000 Arbeitslosen ist also bisher ein Rückgang um fast genau 2,2 Millionen Arbeitslosen zu verzeichnen. Die Zahl der Beschäftigten ist bekanntlich noch weit höher an« gestiegen als es der Rückgang der sichtbaren Arbeitslosigkeit zeigt. Schon Ende August war die Zahl der Beschäftigten 13 724 000, während diese Zahl Ende Januar 11 487 000 betrug. Hinzukommt noch die besonders große Entlastung des Arbeitsmarktes im September.
und Tausende zu der Grabstätte, um des Toten zu gedenken. Zahlreiche Kränze und Blumenspenden, vom herrlichsten Rosengebinde bis zum kleinen Herbstblumen- sträußchen, zeugten von der herzlichen AnteUnayme der gesamten. Bevölkerung Berlins.
Dr. Goebbels hält die Gedenkrede.
Ferner fand eine Gedenkfeier des Bczirksaintcs der Horst-Wessel-Stadt im Horst-Wessel-Krankenhaus statt, bei der Reichsminister Dr. Goebbels die Gedenkrede hielt. Dabei wurde das Sterbezimmer Horst Wesiels feierlich als historische Stätte geweiht. Anschließend traten die Berbättde zu einem F a ck e l z u g nach dem Grabe Horst Wessels an.
Dcnkmalsweihe in der Geburtsstadt.
In B i e l e f e l d , der Geburtsstadt Horst Wessels, wurde am Geburtshause Wessels in Anwesenheit seiner M u t 1 e r und seiner Schwester eine Gedenktafel feierlich geweiht. Auf einer altgermanischcn Thingstätte im Teutoburger Walde in der Nähe von Bielefeld wurde ferner ein aus einem 300 Zentner schweren Findling bestehender Hor st- Wessel-Gedenkstein ^enthüllt. Zu diesem feierlichen Akt waren etwa 50 000 SA.- und SS.-Männer erschienen. Der Obergruppenführer der westfälischen und niedersächsischen SÄ., Obcrpräsident Lutze, Hannover, hielt die Weiherede.
Gedenkfeier für Horst Weisel.
. Anläßlich des Geburtstages von Horst Wessel fand im Hof des Hor st- Wessel- Krankenhaus es int Friedrichshain eine eindrucksvolle Gedenkfeier statt, in deren Mittelpunkt eine Ansprache des Reichsministers Dr. Goebbels stand. SS., SA. und Schutzpolizei hatten in einer Stärke von mehreren hundert Mann Aufstellung genommen. Unter den zahlreichen Ehrengästen bemerkte man außer der Mutter H 0 r st Wessels Polizeipräsident von Levetzow, Polizeigeneral Daluege, Oberbürgermeister Sahm, Staatskommissar Dr. Lippert, Gruppenführer Prinz August Wilhelm und Vertreter der Schutzpolizei, des Reichshceres, der Reichsmarine und der Stahlhelmbundesführung.
Nach den Ausführungen des Bezirksbürgermeisters Eonrad, der die Bedeutung Horst Wessels für seinen Be zirk würdigte, ergriff
Reichsminister Dr. Goebbels das Wort.
Kaum ein anderer, so führte Dr. Goebbels aus, habe wie Horst Wessel nationalsozialistischen Charakter und nationalsozialistische Willensstärke in einer Person vereinigt. Es wirke fast symbolhaft, daß der Sänger des Liedes der nationalsozialistischen Bewegung zugleich Arbeiter und Student gewesen sei. Dr. Goebbels erinnerte an die Beisetzung Horst Wessels, die unter dem Gcgröhle marxistischen Pöbels vor sich gegangen sei. Wenn er trotzdem damals gesagt habe, daß in zehn Jahren das Horst-Weffel-Lied das Lied des deutschen Volkes sein werde, so könne er heute fcststcllen, daß nur drei Jahre hingingen, bis die Erfüllung dieser Vorhersage eintraf. Sein Lied sei heute zum S ch»suchts- f d) r c i einer ganzen erwachten Nation geworden. In seinem Sinn uvd Geist hätten 66 Millionen sich in herrlicher Wiedergeburt neu erhoben. Große, erfüllte Auf gaben lägen hinter uns, größere unerfüllte lägen vor uns. Diese Aufgaben sollen wir nicht allein meistern mit Klugheit und Intelligenz, sondern nur, wenn dazu M u t u n d Charakter kämen Dr. Goebbels schloß mit einem Appell, im Geiste Horst Wessels weiterzuarbeiten. _