M-aer Anzeiger
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Ar, 246 —1933 Fulda, Freitag, 20. Oktober __________________________________10. Jahrgang
Nationale Selbstachtung.
Hitler spricht zu England.
Ein Interview in Berlin.
Der Sonderkorrespondent der Londoner Zeitung Taily Mail", Ward Price, wurde in Berlin vom Reichs- i'inzler Hitler empfangen. Bei Beginn der Unterredung âchcrte Reichskanzler Hitler, welches Unglück es gewesen sei, daß am 4. August 1914 zwischen den beiden großen qcrmanischen Nationen, die Hunderte von Jahren in Frieden gelebt hatten, Krieg ausgebrochen sei. Er hoffe, daß die beiden stammverwandten Völker den Weg zurück zu ihren alten freundschaftlichen Beziehungen finden würden. Der Korrenspondent stellte dann eine Reihe von Fragen:
Frage: „Es könnte Eure Exzellenz interessieren, daß Anzeichen in London dafür vorhanden sind, daß Ihre periönlid)e Popularität beim britischen Publikum seit letztem Sonnabend außerordeut- sjchzugenommen hat. Lord Nothermere, mit dem ich gestern abend telephonierte, erzählte mir, daß, als Ihr W in der Wochenschau der Londoner Kinematographen- lheaier am Montagabend gezeigt wurde, es
mit lebhaftem Beifall begrüßt
wurde. ES ist indessen eine Tatsache, daß innerhsib ge- ivißer Kreise der britischen Öffentlichkeit und Presse-durch Leuischlands plötzlichen Austritt auS der AbrüstungS- louserenz erhebliches Mißtrauen und Beunruhigrmg gewest! worden ist. Zunächst möchte ich die Rede des Unter- ItaaiSsekretärS im Kriegsministerium, Duff Cooper, Ehren, der sagte, daß „kein Volk in der Geschichte der West sich jemals mit derartiger Begeisterung findenKrieg v o r b e r e i t e t habe, als das deutsche Poll es zur Zeit tue. Welche Antwort kamt darauf er- M werden?"
Antwort: „Die Behauptung, daß das deutsche Volk sich mit Begeisterung auf den Krieg vorbereite, ist eine Ä einfach
unfaßbare Verkennung deS Sinnes der deutschen Revolution.
8ir Führer der nationalsozialistischen Bewegung sind fast Ae Ausnahme Frontsoldaten gewesen. Ich möchte den Frontsoldaten sehen, der mit Begeisterung sich für einen neuen Krieg vor - dereitet! Wir hängen in fanatischer Liebe an unserem -iol! genau so wie jeder anständige Engländer an dem Men hängt. Wir erziehen die deutsche Jugend zum siomps gegen die inneren Laster und in erster Linie ° um Kainps gegen die kommunistische Ge-
Frage: „Der Verdacht, daß Deutschlands letzte Ziele negerische sind, beruht auf folgenden Erwägungen: Man Mbt, daß das deutsche Volk von der nationalsozia- Mchen Regierung dazu erzogen worden ist, daß es ein Ms und echtes VerwürsniS mit F r a n k r e i ch hat und M dieses nur durch einen deutschen Sieg wieder gut Zkmacht werden kann."
Antwort: „Die nationalsozialistische Bewegung erzieht das deutsche Volk zu einem echten oder tiefen Zer- »uchils mit Frankreich, sondern einfach zur Liebe zum ^ncit Volk und zu einem Bekenntnis für die Begriffe on Ehre und Anständigkeit. Glauben Sic, daß wir unsere Wend, die unsere ganze Zukunft ist, und an der wir alle .Wil, nur erziehen, um sie dann aus dem Schlachtseide üllmmenschießen zu lassen? Daß die deutsche Jugend Öderem Ehrgefühl besitzt, erfüllt mich mit Freude, aber nicht ein, wieso ein anderes Volk dadurch änlr /â f°ß» Und ich sehe erst recht nicht ein, wieso t° fa^ denkende Nation, wie die englische, uns lei» aCrM verübeln könnte. WK wollen mit Frankreich h "':crll,ürfitiâ", sondern eine aufrichtige Ver non M ” fl ' allerdings auf einer Basis, die ein Volk m,,, fgefühl akzeptieren kann. Und außerdem wir leben können."
wr "^n großer Teil der deutschen Jugend wird 1,1 Arbeitslagern oder als Mitglieder der SA. Niu?^* Formationen zu militärischer D i s z i - land Fu Frankreich und zum Teil auch in Eng- ii»ez ww!» ^. ^^ Befürchtung, daß es die Entwicklung MbJh ! at‘^eu Geistes unter den jungen Deutschen zur w ‘Wen könnte."
Den ^rh”^? "Die deutsche Jugend wird weder in hchE ,"f?^ugcrn, n o ch in der SA. und in den unter- sthen bi*> ^onnaiionen mit militärischen Kenntnissen vcr- ’ ,le. anreizèn könnten, diese einst auszunutzen.
tefdimo bicI mcI>r könnte sich demgegenüber Deutschland Miii i ' b"^ in den anderen Ländern Jahr für Jahr 011 c 11 an Rekruten eine wirklich militärische Z dung erfahren!
! ‘Anilin V ^it^ienft ist eine ungeheure soziale Ein- »vr uus 3'5 zugleich klassenvcrsöhnend wirkt. Während ^isinus i/k "watschen Straßen und Plätze vom Kommu- deni biuNn ^^chi worden sind, das ganze Volk unter Mr j^, ach Terror dieser Mordbrennerbande litt, haben lieberh Sicherheit, Ruhe und Ordnung "gestellt. Das ist der Erfolg meier SA." -cuttl, »Ferner ist die Ansicht weit verbreitet, daß Britin r ” ^ £ Rüstungen schon viel weiter fort- v Amwn.^'als amtlich zugegeben wird."
^ dxp^ <.l: Diese Ansichten sind lächerlich. 1. Wo NÄcMrit< ~ - * ■ --------
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Fabriken, in Schweden, Holland und anderen als MunitwnssaSriken erworben Hove? ^«Me Feinde im Auslande 6 t Ina er die ae»
nauesten Nachrichten über alles, was in Deutschland, wie sie behaupten, geschehen sein soll. Es müßte ihnen doch eine Spielerei sein, endlich einmal zu sagen, welche Fabriken wir in Holland erworben haben und welche in Schweden.
Frage: „Obwohl die Anwendung schwerer Feldartillerie durch den Friedensvertrag verboten wurde, wird in Frankreich behauptet, daß Artilleristen der Reichswehr in schwerer A r ti l l e ri e an den deutschen .Küstenbefestigungen ausgebildet worden sind."
Antwort: „Glauben Sie wirklich, daß wir uns den Luxus erlauben, von den hunderttausend Mann unserer Armee die Artilleristen an der schweren Artillerie der Küstenbefestigungen ausbilden zu lassen, damit sie dann mit den Feldkanonen schießen können? Wir haben in der Festung Königsberg eine lächerlich beschränkte Anzahl schwerer Geschütze genehmigt erhalten und selbstverständlich werden dafür auch Leute ausgebildet. Im übrigen hat die Armee leider nur eine ungenügende Feldartillerie, und wir bilden schon lieber die Leute an dem Geschütz aus, an dem sie kämpfen müßten, als an Geschützen, die wir gar nicht haben!"
Frage: „Eine weitere Ursache der Besorgnis ist die Auffassung, daß Deutschland beabsichtige, eines Tages den Polnischen
Korridor wiederzuerlange«.
Antwort: „Niemand von un» denkt daran, mit Polen wegen des Korridors einen Krieg zu beginnen. Wir möchten aber alle hoffen, daß die beiden Nationen die sie betreffenden Fragen dereinst leidenschaftslos besprechen und verhandeln werden."
Frage: „Der Ausdruck „Volk ohne Raum" hat gewisse Unsicherheit erregt. Bildet die Wiedererlangung von früheren deutschen Kolonien eines der Ziele der Regierung?"
Antwort: „Deutschland hat zu viele Menschen aus seiner Bodenfläche. Es liegt im Interesse der Welt, einer großen Nation die erforderlichen
Lebensmöglichkeiten nicht vorzuenthalten.
Die Frage der Zuteilung kolonialer Gebiete, ganz gleich wo, wird aber niemals für uns die Frage eines Krieges sein."
Frage: „In gewißen Kreisen in England erwartet man, daß die jetzige Regierung sich als ein Vorspiel zur Restauration der kaiserlichen Familie herausstellen wird."
Antwort: „Die Regierung, die heute in Deutschland tätig ist, arbeitet weder für die Monarchie, noch für die Republik, sondern ausschließlich für das deutsche Volk."
Frage: „Beabsichtigt der Herr Reichskanzler, eine Verfassungsänderung auf neuer Grundlage durchzuführen?"
Antwort: „Ich habe einst erklärt, nur mit legalen Mitteln kämpfen zu wollen. Ich habe diese Erklärung auch gehalten. Die gesamte Umgestaltung Deutschlands ist auf v e r f a ss u n g s m ä ß i g z u l ä s s i g e m Wege geschehen.
Es ist selbstverständlich möglich und auch wahrscheinlich, daß wir das Gesamtergebnis der sich vollziehenden Umwälzung dereinst als neue Verfassung dem deutschen Volke zur Urabstimmung vorlegen werden."
Frage: „Sieht der Herr Reichskanzler den Völkerbund als eine Einrichtung an, die ihren Nutzen überlebt bat oder kann er sich bestimmte Bedingungen vorstellen, unter denen Deutschland eine Rückkehr in den Völker- bung zu erwägen geneigt wäre?"
Antwort: „Wenn der Völkerbund sich so wie in der letzten Zeit immer mehr auswächst zu einer Interessengemeinschaft bestimmter Staaten gegen d r e Interessen anderer, dann glaube ich nicht an feine Zukunft.
Deutschland wird jedenfalls niemals mehr einer internationalen Vereinigung beitreten oder sich an einer solchen beteiligen, wenn es nicht als vollkommen
Erbhosbesitzer Weise beim Neichstandwirtschaftsministcr. Reichslandwirtschaftsminister Darrè (zweiter von linkst empfing vor einigen Tagen den Erbhofbesitzer Wèis' (rechts neben ihm), der vom Führer kürzlich einen Bauer^- Hof geschenkt erhielt, mit dreien keiner Söhne.
gleichberechtigter Faktor anerkannt ist. Daß wir als Volk von 65 Millionen Menschen dauernd und immer wieder aufs neue entehrt und gedemütigt werden sollen, ist für uns unerträglich. Diese ewige Diskriminierung ertragen wir nicht, und solange ich lebe, werde ich niemals meine Unterschrift als Staatsmann unter einen Vertrag setzen, den ich als Ehrenmann auch im privaten Leben niemals unterschreiben würde und selbst wenn ich darüber zugrunde ginge! Denn ich möchte auch nicht meine Unterschrift unter ein Dokument setzen mit dem stillen Hintergedanken, es doch nicht zu halten! Was ich unterschreibe, halte i ch. Was ich nicht halten kann, werde ich niemals unterschreiben."
Frage: „Hält Deutschland sich somit für befreit von den bestehenden internationalen Verpflichtungen mit der Begründung, daß es nicht gleichberechtigt behandelt worden ist?"
Antwort: „Was wir unterzeichnet haben, werden wir nach unserer besten Fähigkeit erfüllen."
Frage: „Könnte der Herr Reichskanzler der britischen Öffentlichkeit einige Mitteilungen über seine Pläne machen, die darauf abzielen, im kommenden Winter dem wirtschaftlichen Elend in Deutschland ab- zuhelsen?"
Antwort: „Wir haben von etwas über sechs Millionen Arbeitslosen in acht Monaten über 254 Millionen in die Produktion zurückgeführt. Unsere Aufgabe ist, wenn irgend möglich zu verhindern, daß im Winter ein Absinken eintritt. Im Frühjahr wollen wir dann mit dem neuen Generalangriff gegen die Arbeitslosigkeit beginnen "
Der Reichskanzler schilderte darauf eingehend die bekannte ^großzügige Arbeitsbeschaffung der Reichsregierung, wobei er u. a. besonders auf die Entlastung der Wirtschaft von unerträglichen Steuern, die großen Baupläne für die Automobilstraßen, Kanalbauten, Stauwerke, Brücken und das Werk der Siedlung und der Fruchtbarmachung deutschen Bodens hinwies. Er nannte ferner den Einsatz von insgesamt 2,5 Milliarden Mark für Reparaturen an dem erneuerungsbedürftigen Hausbesitz, die Arbeitslager für die Jugend, die Förderung der Eheschließung und hob besonders die Bedeutung des gigantischen Winterhilfswerkes hervor, das wenigstens dem Hunger in der schlimmsten Auswirkung Einhalt gebieten sollte; denn bisher war es d a n k dem Versailler Friedensvertrag so, daß sich im Durchschnitt in Deutschland jährlich rund 20 000 Menschen aus Not und Verzweiflung freiwillig das Leben nehmen mußten.
„Sie werden verstehen", so schloß der Kanzler, „daß eine Regierung und ein Volk, die vor solchen Ausgaben stehen, gar keinen anderen Wunsch haben können als den uach Ruhe und Frieden. Und damit endlich auch nach Gleichberechtigung."
Erst naiLonale Krsiheit gewahrt volle soziale Gerechtigkeit!
Wahlaufruf der Deulschen Arbeitsfront.
Die Deutsche Arbeitsfront hat einen A u f - r il f erlassen, in dem es heißt:
Aus dem Vertragswerk von Versailles als Ursache ergaben sich jene grauenvollen Wirkungen, welche das deutsche Volk und damit auch seine Wirtschaft saft zerbrochen haben. Die E r f ü l l u n g s p o l i t i! e r oes Liberalismus und des Marxismus hielten Repara- lionen und Sanktionen immer noch für erträglich. Sie haben übersehen, daß die harte Fron den wirtschaftlich Schwächsten am schwersten trifft. Das M a s s c n- : lend der schaffenden Schichten ist grausame Wirkung einer Politik nationaler Würdelosigkeit. Der Führer hat diese ehernen Wahrheiten in Deutschland am ehesten erkannt und sie mit fanatischem Willen zum Allgemeingut der deutschen Nation gemacht.
Heute weiß in Deutschland jedes Kind, daß es ohne nationale Freiheit keine soziale Gerechtigkeit geben kann. Unbeirrbar geht der Führer Den Weg, der zur nationalen Befreiung und damit zur Hebung der Lebenshaltung aller deutschen Volksgenoffen führt. Der H e r b st w a h l k a m p f 19 3 3 ist eine wichtige Etappe auf diesem Weg. Unter der Führung der NSBO. wird die größte Organisation des deutschen Volkes, die Deutsche Arbeitsfront, diesen Wahlkampf führen, um gemeinsam mit den anderen Kräften des deutschen Volkes jenen Sieg zu erkämpfen, der der Welt durch fein gewaltiges Ausmaß eindrucksvoll beweisen wird, daß der Führer das ganze Volk hinter sich hat.
Deshalb rufe ich alle in der Arbeitsfront organisierten deutschen Menschen auf: „Vom heutigen Tage bis zum 12. November gilt jeder Gedanke, jede freie Minute und jeder Pfennig nur der Vorbereitung des Sieges vom 12. November. 18 Millionen Menschen senken von früh bis spät an das einzige Ziel, den letzten Mann und die letzte Frau für Hitler st i m m e n zu lassen. Es lebe der Kampf um die nationale und soziale Befreiung der deutschen Nation und sein herrlicher Führer in diesem Kampf Adolf Hitler!"