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Ar. 247 1933 _________ _______________Fulda, Samstag, 21. Oktober_________ 10. Jahrgang

Keichsstatthalter Sprenger in Grünberg.

Die Bedeutung von Erbhofgesetz und Winterhilfe. Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund. Der Führer ruft das Volk zum Bekenntnis am 12. November.

Banernkvndgebung anläßlich des Goünsmorktes.

Die Staatspressestelle schreibt:

leuchtenden Farben grüßt der herbstliche Wald von den Höhen des Taunus und des Vogelsberges, als in eili­ger Fahrt die Wagen des Reichsstatthalters, in denen sich noch als Vertreter der hessischen Regierung Major Jacob- ien und der Leiter des Staatspresseamtes Dr. Mahr be- finden durch die fruchtbare Wetterau jagen. Ein strahlen­der Herbsttag! Auf den Feldern sind unsere Bauern damit teichäftigt, die abgeernteten Aecker wieder zu richten; beim Sorüberjagen der Wagen heben sie die Rechte, an der Wrerde des heiligen deutschen Bodens haftet, symbolhaft: der Bauer und seine Scholle grüßt dich, den Statthalter des Führers; wir gehören zusammen, Führer und Ge­schäft! Und weiter gehts, bis endlich die Wagen- h^mjen anziehen und Grünberg, das Ziel der Fahrt, titelt ist.

Hier sind die Bauern aus der ganzen Umgebung zu- Mmengekommen, um den Gallusmarkt abzuhalten; tabe strahlt auf allen Gesichtern, daß der Gauleiter und Mchsstatthalter Sprenger zu ihnen gekommen ist, diese Zahlhundert alte Veranstaltung mit ihnen zu ver­leben.

$oi dem Rathaus auf dem Marktplatz sind SA., SS., hiiielMnd und Jungvolk angetreten, dazu ungezählte Saunn aus der Umgebung.

Ui Reichsstatthalter begibt sich nach Abschreitung der KM in das altehrwürdige Rathaus, um aus dem i Kuster des im ersten Stock gelegenen Ratsstrales zu seinen jBauern zu sprechen.

Reichsstatthalter Sprenger spricht:

Deutsche Volksgenosien!

Erbhofgesetz! Winterhilfe!

Zwei Worte von unermeßlicher Tragweite und wie Urhin schon dargestellt vielfach noch falsch verstanden, «m das Wort Erbhofgesetz ausgesprochen wird, wissen noch die wenigsten, worum es sich handelt. Der eine oder mdere ist villeicht geneigt, Vor- oder Nachteile dabei aus- Mechnen. Dabei dürfte er aber nur eines sehen:

Erbhofgesetz bedeutet Sicherung des Bauern­standes, solange ein deutsches Volk lebt, darauf kommt es an.

Miavo!). Dieses Gesetz, das unser Reichsernährungs- Mcsttt Darre dem Führer vorgelegt und das der Füh- " gefordert hat zur Sicherung des deutschen Bauernvolkes, 5 Grundgesetz unseres Fortbestandes überhaupt. Ohne ^ttntum kein deutsches Volk.

. âd zum Zweiten: Winterhilfe! Jeder Deutsche, der M abzugeben hat, muß abgeben, nicht nur, damit in hinter niemand hungere und friere, sondern daß Opferwilligkeit derer, die noch haben, jeder Volks- 5 Wand gesetzt wird, im Frühjahr von sich aus die nufzunehmen. Was nützt es uns denn im Frühjahr, die dritte Welle der Arbeitswelle MS Land M lassen, was nützt es uns denn, wenn wir Arbeit be° âl> das Volk wäre so entnervt, verelendet und daß es nicht mehr arbeiten könnte?! (Starker ; Gs kommt hauptsächlich darauf an, jetzt die Ar- I«traft zu erhalten.

Millionen hat der Führer durch seine Maß- I bereits in Arbeit gebracht, und die werden über Winter in Arbeit halten, den andern «s.^ernden und Frierenden greifen wir unter die r6^ im Frühjahr, wenn die neue Welle be- s i>e auch Schmalz in den Knochen haben,

I $tMo!) um arbeiten zu können.

Idie, Grundlage unserer Macht. Und wenn wir liieee '.j^enhängon und zusammenhalten, dann wird uns I feen M,?r^e Werk gelingen und uns die Achtung der Hute einbringen, denn kein Volk der Erde steht I Dämmen wie das deutsche Volk: Einer für alle einen, Adolf Hitler für uns und wir für ihn, s ammen für Deutschland! (Starker Beifall.)

I es benS beste Mensch kann nickt in Frieden leben, wenn I Nachbarn nickt gefällt. Dieses Wort kann sich anwenden, nicht daß ich sagen will, i inurmter Nachbar uns stören will und wird, aber M utsche sehen, wie in der ganzen Welt gerüstet Mittel i»und Flugzeuge gebaut und immer neue I Dienst gestellt werden, und Deutschland tff I U dann kann uns niemand verargen. wenn wir j s^darn etwas argwöhnisch Hinüberblicken, denn nicht, um Roienöl zu zerstäuben und Welt zu spritzen'. (Beifall.) Deutschland l^nem Gchanddokument, das man vor der Webt

Während der Kreisleiter kurz zu den versammelten Volksgenosien spricht und der Landesbauernführer Dr. Wagner sich an seine Bauern wendet, um kurz das Erbhof­recht zu streifen, wozu er hessische Ausführungsverordnun­gen in Aussicht stellte, und um seine Bauern zu ermahnen, sich restlos hinter den Führer zu stellen, läßt sich aus den an den Wänden des Rathaussaales aufgemalten Schrift­reihen

die Geschichte des Gallusmarktes

feststellen. Ein über 450 Jahre alter Brauch verkörpert sich in diesem Markt. 1481 stiftete Kaiser Friedrich III. den Eallusmarkt, um dadurch die Verdienste eines hessischen Edelmannes, die dieser sich um den Kaiser erworben hatte, zu lohnen. Früher hatte dieser Markt eine für Mittel­deutschland überragende Bedeutung und bildete für den Handel mit Vieh das Gegenstück zur Frankfurter Mesie. Heute freilich hat er nur noch für den engeren Bezirk Be­deutung. In diesem Jahre waren für den Markt

zum erste» Male keine jüdischen Händler

zugelasien, was zur Folge hatte, daß den Bauern ange- messene Preise für ihr Vieh gezahlt wurden. Weiter ist aus den Wandinschriften zu entnehmen, daß 1521 Mar- tin Luther in dem Rathaus wohnte, aus dem heute nach über 400 Jahren der Vertreter des Führers in Hesien zu seinen Dauern spricht.

Und nun escheint Gauleiter und Reichsstatthaller Sprenger am Fenster, begeistertes Heilrufen brandet zu ihm empor. Die ganze Liebe und das unerschütterliche Ver­trauen zu dem Führer und seihest Statthalter in Hesien klingt darin auf. Dann atemlose Stille:

Friedensvertrag von Versailles zu nennen wagt, aufer­legt, daß es vollkommen abrüste. Deutschland hat abgerüstet! Mehr als ihm gutgetan hat, und Deutschland ist bereit, da jener Vertrag ja von Deutschen unterschrieben ist, diesen Vertrag innezuhalten. Sie wissen alle, daß wir Nationalsozialisten erklärt haben, daß diese Männer, die diesen Vertrag unterschrieben haben, Ver­brecher sind! Dazu stehen wir heute noch. Aber die Welt fordert ja nun einmal Abrüstung.

Also sagen wir mit Recht: Gut, wenn Verträge erfüllt werden sollen, dann sollen sie von allen erfüllt werden. (Beifall.) Deutschland hat ab« gerüstet, also rüstet ihr: Frankreich, Tschechoslowa­kei, Polen, ihr Engländer, alle Völker, rüstet ab, wie wir abgerüstet haben (Beifall), denn wenn alle abgerüstet haben, dann sind die Kräfte wieder gleich.

Ausruf der Reichsregierung auf dem Eiimmzettel.

Um etwaige Zweifel über den Gegenstand der Volksabstimmung am 12. November 1933 von vornherein auszuschlicßen.'hal die N e i ch s r c g i e r u n g beschlossen, daß ihr Aufruf an das deutsche Volk vom 14. Oktober 1933 feinem vollen Wortlaut nach in den Stimmzettel aufaenommen wird.

Also eine Abrüstungskonferenz hat Deutschland gar nicht notwendig; die andern fühlen das Bedürfnis und haben sie einberufen. So selbstverständlich, wie der Führer Adolf Hitler die Innenpolitik zielrichtig führte und von Grund aus aufbaute, so geht er gleichermaßen an die Außenpolitik und beschickte auch die Abrüstungskonferenz. Als unsere Unterhändler ankamen, da sah man, was sich nun entwik- kelt hatte. Man redet von Abrüstung bei den andern, nur damit man nicht abzurüsten braucht, und nur um nicht ab­rüsten zu müssen, sucht man einen Sündenbock. Da sie also alle gern rüsten: Frankreich, England, kurz alle r- gegen wen denn?! braucht ein Land heute gegen uns Deutsche zu rüsten, gegen Deutschland, das an und für sich überhaupt kein Heer hat unsere Reichswehr fällt gar nicht ins Gewicht, sie ist nur ein Notbehelf der Landesver­teidigung, wenn irgend ein Räuber uns überfallen sollte. Also gegen wen? und da es keiner dem andern zu sagen wagte, gegen wen? er rüste, darum sagen alle, sie müßten rüsten, weil Deutschland eine Gefahr sei. (Heiterkeit.) Das nimmt ihnen heute niemand mehr ab, und Deutschland verlangt, daß wenn schon über Abrüstung verhandelt werde, daß dann Deutschland vollkommen gleich behandelt werden soll. Also, wenn wir keine Waffen haben und nur 100000 Mann, bann kann Frankreich eigentlich nur noch weniger haben.

Aber nicht einmal so weit gingen wir, aber abrüsten sollen sie, und das taten sie nicht nur nicht, sondern sie ver­langten erst einmal von Deutschland eine Probezeit, als ob wir noch nicht genug geprobt hätten! (Lachen.) Die sollen erst einmal das Abrüsten soweit proben, wie wir es durchgeführt haben, dann sollen sie uns auffordern, ein Urteil abzugeben, wie die Probe ausgegangen ist. (Bei­fall.) Vor knapp einem halben Jahre erst haben sie Deutschland die Gleichberechtigung zugestanden, damals haben sie uns zugestanden, wir seien in der Theorie gleich­berechtigt,

in der Praxis, sagten sie damals, kann man das noch nicht durchsühren,

Die Hauptsache wäre zwar, daß es anerkannt wäre. Run wollte der Führer Adolf Hitler die Probe machen, wie diese Gleichberechtigung, die sie uns zugesvrochen hatten, in Wirk­lichkeit aussieht. Nach langem Feilschen, nach langem Reden setzten sie sich zu sammen und ließen uns, oder hatten vorbereitet, uns eröffnen zu lasien, daß das derzei­tige Deutschland Noch nicht als gleichberechtigt anerkannt werden könne, man müsse erst die Taten des heutigen Deutschlands abwarten, d. h., sie wollten vor aller Welt bekunden, daß wir noch ein Volk zweiter Klasie sind, was noch nicht in den Kreis der Kulturnationen hinein- pasie. Als der Führer das erfuhr, da waren denn seine Entschlüsse ganz selbstverständlich. Er wartete nicht erst ab, bis im Namen des Völkerbundes in der Abrüstungs­konferenz der Vertreter Englands uns das öffentlich vor aller Welt als Schandmal erneut ins Gesicht sprechen konnte, sondern Adolf Hitler erklärte, daß unser Delegier­ter überhaupt nicht mehr nach Genf zurückreist (Beifall) und erklärte, daß, wenn wir schon derzeitig nicht als gleich­berechtigt anerkannt werden können, wir auch derzeitig auf die Verhandlungen mit diesen hohen Herren verzich­ten müßten (Beifall), und wir werden solange derzeitig verzichten, bis sie Vernunft angenommen haben! (Bravo!) Von dem Märchen, daß das deutsche Volk und die Regie­rung zwei Dinge seien, werden wir beweisen, daß es ein Märchen ist.

5Volk und Führung sind eins.

Niemals war das deutsche Volk so eins wie heute unter einer Führung, und ausgerechnet dieses geeinte deutsche Volk sollte erneut gedemütigt werden. Wir sind bereit, und ich weiß, ihr seid es mit uns wir können mit den andern verhandeln über Kanonen, über Flinten, über alles können wir mit ihnen verhandeln, und das Volk wird es billigen.

Ueber eines lassen wir aber nicht verhandeln, und das ist über die Ehre des gesamten deutschen Vol­kes, darüber gibt es keine Verhandlungen! (Star­ker Beifall.)

Am 5. März hat das deutsche Volk alle Schande getilgt, die auf ihm lag, nämlich die eine Schande und Schmach, daß damals unstr eigenes Volk sich erniedrigt hat durch den 9. November. Diese Schande ist getilgt durch den mann­haften nationalsozialistischen Aufstand des gesamten Volkes. Stolz und frei wollen wir uns fühlen, stolz und frei wollen wir aber auch angesehen werden in der Welt, und wenn wir uns mit jemand an einen Tisch setzen, dann nur so, daß wir als stolze und freie Deutsche anerkannt werden, das ist die Voraussetzung. (Beifall.)

Nun geht der Führer ebenso kühn in die Außenpolitik, wie er in die innere Politik hineingegangen ist. Denkt doch zurück, innenpolitisch. Adolf Hitler hätte nach dem 30. Januar nicht notwendig gehabt, wählen zu lassen, das muß jedem klar sein, auch denen, die damals noch gegen uns waren. Die Kraft hatten wir, den Staatsapparat hat­ten wir auch. Wir wären aber auch in der Lage gewesen, Kraft unserer eigenen Organisation, der Partei, der SA. und SS., den Staat zu führen, so wie wir gewollt hätten. Trotzdem ist der Führer vor das Volk getreten und hat gesagt: Deutsches Volk, entscheide du in einer Wahl, gib deinen Willen kund. So hat das deutsche Volk damals überwältigend zu Adolf Hitler gestanden, so daß er der Welt stolz sagen konnte:

mein Wollen, mein Werk ist Wollen und Werk^ des deutschen Volkes.

(Starker Beifall.) Heute könnte Adolf Hitler ebenso stolz erklären: Ich bin mir des rechten Weges wohl bewußt. Und doch sagt er wieder: die Welt soll sehen, daß das Volk mit mir eins ist, daß es eine Lüge ist, wenn man einen Unter­schied macht zwischen Volk und Regierung.

Darum ruft er auf zum 12. November. Das Volk soll ja oder nein sagen, ob es diese Außenpolitik, die er geführt hat, billigt oder nicht. Jeder deutsche Volksgenosse sieht heute klar vor Augen, daß die Abrüstung und die Gleich­berechtigung während der Verhandlungen im Vordergrund steht. Du deutscher Mann, du deutsche Frau, sollst ent­scheiden: Ist es richtig, daß wir uns stolz in der Welt be­haupten und den anderen Völkern gegenüber als freies deutsches Volk und als gleichberechtigt mit den anderen an­gesehen werden wollen? Damit es aber klar ist, ist Adolf