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Anfprüche. Verlag: Christian Seipel, Fulda. Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H.

jit. 248 1933

Fulda, Montag, 23. Oktober

10. Jahrgang

geschmückt sind. Obermeister Linder, der stellvertr. Hand­werkskammerpräsident überreichte dem neu ernannten Führer W. G. Schmidt-Wiesbaden außerdem noch die gol-

Reichsstatthalter Sprenger verkündet den Rhein-Mainischen Handwerkertag.

dene Nadel des einer kunstvollen

Frankfurter Handwerks zusammen mit Urkunde, für seine außerordentlichen Ver-

Frankfurt a. M., 22. Okt. Ein weiterer bedeutsamer -E ist getan zur Ueberwindung der innerdeutschen ßlenzen. Nach der Verkündung des Rhein-Mainischen Handelstages, nach dem Zusammenschluß der Verkehrsver- biinde, der Presse und des Einzelhandels des Rhein-Mai- Men Wirtschaftsgebietes folgte heute einer der wichtig- »en Stände, das Handwerk, dieser Entwicklung. Im Kai- insiial des Römers, der schon so oft der Schauplatz großer historischer Ereignisse war, verkündete heute der Reichs- Mihalter in Hesien, Gauleiter Sprenger, den Zusammen- ichluß des Rhein-Mainischen Handwerks im Rhein-Maini- ta Handwerkstag. Zu dem feierlichen Eründungsakt waren die höchsten Vertreter der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden, die Führer der NSDAP., der SA. Md SS. sowie die Vertreter der Rheinmainischen Wirt- ihaft u. des Kulturlebens erschienen. II. a. bemerkte man un- M den Ehrengästen den Oberpräsidenten der Provinz Hes- srn-Nassau, Prinz Philipp von Hessen, Regierungspräsi­dent Zschintzsche, stellvettr. Regierungspräsident Mischke, Landeshauptmann Traupel, die Präsidenten der Handels- immern, die Präsidenten der Justiz-, Post- und Reiche hahnbehörden, ferner Oberbürgermeister Dr. Krebs, Bür- Meister Dr. Linder, Landrat Lange, Polizeipäsident, Gruppenführer Beckerle, Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche und andere. Nach dem Einmarsch der altehrwürdigen Jnnungsfahnen und der neuen Sturm- sahnen begrüßte Oberbürgermeister Dr. Krebs die Vertreter der Behörden und Verbände, sowie die übri­gen Ehrengäste im Namen der Stadt Frankfurt. Er be­zeichnete die Gründung des Rhein-Mainischen Handwerks- tagrs als einen bedeutsamen Schritt für das Handwerk und darüber hinaus für das gesamte Rhein-Mainische Wirt-

Wenn diese Einzelleistungen nicht erreicht würden, wären wir auch niemals in der Lage uns in der Welt zu behaup­ten. Deshalb sei auch gerade die beste Jugend gut genug als Nachwuchs des Handwerks. Den heutigen Meistern aber müsse es stets vor Augen stehen, welches kostbare Gut sie mit dieser Jugend in Händen hielten. Nach den alten Grundsätzen des Handwerks, Vorbild zu sein, müßten die jungen Handwerker erzogen werden, und später müßte jeder Handwerker einmal stolz darauf sein können, von einem deutschen Meister erzogen worden zu sein. Nur so könne die Grundlage geschaffen werden zu einem wirklich dauernden Wiederaufstieg des Handwerks. Im Volke sei bereits die Vorbedingung geschaffen. Immer mehr werde das Verständnis für die Qualitätsar­beit des Handwerks geweckt. Auch seien die hemmenden Grenzen zwischen den einzelnen Wirtschaftsgebieten gefal­len. Jeder Handwerker habe in jedem Lande dasselbe Recht.

Nicht irgendwelche Grenzpfähle seien in Zukunft maßgebend, sondern der edle Wettbewerb der Meister allein.

Der Führer habe Vorsorge getroffen, daß das Handwerk ungestört seinen Weg zum Wiederaufbau gehen könne.

Aber jeder Handwerker habe die Pflicht, mit allen

Kräften

Mr Schritt fei ein Glied in der Kette der vielen Mhsahmen zur Verwirklichung der Vereinigung der Rhein-Mainischen Wirtschaft.

ä erfülle ihn mit besonderer Freude, so führte der Ober- mgermeister weiter aus, daß gerade in Frankfurt an dieser historischen Stätte im Römer die Verkündigung vor- Mommen werde. Wenn das Handewrk wieder seine alte Stellung erringen solle, die ihm gebührt und die ihm Kon-- Me und Truste streitig machen wollten, dann müßte ihm die Grundlage seiner wirtschaftlichen Existenz gesichert «den. Diese Aufgabe falle dem neugegründeten Rhein- Mamischen Handwerkstag zu, er müsse alle seine Kräfte Maus richten, das Handwerk in jeder Weise zu fördern. U. Krebs schloß mit dem Wunsche, daß das Handwerk mit Wnt Tage eine neue Entwicklung antreten möge.

Sodann sprach der Reichsstatthalter in Hesien, Gau- Ater Sprenger. Auch er begrüßte zuerst die Der- w der Regierungs-, der Kommunal- und sonstigen Be- Wen und ging dann näher auf die Bedeutung und dèn dieser Gründungsfeier ein. Das Handwerk habe m goldenen Boden, so habe es früher einmal geheißen, Zeit, als das Handwerk noch in Blüte stand. Wir ?^se Zeit nicht mehr. Zu unseren Lebzeiten sei ^ndwerk bereits im Niedergang begriffen gewesen. Walter der Maschine hatte bereits begonnen, und ore Maschine an Boden gewann, desto mehr wurde wnbmerf zurückgedrängt. Doch es fehlte auch in die- . nicht an Versuchen, die Wiedergesurrdung des n 5 herbeizuführen. Auf dem denkwürdigen Hand- ongreß im Jahre 1848 in der Paulskirche habe ur^11 JoId)en Versuch unternommen, der aber fehl- nutzte, weil er schon von Anbeginn den Keim zum 'nnerhalb des Handwerks in sich trug, denn damals M ?nn den Bruch mit dem Arbeiter vollzogen und so 7eim zum Niedergang des Handwerks gelegt.

v [° sagte der Reichsstatthalter, wollten die Leh- " "us dreier Entwicklung ziehen und

^strebt sein, die Brücken zu schlagen vom Hand- werk zu den anderen Ständen.

itz^2 ^^ralismus die geistigen Grundlagen des völki- ^«arbeiten zerstört habe, so zerstörte der ias 2 ^us auch die Grundlagen unserer Wirtschaft und Ne der Stände. Auch am Handwerk sei

i-zi-,li.n,?'^ng nicht vorübergegangen. Dem National- Wn' 5 " '^ es vorbehalten, dem deutschen Volke neue )it|(L?,w sich selbst zu geben. Durch den Führer titoeto ^^at her Politik über die Wirtschaft wieder NtiL, V so die Entwicklung gesichert, die allein dem Wgemäß sei. Mit der Wiederherstellung des -ie des deutschen Bauernstandes, habe der Führer 'Aiit geschaffen für ein gesundes Volkstum und $ M-'rn^ Existenz aller Stände des deutschen Vol- Nulie n . Die Idee des Führers bringe wieder neue Sit das deutsche Handwerk hinein und sichere °^r Cm-« ^*gesundung dieses Berufsstandes. Eau- W dann weiter, daß gerade das deut-

.?ark im Volke verwurzelt sei: da ein bc-

We ? r unseres Volkes direkt und indirekt vom

9 Handwerks in die Zukunft sei klar werde wieder zurückkehren zu seinen

L Grundsätzen, daß seine Werke LerstunWs - ALßtâ feg® sftrzstns« PsrfssrftchEE.

an diesem Wiederaufbau mitzuarbeiten. Vor allem sei das Profitstreben zu überwinden, jeder habe die Pflicht, dafür zu sorgen, daß möglichst viele Volksgenossen im Hand­werk Arbeit und Brot fänden. Auf dieser Grundlage werde sich die Gründung des Rhein-Mainischen Handwerks- tagcs segensreich auswirken. Mit dieser Gründung be­ginne im Rhein-Maingebiet und darüber hinaus im gan­zen Reich eine neue Entwicklung des Handwerks. Das deutsche Handwerk werde so dazu beitragen, daß . Deutsch­land seine Ehre und die Achtung der Welt wiedererlange.

Der Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden, W. G. S ch m i d t-Wiesbadèn, dankte dem Gauleiter für diese Worte des Vertrauens zum Handwerk. Das Handwerk sehe in dieser Stunde die Stunde seiner Wiedergeburt. Es gelobe dem Führer treue Gefolgschaft und werde wahrhaft deutsch und sozialistisch mitarbeiten, und so dem Führer das große Ziel erreichen helfen, das er sich u. dem deutschen Volke gesetzt habe. Das Handwerk wolle Wegbereiter sein für eine neue deutsche Volksgemeinschaft, als dienendes Glied des gesamten Volkes. Auf diesem Wege werde dann auch der goldene Boden wieder geschaffen werden, der sprichwörtlich für das Handwerk sei. Der Präsident der Hessischen Handwerkskammer, Fritz Müller, versicherte gleichfalls, daß das Handwerk bereit fei, mit voller Hin­gabe für die Gesamtheit einzutreten zum Wohle des deut­schen Volkes.

Reichsstatthalter, Gauleiter Sprenger, ernannte hierauf de« Präsidenten der Handwerkskammer, W. G. Schmidt-Wiesbaden, und den Präsidenten der Handwerkskammer Hessen, Fritz Müller, zu Mhrern des «eugegründeten Rhern-Mainischen Handwerkstages

durch Ueberreichung der goldenen Amtsketten, die mit den Wappen der beiden Länder Preußen und Hesien, mit den Symbolen des dritten Reiches und dem Bild des Führers

dienste für das Frankfurter Handwerk.

Im Anschluß an den Eründungsakt im Kaisersaal for­mierten sich die Teilnehmer zu einem feierlichen Zuge, der unter Vorantritt des Reichsstatthalters und der neuen Führer des Handwerks vom Römer zur Paulskirche zog. Als der Zug den Paulsplatz betrat, ertönten vom Balkon des Rathauses Fanfarenklänge.

In der Paulskirche

fand dann die eigentliche Feier dieses bedeutsamen Ereig- nisies statt. Unter den Klängen der Orgel betrat der Zug die historische Stätte, in der das Handwerk bereits 1848 ge­tagt hat. Das weite Rund der Kirche war mit den Far­ben des neuen Reiches geschmückt, vor der Altartreppe stand, flankiert von zwei hohen Kerzen, die alte Jnnungslade. Nach dem Wachauf-Chor und der Schlutzansprache des Hans Sachs aus den Meistersingern, bei denen der Chor des Opernhauses und der Opernsänger Jean Stern mitwirk­ten, eröffnete Kammerpräsident Schmidt-Wiesbaden die geier, indem er nach alter Sitte die Handwerker fragte, ob rt und Zeit recht gewählt seien. Zwei Handwerker öff­neten darauf die Jnnungslade und reichten dem Präsiden­ten die alten Zunftgesetze. Nach Verlesung eines alten Handwerkerspruches aus dem Jahre 1459 wandte er sich an Reichsstatthalter Sprenger. Er betonte, daß das Rhein-Mainische Handwerk in ihm den Vorkämpfer des Handwerks sehe. Deshalb ernenne ihn das Rhein-Mai- nische Handwerk für seine außerordentlichen Verdienste um das Handwerk zum Ehrenmeister des Rhein- Mainischen Handwerks. Präsident Schmidt ver­las dann den Ehrenmeisterbrief, der in kunstvoller Arbeit auf echtem Pergäment in aufgelegter echter Goldschrift die Ernennung beurkundet. Der Umschlag des Ehrenmeister­briefes besteht aus Leder uird trägt das Hoheitszeichen der Partei sowie den neuen preußischen Adler und den hessi­schen Löwen in Silber. Es folgte die Ehrung zweier Alt­meister durch Ueberreichung kunstvoll ausgeführter Di­plome. Nach altem Zunftbrauch vollzogen die beiden neuen Führer des Rhein-Mainischen Handwerks nun die Frei­sprechung von je 25 Meistern und Gesellen. Nach der Frage an die Handwerker, ob sie mit der Freisprechung einverstanden seien, ermahnte der Präsident die neuen Meister und Gesellen im Sinne der alten Grundsätze des Handwerks ihre Pflicht zu tun, und dies hier zu geloben. Mit der Verleihung der Diplome fand dieser Akt seinen Ab­schluß. Nach der Arie und dem Chor aus der Schöpfung von Haydn erfolgte die Verleihung von silbernen Amts- ketten an 12 verdienstvolle Obermeister aus Hesien und Hesien-Nasiau. Folgende Obermeister erhielten diese Amts­kette: Hans Linder (Frankfurt a. MZ, Neumann (Schot­ten), Gg. Sander (Wiesbaden), Fritz Müller (Wiesbaden), Garner (Worms), Hch. Lobmeyer (Frankfurt a. M.), Schott (Beerfelden), Wiegand (Bad Homburg), Steinmann (Nieder-Ramstadt), Fr. Kaltwasier (Wiesbaden), Wolz (Mainz), Th. Wurster (Frankfurt a. M.). Das Deutsche Gebet, gesungen vom Opernhaus-Chor und der gemeinsame Gesang des Deutschland- und des Horst-Wesiel-Liedes schlos­sen nach einer kurzen Totenehrung die denkwürdige Feier ab.

Von der Paulskirche begaben sich die Teilnehmer nach Wiesbaden, wo sie am Abend der Festaufführung der Meistersinger beiwohnten.

Lin Linzelhandelsamt des Rhein-Mainischen Industrie- und Handektages.

Feierliche Konstituierung in Anwesenheit des Reichsstatthalters.

Frankfurt a. M., 22. Okt. In Fortführung des großen wirtschaftlichen Einigungswerkes unter der Leitung des Reichsstatthalters und Gauleiters Sprenger in Hesien und Hesien-Nasiau ist gestern abend in Frankfurt a. M. die Gründung einesEinzelhandelsamtes des Rhein-Maini­schen Industrie- und Handelstages" erfolgt. In einer Kundgebung im Frankfurter Hippodrom wurde die Kon­stituierung durch den Handelskammerpräsidenten, Treu­händer der Arbeit Dr. Lüer vollzogen. Nach der Begrü­ßung durch den Vorsitzenden der Einzelhandelsgemeinschaft, Feickert, der insbesondere die Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden sowie der Partei willkommen hieß, führte der Treuhänder der Arbeit Dr. Lüer u. a. aus: In zielbewußter Fortführung der Gründung des Rhein-Mäini- schen Industrie- und Handelstages werde ein entscheidender Schritt dadurch getan, daß der Einzelhandel in breiter Front in die Rhein-Mainische Wirtschaftsfront eingereiht werde. Nachdem sich die privatrechtlichen Interesienver- tretungen des Einzelhandels in dem Rhein-Maingebiet zu einem einheitlichen Verband vereint und so ihren Willen zur Gemeinschaftsarbeit gezeigt hätten, verkünde er, der Treuhänder der Arbeit im Rhein-Maingebiet, die Ein­setzung eines Einzelhandelsamtes des Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstages. Das neue Organ sei dazu berufen, in Gemeinschaftsarbeit mit dem Interesienverband für eine einheitliche Vollstreckung des Willens der Reichs- regierung Sorge zu tragen. Neben dem Einzelhandels- amt stehe der freie Einzelhandels verband. Die Führer Leids* JnstiLuttsnsn wsrd'sn sich gesenfertig m«^Lte». so

daß die Gewähr für eine harmonische und fruchtbare Zu­sammenarbeit gegeben sei. Die starke Vertretung des Ein­zelhandels bekunde seine Bedeutung als des vornehm­lichen Trägers der mittelständischen Wirtschaft. 3^ Füh­rern des Einzelhandels werden berufen Franz Stabel und Karl Feickert. Mit einem feierlichen Handschlag gelobten die beiden neu ernannten Führer getreue Mitarbeit als Vollstrecker des Willens des Reichskanzlers. Auf die An­sprache des Treuhänders der Arbeit erwiderte zunächst der erste Führer des Einzelhandelsamtes Franz Stabei: Es fei für ihn selbstverständlich gewesen, daß der Rhein-Maini- sche Industrie- und Handelstag nicht vollständig sei, wenn nicht auch der Einzelhandel organisch in die einheitliche Form eingegliedert werde. Aber nicht nur aus organi­satorischen Gründen sondern auch, um das Neben- und Gegeneinander verschiedener Stellen auszuschalten, sei diese Gründung geboten gewesen. Das Einzelhandelsamt werde aus einem Führerrat und 17 Mitgliedern bestehen. Das neue Amt habe zu allen grundsätzlichen Fragen des Einzelhandels Stellung zu nehmen und die einheitliche Durchführung gesetzlicher Vorschriften sicherzustellen. Der Führer des Gesamtverbandes des Rhein-Mainischen Ein­zelhandels Karl Feickert bekannte sich dann zur Idee des Führers:Wir sind nicht die Konservatoren, sondern wir sind die Liquidatoren der Länder". Die Verschmelzung der Einzelhandelsgemeinschaft Hessen-Nassau-Süd mit dem Hes­sischen Einzelhandelsverband gipfele in dem Einzelhandels­amt, einer Stelle, die in Zusammenarbeit mit dem neuen tzesüMtnerband eme einheitliche Durchführung von Ge-