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Möaer Anzeiger

^ Tageblatt für Rhön und Vogelsberg S?£TnuS^ sperre usw erwachsen dem Bezieher keine Zulöa- unü Haunetal. Zulöaer Kreisblatt ^é '£j,5 ^sprüche. Verlag: Christian Seipel,Fulda. Re-aktion und Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernsprech-flnsthluß Nr. IW für hiesige Auftraggeber berechnet. Bei Rech- £rll({: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. Nachüruck der mit * versehenen Artikel nur mit Quellenangabe .Zul-aer frnaetgti' gestattet. nungsstellung Zahlung innerhalb 8 Tagen.

L 250 1933 Fulda, Mittwoch, 25. Oktober ________________________________10. Jahrgang

eichskanzler Adolf Hitler eröffnet den Wahlkampf.

Ungeheurer Ansturm der Bevölkerung. Der Sportpalast vier Stun­den vor Beginn polizeilich geschlossen. 60 weitere Säle überfüllt.

Das Volk jubelt!

Berlin, 24. Oktober.

Die Reichshauptstadt steht heute völlig im Zeichen des when Wahlkampfes. An den Litfaßsäulen kleben Riefen- ickte für dasZa" zum Volksentscheid, und viele Stra- Mmme und Bauzäune sind über Nacht mit Inschriften Last worden, die auf die Bedeutung des 12. November Weisen. Transparente quer über die Stra- L gespannt und an den Häuserfronten entlang weisen [ui den bedeutungsvollen Tag am 12. November hin. Zn licht weniger als

66 großen und mittleren Sälen Groß-Berlins

L den Arbeitervierteln des Ostens und Nordens, in den ijkgeilichen Gegenden des Westens, draußen an der flchherie, in den Vororten genau so wie in der Znnen- M, überall haben die Volksgenossen die MögliMeit, sich fit Mr des Führers aus dem Sportpalast mit anzuhören. I Zn allen Sälen enthüllt sich das gleiche festliche Bild. ki?6âle sind mit den Fahnen der nationalen Revolution MchpLÄ. Auf den Bühnen und Emporen sind die Fah- Umbordnungen der NSBO. und der NSDAP. aufmar-

Ueber-« ist festliche Stimmung,

hören, zumal eine grof den Tag über mit gro!

M ist der Empfang der Uebertragung aus dem Sport- Msihr gut. Gegen 19 Uhr mutzten fast alle Säle dèjinUeberfüllung polizeilich geschlos- ünMÄen. Jedoch hatte ein Teil der draußen Warten- M Megenheit, in den umliegenden Lokalen die Reden Wren, zumal eine große Reihe von Restaurants be- p den Tag über mit großen Plakaten angekündigt hat- k daß sie am Abend die Rede mit Lautsprecher über- M werden. Man kann mit Fug und Recht Raupten, daß beinahe ganz Berlin dem >utdes Führers lauschte, darüber hinaus ganz Wand.

Der Weg des Führers von der Reichskanzlei bis jum Sportpalast glich einer großen Triumphfahrt. Während in der Voßstraße uniformierte BVG.- Angestellte Spalier bildeten, hatte sich in der Potsdamer Straße eine Menschenmenge von un- Mhlten Tausenden eingefurtden, die den Führer mt grotzer Begeisterung empfing. Einem wogen-

Menschenmeer gltch die Potsdamer Straße «°« der Lützowstraße ab bis zum Sportpalast.

Auf der Potsdamer Straße zwischen dem Sportpalast 'W heran an die Potsdamer Brücke, wo Grotzlaut- aufgestellt waren,

ftanden Zehntausende, um die Rede des Führers mitanzuhören.

?^ Nachmittag bereits hatte die Polizei umfangreiche i^ninaßnahmen vorgenommen, um den Verkehr in die- -MUptstraße aufrechtzuerhalten. Lange vor Beginn .l^oZebung waren Gruppen von Zuhörern in den Wtdgen aufmarschiert. Die stürmische Begrüßung, Führer im Sportpalast zuteil wurde, und die Lautsprecher sich auf die Straße fortpflanzte, fand P ^-chen Widerhall.

*

J^.^^laft waren bereits gegen 7 Uhr der Kron - fcnp 2tahlhelmuniform mit seiner Begleitung er- wut^e mit Händeklatschen empfangen. Der L ^urde durch 'ein SA.-Spalier freigehalten, fii^! /^Vertreter, unter denen man zahlreiche aus- liunben e Vertreter: bemerkte, hatten sich rechtzeitig ein- k die . ^ Schwerkriegsbeschädigten R ss>-Ä^^^^^en der im Kampf für die Freiheitsbewe- W gH Hl war in den ersten Reihen vor dem Podium Hier n" Die bekanntesten Persönlichkeiten der LxV und der Partei wurden bei ihrem Ein- Mer n Äull begrüßt. Es erschienen u. a. Vize- F Leiter Ua Pe n > Reichspressechef Dr. Dietrich, rnbe..^b Außenpolitischen Amtes der NSDAP. Ro- Zertretender Pressechef Ministerialrat Dr. MvertwiL^ Staatsräte General Litzmann und Gauleiter Görlitzer, sowie zahl- " reter des diplomatischen Korps.

^ Goebbels eröffnet.

Minuten vor 8 Uhr ertönte das Kom-

I ^otO!i man^o zum Fahneneinmarsch.

^eiheS^^^ die 10 Berliner Standarten, dann an der Spitze die Berliner I^UeJ^ Unter den Fahnen sah man auch die l^fe^W ^ Die Fahnen n^t

Kurz nach 8 Uhr erklangen von draußen Heilrufe, die sich zu einem Orkan steigerten, als der Führer den Sportpalast in Begleitung des Stellvertreters des Führers Heß, des Propagandaministers Dr. Goeb­bels, seines persönlichen Adjutanten Stenge und seines persönlichen Begleiters Standartenführer Schaub betrat. Der Führer begrüßte den Vizekanz­ler von Papen sowie General Litzmann und nahm dann einen riesigen Chrysanthemen-Strauß und Blu­menspenden der Hitlerjugend entgegen, während das Blitzlicht der Photographen aufflammte. Ueberall, wo der Führer seinen Blick rings im Saal richtete, schlugen ihm neue Wogen der Begeisterung und Verehrung entgegen.

Erst nach fast 10 Minuten konnte Dr. Goebbels die Eröffnungsworte sprechen:Ich weiß nicht, wie oft der Führer von dieser Stelle aus zu den großen Fragen der deutschen Nation Stellung genommen hat. Das aber weiß ich, daß er noch niemals so auf die einmütige Zustimmung und Gefolgschaftstreue rechnen konnte wie diesesmal. (Minutenlanger Beifall.) Der Grund dafür ist der,

daß nach 14 Jahren zum erstenmal ein deutsches Nein ausgesprochen wurde.

Das deutsche Volk ist entschlosien, mit ihm den Kampf um die deutsche Ehre, um die deutsche Gleichberechtigung und damit um einen wahren und dauerhaften Frieden in der ganzen Welt aufzunehmen. Weit über diesen Saal hin­aus sitzt am heutigen Abend das ganze deutsche Volk an den Lautsprechern, um aus dem Munde des Führers zu hören und zu erfahren, wo der Weg in die deutsche Frei­heit führt. Wir Berliner danken es dem Führer ganz be­sonders, daß er die Eröffnung des Wahlkampfes im Sport­palast unter uns beginnen will. (Stürmische Heilrufe.) Wir sehen darin eine Anerkennung für den schweren Kampf, den wir um die deutsche Freiheit hier geführt ha­ben. Wir begrüßen den Führer. Der Führer hat das Worts-

Unter erneuten Jubelstürmen ergreift dann der Führer das Wort.

Der Führer spricht.

Zu seiner großen Rede warf der Führer eileiterrd einen Rückblick auf die Entstehung des V e r s a i l l e r V e r t r a- ges und seine grauenhaften Folgen für das deutsche Volk und ganz Europa. Er legte dar, daß Deutschland die Waf­fen gestreckt habe im Vertrauen aus die feier­lichen Zusicherungen der Gegner, und führte in eindrucksvoller Weise aus, warum dieser Vertrag nicht zur Befriedung der Völker, sondern zur

Verewigung des Hasses

führen mußte. Millionen Arbeitslose nicht nur bei den Besiegten, sondern auch bei den Siegern seien die Folgen für die Unvernunft derer, die diesen Vertrag gemacht hätten.

Zndem der Führer in treffender Weise diesen Zustand als Produkt der Unvernunft kennzeichnete, ent­wickelte er daraus die absolute Notwendigkeit des deutschen Entschlufies und den Zwang, so zu handeln und nicht anders.

Denn auf die Dauer könne das Recht nur den Völkern gegeben werden, die gewillt feien, ihr Lebensrecht auch vor der Welt zu vertreten.

Der Führer übte scharfe Kritik an dem Versuch der ande­ren, das völlig abgerüstete deutsche Volk ^um Schuldi­gen für das m Mißtrauen gegeneinander begründete Wettrüsten der anderen zu stempeln. Die falsche, im Versailler Vertrag verankerte Meinung, daß das wirt­schaftliche Unglück der einen das Wohl der anderen sei, habe Europa auf den direkten Weg des Bolschewismus und damit in das Chaos geführt. Das deutsche Volk habe den Kampf ausgenommen und sich ein anderes Regierungs­system gewählt, um diesem Ruin zu begegnen und seiner furchtbaren Not Herr zu werden.

Der Führer umriß in großen Zügen die bisherigen Leistungen des Nationalsozialisten Staâtes und die gewal­tige politische und wirtschaftliche Arbeit, tzie er innerhalb der ersten acht Monate jener Herrschaft bereits geleistet habe. Er wandte sich mit aller Schärfe

gegen die Greuellügen,

Mit denen man irr der Welt dixses Dehi schlau- her, AÄfSLÄKs Mr Wss&ew n-^fc^ V-WMgs««Mss

wies er auf die wiederholten Greuel in der Geschichte der Revolutionen anderer Völker hin. Wenn man von Greueln sprechen wolle, dann seien die Selbstmordzif­fern in Deutschland im Zeichen des Versailler Ver­trages die größten Greuel. Der Führer wies die im Ausland geduldeten Beschimpfungen der deutschen Regierung entschieden zurück.

Er streifte dabei auch die Emigranten-, die Zuden- und die Boykottfrage. Der Führer rotes jede Verdächtigung der Aufrichtigkeit des deutschen Friedenswillens zurück und

wiederholte fein Friedensbekenntnis

»llsbesondcre auch gegenüber Frankreich und Polen, forderte aber mit dem gleichen Nachdruck die K o n s e q u e n- zen in bezug auf Deutschlands volle Gleich­berechtigung von den anderen. Der Führer brachte in überwältigender Weise seine persönliche harte Entschlossenheit zum Ausdruck, keiner Drohung die deutsche Ehre zu opfern. Er werde jederzeit lieber sterben, als etwas unterschreiben, was seiner heiligsten Ueberzeu­gung nach für das deutsche Volk unerträglich sei.

Der unbeschreibliche Jubel, der diese Worte begleitete, legre eindrucksvollstes Zeugnis davon ab, wie sehr das deutsche Volk hinter seinem Führer steht.

Nicht seinetwegen, nicht der Partei wegen, sondern des deutschen Volkes wegen rufe er jeden Volksgenossen zur Stimmabgabe am 12. November zu Gleichberechtigung, Ehre und Frieden auf. Der neue Reichstag solle der Garant dieser Politik sein. Seine mit unerhörter Begeisterung aufgenommene große Rede schloß der Führer mit dem Bekenntnis, daß die deutsche Politik nicht vom Haß gegen andere Völker, sondern nur von der Liebe zu unserem eigenen Volk getragen sei.

Als der Führer geendet hatte, als das Deutschland- und das Horst-Wefsel-Lied verklungen waren, stand der ganze Sportpalast auf den Bänken und Stühlen, dröhnten die Hallen von Heilrufen, die sich auf der Straße wie ein Lauf­feuer fortpflanzten. Das Hoch auf den Führer, das die Lautsprecher auf die Straßen trugen, fand hundert- tausendfachen Widerhall, und man darf gewiß sein, daß es auch in den Millionen deutscher Herzen widcr- klang, die ihren Volkskanzler nur durch Radio auhören konnten. Nach dem Ende der Kundgebung, während die Mafien heimwärts zogen, klangen die alten Heimat- lieder durch die Nacht als freudige Zustimmung zu der Forderung nach Freiheit, Ehre, Gleichberechtigung, die der geliebte Führer im Namen des ganzen deutschen Volkes vor aller Welt erhoben hatte.

Treuebekenntnis der Saar zu Hitler.

Mit dem Führer für Gleichberechtigung und Ehre.

Auf der Vollversammlung des Landesrates des Saargebietes in Saarbrücken gab der Sprecher der Deutschen Front eine Erklärung ab, in der es heißt:

Die Deutsche Front hat den einzigen Zweck, unter Hintanstellung aller parteimäßigen Gesichtspunkte das große Ziel zu erreichen, alle Deutsch gesinnten im Saargebiet z n s a m in e n z u s ch l i e ß e n , um da­durch die Heimkehr zur Heimat, zum heiß­geliebten deutschen Varerlande sicherzustellen.

Wir erklären heute ausdrücklich: Die deutsche Be­völkerung im Saargebiet steht mit dem Führer aller Deutschen, dem Volkskanzler Adolf Hitler, aus dem Standpunkt der Ehre und Gleichberechtigung. Es muß endlich aufhören, daß die Sanrfragc immer wieder als eine Wirtschafts frage angesehen wird. Sie ist für das deutsche Volk eine Ehren- fr a g c, aus deren Lösung sich allerdings wirtschaftliche Fragen ergeben, die wiederum gelöst werden müssen.

Gans abgesehen davon, daß diese Wirtschaftsfragen ebenso wie die Ebrenfrage selbst auch nur durch die Rückgliederung des Saargebiets ins Deutsche Reich gelöst werden könne, muß es das Saarvolk in seinem nationalen Ehrgefühl fortgesetzt beleidigen, daß trotz seiner bisherigen treudeutschen Haltung vierzehn Jahre nach dem Inkrafttreten des Versailler Vertrages die R e g i e r u n g s k o m m i f s i o n des Saargebietes ebenso wie die westeuropäische Welt den Wert der Saar- k - tz l - höher steL als die Ehre des D-2rd-l5?Z.