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ful-aer /lnzeiger

Sft Bei Lieferungsbehinderungen durch Tageblatt für Rhön und Vogelsberg ten? Xanten usw^kostet die Kleinzeile oWsiit, i^ÄSSS zulèa. und Saunetal.$utoaet Rteiabla« LS?«$ÄS Sprüche. Verlag: Christian Seipel, Fulda. ~ ~ ---------

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r. 253

1933

Fulda, Samstag, 28. Oktober

10. Jahrgang

Keichsstatthatter Sprenger in Lauterbach

Die Wahlreise des Gauleiters zum 12. November.

Der Reichsstatthalter in Hessen und Gauleiter Pg. Sprenger sprach in einer gewaltigen Kundgebung für Deutschlands friedliche Arbeit in Ehre und Gleichberechtigung. 2000 Menschen lauschten in drei Sälen den aufrüttelnden Worten des hessischen Führers.

Lauterbach, 27./W. Oktober 1933.

Mausend fegt der Westwind durch einen naßkalten itobertag. Welke Blätter zaust er von den Bäumen, Ht nieder, was morsch und kraftlos geworden. Nur das Mke trotz dem Großreinemachen da draußen..

Auch durch unser Volk braust in diesen Oktobertagen Sturmwind. Auch ihn wird nur Gesundes, Starkes stehen. Was für unsere Volksgemeinschaft tot und los, das schüttelt er ao, scheidet er aus. Das vereint rstehende aber wird die Herbst- und Winter stürme

Muern und neuem Frühling entgegensehen.

Weil wir wissen, um was es geht, mag uns dies schlichte Mis Symbol sein für die Bedeutung dieses Tages, st Wochen, des 12. November!

Als Vertrauensmann des Führers in hessischen Landen gleichzeitig als Vertrauensmann des hessischen Volkes iw Reichsstatthalter in Heften und Gauleiter Sprenger n groMgigen Versammlungsfeldzug begonnen. Der i, vorgestrige Tag führte ihn nach Büdingen, Butzbach Friedberg. Die Welle freudiger Begeisterung, die ihm entgegenschlägt, eilt weiter, ihm voraus. Häuser nsich mit Fahnen dort, wo sein Weg vorüberführt; soll auch infolge überschneller Nachnchtenvermittler t da kleine Enttäuschungen geben, wenn der hohe Wbleibt. Auf seinem heutigen Tagesprogramm steht: itz, Lauterbach, Alsfeld.

*

K ben ersten Nachmittagsstunden dieses düsteren, Mauen Lktobertages kommt eine Fahne nach der ren in den Straßen Lauterbachs zum Vorschein; bald n wieder das bekannte wogende Fahnenmeer der alten reichen Flagge Schwarz-Weiß-Rot und des sieghaften 'reuzbanners der deutschen Erhebung. Es ist heute die friedliche, freudige Festesstimmung jüngst ver- ner volksgemeinschaftlicher Feiern. ^ei, wie hellte Wind das Fahnentuch packt, wie es sich rauschend und 'ttnd von ihm wiegen und peitschen läßt! Kampf -

.Mg! Es gilt einen heiligen Kampf zu kämpfen: Olands Kampf um friedliche Arbeit in Ehren und Herechtigung! Düster ziehen die drohenden Wolken Feindschaft und des Haftes, der Verleumdung und des verstehenwollens übers Land; aber unsere Fahnen chen es uns zu; Reicht euch die Hände und seid auf er Wacht; steht ein für eure gute und ehrliche Sache! Keichsstatthalter und Gauleiter Sprenger imht! Die en Vorbereitungen sind im Gange. Mächtige Trans­fer, auf die Bedeutung der bevorstehenden Volksbe- hinweisend, ziehen sich über ganze Häuserfronten, Mrs am Marktplatz und in der übrigen Innenstadt. Umbruch der Dunkelheit flammt Helle Lichtflut am èhlatz auf: Das altertümliche Hohhaus ist hell er- mi von der Höhe herab schauen aus dem Bilde des IVne ernsten, mahnenden Augen. Und nun w alt und jung hinauf zur Turnhalle, um den Willens- »p ^ Führers im Heftenlande, den Reichsstatt- Ä ru fetzen und seinen Worten zu lauschen. Längst sind die weiten Räume der Spieß-Turnhalle vefotzt. Rechtzeitig wird gesperrt, um Ueberfüllung kJ ten- viele müssen umkehren und finden im ^bbergsaal oder im Kasino Platz, wohin die An- n übertragen werden. Am Abend bringt der Son- .P5 dem Vogelsberg noch einige Hundert Bauern, R überzeugungstreue Anhänger und zum großen "Ampfer, diese große Stunde miterleben wollen, man schaut: Es ist ein ständiges Gehen und Kom- v J;a<ne und graue Kolonnen marschieren heran. Und es still und immer stiller in den Straßen:

S Täle - Turnhalle, Johannesberg und Kasino P Skullt. Etwa 2000 Menschen harren des ^mchssiatthalters und Gauleiters Sprenger.

Turnhalle hatte gestern kaum zu überbietenden ür^S'^legt. Draußen', an der Vorderfront, leuchtete K ' «ns vielen kleinen Lämpchen zusammengefugtes weithin und tauchte die Umgebung in strahlen- r er dem großen, menschengefüllten Raum mit â>-el»!,' Lukenkreuzflaggen lag erwartungsvolle, feiern e , Stimmung. Von den Galerien riefen mahnend ifen & âlers Kampf ist der Kampf um den wrrk- Welt" und aufrüttclnd:Mit Hitler , Tm',,,,^u^ungswahnsinn der Welt!" Endlich sielen tten chBUnnszug und die StandartenMpelle ein. unter emW bie lange Reihe der Fahnenabordnungen. hf. ^ Formationen, der Hitlerjugend, des BdM., ferner $ " ^ith begrüßt, einmarschierten.

'^s-^^ebung .beginnt. Kreisleiter Pg- D' betritt das erhöhte, tannengrun- .^rpodium. Er spricht herzliche Degru- 5 und erteilt dem ersten Redner, dein stellvertre­

tenden Gauleiter Pg. Heyse, das Wort, der, wie der ten Gauleiter und Reichsstatthalter in Hessen. Die Volks-

Kreisleiter bemerkt, als erster fremder Nationalsozialist im genossen der Stadt Lauterbach grüßen ihren Ehrenbürger.

Kreise Lauterbach rednerisch aufgetreten ist. Die kurzen und herzlichen Erutzworte des Kreisleiters

finden lebhaften Widerhall, als nun der Herr Reichsstatt- Der stellv. Gauleiter Pg. Heyse Halter und Gauleiter das Rednerpult betritt. Dann legt

ging in (einer R-d- einleitend Mm 2°h,° 1929 aus. al« bet »161 B-S-iib-nS-iturm; es herrscht lauttofe Stille, damalige Vertreter der deutschen Außenpolitik, Stresemann, einmal klagte: man mache ihm den Vorwurf, daß er keine erfolgreiche Außenpolitik betreiben könne. Wie könne er

das, wenn er kein einiges Volk hinter sich habe! Einige Tage. später, so fährt der Redner fort, griff Adolf Hitler diesen Satz auf, darauf verweisend, daß der Ausspruch die­ses Mannes von der Gegenseite das Uebel der ganzen letzten Jahre der Außenpolitik Deutschlands treffe. In der Einheit der Nation liegt der Erfolg einer Außenpolitik! Von den innerpolitischen Verhältnissen zur heutigen außen­politischen Lage überleitend, führte der Vortragende u. a. weiter etwa aus: Was in acht Monaten unter Adolf Hit­lers Regierung zur Tatsache wurde, ist: die deutsche Nation ist über alles, was uns trennt, zu einer einheitlichen Masse geworden; das wird dieses Volk von 60 Millionen in der Abstimmung vom 12. November bekräftigen. Dieser Wahl­kampf ist nicht zu vergleichen mit den Wahlkämpfen frühe­rer Zeiten. Unsere Bewegung ging wie ein Sturm über alle Meinungskämpfe und Parteien hinweg. Ein wunder­barer Weg führte vom 30. Januar über den 5. März. Es mag Menschen geben, die sich noch nicht zu uns bekennen mögen, weil ihnen das libsralistische und das marxistische Gift noch in den Knochen steckt. Aber das deutsche Volk ist heute schon so weit, daß es in großen Schicksalsfragen zu­sammensteht. Es gilt, der Welt zu zeigen: der National­sozialismus stützt sich nicht nur auf die Macht, nicht nur auf die Bataillone der SA. und SS., nicht nur auf die Ge­walt des Staates, sondern der Nationalsozialismus legt Wert darauf, bereits vor der Vollendung seines Vierjahres­planes der Welt zu zeigen: Das Volk steht hinter uns! Das ist der Sinn des Kampfes, den wir herbei­führen.

Der stellvertretende Gauleiter beschäftigte sich dann ein­gehend mit dem klaren und entschiedenenNein!" Hitlers, es unter Hinweis auf des Führers große Rede begründend. Er würdigte die überragende Persönlichkeit des Führers, der die flammende Begeisterung für seine Idee mit der nüchtern schauenden Klarheit des Staatsmannes in sich vereint. 6o wurde durch den Führer die erste Voraus­setzung für erfolgreiche Arbeit geschaffen durch das geniale Werk der Einigung. Nun gilt es, die zweite Voraus­setzung, die Sicherung der Ehre, zum weiteren Aufbau zu schaffen. Redner befaßte sich weiter mit den Hintergrün­den der Auflehnung im Auslande gegen den Nationalsozia­lismus; jede Nation müsse mit sich selber die Frage der Dolkserneuerung ausmachen, wie es das deutsche Volk tun mutzte; denn der Nationalsozialismus ist keineswegs ein Exportartikel aus Italien! 14 Jahre lang, so fuhr er fort, wurde alles getan, um jeden Paragraphen des unsin­nigen Diktates zu erfüllen. Wir als Nation, die inner­politisch geeint und die, historisch gesehen, ein Recht, an der Sonne zu leben hat, fordern vor der Welt das, was dem deutschen Volk zukommt. Den Kampf der Bewegung kenn­zeichnend, betonte Pg. Heyse die Bedeutung der Kraft des Gemütes, dieses Unwägbare, Unfaßbare. Glauben ist unsere erste Voraussetzung. Wir kämpfen mit heißem Her­zen und denken mit klarem Kopf. Wir wollen aber auch, daß die ganze Nation an allen Dingen teilnimmt. Nach eingehender Würdigung des bisherigen achtmonatigen nationalsozialistischen Aufbauwerkes, das in seiner Trag­weite teilweise heute noch gar nicht erkannt werden kann, schloß der stellv. Gauleiter seine beifällig aufgenommenen Ausführungen mit dem Bekenntnis: Wir wollen nur einen Führer haben, eine Idee, ein Vaterland; Deutschland

Unterdessen stehen SA.-Männer in dunkler Nacht in der Vogelsbergstraße Spalier, um den Gauleiter zu erwarten, der von Schlitz nach Lauterbach unterwegs ist. Noch während der Schlußworte des ersten Redners geht eine Bewegung durch den Saal: Der Rcichsstatthalter?!--- Schneidig klingt der mitreißende Badenweiler Marsch auf, und während sich wieder alles zum deutschen Gruß erhebt, hält Rcichsstatthalter und Gauleiter Sprenger Einzug, ge­folgt von den Herren der Kreis- und Ortsgruppenleitung und seiner Begleitung. Und dann stehen schon ein Hitler­mädel und ein Hitlerjunge vor dem sehnlich erwarteten hohen Gast und reichen ihm Blumen, worüber er sichtlich erfreut ist und den beiden Beglückten händeschüttelnd einige Worte widmet.

kreistet ter Pg Tt Sang verkündet: In drei überfüllten Salèn grüße« die Partei­genossen und die Bevölkerung des Kreises unseren verehr-

Reichsjtatthalter und Gauleiter Sprenger:

Deutsche Volksgenossen, deutsche Jugend! lleberraschrnL für das gesamte deutsche Volk kam dieser Ruf Adolf Hitlers an die Nation. Aber dieser Vorgang hat e i n e P a r al­le l e, die uns meist schon abhanden gekommen ist. Denkt daran, als er die Regierung übernommen hatte am 30. Januar. Wie leicht wäre es ihm gewesen, einfach mit Macht zu regieren. Ich glaube auch, viele hatten es er­wartet; viele hatten Angst davor, daß Hitler mit brutalen Mitteln ein Regiment führe und Ordnung schaffe im In­nern. Die Machtmittel hätten ausgereicht, jeden inneren Widerstand zu brechen. Ueberraschend kam es uns allen, daß er damals zu Wahlen aufrief, weil er nicht regieren wollte, ohne sich das Vertrauen des Polkes sichergestellt zu

haben. Für ihn, der aus dem Volke kam, ging es darum, daß das Volk mit ihm geht und mit ihm ist.

Keine Regierungshandlung hat Bestand, wenn sie nicht zugleich im ganzen Volk wurzelt.

Aus dieser tieferen Erkenntnis heraus wurden damals die Neuwahlen ausgeschrieben. Erst von diesem Tag ab datiert eigentlich die erste deutsche Revolution. Wohl vorbereitet waren die Gesetze und alle Schritte abgewo­gen, die nun zu unternehmen waren, die Festigung der in­neren Verwaltung, in allen Staaten 1

Säuberung des Vcrwaltuugskörpers,

das war die Voraussetzung. Der Gauleiter ver­weist dann darauf, wie diese Säuberung als Konsolidie­rung des gesamten Verwaltungsapparates auch in Hef- s e n durchgeführt werden mußte und führt weiter u. a. aus: Gerade für unser Land darf ich sagen: Wie wäre es ge­kommen, wenn es noch lange so weiter gegangen wäre? Bankrott wäre das Heftenland! Es mutztè scharf zugegrif­fen werden. Aber keiner soll auf die Dauer daneben stehen. Jeder soll Gelegenheit haben, mitzukommen. Aber das Volk muß auch wieder glauben können! Beifall rauscht auf, als der Reichsstatthalter auf die Vereinfachung des hessischen Staatsapparates verweist und mit erhobener Stimme erklärt:. Für ein solches Land ge- . nügt ein Minister wenn er ein Kerl i ft! So einfach, wie die Spitze ist, Jo einfach ist die Durchführung nach unten. Dann herrscht Klarheit im Volk. In der kommenden Zeit sollen alle, die glauben, Grund zum Unmut zu haben, sich nicht an die Seite stellen, sondern jetzt beweisen, ba^'Jie mit dazu gehören! Ein jeder soll das Recht haben, sich einzugliedern. Aber jeder soll positive Arbeit tun!

2% Millionen Menschen in kurzer Zeit in Arbeit

zu bringen, ist eine Leistung, die auch von den Gegnern von innen und nach außen anerkannt wird. Der Gau­leiter führt ein Beispiel des Wandels aus Oberursel an, wo Menschen, die zum größten Teil aus Hunger in die , Irre gegangen waren, überzeugt wurden und an den Nationalsozialismus glauben lernten. Und als weiteren Beleg führt der Gauleiter die Anerkennung der erfolgrei­chen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Deutschland seitens des Internationalen Arbeitsamtes in Genf an; und zur außenpolitischen Lage übergehend, fährt er fort:

Die We.lt beneidet uns darum. Diese Leistun­gen waren es, die uns auch die Achtung der Welt wieder brachten. Dieses Deutschland wollte man auf der Abrü­stungskonferenz demütigen und seine Ehre in den Staub ziehen. Der derzeitigen Regierung, sagten sie, könne man die Gleichberechtigung nicht gewähren. Der Gauleiter kennzeichnet in rücksichtsloser Offenheit den

Geist des Hasses und der Verfolgung da draußen

in der Welt: Wir sagen: Wenn ihr Franzosen, ihr Eng­länder, euch die Argumente derer zu eigen macht, die aus Deutschland geflohen sind, weil sie Dreck am Stek - ken haben, von Verbrechern, dann steigt ihr in der Achtung des deutschen Volkes nicht. Dafür haben wir nur Verachtung! (Brausender Beifall.) Aber, so fährt der Sprecher fort, das ist ja nur Mittel zum Zweck. Der Krieg ist nicht geführt worden, um Deutschland Lcbensmöglichkpiten zu schaffen, sondern um das deutsche Volk zu zerschlagen und aufzulösen. Dieser Friede war die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln, wie he gr- gechelt morden müssen als da? verbrecherischste Werk, da» je |a| ammengeschmiert und zn- s a m m e n g e a a u n è r t worden i st! (Lebhafte Zu- stnnmung.) Wir haben ein reines Gewissen. Der Reichs-