fulöaer Anzeiger
Ä^ÄMSS Tageblatt für Rhön UN- Vogelsberg SL^ ^W«L -«-. -- y°»n°.°,. K««- kreisbla« L1««^
Ansprüche. Verlag: Christian Seipel, Fulda. Re-aktion und Geschäftsstelle: KSnlgstraße 42 ♦ §ernsprech°Rnsthluß Nr. 2-S- für hiesige Auftraggeber berechnet. Bei Rech- Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. vachdrucküermit* versehenenArtikelnur mit<rruellrnansab».ZulSaerNns^g«'s,fla«^. nungsstellung Zahlung innechalb 8 Tagen.
Ar. 254 — 19 3 3
Fulda, Montag, 30. Oktober.
10. Jahrgang
* MW Kundgebung fit Ientschlsnds Ehre und Gleichberechtignsg.
Der Führer spricht in der Frank furter Festhalle.
Frankfurt a. M., 29. Ost. Wenn man es nicht für möglich Alien hatte, daß die bisher in der Frankfurter Fefthalle ilebten Hitler-Kundgebungen in ihren gewaltigen Aus- Miien mit ihren die Masten bis ins Innerste erschütternden Worten des Führers und mit ihren Begeisterungsstürmen noch übertroffen werden könnten — die heutige Kund- eebuna übertraf dennoch alles, was man in dieser Be- Lum bisher in der alten Kaiserstadt am Main erlebt u Kaum war vor wenigen Tagen bekannt geworden, dab der Führer auch in Frankfurt sprechen wird, waren die 90000 für die Festhalle vorgesehenen Karten ausverkauft. And diese glücklichen Kartenbesitzer füllten schon um 13 als die Festhalle geöffnet wurde, im Nu den pracht- «oll mit Hunderten von Fahnen und Transparenten ge- Müchen'Raum. Jeder wollte einen guten Platz erwi- ten Was machte es ihm aus, stundenlang im Gedränge Wjuharren, wenn er nur den Führer aus nächster Nähe sehen konnte. Und dennoch brachten den ganzen Nachmit- m über die Straßenbahnzüge, Last- und Personenkraftwagen immer neue Masten heran, so daß schließlich weitere Wehntausende in der Nähe der Festhall« versammelt waren, siiè trotz des kalten Wetters ausharrten, um dem Führer bei feiner Ankunft zujubeln zu können. Aber auch die 75 Mgstehenen Säle und Lokale, die für die Lautsprecher- übertragung der Fuhrerrede vorgesehen waren, waren hm frühzeitig bis auf den letzten Platz gefüllt. Und nicht Im in Frankfurt, im ganzen Rhein-Maingebiet versam- Imlte sich die Bevölkerung auf Plätzen und in Sälen oder L Hause am Lautsprecher, um an der Frankfurter Kund- I jebüng teilzunehmen. So hat der Führer heute wieder »mittelbar zu Hunderttausenden von Volksgenossen ge- »Wp, die gebannt seinen Worten lauschten.
sammelt waren,
r Die Ankunft des Führers.
i Bon Nürnberg kommend, traf der Reichskanzler Adolf miet um 4 & Uhr mit dem drsimotorigen Flugzeug
18 2600 auf dem Frankfurter Flugplatz ein. Der Flug war hifoeife im Schneetreiben vor sich gegangen. Mit dem Wer kam feine ständige Begleitung, darunter Reichs- Mchef SS.-Oberführer Dr. Dietrich mit seinem Adju- iMen Sturmbannführer Alfred-Ingemar Berndt, SS.- Mppenführer Sepp Dietrich Adjutant Stenger, Partei- Mograph Hoffmann usw. Zum Empfang hatten sich der Mchrstatthalter in Reffen Gauleiter Sprenger und ; Staatsrat Oberpräsident Prinz Philipp von Hessen ein= gefunden. Der Führer begab sich zunächst zur Wohnung F Reichsstatthalters und trat dann um 5.45 Uhr die Hit nach der Festhalle an. Die Straßen nach dort waren M einem ungeheueren Menschenspalier besetzt. Die Ve- Merung stieg ins Riesenhafte. In seinem Wagen gehend, nahm der Führer die Huldigung der Frankfurter Bevölkerung entgegen. Auf dem Frankfurter Festhallen- iMnde ging die Fahrt durch das Spalier der SA. und der Hitlerjugend, des Jungvolks, des VdM. und Ab- sMungen des Freiwilligen Arbeitsdienstes. Der Präsen- ^^marsch klingt immer wieder auf, und der Iubèl ist reitzenlos. Gruppenführer Polizeipräsident Beckerle mel- dem Führer die SA. Dann geht er in die Festhalle.
In der Festhalle.
llm 17.30 Uhr marschierten die Fahnen der Frank- W SA., SS. und HI. mit den dem Gau bis jetzt ver- A^n Standarten ein. Die Masten sind inzwischen in s Mrhafte Erregung geraten. Aller Augen hängen ge- an dem Eingang zum Kuppelsaal, durch den der Festhalle betreten wird. Da, wenige Minuten Wn s künden draußen stürmische Heilrufe das Kom- i^ V65 Kanzlers. Die große Beleuchtung wird ausge- K T und im Halbdunkel der Deckenbeleuchtung schreitet Ikn Kan^r durch ein Spalier von ausgestellten Standar- 1"^ die Brüstung auf der Rednerempore. Alles hat Guaven, und ein Sturm der Begeisterung braust dem ^gegen, wie ihn diese Halle noch nicht erlebt hat. »jn^âng durchbrausen die Heilrufe den Saal, die sich Iw tX1« ^ur Gesang des Deutschlandliedes auflösen. I Siifrn^ Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger vor das ISWn n’ ltm m^ kurzen Worten den Führer zu be- I Ansprache des Reichsstatthalters.
Ibes Führer! Ich grüße Sie im Namen des Gaues iRen an ^"'Nischen Gebietes, insbesondere aber im Na- Iten. derer, die hier keinen Platz mehr finden konn- IFaunen0U.|e?ve und Abertausende, das weiß ich, stehen iiprJL auT den Straßen, sitzen in den Lokalen am Laut- harren der Worte des Führers. Mein 3rü^= ISie vm,».- Oktober 1930 nach der Reichstagswahl haben I Wei ^-^er Halle aus einen Appell an die Welt ge- I liie y. .e Welt stand damals insbesondere der Partei, I beute ^Äuueg war, noch haßerfüllter gegenüber, als es I >x.,^uch aus der dortigen Preste zu uns herllbertönt. I Mr ® ,^9c haben Sie aber bereits der Welt keinen I darüber, was Sie wollten, wenn Sie die
I ^^utschland restlos in der Hand haben. . Sie I ’h selb Is’ mein Führer: Wenn die anderen sagen, I ^bsi',e„^Uld am Kriege, wir sagen uns aus unserer I % Hmg und unserem Herzen heraus: Es ist nicht nationalsozialistische Borvegung wird sich gegen
diese Infamierung des deutschen Volkes zur Wehr setzen. Sie sagten dann weiter: Ist es ehrenvoll, Verpflichtungen zu erfüllen, wenn man weiß, daß die Nation daran zu Grunde geht? Es gibt eine Ehre, die über der Ehre eines Völkerbundes steht: es ist die Ehre einer freien und unabhängigen Nation. (Stürmischer Beifall.) In dieser Halle waren damals mehr als ein Dutzend Korrespondenten der ausländischen Preste. Die Welt hatte also Zeit seit jenem 4. Oktober 1930, diese Ihre Grundgedanken zur Außenpolitik zu überlegen und sie kann sich nicht darauf berufen, daß sie in Unkenntnis gelaßen worden sei über die Ziele der heutigen Reichsregierung. Jener Appell an die Außenwelt wurde — davon habe ich mich damals überzeugt — über die ganze Welte verbreitet.
Mein Führer! Das ganze deutsche Volk dankt Ihnen nun, daß Sie das, was Sie damals der Welt verkündeten, blitzschnell in die Tat umgesetzt haben, daß Sie die Ehre des deutschen Volkes davor bewahrten, daß sie vor der Ab- rüststungskonferenz des Völkerbundes in den Staub gezogen worden ist. (Brausender Beifall.) Das deutsche Volk ist gewillt, mein Führer, Ihnen in Not und Tod in Treue zu folgen und harrt, wie hier in Hessen-Nassau so in ganz Deutschland, Ihres Rufes. Das Wort hat der Retter der Ehre Deutschlands, der Führer der Deutschen, Adolf Hitler!
Der Führer spricht.
Als nun der Reichskanzler vortritt, braust ihm erneut ein gewaltiger Iubelsturm entgegen. Es dauerte lange Zeit, bis er mit feiner Rede beginnen konnte. Während feiner ganzen Rede erschollen immer wieder Beifalls- und Zustimmungsrufe. Noch nie in der deutschen Geschichte dürfte einem Manne so viel Liebe und Vertrauen ent?, gegengebracht worden sein wie Adolf Hitler. Seine Worte drangen in die Herzen, und von diesen wurden sie mit einer so begeisterten Zustimmung ausgenommen, daß es keinen Zweifel mehr geben kann: der 12. November wird der Welk zeigen, daß Führer und Gefolgschaft eins sind im Kampf um die Ehre und Gleichberechtigung Deutschlands, daß in Deutschland nur noch ein Wille herrschen kann und wird: der Wille Adolf Hitlers.
„So wie am 5. März das deutsche Volk sich entscheiden mutzte über den Kurs im Innern, so mutz es sich am 12. November entscheiden über den Kurs nach außen. Es muß sich klar entscheiden, ob es will, daß die Ehre der Nation und ihr gleiches Recht in der Zukunft vor der ganzen Welt offen und frei vertreten werden soll.
Es muß sich entscheiden für einen Weg, der im ersten Augenblick vielleicht schwer sei» kann, der aber unserer Ueberzeugung nach auf die Dauer eine große Nation allein in ihrer Größe zu erhalten vermag."
Unter stürmischer Zustimmung der Versammlung zeigte der Führer erneut das Ergebnis und die verheerenden Folgen des Versailler Vertrages auf, der doch Verständigung und Versöhnung bringen sollte, der aber durch seine Unvernunft die kommunistische Idee großgezüchtet und Millionen Menschen zu Feinden der menschlichen Gesellschaft gemacht habe.
Wir haben abgerüstet.
„Einst sagten sie, wir müßten abrllsten. Wir haben abgerüstet, und sie sollen nicht so tun, als ob die Abrüstung bei uns praktisch nicht durchgeführt worden wäre. Sie waren ja mit ihren Kontrollkommissionen lange genug in Deutschland, um das überwachen zu können." (Stürmischer Beifall.)
Aber nicht genug, daß die anderen nicht abrüsteten, sie haben ausgerüstet! Von wem fühlten sich die anderen Völker bedroht? Etwa von uns? Wenn sie heute rüsteten, seien etwa wir schuld daran, etwa die hunderttausend Mann, die wir hätten? Es müsse endlich mit diesen Phrasen aufgeräumt werden, daß alles unseretwegen geschehen müßte. (Stürmischer Beifall.)
Wenn man gerade auf das nationalsozialistische Deutschland verweise, dann erinnere er daran, daß noch vor einem Jahre die Welt die nationalsozialistische Bewegung als gänzlich bedeutungslos und sogar noch nach der Machtergreifung als vorübergehende Erscheinung bezeichnet habe, und
jetzt auf einmal behaupte man, man habe in den letzten zehn Jahren nicht abrüsten können, weil der Nationalsozialismus da sei.
Sie hätten 13 Jahre Zeit gehabt, abzurüsten, als wir nicht an der Macht waren, ja es sei sogar möglich, daß — wenn die anderen in diesen 13 Jahren ihr Versprechen eingelöst hätten — der Nationalsozialismus vielleicht überhaupt nicht zur Regierung gekommen wäre. Allein sie hätten es nicht getan. „Das deutsche Volk hat nicht nur technischmilitärisch abgerüstet, nein, auch geistig und moralisch hat es abgerüstet." (Stürmischer Beifall.)
In ihrem 14jährigen Ringen habe die nationalsozialistische Bewegung sich durchgesetzt, -nicht um einem Kriegswahnsinn zu huldigen, sondern um Deutschland vor dem Abgrund zurückzureißen, vor einem Abgrund, der den Wahnsinn des Bolschewismus über Deutschland gebracht und keineswegs an den deutschen Grenzen halt gemacht hätte. Wenn das mitteleuropäische Gebiet dem
Bolschewismus nicht standgehalten hätte, dann wäre heute Europa verloren.
Der Kampf für ein neues Deutschland.
Der Führer sprach dann von dem großen Programm der Bewegung, desten Verwirklichung mit der Machtergreifung am 30. Januar begonnen habe. Dieses Programm wolle die Beseitigung der deutschen Zerristenheit und des inneren Verfalls, es wolle ein Symbol und eine Autorität, es wolle die sittliche und kulturelle Erneuerung, ein neues Recht, die Erziehung unserer Jugend und den Aufbau unserer Wirtschaft aus sich selbst heraus. Für dieses Programm hätten wir nun neun Monate gekämpft und vieles von ihm bereits verwirklicht: die Parteien seien beseitigt, der Mißbrauch der Religion unterbunden, das Hakenkreuz flattere heute über ganz Deutschland, zweieinhalb Millionen Erwerbslose seien wieder in Arbeit, die Korruption ausgerottet, die nationale Erziehung der Jugend sei in Angriff genommen, und diese Jugend werde unter unserer Erziehung einmal vollenden, was sie begonnen hätte.
„Unser Angriff gegen die deutsche Not wird kein Ente nehmen, bis am Ende die deutsche Not beseitigt sein wird."
Die Ehre unseres Volkes.
So hätten wir bisher nur dem einen Gedanken gelebt, zu arbeiten für unser Volk, und der Welt nichts zuleide getan. Uns aber ließ man schmähen. Die Welt sei sehr empfindlich für die Ehre anderer Völker. „Sehr gut! Wir verstehen diese Wahrung der Ehre. Aber wir bitten uns aus, daß man auch unsere Ehre nicht angreift! Sollen wir etwa weniger Ehre haben nur deshalb, weil es einst 26 Staaten möglich war, uns zu besiegen?
Es ist unmöglich, den Ausgang eines Krieges zu einer ewigen Rechtsgrundlage der Völkerbepehun- gen zu machen. Wir haben auch unsere Ehre, und das soll die Welt wissen!" (Langanhaltender Beifall.)
Der Führer zeichnete das wahre Gesicht der Emigranten und gab seiner Verwunderung Ausdruck, daß^ es diesen Elementen erlaubt werde, Völker gegeneinander zu Hetzen, mit denen wir in Frieden leben wollen, Versöhnung und Verständnis möchten, und denen gegenüber wir nur den einzigen Wunsch hätten, daß endlich die Kriegspsychose aus der Welt verschwinde. Wir könnten nicht dulden, daß das deutsche Volk als zweitklassige Nation behandelt werde. Man dürfe die deutsche Regierung nicht mit denen verwechseln, mit denen man vierzehn Jahre lang verhandelt habe.
„Wir haben ein Gefühl für die Ehre der Nation deshalb, weil wir sie auch persönlich besitzen. Ich bin nicht Reichskanzler geworden, um jetzt andere moralische Grundsätze zu vertreten, als ich sie bisher vertreten habe. (Stürmischer Beifall.) In meinen Augen setzt sich die Ehre einer Natron zusammen aus der Ehre, dem Ehrempfinden und dem Ehranspruch ihrer einzelnen Menschen. Ich glaube, die Ehre einer Regierung ist die Ehre eines Bölkes, und die Ehre eines Volkes muß die Ehre der Regierung sein." (Stürmischer Beifall.)
Wir wollten nicht andere Völker unterdrücken oder unterjochen und nicht diejenigen auf dem Schlachtfelde verlieren, die unseres Blutes sind, um fremde zu gewinnen, die uns niemals lieben würden. Wir wollten den Krieg nicht haben, aber das Recht für unser Volk, sein Leben selbst zu gestalten! Das sei nicht Sache der anderen Welt. (Brausender Beifall.) Wenn alle von Sicherheit redeten, die nicht bedroht seien, dann müsse man uns, die wir uns mit,Recht bedroht fühlen könnten, zum mindest die gleiche Sicherheit geben. Wenn man nicht abrüsten wolle, dann solle man es sagen. Wenn man uns die Gleichberechtigung nicht geben wolle, dann solle man es ebenfalls sagen. Er könne aber nur eines wiederholen: Niemals würden wir uns an Konventionen beteiligen, bei denen wir nicht völlig gleichberechtigt seien.
Ein Za am 12. November.
„Vereinsamt kann man sein, diffamiert nicht! (Stürmische Zustimmung.) Ich bedanke mich für Vereinbarungen, die ich mit meiner Ehre einkaufen soll. Und wenn man sagt, dann werdet Ihr isoliert sein, dann erkläre ich, lieber ehrenhaft isoliert sein, als ohne Ehre geduldet zu werden. (Lebhafte Heil-Rufe.)
Ich bin der Ueberzeugung, daß das deutsche Volk zu viel Charakter hat, als daß es anders denken könnte als seine Regierung, daß es in dieser Stunde, dieser geschichtlichen Stunde, nicht anders entscheiden kann, als mit dem Worte Ja. (Stürmische Zustimmungserklärungen.) Es bleibt kein anderer Weg. Ich habe keine Kanone».Ich habe nur Euch, meine Volksgenossen. Mit Euch muß ich dieses Recht für Deutschland erkämpfen. Ihr müßt hinter mir stehen. Wir müssen zusammenhân. Wir können den Kampf nur führen, wenn wir eine einige Mannschaft sind. (Die begeisterten Massen erheben sich von ihren Plätzen und jubeln dem Führer zu.)
Ihr müßt alle erkennen, daß wir in einer großen geschichtlichen Zeit leben, einer Zeit, die nur ein Volk zu bestehen vermag, das seinen Willen einheitlich und einmütig der Welt gegenüber vertritt. Und dieser Wille wird