Lulöaer Anzeiger
Ä^ Bei Lieferungsbehinderungen durch Tageblatt für Rhön un- Vogelsberg kSaX
B^ahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Zulöa- und Haunetal ♦ ^^EèÄ^§ ^^^â6^^üü alle anderen 0.15 Mk. Die Reklamezelle w itb Ansprüche. Verlag. Christian Derpel,Fulda. Re-aktion unö Geschäftsstelle: Könlgstraße 42♦ Zernsprech-Rnschlvft Nr. 2-S- für hiesige Auftraggeber berechnet. Bei Rech- Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. Nachöruck öer mit* versehenen N-ttkel nur mit Etzellenangabe.ZulöaerFnzetger'sestatti. nungsstellung Zahlung innerhalb 8 Tagen.
!r 257 — 1933
_____Fulda, Donnerstag, 2. November
10. Jahrgang
Volksabstimmung und Reichstagswahl.
= r“ " '—
!- I Billigst Du, deutscher Mann, und Du, deutsche Frau, diese Politik
i1 Deiner Reichsregierung, und bist Du bereit, sie als den Ausdruck
Deiner eigenen Auffassung und Deines eigenen Willens zu erklären und Dich feierlich zu ihr zu bekennen 7
Wahlkreis IIMiiii
^Abolf Hitler
Franz Seldte, Franz von Pape n, Alfred Ho-e,bers.
Rudolf Heß, Dr. Wilhelm Frick, Hermann Göring, Dr.Soseph Goebbels, Ernst Röhm. R. Walther Darrt,
Nein
Nationalsoziriljftische Deutsche Arbeiterpartei
.lHitlerbewegung)
Stimmzettel in grüner Farbe.
Wie wähle ich?
Bei dieser Wahl erhält jeder Wahlberechtigte einen then und einen weißen Stimmzettel. Der grüne «Viertel ist für die Volksabstimmung und der für bte Reichstags wähl bestimmt.
Tri Wähler hat bei der Volksabstimmung auf Men Stimmzettel in den Kreis unter dem vor-
„I a" sein Kreuz einzusetzen. Der Kreis unter bleibt frei.
Am dem Stimmzettel für die Reichstagswahl d in den Kreis hinter dem Namen der Nationalsozia- W Deutschen Arbeiterpartei ein Kreuz eingezeichnet. «Ide Stimmzettel werden in einem Umschlag 'eben.
$° sehen die Stimmzettel aus, wenn du richtig gewählt hast!
Wer treibt sie...?
£ Nach der Rede des Führers in Köln konnte man in Gen Zeitungen u. a. lesen, es sei eine Begeisterung , ich wie bei keinem Ereignis seit der Räumung des Inlandes. Nun, wenn die ausländischen Bericht- r jetzt in Deutschland umherfahren und überall dort, der Kanzler oder Dr. Goebbels oder Göring oder sonst der Getreuen zu den Massen sprechen, die Menschen "Wen würden, dann würden sie sich sagen müssen, eine Einheitlichkeit der nationalen Haltung sich wie sie s e i t n e u n z e h n Jahren nicht n Deutschland zu finden war.
das ist noch aus einem anderen Grunde be- mswert. Der Deutsche ist in der ganzen Nachkriegs- „ ewem ihm sonst ungewohnten Maße von politischen un, Versammlungen und Kundgebungen beansprucht «. Es könnte an sich nicht weiter wundernehmen, kr, eur wenig weltabgewandt, wie er von Urväter- yf ist, sich einfach sagen würde: unser Führer und Mia-n ' ^^^uug werden das schon machen, und sich im ,,Rä '°"wuf beschränken würde, den Kampf um Deutsch- "dgultige Befreiung am abendlichen Ofen aus der «AW Kenntnis zu nehmen. Nichts davon! Es noch einige Zeit bis zum 12. November, "ilm sieht, strömen die Massen 51t den Kund- t L / Jn denen die Führer sprechen, — dies ist nicht j>i?..Wllschland von einst, hier steht ein neues Volk, ch. " Lie utliche Bekundung seiner p 0 l i - cre "" zeugung, die dadurch bewirkte noch it,„„^"bwnnenschlicß!lng und das Erlebnis der jiâ? des nationalen Selbstbewußtseins so sclbst- ^ geworden ist, wie früher etwa der Stammtisch 4Sniy: „Mei Ruah will i Ham."
^ebim« 1 t(Se Annahme and), daß sich solche Riesende .»-kommandieren" lassen. Man kann Vcr- ^Ewnen zu geschlossenem Auftreten ver-- len ü§P5'. Aber s i c sind es n i ch t ,-die die weiten neu hörte0 = 11 Aeich jetzt erfüllen; ihre Mitglieder ^"iniinn^^^ ordnendes Gerippe. Die Ai a s s e der ist, bie M^desncher stellt das unorganisierte Volk ith, bis y9^ der Frauen und Männer und Jugend- c a n q ^ eigenem Antrieb, aus inner e in itit chüQ- ^b. Niemand kontrolliert sie, niemand hätte ei l» ^JU sagen, wenn sie nicht hingehen und sich
"lu^,,r 'Ulgen, wenn sie nicht ylngenen uno uw r9W hi» ^?^ den Lautsprecher setzen würden. Aber Me, te> ™ 'wiyer wieder, überall. Wo sind die Men, Mteien, die Preußen, die Bayern, die Mr ^wrttembergcr und wie sie alle beißen;
— und jenes Wort aus dem Munde W Hitler bei der Mobilmachung ist heute durch 'Mor' "«e tiefere, umfassendere, innerlichere geworden: ' ........*
E -t-imm^ deutsche Volk, HE*« ■.
1
wahr geworden: es gibt nur nock ' ^„, nun wirklich „einig in
" - hat sich nie Ehrentitel einer Natron
^ «S.E« Mrd SS ihn zu ""^ zu verteidigen haben!
Der Führer in Thüringen.
Menschenmassen strömen nach Weimar.
Zu einem gewaltigen Bekenntnis für Ehre, Freiheit und Gleichberechtigung gestaltete sich die Kundgebung, die in Weimar stattfand, bei der der Reichskanzler Adolf Hitler wiederum eine seiner großen Ansprachen hielt. Ganz Thüringen stand im Zeichen dieser Riesenversammlung. Ein Zelt für 5 0 0 0o Besucher war errichtet worden, das jedoch für die Unterbringung der Menge noch nicht im entferntesten ansreichte. Tausende konnten jedoch die Rede nur durch Lautsvrecherr Übertragung vor dem Zelt oder in den Gaststätten Weimars hören. Auch das Deutsche Nationaltheater und die Weimarhalle hatten ihre Räume für eine solche Übertragung zur Verfügung gestellt. In 3 6 Sonderzügen waren am Nachmittag rund 4 0 0 0 0 Per - s 0 ne n in Weimar a n g e k 0 m m e n. Die in Kraftfahrzeugen zu den Parkpläden an der Stadtgrenze Herange- kommenen Menschenmasten waren nur sckwer zu schätzen. Die Stadt Weimar war über und über mit Fahnen und Girlanden geschmückt. Schulen und Behörden hatten dienstfrei. Der Kanzler traf von Erfurt kommend iu Weimar ein und stieg zunächst für kurze Zeit im Hau,e des Reichsstatthalters ab. Um 20 Uhr begab sich der Kanzler zur Kundgebung, die in eine Ansprache in der Weimarhalle und in eine weitere Ansprache im großen Versammlungszelt aufgeteilt worden war.
Der Sonntag des Eintopfgerichtes.
Das Bekenntnis zur Gefolgschaststrcuc.
Der nächste Sonntag ist der zweite Sonntag des E i n- t 0 p f g e r i ch t e s. Es gibt keinen Zweifel darüber, daß das deutsche Volk seinen Führer verstanden hat und bereit sein wird, den Willen zur spartanischen Einfachheit seines Kanzlers in einem Umfange zu erfüllen, der beweisen soll, daß der Sozialismus der Tat kein leerer Begriff für den
Verbunvcnheit von Stadt und Lasid.
Ein Bild von der Ankunft einer Kartoffelsendung aus P 0 m m er» für die Winterhilfe in B c r l i n — ein schönes Zeichen der Verbundenheit von Stadt und Land im neuen Deutschland.
deutschen Menschen ist, sondern den Ausdruck einer moralischen Verpflichtung darstellt. Das Geheimnis der nalionalsozialistischen Weltanschauung beruht in der Forderung, daß Gemeinnutz vor Eigennutz geht. Die Erfüllung dieser Forderung ist auch die vom Führer geforderte Gefolgschaftstreue Und wenn wir bedenken, wie wenig OPsi-r im Grunde oensmrnsn die Forderung des Eintoofserichtes bedeutet, sann müssen mir alle am
nächsten Sonntag bekennen, daß jeder von uns an seinem Platze stehen und in den Gaststätten zu finden sein wird, um öffentlich zu bezeugen, daß der Tag des Einiops- gerichtes von allen deutschen Menschen zu einem F c st des Opfers erwählt wurde.
Der Reichswehrmmifier über die „Durchmarschpläne durch die Schweiz".
Interview mit einem schweizerischen Offizier.
Ein höherer schweizerischer Offizier hat sich wegen der angeblichen Enthüllungen von deutschen D u r ch m a r s ch p l ä n e n durch die Schweiz an Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg gewandt und um Beantwortung verschiedener genauer Fragen gebeten. In der Erwiderung legt der Reichs- lvchrminister die Unsinnigkeit solcher Behauptungen und Gerüchte dar. Deutschland als das militärisch schwächste Land des Kontinents ringe um die dürftigsten Vorbedingungen zur Sicherung seiner Grenzen. Ihm gegen das waffcnstarrende Frankreich einen Angriffswillen zuzuschreiben, sei absurd. Selbst wenn man von der Kampfeskraft der schweizerischen Armee ab- sehe, die nicht unterschätzt werden dürfe, so sei es schon deswegen unmöglich, einen deutschen Stoßteil unter Um gehung von Belfort zwischen Idstein und dem Bodensee über das schwierige schweizerische Durchmarschgelände nach Frankreich hineinzubringen, weil die rückwärtigen Verbilldungen dieser Stotztruppe gewissermatzen unter den Kanonen der französischen Festungsfront liegen. Man habe den deutschen Offizier bisher doch höher eingeschätzl, als daß man ihm eine solche Wahnsinnstat Zutrauen könnte. Die Achtung Deutschlands vor dem schweizerischen Volk und seinem altüberlieferten Wchrgeist dürfte tvohl Deutschland vor dem Verdacht bewahren, unter Verletzung der schweizerischen Souveränität militärische Durchmarschpläne zu hegen.
Evangelische Reichsjugendkammer gebildet.
Über die Einordnung der evangelischen Zugendverbände in den Neubau der Kirche in die Neuordnung ihres Verhältnisses zu der politischen Jugend ind in diesen Tagen von den maßgebenden Stellen entscheidende Verhandlungen geführt worden. Nach persönlicher Fühlungnahme mit dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach berief zunächst Kirchenminister H ossen- selber die Führer der evangelischen Jugendverbände zu einerAussprachc. Unter dem Vorsitz des kommissarisch in dic Reichskirchenregierung berufenen Pfarrers Hoff lvurdeu dann von einem engeren Ausschuß Vorschläge ausgearbeitet, die für ein künstiges bedingungsloses Zu- s a m m engeren beider Gruppen der Führung der Hitlerjugend unterbreitet werden sollten. Was noch an strittigen Punkten vorhanden ist, dürfe in einer demnächst ftattfinbenben Zusammenkunft zwischen dem Reichsbischof und dem Reichsjugendführer geklärt werden. Zur weiteren Behandlung der mit der evangelischen Jugend zusammen hängenden * Fragen ist von dem Reichsbischof eine vorläufige evangelische Reichsjugendkam m c r eüibcrufen worden, der folgende Mitglieder angehören: Rcichswart D. Stange, Pfarrer Riethmüller vom Burcthardthaus, Oberkirchenrat Dr. Polster, Stiftspfarrer Dr. Draudt-Lich in Hessen, Pfarrer vom Berg, von Meyenn als Vertreter der Studentenschaft, Jungvolkwart Dannemann-Berlin, Pfarrer Juhl-Barmen, Pfarrer Schilling-Baden, Pfarrer Kleiminaer-Schwerin sowie die hierfür hsauftraats« Mitglieder der ReiehZ- kirchenregierung.