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L--^ bulöa- und Haunetal. Zulöaer Kreisblatt
Sprüche. Verlag: Christian Seipel, Fulda. Redaktion und Geschäftsstelle: Königstraße 42 * Zernsprech-Rnsthluß Nr. 19$t Julis: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. Nachdruck der mit* versehenen Artikel nur mit chgellenangabe.ZulSaerNnzriger'gestaai.
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Fulda, Donnerstag, 9. November
10. Jahrgang
WM zum litimlluiiliWi Ehrc«tT
M-kn im Zeichen des 9. November.
Das festlich geschmückte München steht vollkommen im Men drS 9. November. Nicht weniger als 64 Sonder- ’ «„d größtenteils in den Vorortbahnhösen cin= laufen. Die Züge sind mit passenden Wagenaufschristen Netzen. Ununterbrochen ziehen die schwarzen und Mnen Kolonnen in die Stadt ein. In den sahnen- Mden Straßen wälzt sich ein gewaltiger Verkehr.
Vergabe der Freikorpsfahnen an die SA.
Aus dem Königsplatz in München fand ein ildrucksvoller feierlicher A k t statt, bei dem die
der ehemaligen Freikorps an b'e SA. über- Diit der Fahnenübernahme soll auch
,èn wurden. _ .
Mch zum Ausdruck gebracht werden, daß nunmehr geschlossenen Formationen, die in der Zeit des npfeS um die nationale Erhebung jede für sich dem è'rland dienten, sich der Führung Adolf
itlers unterstellt haben. Das Kommando führte ^cgruppenführer Kühme. Unter ihren erprobten Wern standen hier die Angehörigen der früheren Frei- Ws. In den Reihen der Roßbacher stand auch der $ige Obergruppenführer Edmund Heines im einigen Hemd mit dem Stahlhelm und der Roßbacharm- indk.
Alâ Stabschef Röhm im Kraftwagen eintraf, haben $ sie Fahne« der alten Freikorps und der SA. zum iw. Obergruppenführer Kühme erstattete dem Wschef Meldung, der dann, begleitet vom Rrichsstatt- lalttT Ritter v. Epp und Innenminister Wagner ro groin abschritt. Jedem einzelnen Freikorpsführer time btt Stabschef die Hand. Dann ridttete er an die siMlorps und an die SA. eine Ansprache, in der er u. a. sèiMdts ausführte: „Soldaten! Kameraden! Auf An- NM her Führer der deutschen Freikorps haben sich tabiefe Führer und Abordnungen mit ihren rubm- fmchassahnen auf einem historischen deutschen Boden wtatft, um ihre ruhmreichen Feldzeichen der Obhut Umiulen Armee zu übergeben. Diese Führer, die heute M Wetteten sind, haben erreicht, daß über Deutschland k? bolschewistische Wette nicht Hereinbrechen konnte. |M ist das, für was ihr gekämpft habt, Wirklichkeit ge-
Deutschland, daS liebe Vaterland, mag ruhig sein. Wir wachen und kämpfen.
Esches Röhm trat dann mit ReichSstatthalter General k"Epp und Innenminister A d o l f W a g n e r zu den Meinen Freikorps, deren Führer jeweils mit einer Ren Meldung die Fahnen übergaben. Der Stabschef
"ahm sie entgegen, reichte den einzelnen Fahnen- pirn die Hand und übergab die Fahnen wieder st Handschlag d e r S A. Dabei sprach Obergruppen-
Kühme als Führer des gleichnamigen Frei- M dem Stabschef den Dank aus für die anerkennenden
Der Führer des Bundes Oberland, Dr. Weber, r» in seiner Ansprache den Stabschef daran, daß r erländer gefallen sind und daß dreimal »leie verwundet wurden. Freikorpsführer Roßbach daran, daß eS die Fahne sei, die das Bataillon L, am 9. November 1923 au der Spitze des Zuges Magen hat.
M Nachdem sämtliche Fahnen übergeben und üver- waren, reihten sich die neuen Träger am rechten L J ^A. ein. Stabschef Röhm erklärte, daß die M'vernommenen Fahnen in Ehren halten werde k ,^ ein dreifaches Siegheil auf die neu besiegelte M,^ "°iwaft aus, das Obergruppenführer Kühme mit «dreifache Sieg-Heil auf Stabschef Röhm erwiderte.
■Mm im Zeichen des 9. November.
Ansammlungen vor dem Braunen Haus iit eba . ?aucrtt an, Immer wieder verlangte die Iw ", Führer zu sehen. Der Führer Adolf rNan? i Ministerpräsident Göring, der inzwischen liniier hl,™ âmuncn Haus eingetroffen war, haben sich |$C’,ciüt >>Z"üel der Massen wiederholt auf dem Balkon I Unterdessen nahm ber
L Verkehr lebmlsgcsährlichc Forrneu
vor Sterneckerbräu bildeten sich schon stunden- Abm-v ^wdersehensfeier derartige Ansammlungen, p '^ungsmaßnahiuen getroffen werden mußten.
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I Vor zehn Jahren.
;. Zuin 9. November.
Wvarze Schatten steigen am 9. November in ■ ‘«etuncf jedes Deutschen auf, die Erinnerung au
das Geschehen im Wald von Eompiègne und den gleichzeitigen „Sieg" nicht des deutschen Volkes, wie ein Volks- verräterischer Mund frech behauptete, sondern des Marxismus und des Bolschewismus, der die rote Seeräuber- flagge über Deutschland hochgezogen hatte. Ab:r nicht nur vor fünfzehn Jahren wurde dieser 9. November zu einem blutigroten deutschen Schicksalstag, sondern zum zweiten Male wurde er es vor zehn Jahren in München, als dort der erste Aufbruch der nationalen Bewegung unter
Sie Btulsaynr vom 9. -cooemoLk 1...:
Die Blutsahne, sie bei» Opsertaz von München am 9. November vor zehn Jahren an der Spitze des Um- zugeS durch die Stadt getragen wurde und deren Träger als einer der Ersten für das Dritte Reich fiel.
Adolf Hitlers Führung der Kugel und dem Verrat erliegen mußte.
Grauenhast war der Weg gewesen, den in jenen fünf dazwischenliegenden Jahren das deutsche Volk hatte gehen müssen und in den Herbsttagen des Jahres 1923 war eine Tiefe erreicht worden, die schon nichts anderes mehr bedeuten konnte als bett A u s e i n a n d e r b r u ch des Reiches. Der Widerstand an der Ruhr und am Rheiu war zu Ende, tvar abgeblasen worden von einer Reichsregierung, die zum erstenmal unter dem Zeichen der Großen Koalition gebildet worden war. Poincarös Triumph schien endgültig: denn seine Truppen standen in Dortmund und allen seinen Befehlen imb Drohungell fügte sich die Reichsregierung. Am Rhein loderte das Feuer des Separatismus hoch und in Sachsen und Thüringen hatten die Kommunisten die Feuersbrände der roten Revolution im Verein mit dem Sozialismus ausgestreut. Nur noch auf einer einzigen Säule schien des Reiches Einheit zu stehen, auf der Reichswehr, die aber nur mit tiefstem inneren Unwillen gegenüber Den überall regierenden Nutznießern der Novemberrevolution ihre selbstverständliche PAicht tat. Und grauenhaft war das wirtschaftliche Elend geworden, flatternden Yie Schwaden der Papier-Milliarden bind) das Reich, in ihrem Gefolge der Hunger. Aber in Berlin stritten sich die Parteien und die Mitglieder des Kabinetts herum, — zu groß war Die Not, zu drohend die Gefahr des Auseinanderbrechens und zu klein der Mut zur energifd)cn Verantwortung, zu einer wirklichen Führung.
Und doch war einer da, ein nicht Unbekannter mehr, der diesen Mut besaß, den Mut snr Führung und zur Verantwortung. Um ihn standen schon damals die Getreuen, hinter ihm die Massen. Er war es gewesen, der in harter; geradezu fanatischer Arbeitsbesessenheit die Ideen und die Ziele des neuen, nationalsozialistischen Deutschland hineingehümmeri hatte in die Scharen, und Der Bayern zum Schutzwall des nationalen Gedankens gemacht hatte. Dorthin hatte sich geflüchtet, hatte flüchten müssen, wer den nationalen Gedanken nicht bloß mit dem Munde „vertrat", sondern für ihn gekämpft hatte oder für ihn kämpfen wollte durch Einsatz von Leben und Blut. Denn von den nationalen Sturnwerbänden und Hitlers
SA.-Abteiluugen ist der erste Aufbruch der Idee des neuen, vcs nationalen Deutschland durchgeführt worden, unter Hitler, neben dem damals auch Ludendorff stand.
„Die Einheit des Reiches ist das letzte Bollwerk, das uns geblieben ist; das muß unter allen Umständen erhalten bleiben. Es ist der Augenblick der höchsten Not . . ." In diesen Worten Hitlers liegen sie Gründe und das Ziel seines Handelns, das für ihn und alle, alle, die mit ihm marschierten, einfach ein innerer Zwang gewesen ist. „Ich will jetzt in den kommenden Wochen und Monaten das erfüllen, was ich mir heute oor fünf Jahren, als ich als blinder Krüppel im Lazarett lag, gelobt habe: Nicht zu ruhen und zu rasten, bis Die Verbrecher vom November 1918 zu Bode« geworfen sind, ois auf den Trümmern des heutigen jammervollen Deutschland ein neues wiedererstanden sein wird, ein Deutschland der Macht und der Größe, der Freiheit und ber Herrlichkeit", — doch diesen Worten, mit denen Hitler den ersten Aufbruch der nationalen Bewegung, ihr Ziel und ihre unbeugsame Energie, ihre Todcsbereitschaft und ihren Siegeswillen ankündigle folgte ein jäher, aber doch nur äußerlicher Abbruch unter den Gewehrsalven vor der Feld- herrnhalle. Doch auch dem Blut der sechzehn Gefallenen sollte das neue Deutschland erwachset!.
Aber noch eine andere Bedeutung hatte dieser 9. November 1923. „Seit diesem Tage", so schrieb kürzlich ber Mitkämpfer und Stabschef Hitlers, E r n st Röhm, „wußte der Nationalsozialismus, daß er keinen Freund im politischen Leben Deutschlands hatte als sich selber und saß er auf niemanden rechnen konnte als auf sich selbst, . saß sein Weg einsam sein würde durch tausend Widerstände hindurch, aber zum klaren Ziel: zum national! stischen und sozialistischen, zum nationalsozialistischen Deutschland."
Für Hitlers Kampftruppe aber, für die SA., bedeutet ser 9. November dieBlut-undFeuertause: denen, sie hier als Opfer der nationalsozialistischen Idee eines neuen Deutschland fielen, setzte der Führer in der Widmung seines Buches „Mein Kampf" ein unvergängliches Denkmal. Und an diese sechzehn Männer vor allem er-, innert auch wohl das Sturmlied der SA., das nun zum 2ieb des neuen Deutschland geworden ist. „Sogenannte nationale Behörden veyveigerten den toten Helden ein gemeinsames Grab", sagte Hitler mit tiefer Verbitterung, rls er selbst für die Tat des 9. November 1923 büßen mußte als Gefangener. Nun aber darf das neue Ehrenmal in der Feldherrnhalle den dort Gefallenen zurufen: „II n d i h r h a b t d o ch g e s i e g t!" Gesiegt aber hat vor allem Der Führer, der am 30. Oktober 1923 die Worte aus gerufen hatte: „Für mich ist die deutsche Frage erst gelöst, wenn die Hakenkreuzfahne vom Berliner Schloß weht!" Das geschah erst nach dem harten Kampf fast eines Jahrzehnts, weil für Hitler und den Nationalsozialismus seit dem 9. November und trotz ihm doch allein die Parole bestand: „Es gibt kein Zurück, sonderu nun iH Vor tu ar ts !"
Svnderhevollmächtigte des Obersten SA.-Führers
bei Den preußischen Behörde n.
Ministerpräsident Göring hat im Eiuveruehmen mit dem Ehcf des Stabes des Obersten SA.-Führers unb der Rcichstcitung Der NSDAP, bei den prcustischcn Regierungsstellen SÄ.- und SS.-Führer als Sondcrbcvvll- mädftigte des Obersten SA.-Führers ausgestellt.
In einem R u n d e r l a ß, der vicserhalb an die Behörden ergangen ist, heißt es u. a., daß bei den preußischen Regierungsstellen SA.- und SS.-Führer als Sonder- bevollmächtigte des Obersten SA.-Führers aufgestellt werden würden
entsprechend den Sonderkommissaren
oet Der seinerzeitigen Errichtung der H i l f s p o l i z e i. Der Chef des Stabes des Obersten SÄ.-Führers bleibt als Stellvertreter des Obersten SA.-Führers Oberster Bevollmächtigter für Preußen. Mit seiner Stellvertretung sind Sondcrbcvollmächtigte des Obersten SA.-Führers beim Staatsministerium, bei den Oberpräsidenten der Provinzen und dem Regierungsbezirk Hohenzollern beauftragt. Ihre Ernenn u n g erfolgt durch den Stabschef. Die Souderbcvottmächtigten erhalten zu ihrer Unterstützung Sonderbeauftragte des Obersten SA.- Führers bei den Regierungspräsidenten und bei den Land- räten. Die Ernennung der Sonderbeauftragten erfolgt durch die ihnen übergeordneten Sonderbevollmächtigten selbständig. In dem Rnnderlaß werden weiterhin die
Aufgaben der Sondcrbcvollmächtigte»
genau abgegrenzt. Danach ist ihre Mitarbeit au der staat- licheu Verwaltung lediglich beratend und anregend. Ein Eingreifen in den Dienstbereich der Behörden ist unzulässig. Der Aufgabcnkrcis umfaßt
»Ar Hahm einmal am 9. Aovember « maßlose Schande vor 15 Jahren aus uns Wen. Sorgen Sie dafür, daß mm nach 15 Zähren am 12. Aovember diese Schande W^r VeggeWscheN BD?" SM »r m feiner Winger AM dn hie Ostmark am 5. November 1933.