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Fulda, Donnerstag, 16. November

10. Jahrgang

Sischof Hoisenfelder enibindei Dr. Krause vom Amt des Gauleiters.

Sur Amtsenthebung des Berliner Gauobmannes der Bcnsbewegung Deutsche Christen, die im Anschluß an 2 Rede aus der Sportpalastkundgebung am Montag 1 Woche erfolgte, gibt der Pressedienst der Deutschen ipen die Stellungnahme des Reichsleiters, Bischof sc nf e l d e r, aus einem Briefe an den bisherigen obmann, Studienassessor Dr. Krause, bekannt, in heißt es: .

Nachdem der Herr Reichsbischof Sie von allen h'cnämtern suspendiert hat, entbinde ich Sie hiermit z Amtes als Gauobmann der Glauben s - ocgung Deutsche Christen, Gau Groß- [in, und ersuche Sie, die Gaugeschäfte umgehend teigenoffen Pfarrer Tausch zu übergeben, den ich der Führung des Gaues Groß-Berlin der Glaubens- egung vom heutigen Tage an betraut habe."

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Sie Landesleitung der Glaubensbewegung »ische Christen in Bayern hat dem Reichs- 6of zu der Stellungnahme gegen Gauobmann Krause folgendes Telegramm geschickt:^reu» le Zustimmung zum Erlaß gegen Sportpalastkund- M und herzlichen Dank für Klärung der Lage. Ifdji Christen, Landesleitung Bayern."

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Maßnahmen des Evangelischen Oberkirchenrats.

Der Evangelische Oberkirchenrat hat den dimassessor Dr. Krause wegen seiner den Be- Msgrundlagen der Evangelischen Kirche wider- chnden Rede auf der Sportpalastkundgebung der üchm Christen am 13. November mit sofortiger Wir- hon seinen sämtlichen kirchlichen Ämtern s u s p e n - iètt. Gleichzeitig hat eine Reihe von Mitgliedern Itogeitfdjen Obcrkirchenrats und der Reichsleitung 8 Mensbewegung Deutsche Christen die Erklärung UM daß sie gegen den Inhalt der Rede der Herren , Frau s e und Arendsee in der Sportpalasikund-- W der Deutschen Christen bereits an Ort und Stelle A Bischof Peter schärfsten Protest eingelegt k Sie wiederholen diesen Protest hiermit vor aller

)ie Neichskuliurkammer eröffnet

Festakt in der Berliner Philharmonie.

In einem so feierlichen wie festlich-schönen Weiheakt der Berliner Philharmonie wurde die Reichs- turkammer eröffnet. Der große Saal hatte digen Schmuck erhalten; Blickpunkt war ein riesiges Nkreuzsymbol, das den Orgelprospekt verdeckte. Um W hatte sich der Saal mit einem erlesenen Publikum Man sah sämtliche Mitglieder der Reichsregierung, Staatssekretäre, zahlreiche Vertreter der preußischen der Länderregierungen, die Spitzen der sonstigen Be- >en, die führenden Männer der NSDAP., die be- endsten Köpfe aus Kunst und Wissenschaft sowie die ^.Mitglieder des Diplomatischen Korps.

Hlotzlich erhob sich alles: geleitet von Reichsminister Goebbels und Staatssekretär Funk betrat

Reichskanzler Adolf Hitler

^al, von den Anwesenden mit dem deutschen Gruß tagen.

tatet Leitung des Generalmusikdirektors Furt- Je f spielte dann das Philharmonische Orchester RavensEgmont"-Ouvertüre in wunderschönem Vor- stürmischen Beifall hervorrief, Friedrich . bter las Schillers Worteüber das Erhabene", !, Schlusnus sang mit gewohnter Meister- die Musik",Heimweh" und mußte der 93 e= ,.,? der Zuhörer dieZueignung" von Richard Elleben. Der große Komponist dirigierte dann Kn»« festliches Präludium, worauf Reichsminister ie hMH;? eIë "^ einer großen Rede über das Thema iiticrto k l ?u^ vor neuem Anfang" sprach. Er dabet den Begriff der

[en ~.Ut ^^ den höchsten Ausdruck eines Volkes, der Künstler sei, und verlangte für die m Erlebnisses der deutschen Revolution in ^nt U n ;lc Eröße der wahrhaft künstlerischen tri ^Wjv n d ßeistung. In diesem Zusammen- ische S er die leitenden Grundsätze für das kunst- . snL ltnb dessen Bewertung im neuen Staat.

J 6ab dann die Präsidenten der j>eh^s? , u l tu r k a m m e rn bekannt. Doktor übernimmt die Führung der Reichs- ^ik. is^^^esamt; Vizepräsident ist Staatssekretär ^iier «Ir ernannt zum Präsidenten der Reichsmusik- Reichss'^almusikdirektor Dr. Richard Strauß, Bildenden Künste Professor Engen b , y g ^^lchstheatèrkammer Ministerialrat Otto tabt l- v, der Reichsschrifttumskammer Hans Bor %v£und» der Reichspressekammer Verlagv- Meria<M A m ann, der Reichsrundfunkkammer M^vau L^f^ D r c ß l e r, der Reichsfilmkammer L ' Fritz Scheuer m a n n.

Veranstaltung schloß mit dem Chor d°nMeistersingern", bett der Bruno I lang. Heilrufe begleiteten den Kanzler ""'tgang.

Die deutsche Kultur

Kultur - der höchste Ausdruck eines Volkes."

Dr. Goebbels bei der Eröffnung der Reichskulturkammer.

Reichsminister Dr. Goebbels hielt bei der feier­lichen Eröffnung der Reichskulturkammer in der Berliner Philharmonie eine Rede, in der er u. a. ausführte:

Die Revolution, die wir gemacht haben, ist eine totale. Sie hat alle Gebiete des öffentlichen Lebens erfaßt und von Grund auf umgestaltet. Sie hat die Beziehungen der Menschen untereinander, die Beziehungen der Menschen zum Staat und zu den Fragen des Daseins vollkommen geändert und neu geformt. Es war in der Tat der Durchbruch einer jungen Weltanschauung, die 14 Jahre lang in der Opposition um die Macht ge­kämpft hatte, um dann unter ihrer Zuhilfenahme dem deutschen Volk ein neues Staatsgefühl zu geben.

Revolutionen beschränken sich niemals auf das rein politische Gebiet; sie greifen von da über auf alle anderen Bezirke menschlichen Zusammenlebens. Wirtschaft und Kultur, Wissenschaft und Kunst bleiben davon nicht ver­schont. Es ist

Politik in einem höheren Sinne, als wir ihn gemeinhin verstehen. Auch der schöpfe­rische Mensch, und gerade er wird in den Strudel des revolutionären Geschehens mit hineingezogen. Nur dann ist er seiner Zeit und ihren Ausgaben gewachsen, wenn er sich nicht damit begnügt, die Revolution passiv an sich vorbeigehen zu lassen, sondern vielmehr, wenn er aktiv in sie eingreift, sie bewußt bejaht, ihren Rhythmus in sich aufnimmt, ihre Zielsetzung zu der seinen macht. Kurz und gut, wenn er nidOt in ihrer Nachhut, sondern

in ihrer Vorhut mitmarschiert.

Der Sinn der Revolution, die wir gemacht haben, ist die Volkwerd ung der deutschen Nation. Diese Volkwerdung war zweitausend Jahre lang die Sehnsucht aller guten Deutschen. Wir können heute die Historische Tragweite dieses Volkwerdungsprozesses über- hauvt noch nicht überblicken.

Das System, das wir nicdcrwerfen, fand im Libera­lismus seine treffendste Charakterisierung. Wenn der Liberalismus vom Individuum ausging und den Einzel­menschen in das Zentrum aller Dinge stellte, so haben wir Individuum durch Volk und Einzelmensch durch G e - m e i n s ch a s t ersetzt.

Freilich mußte dabei die Freiheit des Individuums insoweit eingegrenzt werden, als sie sich mit der Freiheit der Nation stieß oder in Widerspruch befand. Das ist keine (Einengung des Freiheitsbegriffes an sich.

Das war vielleicht das schlimmste Vergehen der künst­lerisch schaffenden Menschen der vergangenen Epoche, daß sie nicht mehr in organischer Beziehung zum Volke selbst standen und damit dieWurzelverloren,die ihnen täglich neue Nahrung zuführte. Vor hier ab setzt die lebensbedrohende Krise der kulturschaffendcn Menschen in Deutschland ein.

Kultur ist höchster Ausdr»lck der schöpferischen Kräfte eines Volkes. Der Künstler ist ihr begnadeter Sinngeber. Es wäre vermessen, zu glauben, das? seine göttliche Mission außerhalb des Volkes vollendet werdet» könnte. Sie »vird für das Volk durchgeführt, und die Kraft, deren er sich dabei bedient, stammt aus dem Volk.

Ist die eben über w u n d e n c deutsche Geistesepoche nicht ein beredter Beweis dafür? Die deutsche Kunst, los­gelöst von den Kräften des Volkstums und nur noch einem individuellen Freiheitsbegriff huldigend, der sehr bald in der geistigen Anarchie ausmündete, verlor sich im Gestrüpp des modernen Zivilisationstaumels und war bald nur noch Experiment, Spielerei oder Bluff. Sie sank herab zum bloßen Artistentum.

Wenn die Kunst nur noch für die Kunst gilt, wenn ihre Geiette nur noch dem künstle, ilckien Menschen ver-

vor neuem Anfang.

stündlich sein sollen, dann verengert s i ch der Kreis ihrer Gläubigen in einem Umfang, daß ihre primitivste Existenzfähigkeit auf das tödlichste bedroht ist. Wenn die akuten Probleme des Lebens nicht mehr die großen Würfe sind, mit denen der künstlerisch schaffende Mensch nach der Unsterblichkeit zielt, dann hat er bereits seine eigentliche Sendung verspielt.

Der Liberalismus endet im Verfall des geistigen Lebens.

Ganz wenige Einzelgänger, die die liberale Gesellschaft sicy hält, um nach außen hin das Prestige zu wahren, wandeln auf den Höhen des Geldes und der Bewunde­rung. Die übrigen aber, die vielen oder allzuvielen, sinken hernieder in die amorphe Masse des Kunstproletarials, um hier den Kampf aller gegen alle zu eröffnen. Das ist d i e Tragödie des kulturschaffcnden Menschen in Deutschlands der, an der Wende zweier weltgeschicht­licher Epochen stehend, den Bruch mit der Vergangenheit zu vollziehen und den Weg zur Zukunft zu finden, nicht den geistigen Mut aufbringt.

Der Aufmarsch, den w i r begonnen und vollendet haben, ist ein Aufmarsch der Gesinnung. Was uns an materiellem Glück vom Schicksal in dieser Zeit versagt blieb, das haben wir durch

die Beglückung neuer Ideen doppelt und dreifach aufgeholt. Es ist eine Art von stählerner Romantik, die das deutsche Leben wieder lebenswert gemacht hat.

Lassen Sie mich, um der Gefahr des Mißverständ­nisses auszuwtichen eine Reihe von Befürchtungen, die laut geworden sind, gleich hier widerlegen und zurückweisen. Niemand von uns ist der Meinung, daß Gesinnung Kunst ersetzen kann. Auch bei der Kunst kommt es u i ch t darauf an, was man will, sondern vielmehr barauL was man kann. Die Gesetze der Kunst können niemals geändert werden, sic sind ewig. Nur geweihte Hände haben das Recht, am Altare der Kunst zu dienen. Was wir wollen ist mehr als dramatisiertes Parteiprogramm. Uns schwebt als Ideal vor eine tiefe Vermählung des Geistes der heroischen Lebens­auffassung mit den ewigen Gesetzen der Kunst. Wir ver­stehen Teudenz in einem höheren Begriff; für uns zielt sie nach dem Volk, in dessen Boden die Wurzeln alle» Schöpfertums liegen.

Niemand hat das Recht, uns in den Verdacht zu ueh- men, daß wir aus Gründen tendenziöser Propaganda jen.m Dilettantismus des Feld freigeben wollten, der noch immer die wahre, edle Kunst zu Tode geritten hat ' und damit and) einer echt verstandenen Propaganda nur Schaden zufügen konnte. Wir empfinden selbst zn künst­lerisch, um vor dem Dilettantismus die Waffen zu strecken. Es steht uns nicht zu, den großen Wurf des Genies er fetzen zu lassen durch den

Herz- und blutlosen Dilettantisums eines Heeres von Nichtskönnern,

die der Herr in seinem Zorn erschaffen hat. Vielleicht wird die Kunst sich früher oder später der Stoffe und Probleme bemächtigen, die wir aufgeworfen haben. Es wurde ihr und uns zum Nutzen gereichen. Wir haben nicht die Absicht das zn kommandieren. Aber es steht uns das Recht zu, darüber zu wachen, daß, wo sie aufgegriffen, sic auch g e m e i si e r t werden.

Darüber hinaus aber wollen wir nur die gute n Schutzpatrone der deutschen Kunst und Kultur auf allen Gebieten sein. Kein Vorwurf hat uns in der Ver­gangenheit so tief zu treffen vermocht, wie der, daß der Nationalsozialismus geistige Barbarei sei und am Ende zur Vernichtung des kulturellen Lebens unseres Volkes führen müsse. Wir haben

die schöpferischen Kräfte der deutschen Nation wieder. frcigclegt; sie mögen sich ungehindert entfalten und reiche Früchte tragen am Baum eines neuerftanbenen Volkstums.

Das ist auch der Sinn der N c i ck s k u l t u r -

Von der feierlichen Eröffnung der Reichstulturkammcr.

Unser Bild von der Feier e einige der Gäste: (erste e, von links) Neichs- iustizminister Gürtner, Reichsverkehrsminister Frei­herr E l tz v. R ü b e n a ch, Reichswirtschaftsminister

S ch m i t l, Reichsarbeits- minifter Seldte, Reiws- innenminister Frick, Mi- msterpräsident Göring, Vizekanzler von Papen, Reichskanzler Ad. Hitler, Reichsminister für Propa­ganda und Volksaufklärung Dr. G o e b b e l 8.