fulöaer /lnzeiger
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A, 27I -— 1933
10. Jahrgang
Der Luthertag.
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4.» yr®te«2<ati8»i» eure Bewußtsein «einer Seaeinschaft ö»e »eise# Verbundeabeii la Glauben «ahnen. Das deutsch« »alb aber la bescnteTen ruft dieser Gedenktag dazu auf, einig tu sein in der Verwaltung seines großen gesehlobt» Haben Brbea, us La BHsutigkel t die Aufgaben der Gegenwart und äulnuifi es bewältigen. Oaru* stehet fest la Glauben der VSt^r, seid starb in der Liebe ns soll «cd Belob und «bll Zuversicht in öeatechlesds Schl olcaalt
Berlin, den W. aovenber »E
Hindenburgs Aeleitworl zum Luthertag.
Oer ewig junge Luther.
Von D. Erich Stange,
Keichsjührer im Evangelischen Jugendwerk Deutschlands.
Er war ja so jung, geradezu unwahrscheinlich jung, dieserMartinLutherlEristnochnichtdreißtg Jahre alt, als er dort im Turmzimmer zu Wittenberg in heißer Auseinandersetzung mit der theologischen Schulweisheit des Mittelalters die ungeheure Entdeckung macht, die ihm über das Verständnis von Römer 1,18 den Weg in eine neue Weltanschauung und damit zu einem neuem Weltbild öffnet.
Aon dem „ehrwürdigen Martin Luther 's! nach dem Stil jener Zeit in der Überschrift der 95 Thesen die Rede - in Wirklichkeit aber ist der Pro- Mor, der da am 31. Oktober 1517 durch die Straßen Wittenbergs zur Schloßkirche schreitet, noch nicht ei n - mal 34 Jahre alt!
38jährig steht er vor Kaiser und Reich in einem Prozeß um Leben und Tod zu Worms und wird jetzt, wo ein Mannesleben eigentlich erst zur Höhe emporsteigt, für den Rest dieses Lebens in des Reiches Acht getan.
Ja, im Grunde ist er doch bisandasEnde selbes Lebens so recht jung gewesen. Man lausche nur mnmal den „T i s ch r e d e n", die der Hausvater mit den reinen hält oder schaue ihm über die Schulter, wenn er seine Kinder schreibt, oder blättere in den Schriften, 7 er jahraus, jahrein in so reicher Rütte durch Deutsch- and flauern läßt: Da versteht man nicht, wie eine törichte alogische Tagesmode eine Zeitlang den "jungen Utther" vom „alten Luther" unterscheiden wollte. Es ist M nur so, wie wir ja heute längst wieder wissen, daß ..Wein Bruch in den Anschauungen des Reformators 7 'eine Todesstunde hinein nicht festzustellen ist, son- °ern auch der innerste Rhythmus seines vj’ e n 3 liebt dieser rasche, stürmische, zuvackende, mit SU? 22jähriq, Hals über Kopf den Sprung vom j,,^sstudentcn, dem der Vater soeben erst noch das kost- iuris angeschafft hatte, zum Augustmer- m n? ?"lite. Und immer war da auch dieselbe Unbekuni- Ä’W das Gerede der Leute ringsum, mit der der » "^^^'lliährige in Wittenberg die „weggelaufene heiratete. .
selbstverständlich und gar nicht i'berratchend zu k ^^alb, wenn das junge Volk zu allen Zeiten JÄ^ Martin Luther eine unmittelbare Liebe und ft!» "â>e Aufgeschlossenheit gehabt hätte. Daß da^ mcht hüÂ^ anders der Rafl ist, daran sind nur di e m e r k durch^S " L u t h e r b i l d e r schuld, mit denen man Jahrhunderte hindurch und noch bis in diese iUW."""^age von 1933 hinein das deutsche voll nU uroic?!"^^ Jnimer wieder und manchmal wmrr ni »ot?^ hat man ihn als den „S-relen Me L^^esteftt. so, wie er vielleicht 'w dunstigsten Min fünfzigjähriger ausgeseben haben mag, >5 S W« ÄS ihm HW «*.*Ä lei^.» ^germaßen Rett anacfeßt hatte und das stein
^ »°>^i"aeschrieben hatte. Als ob man nicht vwl^ ^^"Junfunddreißig- oder ^terv^ahuqen ab, ^Mn ^ ^' lvenn man der Natron das Antütz .
^eu wollte, unter dessen (so oft von den Zettgen osten ^°è»-,?der Entsetzen empfunden N funkelnden - Ock ^^nds Geschichte gehämmert worden ist! Die lungc
Generation der letzten fünfzehn Jahre ist es jedenfalls vor allem gewesen, die den Zugang zu diesem Lutherbild wiederfand.
Ja freilich, er war so tief-innerlich jung, dieser Martin Lutherl Die Frage, mit der er Deutschland und die Welt erschüttert hat, diese ganz persönliche und doch zugleich so erd- und himmelstürmende Frage „nach dem gnädigen Gott, ist ja recht eigentlich d i e Frage des jungen Menschen. Insofern nämlich, als sie nur dort in ihrer ganzen Tiefe erlebt wird, wo ein Mensch noch nicht eingespannt ist in den ermüdenden Trott der Geschäftigkeit, sondern wo einer sein Leben noch als ein Ganzes vor sich sieht und die Herausforderung empfindet, die dieses uns nur einmal gegebene Wagnis bedeutet. Unmittelbar benachbart ist sie also der großen Entdeckung des Ich, die die Reifejabre eines Menschen über alles, was er vorher und nachher noch erleben kann, einzigartig heraushebt und ihn darum völlig ungeschützt und kompromißlos der Gottesfrage konfrontiert.
Daß der junge Wittenberger Mönch diese Frage durch gefragt hat bis zum bittersten Ende und bis zur jauchzenden Antwort von der Rechtfertigung des Sünders vor Gott, allein ans dem Glauben, um Jesu Christi willen —, daß diese Frage ihn nicht nur einmal vorübergehend, sondern für ein Leben lang packte und nicht wieder losließ: das ist der Grund, warum Martin Luther zeitlebens so jung w a r und warum ihm heute und zu allen Zeiten dasHerzderfungenGeneration gehören muß.
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An die evangelische Jugend.
Die Zeit, die wir durchleben, ist groß. Sie erwartet ganzen Einsatz. Auch die Jugend ist aufgerufen, mit ihrer Begeisterung, ihres Kraft, ihrer Hingabe dem neuen Staat zu dienen. D a s u c u c d e u t s ch e V o l k, das sich auf die Kräfte seines Volkstums besinnt, das Ehrfurcht und Gehorsam,Z uch t und Liebe,Dienst und Opfer in sein neues Haus hineinbauen will, kann nicht werden ohne die Kräfte des Christentums und eines bewußt christlichen Glaubens.
Mit diesen Kräften dem neuen Staat, zu dienen, ruft die Kirche die evangelische Jugend, vornehmlich die der evangelischen Jugendverbände, auf. Die Kirche Martin Luthers, dessen Gedächtnis diese Wochen gewidmet sind, braucht euch.
Ihr sollt eine Jugend sein, die im Nationalsozialismus verwurzelt ist, die sich aber auch nicht schämt, sich zu ihrem christlichen Glauben und zu ihrer Kirche zu bekennen. So rufe ich euch auf zum Kampf um die Seele unseres Volkes, treu im Glauben, fest im Bekennen.
lgez.l v. Dr. Schöffel,
Kirchenminister unb Landesbischof.
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Evangelische Kirche rüst zur Sollsmission
Ein Airfrris der Reichskirchenregierung.
Jm . Gesetzblatt der Deutschen Evangelischen Kirche" wird ein Aufruf der Reichskirchenregierung zur Volksmission veröffentlicht, in dem es heißt:
Als unter Adolf Hitlers Führung Deutschland sich aufmachte, ein Volk ?<u werden, da riß die ungestüme
Martin Luther im Kreise seiner Familie
bei der Hausmusik, eine zeitgenössische Darstellung, die schönster Beweis für den Familiensinn und das musikalische Kunftverständnik des Reformators ist.
Kraft die ses Aufbruchs auch die evangelischen Kirchen mit; sie stellten das Gemeinsame höher als das Trennende, sie überwanden die Hemmungen ihrer Geschichte, sie schlossen sich zusammen zu einer Deutschen Evangelischen Kirche,
zum erstenmal feiert so eine deutsche Kirche ein großes Lutherfest.
Dieser Tag soll zugleich der Anfang eines gemeinsamen Werkes sein. Es gilt den entscheidenden Kampf um die Seele des deutschen Volkes.
Die Stunde der Volksmission ist da.
Ich rufe euch auf. im Geiste des Reformators und in voller Ein'gkeit mitzukämpfen, mitztidicnen. Den arbeitenden M (innern in unserem Volk soll ihr Beruf wieder Gottesdienst werden. Die Frauen und Mütter sollen aus einem wahrhaft priesterlichen Herzen ihr Haus mit christlichem Geist erfüllen und ihre Kinder frei und fröhlich zu Christcumeuichen erziehen. L ehrer und Jugendführer sollen in Schule und Arbeitsdienst, in SA. und HI. das junge Deutschland zur Ehrfurcht vor Gott und zu mannhafter Frömmigkeit führen. Die Führer der Kirche gehen voran. Sie setzen sich mit Entschiedenheit dafür ein, daß bei den Verantwortlichen in Handel und Wirtschaft, in Film und Funk, in Theater und Literatur das
christliche Gewisien zur Geltung kommt.
Sie werden dafür sorgen, daß die P r c d i g t des Pfarrers wieder lebensnah wird und dem heutigen Men- feben das Evangelium so auslegt, wie er es versieben kann: sie werden die theologischen Fakultäten da'u führen, daß sie neben ihrer wissenschaftlichen Forschung die großen Fragen un'erer .Zeit in einem lebensverbundenen Denken (öfen helfen. Sie werden . überall evangelische Akademien und S ch u l u n g s st ä t t e n schaffen. Die Kirche soll nicht mehr im Winkel stehen; aus der Kraft des Geistes Gottes will sie, jedermann offenbar, ihren Dienst an unserem Volk tun.
In bie'em Sinn unb Geist rufe ich euch, evangelische Volksgenoffen jeden Alters und jeden Standes auf. helft mit bei diesem großen Werk der deutschen Volksmission! Hal^c' euch bereit, wenn wir euch rufen; sucht selbst die Verbindung mit eurer Gemeinde, laßt uns in treuer Kameradschaft de^ Kuaubens »ufammen^ehen. Kumal ihr evangelischen Männer der SA., SS., des Stahlhelm, und ihr von der nationalsozialistischen Jugend — ihr wißt, der Führer ruft nach diesem Dienst der Kirche im Dritten Reich — enttäuschen wir ihn nicht!
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Kirchenarund'ase: Mbel und Sekenntnis
Ein neuer Erlaß des RcichZbischofs.
Der „Evangelische Pressedienst" meldet: Der Reichs- b i s ch o s hat eine weitere Verfügung erlassen, die von sämtlichen Mitgliedern des Geistlichen Ministeriums unterzeichnet ist. Die Verfügung hat folgenden Wortlaut:
„Die Deutsche Evangelische Kirche, verfassungsmäßig geeint, muß aus den Wirren der Gegentvart der inneren Einigung entschlossen 31tgeführt werden. Das kann nur von Bibel und Bekenntnis her geschehen. Deshalb erwarte unb verlange ich, daß alle kirchlichen Vereine und Organisationen ihre Mitglieder ausdrücklich auf bie Heilige Schrift und das Bekenntnis ihrer Kirche verpflichten: daß alle Vereine und Verbände ihr Dasein, ihre Arbeit und ihren ganwn Einsatz nur dem Dienst an der Gemeinde und der Kirche widmen.
Kein Verband darf sich kirckcnregimcntliche Befugnisse anmaßen.
Die Verbände haben geschlossen hinter ihrer Kirchenführung zu stehen. Insbesondere haben sie sich der volksmissionarischen Aufgabe zu widmen. Ihre gesamte Tätigkeit dient dieser Aufgabe, nicht aber dem kirchenpolitischen Kampf.
Ich hoffe zu Gott, daß am? all der inneren Not unserer Tage eine evangelische kirchliche Einheitsfront all derer werden wird, die im Glauben allein an Schrift und Bekenntnis gebunden treu zusammensteben rum Dienst am Evangelium unb zum Dienst an ihrem Volk."
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Die ZeamlenaesehgebMg in der Kirche.
Gesetz über die Nellttsvcrhältniffc der Geistlichen und Kirchcnbeamtcn.
Das Geistliche Ministerium der Deutschen Evangelischen Kirche hat am 16. November 1933 einstimmig folgendes Gesetz beschlossen:
§ 1: .Bis zum Erlaß eines Deutschen Evangelischen Kirchengesetzes über die Rechtsverhältnisse der Geistlichen und der Beamten der allgemeinen kirchlichen Verwaltung bleibt die Durchführung der von den Deutschen Evangelischen Landeskirchen über den gleichen Gegenstand seit dem 1. Januar 1933 ergangenen Gesetze ausgesetzt.
§ 2: Die Rechtsgültigkeit einzelner Maßnabmen, die auf Grund der landeskirchlichen Gesetze getroffen sind, wird hierdurch nicht berührt.
§ 3: Dieses Gesetz tritt mit der Verkündung in Kraft.
Die Jugend hebt ihren Schild gegen die Not! Helft der Jugend im Kampf gegen Hunger und Kälte!
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