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M-aer Anzeiger

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ßr. 276 1933

Fulda, Samstag, 25. November

10. Jahrgang

Schüsse über die Grenze.

Das deutsche Generalkonsulat in Thorn ist beauftragt worden, den Sachverhalt bezüglich dse blu­tigen Ueberfalls auf Deutsche in Graudenz zu P r ü f e n und an die Reichsregierung Bericht zu erstatten.

WiDvehrsoldat von Österreichern ersHoffen.

schwere Grenzverletzung durch Grenz­wächter.

Ein Stikurs des 2. Bataillons des 21. Bayerischen zchntcricregimentes Nürnberg ist zur Zeit aus der süd- im Winkel gelegenen Ski-Hütte dieses Bataillons -mdcndurg-Hütte) untergebracht. Eine Patrouille dieses tukseS übte unter Führung eines Unteroffiziers in der Me der Grenze am Eggenalmkogel. Ans bisher noch M bekanntem Gninde wurden die Soldaten, die Ski jlnzuq trugen und unbewaffnet waren von drei österreichi- »en Grenzwächtcr« fünf Schüsse abgegeben. Dabei ^mrde der Schütze S ch u h m a ch e r der 6. Komp. I. R. 21 m3 Nürnberg durch Kopfschutz tödlich getroffen.

Nach den bisherigen Meldungen befand sich die Gttouillr 80 bis 100 Meter diesseits der Grenze

aus deutschem Boden.

Sie hatte auch vor dem Vorfall die Grenze nicht über­schritten. Das Wahrkreiskommando 17 hat eine Sonder- lommiffion von zwei Offizieren, denen ein Heeresanwalt beigegeben ist, nach der Hindenburg-Hütte entsandt

*

Systemkrise in Frankreich.

Krauts Swmonaiskabmett gestürzt.

511$ er von den Sozialt st en zu Fall gebracht.

Ter französische Staatspräsident ist am Freitag MW um drei Uhr mit der Meldung aus dem Schlaf Weckt worden, datz das Kabinett Sarraut in der Kammer kim Kamps um die Finanzvorlage der Regierung mit 248 Wen 321 Stimmen in die Minderheit geraten und damit ttstürzt worden war. Damit hat Frankreich die vierte Regierungskrise in diesem Jahr und die zweite innerhalb eines Monats. Die Regierung Sarraut kam bekanntlich erst am 27. Oktober ans Ruder.

Daß das Kabinett Sarraut auf sehr schwachen Füßen tob, war seit dem Augenblick seines Zusammentritts be- tannt. Der Slum, schon seit Tagen erwartet, kam gleich Ml mit einer Plötzlichkeit, die angesichts der verhälmis- 'Wg ruhigen Kammerdebatte in der Nacht zum Sonn- «Mb selbst die Abgeordneten verblüffte. Wieder war die Debatte

bis in die frühen Morgenstunden hinein

^gangen. Je weiter der Uhrzeiger vorrückte, desto mehr Mwann man die Überzeugung, daß die Lage für die Re- Milug noch einmal gerettet sei. Eine Anzahl Zusatz Mrage der Opposition, die eine weitere Besteuerung, vor der Beamten gehälter, bekämpfte, wurde nachein­ander mit Mehrheiten bis zu 200 Stimmen f ü r die Regie Mg abgelehnt.

Da stellte einneusozialistischer" Abgeordneter kurz or drei Uhr, als man sich schon von den Sitzen erhob, ?^n Antrag, die BeamtengehäUer nicht schon von 10 000, ^'wern erst von 12 000 Franc kürzungsfrei zu lassen. .

Sarraut flüsterte mit seinem Finanzminister,

störte sich dann mit einer Freigrenze von 11 000 Franc verstanden und stellte, wie schon wiederholt während " Nach«, die Vertrauensfrage. Zu allgemeiner J^Wuug ergab sich ein Zuwenig von 73 Stimmen für c Regierung.

Sunt viertcnmal hintereinander sind jetzt französische Gerungen an der Hausbaltsfrage gescheitert, M Wertenmal haben sich auch die französischen Sozia- b en für eine praktische Mitarbeit als unfähig erwiesen. M immer stellt sich das innere Problem Frankreichs so dah

.. ^ ^anb mit dem zweitgrößten Goldschatz der Erde M Haushalt nicht in Ordnung bringen kann und auch

?° ill. weil es, wie schon seit vierzehn wahren, MwWge Summen für eine ungeheuerliche A u f - öinâuswirft. Französische Eitelkeit, über- I, "Meii und Herrschsucht haben diese Erkenntnis bisher Ä Aber es ist schon ein Anzeichen der Besinnnug. Älnö« dieser Tage angesichts der aitssichtslosen Aon ^ die Finanzvorlage in einem führenden Pariser N.Ä?" konnte: wenn diese Parlamentsspielerei um teiÄtl0^n u. bergt nicht aufhöre, dann müsse Arant Doi? fr etnen Regi m e wechsel - also eiitc J tO ÄaiEİ?uentarismus ins Auge fassen. Auch m Rk,ia?ch ist also schon einem gewissen Kreise der wider gewo^.^^andelsbètâh eigennütziger Parteien klai ^Prästdeni Lebrun ist in einer schwicrigeren Lage stât-â'^umal die große Partei der Radikalsozialisten

Klaren lassen daß sie die Verantwortung für uu hitSw ' unter den gleichen Umständen n i ch i ^D""tubernehmen werde. __________

^ ^ BEK beine Heimst- damit du K«W SW Hunger und Kalte!

. ^^" 10110 das Ergebnis der amtlichen deutschen Untersuchung abwarten müssen, um erkennen zu können, wie es möglich war, daß die österreichischen Grenzwächter einfach u b e r bi e Grenze hinweg das Feuer aus eine harmlos ikilaufende und noch dazu unbewaff- n e t e Gruppe Menschen eröffnete und nach den bisher vorliegenden Meldungen etwa 80 bis 100 Meter in deutsches Gebiet hineinschoß. Soviel aber mm-n w"h! schon jetzt sagen dürfen: seitdem die Doll- suß-Negierung am 14. Mai die deutschen Minister Frank und Kerrl (und damit die Reichsregierung) so schwer brüskieren ließ, daß sie deren Besuch alsunerwünscht" bezeichnete, hat sie in Verfolg des durch ihre eigene schuld entstandenen Konflikts die Grenztruppen gegen die deutsche Grenze hin wiederholt in einem völlig unver­ständlichen Maße verstärkt und dadurch bei diesen Trup­pen, die ja auch entsprechende Anweisungen über schärfste STontroUe der Grenze erhielten, eine steigende Unruhe und Nervosität hervorgerufen. Damit geht auch diese schwere Bluttat letzten Endes auf das S ch u l d k o n t o zwar nicht der Person des noch amtierenden österreichischen Bundeskanzlers Dollfuß, wohl aber seines Systems zurück.

Im übrigen sind es nicht die ersten Schüsse, die in­folge der österreichischenGrenzsicherungen" dort gefallen sind. Die nationalsozialistische Reichsregierung bietet jede Gewähr dafür, daß nach genauer Feststellung des Tat­bestandes die geeigneten Maßnahmen ergriffen werden.

Armot, der künftige steaiemngSchrs?

, Die Beratungen um die französische Kabinettsbildung.

Der französische Steatsst räsideni hat u. a. den ehemaligen Ministerpräsidenten Herriot emp­fangen, in dem viele Pariser den zukünftigen Regie- r u n g s f ü h r e r sehen wollen. Aus den Erklärungen der verschiedenen Parlamentarier geht hervor, daß die große Mehrheit der dauernden Regierungswechsel m ü d e ist und endlich ein beständiges Kabinett fordert. Der Präsident des Senats, Jeanneney, betonte, es sei höchste Zeit, dem Gemetzel der Regierungen ein Ende zu machen. Das Schicksal des Franc sei wichtiger als die P a r t e i g e p l ä n k e l. Der Vorsitzende des Finanzausschusses der Kammer, Malvy, sagte, man wünsche keine langen Regierungserklärungen, sonder n einen Führer, der die nötige Energie besitze, ein Finanzprogramm zur Verabschiedung zu bringen.

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Ein Rüstungsmärchen.

Mehreinfuhr an Nickel.

In letzter Zeit ist wiederholt in einem Teil der aus ländischen Presse daraus hingewiesen worden, daß Deutsch land in erhöhtem Maße Nickel einsühre, welches zu R ü st u n g s z w e d e n verwendet würde. Diese Gerüchte entbehren, wie festgestellt werden muß, jeder Grundlage. Zwar ist die Nicteleinfuhr gegenüber dem Vorjahre ge stiegen, sie dürfte jedoch die Einfuhrinenge der Jahre 1928 und 1929 in diesem Jahre noch nicht erreichen. Ein großer Teil der Mehreinfuhr wird von der Finanzverwal tung für M ü n z p r ü g u n g s z w e ck e benötigt. Im übrigen findet die Einfuhrsteigcrung ihre natürliche Er­klärung in der durch die Maßnahmen der nationalsozio listischen Regierung herbeigeführten Belebung der Geschäfte der verschiedensten Zweige der metallverarbeiten den Industrie, die infolge des von der Wirtschafts depression der vergangenen Jahre ausgeübten Liqui dationsdruckes über normale Lagerbeständd an Rohmate rialien nicht mehr verfügte

Deutscher von Polen ermordet.

Mehrere Personen schwer verletzt.

Zu blutigen Ausschreitungen, die ein Todesopfer forderten, kam cs in Graudcnz während einer Sitzung her Vertrauensleute der Deutschen Liste für die Stadt- verordnetcuwahl.

Vor dem Versammlungslokal hatte sich eine Menge P olen angesammelt, die die F e n st e r s ch e i b e n ein warf und in die vorderen Räume des Lokals eindrang. Als die deutschen Vertrauensleute später das Lokal ver­ließen, wurden sie von den auf der Straße wartende« polnischen Gegnern überfallen und durch mehrere Straßen gejagt. Der Schmiedemeister Adolf K r n m m wurde bis vor sein Haus verfolgt und

durch zehn Messerstiche in den Rücken getötet.

Der Installateur Erich R i e b o l d erhielt Stiche Ku den Unterleib. Der Geschäftssührer des deutschen Sejmbüros in Graudenz, Otto Schmidt, ein Schwerkriegsverletzter, erhielt Schläge über den Kopf und einen Messerstich in den Rücken. Er blieb ebenfalls in seinem Blute liegen.

Als Protest gegen diese Ausschreitungen wird die deutsche Bevölkerung von Graudenz an den Wa y l e n zu dem Stadtparlament nicht teilnehmen. Gleich- zeitig wurden für ganz Wsstpole« zum Zeichen der Trauer sämtliche deutschen Veranstattunaen abgesagt.

Llmschakiung.

Konferenzdämmerung Europas Kernproblem. Ich will Besseres leisten!"

Am Ende ihres Lateins, das haben zum zweitenmal in diesem Jahre dieführenden" Staats­männer nicht nur sich selbst eingestanden, sondern mußten cs auchder Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe" der ganzen Welt, den Völkern gegenüber zugeben. Erst zersplitterte in London die W e l» w i r t s ch a f t s k o n ferenz, nachdem ihr Präsideilt, Macdonald, vergeblich versucht hatte, dieses liebste Kind seines Glaubens und seines Hoffens zu retten; die vor einiger Zeit veranstalte ten Wiederbelebungsversuche wurden zweckmäßigerweise rasch wieder aufgegeben und selbst die letzten Reste ans jener Zeit, der Zollwaffenstillstaud, wurde teils offiziell, teils mit einer lässigen Handbewegung einfach beiseite- geschoben. Jetzt ist es mit der Genfer Abrüstungs­konferenz ähnlich, lvenn auch in etwas formellerer Art, geschehen und es ist eine fast amüsanteDuplizität der Ereignisse" daß auch hier ein Engländer am Präsidium saß und sich trotz heißester Bemühungen nicht anders zu helfen weiß, als daß er diese vielvertagte Konferenz wieder einmal vertagte. Es besteht ebenkeine Meinung" für Weltkonferenzen in Wirtschaft oder Politik, unk hinterher, wenn eine solche Konferenz ihrem gewohnteic Schicksal, auseinanderzuplatzen, wieder einmal anheim gefallen war, dann sagte man sich gegenseitig voller Vor­wurf, sie seischlecht vorbereitet" gewesen. Eigentlich könnten die Staatsmänner von heute und gestern es doch auf Grund langjähriger Erfahrungen gelernt haben, eine solche Konferenz richtig vorzubereilen, aber hat denn eine derartige Massenzusammenkunft wohlvorbereitetstcr Art, k a n n sie überhaupt einen andern Zweck haben, als den, einen S ch l u tz p u n k t mit größerer oder geringerer Feierlichkeit hinter das zu setzen, was vorher von den wirklich maßgebenden Mächten vereinbart ist. Und vie bittere Notwendigkeit, die schönen Gestade des Genfers Sees verlassen zu . müssen, wäre denfüh­renden" Staatsmännern vielleicht erspart geblieben, wenn sie nicht in der Zeit vor dem 14. Oktober in Paris die Köpfe zusammengesteckt und man verzeihe das drastische Bild das Ei desabgeänbertenM a c - donald-Planes gelegt hätten, das alsbald durch Deutschlands Austritt zerschlagen wurde und dann in kurzer Zeit einen so wenig angenehmen Geruch verbreitete, daß nichts anderes übrig blieb, als die Konferenz zu ver­tagen und die Koffer zu packen. Und um damit, unfrei­willig genug, auch noch zu unterschreiben, daß Deutschlands Kanzler recht hatte, als er sagte, man werde in Genf keinen Schritt weiterkommen, wenn man nicht mit dem bisherigen System des Mißtrauens Schluß machen würde'

I ch h a b ' s g ewag t", hat A doIfHitlcrso ost vor dem 12. November gesagt, als er um die Seele, das Verständnis des deutschen Volkes für seine Politik ge rungen bat.Ich hab's gewagt", lote einst der stolze Spruch Ulrich von Huttens gewesen ist. Durchaus nicht immersteht Gott auf der Seite der stärksten Bataillone", sondern auch dem Mutigen lächelt das Glück zu, wenn er die ganze Kraft seines Wollens in den feindlichen Heer hausen hineinwirst wie eine Fahne und nun ein ganzes Volk eine rücksichtslos-verzweifelte Kraftanstrengung machen muß, um mit dieser Fahne seine Ehre heräuszu hauen. Das ist gescheherr, ist errungen, ist erreicht. Vor dem friedlich-starken Druck der 40 Millionen zerbröckelte die angeblich vorhandeneE i n h e i t s f r o n t" der Alliierten, von der übrigens ihrem Führer, dem frau zösischen Außenminister Paul-Boncour, schon vorher aus dem Mltnde seiner eigenen Presse gesagt worden war, diese Einheitsfrontbestehe nur in seiner Einbildung". Von solchenEinbildungen" muß er sich jetzt aber hin überwenden zu den Tatsächlichkeiten der politischen Gegen wart, und die dabei ganz im Pordergrilnd stehende Tatsache, die allerdings auch zugleich eine Frage bleibt, ivar und ist eben die der d e n t s ch - f r a u z ö s i s ch e n Beziehungen. Sie ist eben das Problem Europas. Auf Konferenzen in Genf und sonstwo dieses Kernstück der Nachkriegspolitik anzupacken war nicht möglich und was etwa in persönlichen Besprechungen aufgebaut wurde, ist bestimmt jedesmal durch die darauf folgende Konferenz zerstört worden.Wenn Frankreich seine Sicherheit in einem Abkommen mit Deutschland finden will, bin ich bereit, alles anzuhören, alles zu begreifen, alles zu unter­nehmen", sagte Adolf Hitler in seinem Interview namens des ganzen deutschen Volkes. Soll er, kann er denn nbcr- banpt noch deutlicher werden!

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Er hat da noch nicht zum erstenmal ein anderes Wort gesprochen, aus bessern Grunde auch wieder der Wille zum Frieden heraufguillt:Ich habe vor mir eine lange innenpolitische Aufgabe; ich will dem deutschen Volke die Lebensfreude wiedergeben: wir bekämpfen das Elend!" Und Hitler wies darauf hin, daß die Arbeitslosigkeit in Deutschland stark zurückgcdrängl sei, aberich will Besseres leisten!" Und man sann ft* des bitteren Gefühles nicht verwehren wir nicht und auch die andern Völker nicht, die aus ähnlich tiefem Elend sich heraus arbeiten wollen so manche oder recht viele derfübrendèn" Staatsmänner feien bar jeder Empfin-