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Soji®L Bei Lieferungsbehinderungen durch Tageblatt für Rhön un- Vogelsberg ^n?Äa^ufw^st^ SÄÄÄB N»a- uns Haunetal. $ul»aet kâbla« & «KNKZL Ansprüche. Verlag: Chrlstran Serpel, Fulda. Reöaktion und Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernsprech-Rnsthluß Nr. tW für hiesige Aufttaggeber berechnet. Bei Rech- Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. Ha^dmtf der mit * »ersehenen Drittel nor mit Quellenangabe .$utoatr Rttsefaet'gtfM* nungsstellung Zahlung innerhalb 8 Tagen.

. 279 1933

Fulda, Mittwoch, 29. November

10. Jahrgang

Wo bleibt die Sühne?

8$ einmal Genügtuung von Ssteneich gefordert.

ür die Ermordung des Soldaten Schuhmacher.

Reichsaußenminister Freiherr von Neurath ^ nachdem der neue Bericht des Wehrkreiskommandos 7 btt die Erschießung des deutschen Ncichswehrangchörigcn -ihuhniachcr vorliegt und nachdem dieser Bericht eine â Klarheit über die Vorgänge geschaffen hat, den mischen Gesandten in Wien, Rieth, nochmals ilgewiescn, bei der österreichischen Regierung v o r - eilig zu werden. Der deutsche Gesandte hat den Aus -gg, anzufragen, in welcher Weise der Fall beigelegt gerben soll und welche Maßnahmen die österreichische Ikzierung nunmehr zu treffen gedenkt.

Es ist dabei zu beachten, daß nach den deutschen Fest- ckmgen alle bisherigen amtlichen Mitteilungen von iflenei ch i f d) e r Seite sich als falsch herausgestelli wen. Es ist darüber aber hinaus von deutscher Seite ^gestellt, daß die drei Heimwehrangehörigen noch nach tat tödlichen Schuß s i ch ihrer Zat gerühmt Hiden. Die Möglichkeit einer Grenzverletzung ist völlig ichcschlossen. Die österreichische Regierung hat nicht nur die aus dem internationalen Verkehr zwischen den Staaten sich ergebende Pflicht, sondern auch die

Pflicht der Anständigkeit und der Moral, wehend der deutschen Regierung mitzuteilen, was sie M Lüh ne dieses gemeinen Verbrechens getan hat.

Die österreichische Regierung darf sich über die Am Hauungen, die im deutschen Volk über diesen Fall Herr «feinem Zweifel hingeben. Sie hat den Beweis der . IMtgteit zwischen Führer und Volk gestern durch die I Wme Adolf Hitlers an der Beisetzung des er- »am Reichswehrangehörigen Schuhmacher erhalten. ' KSauch nicht anzunehmen, daß sie irgend jemand in Mett finden wird, der sie in der für sie sehr, peinlichen Re zu unterstützen bereit wäre.

*

Dottfuß bedauert.

Genaue Untersuchung desGrenzzwischen- falls zugcsagt.

Ter österreichische Bundeskanzler Dr. Dollfuß hat dm deutschen Gesandten Dr. Rieth anläßlich des Zwischenfalles an der deutsch-österreichischen Grenze am A November, dem ein Angehöriger der Reichswehr zum

Sie wollten losschlagen!

Mont war fertig gerüstet.

Aus den Enthüllungen i>n Reichstagsprozeß.

Außer Kriminalpolizetrat Heller sind zur Dienstag- »Handlung im Reichstägsbrandstifterprozeß mehrere Krunt- «beamte aus verschiedenen Gegenden des Reiches geladen, u Verhandlung beginnt mit weiteren Mitteilungen des Minalpolizeiräts Keller vom Polizeipräsidium Berlin über Schreibweise der raren Presse in den Monaten Januar, Muar und März v. Organisierung von A(ar m- und .urouillendicnsten Aushau des roten Maffenselbst- W, politische Massenstreiks zur Revolutionierung der , »arschasr werden auch hier immer wieder erörtert. Krinn- Mi Heller tommt zu der Schlußfolgerung, daß es der "»»unistischen Partei unzweifelhaft ernst damit war, aus Wege über Streik. Massenstreik und Generalstreik

zum bewaffneten Aufstand

ft^M. Der Zeuge erinnert in diesem Zusammenhang an l-.ii "Schlag auf Die Siegessäule vom >< a h re '.?^lm letzten Augenblick noch verhindert werden konüte, , als Einleitung zu den mitteldeutschen Unruhen anzuschen aaDiePeriiichluna des Reichstagsgebäudes konnte namcm-

61e sozialdemokratischen Anhänger ihre Wirkung n.cht I,Mn. weil der Reichstag für sie das Symbol des demo- Mozialistischen Parlamentarismus war.

L W mußte dann, so fährt der Zeuge fort, ein Leichtes )U I ' "Witterten Reichstagsbrand

L den Nationalsozialisten in die Schuhe zu schieben.

M.Jo ist der Brand in seiner eigentlichen Bedeutung zu ver- M und zu bewerten ,

holt der' Angeklagte Timitrofs wieder eiw

^'"' sehr vorzeitigen, groß angelegten W^ Kftroft^ unterbricht die langatmigen Ausführungen m^^iAinalrai Heller nie Schupo ist in den ganzen des vergangenen Jahres i n st ändi g e r B e r e u, ülb^ diesen, um kommunistische Terrorakte abzuwehren um die lv" Endlich ist 'vm1 höheren Polizeiführern tatsächlich

Limbische Gefahr als akut bewertet worden T paittiKn 11 r of f stellt erneut den Antrag au, -adnig ?^sanwali Wenter erklär- Thälmann für einen I lin- P "len ungeeigneten ^cuaetf es schwebe gegen Thalmann &Ä^

Uuu der KPD. Terrorgruppen ausgestellt, die

Opfer gefallen ist, sein Bedauern ausgesprochen. Der Bundeskanzler hat dabei mitgeteilt, daß er alles ver­anlaßt habe, um eine schnelle und vollständige Aufklärung dieses schmerzlichen Vorkommnisses herbeizuführen, und hat sich Vorbehalten, zur Frage der Verantwortung Stellung zu nehmen, sobald das Ergebnis der Untersuchung vorliegt Auch der Ber­liner österreichische Gesandte Tauschitz hat dem Rcichsaußenminister das Bedauern seiner Regierung zum Ausdruck gebracht, sine er auch bereits den österreichischen Generalkonsul in Nürnberg angewiesen hatte, an dem Leichenbegängnis teilzunehmen und an der Bahre des erschossenen Neichswehrsoldaten einen Kranz nlebers^legen.

Das feierliche Smalsvegruvuls für den erschossenen Reichswehrsoldaten Schuhmacher.

Dem von einer österreichischen Heimwehrpatrouille auf deutschem Boden erschossenen Relchswehrschützen Schuh­macher wurde in Nürnberg ein feierliches Staatsbegräbnis bereitet, zu dem ihm der Reichskanzler, der Reichswehr- minister, Vertreter der SA., der SS. und des Stahlheini sowie viele tausend Volksgenossen das letzte Geleit gaben. Unser Bild berichtet von dèr Trauerseier in der Kapelle des Nürnberger Westfriedhofes; in der ersten Reihe sieh, man Reichskanzler Adolf Hitler und Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg.

systematische Bi,griffe auf Nationalsozialisten durchführten. Die Streilparolr ist während des ganzen Herbstes und Winter 1932/33 propagiert worden.

Oberrcichsanwali Dr. Werner: Sie sind also der Meinung, daß sich aus dem politischen Streik etwas ganz anderes entwickeln sollte?

Zeuge: Ja, der bewaffnete A u f st a n d.

Der nächste Zeuge Kriminalrat Hohmann vom Polizei­präsidium Köniasberg äußert sich über die Lage in Ostpreußen um die Jahreswende Im Smatspolizeibezirl Königsberg ist die KPD seit Ende Oktober 1932 in d i c Illegalität bineingegangen. Es wurden leitende Persönlichkeiten, die der Polizei bekannt waren, ausgelauscht und durch solche aus dem Reich ersetzt, die der Königsberger Polizei nicht be­kamt! und mit falschen Papieren versehen waren. Die Leitung des alsproletarische Arbeitsgemeinschaft" bezeichneten ver- botenen Notfrontkämpferbundes bekam ein Berliner RFB.-Vertreter, der die lose bestehende Gruppe der ganzen Provinz straff zusammenfaßte, Sport und Felddicnstübungen abhielt und die W a f f e n a u s b i l d u n g leitete. Im Januar wurde dieser Funktionär durch einen Instrukteur aus Berlin abgclöst.

Es sind damals im Februar und März ganze Wagenladun­gen von Waffen, auch Maschinengewehre, von unS beschlag- f-ahmt worden. Seit Anfang Februar machte sich eine wachsende Aktivität der KPD. bemerkbar. DcinonstrationSznge, die von Terrorgruppen auf den Bürgersteigen begleitet waren, zogen durch sie Straßen und schlugen nieder, was nationalsozia­listische Abzeichen trug. Auch aus dem Lande machte sich eine steigende Aktivität bemerkbar. Der Generalstreik sollte durch revolutionäre Eisenbahner ausgelöst werden. Tatsächlich ist cs rvicdcrl'.olt zu Saboingeakten auf Lahnhofsgclündc gekommen G-in Anschlag auf den Reichskanzler anläßlich seines Königsberger Besuches konnte dadurch verhindert werden, daß die Täter bereits am 3. März feffgenommen wurden.

Kriminalkommissar M a l l a ch berichtet dann über die Lage in der Grenzmark Posen-Wefipreütze n in der Zeit vor dem Reichstagsbrand. Es habe sich schon seit Ende vorigen Jahres eine besonders lebhafte Kurier- und Zer- setzungsläligkcil bemerkbar gemacht.

Kriminalsekretär S 1 a e a l ich vom Polizeipräsidium Al wna berichtet über die Einzelheiten des bekannten Altonaer Blut so un tags vom Sommer vorigen Jahres. Auch in Altona ist die Tätigkci! des Zer-Apparmes in der Polizei und auch in der Reichswehr in verstärktem Umfange fühlbar ge­wesen. Ende Februar lagen die einzelnen Formationen d-r KPD. zumeist

in höchster Alarmstusc.

Die einzelnen Kommandos waren eingeleilt und für die In­brandsetzung von Tankstellen, Überfälle auf Polizeiwachen, Straßenbahnen usw vorgesehen. Die meisten Geständnisse lauteten dahin, daß man Den Befehl zur Eröffnung des Bürgerkrieges erwartete

Ter S^eyai nimmt dann den Bericht des Kriminal-

fommissars Schäfer-Frankfurt am Main entgegen, in dem von einer feit 1931 sich ständig steigernden Aktivität der kommu­nistischen Terrorgruppen die Rede ist.

Schließlich wird noch über die Vorgänge im Bezirk Nieder- rhcin Kriminalsekretär Brosig- Düsseldorf gehört. Der Zeuge teilt u. a. mit, daß am 3. Dezember den Funktionären unisangrciches Karten material ausgehändigt worden ist, aus dem bezeichuenderweise Eisenbahnknotenpunkte, Brücken, Kraftwerke. Flughäfen, Ausbesserungswerkstätten, chemische und technische Anlagen und Reichswehrgarnisonen bezeichnet waren.

Damit schließt die Diensiagverhandluna.

Kraft durch Freude."

Überall in den Industriestaaten der Welt wälzen ,,ch wie die Wogen einer Sturmflut fast Tag um Tag neue wirtscbastlichc Probleme und Gesahren heran, werden ms- besondere diese Volkswirtschaften vor ständig noch wachsende Aufgaben gestellt, die zu bewältigen Die straft des einzelnen viel zu schwach ist. Zu einem härteren Kampf ums Dasein ist heute ein ;edes Volk gezwungen und kann ihn führen nur im engsten Zusammenschlrn; aller, aber auch wirklich aller Volksgenossen. Auch wenn gewisse Anzeichen dafür sprechen, daß, wirtschaftlich ge­sehen der Tiefstand der Weltkrise hinter uns liegt, so sind die Quellen noch längst nicht verstopft, aus der sie ent­sprungen ist. Und wenn schon vor dem Kriege von dem Maschinenzeitalter" und derEntsendung der Arbeit" in der Jndnstrie gesprochen wurde, so ist nach dem Kriege diese Entwicklung in Riesenschritten vorwärtsgegangen. Der bittere, aber leider richtige Satz, daß nicht mehr der Mensch Herrscher sei über die Maschine, sondern diese ihn beherrsche, wurde zu einer immer verhängnisvolleren Wirklichkeit.Nicht mehr der Mensch bedingte nach Arbeitsleistung und Arbeitskraft den Prozeß der Arbeit, sondern die Maschine und die Frage, ob wir die über­steigerte Mechanisierung unserer Indu­strie zurückschrauben könnten, ist mit Nein zu beant­worten", klagte der Führer derDeutschen Arbeitsfront", Dr. Ley, auf einer Kundgebung, die der Organi­sation der F r e i z e i 1 gewidmet war.

Noch schärfer wird dieser Kampf der Völker ums Dafein werden, noch aufreibender, noch nervenzerrütten­der. Immer drohender erhebt sich die Schleuderkonkurren; des Fernen Ostens, die auch ein solches wirlschaftliches Probleni gefährlichster Art ist und sich schon bis unmittel­bar an die Grenzen der europäischen Jndustriestaalen und Amerikas herangewälzt hat. Und Dr. Leu fordert,das Arbeitstempo, die Arbeitsmethoden, die Mechanisierung und Rationalisierung bestimmter Industrien noch bei weitem zu erhöhen und gleichzeitig, um die Menschen überhaupt zu erhalten, auch zu einer Verkürzung der Arbeitszeit zu schreiten".

Dadurch wird die Freizeit und deren zweck­mäßige Organisation an sich schon zu einem drängenden Problem: sie wird es aber noch stärker dort, wo der totale Staat seine Bürgen im Geiste dieser neuen Staats- gesinnung seelisch formen und bilden will. Das andere Ziel bei der Organisation der Freizeit ist ein, wenn man will, geistig-körperliches: die völlige Aus­spannung nach dem atemberaubenden und nerven­zerrüttenden Tempo der Arbeitszeit. Das tiefe, tiefe und gründliche Atemholen nach den Herrschaftsstunden der MaschineHier bin ich Mensch, hier darf ich's fein'", wie GoethesFaust" sagt.

Drängt nicht heute der Mensch stärker, bewußter zuni anderen Menschen? Der 12. November hat ja gezeigt, daß weit über den bloßen Zusammenschluß zur Abwehr gegen Angriffe auf unser Dasein als Volk hinaus die drängende und treibende Kraft des Gedankens der Volksgemein­schaft herangewachsen ist. Dr. Ley gab der Idee, in der die neue Organisation der Freizeit anfgebaut werden soll, die doch eigentlich alles besagende Bezeichnung:N a - t i o n a l s o z i a l i st i s ch e G e nt e i n s ch a s t ,K r a f i durch Freud e'." Und er wies auf das Wort Hitlers hin, das gleichfalls darauf abzielt, die Formung des deutschen nationalsozialistischen Menschen in dem Sinne zu vollenden, daß er bereit ist, seine Persönlichkeit unbedingt einzusctzen in den Kampf unseres Volkes um sein Dasein: Wie erhalten wir dem Volk die Nerven in der Er­kenntnis, daß man nur mit einem nervenstarken Volk Politik treiben kann."

Das ist ein anderer Klang als jener, den wir in früherer Zeit hörten. Das sind andere Töne als jene, die wir einst vernahmen, als die Idee einer geschlossenen deutschen Arbeitsfront nicht vorhanden war und der Un­geist eines mcnfd)tid)?eit§frcniben Liberalismus den Men­schen einfach sich selbst überließ. Oder als der noch viel schlimmere Ungeist des Älasienkampfcs seine Anhänger, also große Teile der deutschen Arbeiterschaft, auch in ihrer Freizeit immer tiefer in sein volksverderbendes und volks- vernlchtendes Netz zu verstricken versuchte! Dieses Netz ist unter der gewaltigen Wucht des 1. Mai, des neuen, des wirklichenTages der Arbeit", mit einem Ruck in Fetzen zerrissen worden. Dann hat die Arbeit begonnen, den Ar­beiter jitm deutschen Menschen zu bilden,den wir vor allen Dingen brauchen zur Lösung der soziale n Aufgaben", wie der Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt auf jener Berliner Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront aus- führtc,den wahrhaft n a t i o n a l s o z i a l i st i s ch denkenden Menschen, der das Herz am rechten Fleck hat, gleichgültig, ob er hinter den Amboß, die Pflugschar oder den Schreibtisch gestellt ist".

Kraft durch Freude", im zermürbenden Kampf des einzelnen und des ganzen Polkes ums Dasein brauchen wir beides, die Freude und durch sie eine neue Stählung dieser K a m p f e s k r a f 1. Aber beides können wir nur wahrhaft gewinnen in jenem Geiste und jenem Wollen, das sich ausdrückt in der Zielsetzung:National­sozialistische Gemeinschaft."