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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg
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.. 280 — 1933
Fulda, Donnerstag, 30. November
10. Jahrgang
■SB-B-SS
Vie Stellung wird gehalten!
Wie oft war es im Weltkrieg gar nicht so schwer und verlustbringend, eine feindliche Stellung zu erobern — aber sie zu halten, machte um so größere Schwierigkeiten, iilhrte oft zu starken Verlusten! Ein wenig paßt das auch M die große „A r b e i 1 s s ch l a ch t", auf den ' Kampf Jen die Arbeitslosigkeit in Deutschland. Mit gewal- jjaem Elan erfolgte der Angriff auf diese millionenfache Not, und tief hinein ging der Stoß in das Gelände, daß sich die Arbeitslosigkeit Jahr um Jahr in größerem Ukp Wae erobert hatte. Und nun, da der Winter herannaht, Md zwar nicht ein Nachlassen der „Arbeitsschlacht", wohl aber so etwas wie einen Übergang zum S t e l l u n g s - Ilicg, zur Verteidigung des eroberten Gebietes erringt, läßt sich der volle Erfolg des Kampfes übersehen.
Ende Oktober dieses Jahres sind in der deutschen Wirtschaft rund vierzehn Millionen Beschäftigter vorhanden, die als solche bei den Krankenkassen versicherungs- pflichtig sind und daher genau registriert werden. Es sind also die Massen der Arbeiter und Angestellten. In der gleichen Zeit des Vorjahres waren es noch rund 1,15 Millionen weniger, und am Tage der Machtüber- nahme durch denNationalsozialismus sogar 2,575 Millionen weniger — um 2,575 Millionen also ist seit dem 31. Januar dieses Jahres die Zahl der Beschäftigten in Teutschland gestiegen. Um 22,4 Prozent! So groß ist also der Umfang des Gebäudes, das von der Not Md der Arbeitslosigkeit besetzt war und nun im Laufe deß Jahres erobert werden konnte. Die Ziffer der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Erwerbslosen ist um 2,17 Mionen gesunken, aber noch weitere 400 000 Mann taten Arbeit finden, die aus irgendwelchen Gründen sch nicht gemeldet hatten und aus dem Gebiet der „un- Maren Arbeitslosigkeit" stammen.
Wir wissen ja aus langjähriger, durch Deutschlands Mm und Wirtschaftsstruktur geschaffene Erfahrung, R leider bei Herannahen des Winters zahlreiche i Menber itf e" oder Saisonbetriebe zur mehr oder «Ser großen Freisetzung von Arbeitskräften gezwungen k N Das ist also sozusagen naturnotwendig, aber das Mjè Programm der „Abwehrschlacht" gegen ein erneutes bordringeil der Erwerbslosigkeit ist ja nun abgestellh «aerseits darauf, dieses Steigen der Arbeitslosenziffer in den Antzenberufen möglichst gering werden zu lassen, und andererseits darauf, die Beschäftigung in jenen Betrieben Leiter zu steigern, die solchen natürlichen Saison-Ein- ilüssen nicht oder nur wenig unterliegen. Noch im Winter 1931/32 war die Arbeitslosigkeit sehr stark gestiegen, weil in diesen sie fördernden Saison-Einflüssen auch noch die Wirkung der Wirtschaftskrise hinzutrat, die auch in jenen anderen Betrieben die Zahl der Beschäftigten erheblich verminderte. Das war schon im vergangenen Winter erheblich anders geworden, weil sich die krisenhafte Ver- Aechterung des Arbeitsmarktes in weit geringerem Maße bemerkbar machte. Inzwischen ist hier überhaupt eine Wendung, eine Besserung der Konjunktur — wenn auch eine langsame — eingetreten, und man hofft, daß im vor ans siebenden Winter sich eine Steigerung der Arbeits- msenziffer überall dort zum mindesten vermeiden läßt, cs sich nicht um „saisonbedingte" Betriebe der mtzenberufe handelt. Ganz im Gegenteil! Man will K vielmehr erreichen, daß von dieser Seite Her durch verehrte Arbeitsbeschaffung der Druck nach oben gemildert den der kommende Winter auf die Arbeitslosen- W ausübt.
Genauere Zahlen darüber, wie groß die Verminde- der Erwerbslosigkeit bei den Saisonarbeitern und . groß sic bei den übrigen, also den hauptsächlich Muftriellen Berufen ist, liegen vorläufig nicht vor, aber den Angaben über diesen Rückgang in den einzelnen Deutschen Landesteilen läßt sich doch entnehmen, daß auch m den Gebieten mit starken! i n d u ft r i e l l e n Einschlag :eMl der Beschäftigten sehr erheblich gestiegen ist, und melleicht ist die Schätzung richtig, daß von den nicht saison- bedingten Betrieben im Laufe des Jahres etwa Million Arbeitskräfte neu eingestellt worben sind, sollen und müssen über den Winter gehalten werden, im nächsten Frühjahr die neue Offensive in der -abèttsschlacht anhebt.
. vMstandsetzungsarbciten und Umbau von Wohnungen K ein allzu starkes Anschwellen der Winter Arbeits- Mert im Baugewerbe verhindern. Die bor- Menen umfangreichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen «erden weiter durchgeführt. Freiwilliger Arbertsdienst S Notstandsarbeiten u. a. auch der Kommunen und Metzllch die zahlreichen Steuersenkungen sollen dabei uttvirkm, die Arbeitslosenziffer möglichst niedrig , zu K ~ zum großen Teil aber in dem Sinne die wm= Belebung der Wirtschaft, die Besserung der Kon- Mur und damit ein natürliches Steigen der Beschaftl- ^ und der Beschäftigtenzahl herbeizuführen.
auch jeder Deutsche, auf dem im Winter noch s Ichwcrc Los der Arbeitslosigkeit lastet, braucht nicht Äpfeln; denn vor ihm steht namens unseres Volkes ^M'Mwebcn und die Mahnung des Führers. Kein i wjMer und keine Deutsche dürfen tm kommenden I " hungern oder frieren!
a, Ter Führer des VDA beim Reichspräsidenten.
Reichspräsident von Hindenburg empfing den des Volksbundes für tos Deutschmm 'm Aus- "^ver^BNacher, zur Entgegennahme eines Berichts über "tgamsaiwn und die Arbeit des DDA.
Absatzsteigerung, nicht Preiserhöhung.
Der MchswirtschaDminister gegen Preissteigerungen.
Der Reichswirtschaftsminister hat bereits in seinem Erlaß an die Spitzenverbände vom 30. August und er- iieut im Oktober dieses Jahres in der Öffentlichkeit eindringlich die Wirtschaft ermahnt, die Maßnahmen der Reichsregierung zur Arbeitsbeschaffung und Wirtschafts- belcbung nicht durch Preissteigerungen zu gefährden. In Verfolg dessen ist er gegen Maßnahmen von Verbänden, durch die Preise erhöht worden sind, in einer Reihe von Fällen eingeschritten, um die Preise wieder aus den früheren Stand zurückzuführen.
Soweit einzelne Wirtschaftszweige dem Verlangen der Reichsregierung auf Beibehaltung des alten Preisstandes nicht entsprochen haben, beabsichtigt der Reichs- wirtschaftsminifter
mit den schärfsten Mitteln vorzugehen.
Er hat bereits die Marktregelung eines Verbandes für nichtig erklärt und hat weiter die marktregelnden Verbände für Messinarohre, Schnellautomatenstahl, geschweißte Stahlrohre, Kohlebürsten, Schleifmittel, gewisse Sorten von Dachpappen ersucht, die Preiserhöhungen binnen kürzester Frist rückgängig zu machen, andernfalls er schärfste Maßnahmen, die unter Umständen bis zur Aufhebung der Marktregelung gehen werden, ergreifen wird.
Was für die Warenpreise gilt, muß auch für die Preise für handwerkliche und sonstige gewerbliche Lei st ungen gelten. Der Reichswirt- schaftsminister hat sich auch entschlossen, ein Verdingungskartell der Bauwirtschaft wegen Gefährdung des Gemein
Die Arbeitsfront wächst!
SeuWe Arbeitsfront spendet eineRtillion
Die Deutsche Arbeitsfront hat für das Winterhilfs- wcr! zu Weihnachten eine Million Mark gespendet.
Starker Andrang Zur Arbeitsfront.
Im ganzen Reich sind die W e r b c st e l l e n der N S B O. geöffnet worden, um E i n z e l m i t g l i e d e r für die Arbeitsfront zu werben, da bekanntlich der Beitritt zu den Verbänden gesperrt ist. Es kann bereits jetzt fest- gestellt werden, daß schon in den ersten Stunden ein ungeheurer Andrang zu diesen Anmeldungen zu verzeichnen ist. Auch das deutsche Unternehmertum, soweit es der NSDAP, angegliedert ist, hat bereits ziemlich restlos der Aufforderung zum Beitritt Folge geleistet.
Der Führer der deutschen Arbeitsfront D r. L e y hat zu seinem Erlaß über die Mitgliedersperre für die Verbände und den Beitritt von Einzelmitgliedern zur Arbeitsfront eine Anordnung erlassen, in der es heißt: ,Der Gedanke der Deutschen Arbeitsfront an sich hat sich durchgesetzt und wird heute von jedem verantwortlichen Führer im Volke und Staate freudig bejaht. Wenn die großen Aufgaben, die durch das Werk „K r a f t d u r ch Freude" gekrönt sind, vollendet werden sollen, so muß dieser Gedanke der Deutschen Arbeitsfront auch in der Organisation durchgeführt werden.
' Deshalb habe ich angeordnet, daß das weitere Anwachsen der Verbände verhindert werden soll und eine Mitgliedersperre für die Verbände eintritt, dagegen die noch außerhalb der Deutschen Arbeitsfront stehenden Volksgenossen in verstärktem Maße aufgefordert werden, in die Arbeitsfront einzutreten und nach der Neuordnung formiert werden. Arbeiter, Angestellte und Unternehmer gehören z u s a m m e n. Wenn wir aus dieser Erkenntnis die Arbeiter, Angestellten und Unternehmer im Lande, im Betrieb, im Volke znsammen- führen wollen, so müssen wir natürlich selbst bei der Deutschen Arbeitsfront beginnen. Wir können nicht etwas predigen, was wir selber nicht durchführen.
Um aber Irrtümer zu vermeiden und um zu verhindern, daß ein Wirrnis in die vorhandene Organisation kommt, möchte ich noch einmal mitteilen, daß die Mitglieder in den vorhandenen Verbänden ohne weiteres
Hunger iut weh!
Ein Wort, so bekannt, daß es schon fast banal wirkt. Wie wenige aber von uns, die wir ein Dach über dem Kopf und Feuer im Herd haben, wissen, w i e weh Hunger tut, wie groß die körperlichen und seelischen Schmerzen sind, die der Hunger verursacht!
Helft dazu, daß kein Deutscher mehr hungert!
Gebt, was Ihr am 3. Dezember, am Eintopf-Sonntag, erspart, für den Kampf gegen Hunger und Kälte!
Helft am Winterhilfswerk!
wohls für nichtig zu erklären, da bei einer Regelung den an der Verdingung Beteiligten durch das Kartell übersetzte Preise vorgeschrieben und die Geheimhaltung der Vereinbarung zur Pflicht gemacht worden war.
Wenn auch nicht verkannt wird, daß durch den Kampf um den Absatz die Preise stark herabgedrückt worden sind, so kann der Ausgleich nicht durch Preiserhöhungen, sondern nur durch
eine Steigerung des Absatzes erreicht werden. Preiserhöhungen führen zur Schwächung der Kaufkraft. Die Beseitigung der Wirtschaftskrise kann aber nur durch eine Stärkung der Konsumkraft erzielt werden.
*
Die Reichsbahn in der Arbeiisschlachi.
Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn trat zu einer ordentlichen Tagung zusammen.
Der Verwaltungsrat begrüßte es, daß die Reichsbahn über die 1400 Millionen Mark hinaus, die für A r b e i t s- beschasfungszwecke in diesem Jahre ausgeworscn werden, für Winterarbeiten zugunsten des Handwerks weitere 25 Millionen Mark hat bercitftellcn können und in ihren Bemühungen fortfährt, weitere Beträge für Arbeits- beschafsüngsmaßnahmen aufzubringen.
Der Verwaltungsrat ermächtigte die Hauptverwaltung zu folgenden sozialen Maßnahmen im Interesse der Arbeiterschaft:
Die Kündigungsfristen für die Reichsbahn- arbeiter sollen angemessen verlängert werden und an Arbeiter mit langjähriger Dienstzeit gestaffelte Treust r ä m i e n gewährt werden. Die Auszahlung dieser Treuprömien an die in Frage kommenden Arbeiter soll noch vor Weihnachten erfolgen.
Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront sind, daß nicht gewünscht wird, ja sogar verboten wird, aus den Verbänden im Augenblick von selbst auszu t r e t e n und sich als Einzelmitglied in die Deutsche Arbeitsfront aufnehmen zu lassen. Deshalb wird angeordnet, daß, wer aus den Verbänden anstritt, von keiner Dienststelle wieder in die Deutsche Arbeitsfront ausgenommen werden kann.
Die Beiträge sowohl für die Einzelmitglieder wie für die Verbandsmitglieder sind selbstverständlich die gleichen. Es wird generell eine neue Beitragsordnung in der nächsten Zeit vom Schatzmeister der Deutschen Arbeitsfront herausgehen. Die besonderen Rechte der Verbandsmitglieder werden selbstverständlich erfüllt und werden nicht angetastet. Inwieweit diese Vorteile der Verbände auf die Einzelmitgliedschaft der Arbeitsfront übergehen, bleibt einer späteren grundsätzlichen Lösung Vorbehalten."
Jeder will die Mitgliedschaft in der Deutschen
Arbeitsfront erwerben.
Die Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront teilt mit: Bereits am ersten Tage der Neuaufnahmen in die Deutsche Arbeitsfront herrschte ein riesiger Andrang in sämtlichen Büros der Eaubetriebszellenabteilung und der Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront, so daß. diese vor dem Publikumsverkehr schließen mußten. Dasselbe wird bereits von den örtlichen Dienststellen der NSBO. berichtet, wo allein in einer Ortsgruppe Hunderte von Neuaufnahmen getätigt wurden. Unternehmer, wie auch nicht organisierte Arbeiter drängen sich förmlich zum Eintritt. Dauernd, am ganzen Tage werden Auskünfte verlangt und gegeben. Die gleichen Meldungen liegen auch aus unseren Nachbarstädten Darmstadt, Wiesbaden, Hanau und Mainz vor.
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Mitgliedschaft in der Deutschen Arbeitsfront!
Frankfurt a. M„ 29. Nov. Die Pressestelle der DAF. teilt mit: In der Oeffentlichkeit sind Unklarheiten entstanden über den Erwerb der Mitgliedschaft in der Deutschen Arbeitsfront. Es bestehen folgende Arten der Mitgliedschaft:
1. Als Verbandsmitglieder der Berufsverbände (die 15 Arbeiterverbände und 9 Angestelltenverbände wie z B. Deutscher Metallarbeiterverband oder Deutscher Handlungsgehilfenverband). Diese Verbände nehmen seit dem gestrigen Tage keine Mitglieder mehr auf, die Verbände sind also fllr Neuaufnahmen endgültig gesperrt. Die bisherigen Mitglieder gehören aber durch ihre Mitgliedschaft in den Verbänden der Deutschen Arbeitsfront an. Um Beunruhigungen und Anfragen entgegenzutreten, wird hiermit ausdrücklich erklärt, daß eine Auflösung der alten Verbände in der nächsten Zeit nicht beabsichtigt ist. Es bleiben also den bisherigen Verbands- mitglredern alle Einrichtungen wie: Sparkasse, Altersfürsorge, Krankenkasse usw. voll erhalten.
2. Die Korporationen wie Reichskulturkammer und ähnliche Einrichtungen.