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. 288 — 1933
Fulda, Samstag, 9. Dezember
10. Jahrgang
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Warum SA. ?
Sir SA. ist das Vokwerk Europas gegen den VolsHewismus. zivtzeReveRöhms vorden ausländischen Diplomaten.
Auf Einladung des Außenpolitischen Amtes der !IDAY. sprach Stabschef Röhm vor fast allen in Itrlin attrediticrten Mitgliedern des Diplo ° iitischcn Korps über das Thema „Wa ru m SA?" ir führte u. a. aus:
Per Nationalsozialismus ist eine neue Welt- nschauung. Seine Wurzeln liegen in den Schützen- rüben des Weltkrieges. Die Gedanken über den Wahn- Inn dieses Krieges hatten nichts mit Feigheit, hatten uch nichts mit dem Begriff von Sieg oder Niederlage K tun.
Pazifismus ist nach soldatischer Auffassung Feigheit aus Prinzip. Feigheit ist keine Weltanschauung. sondern ein Charakterdefelt.
Int die beiden Staatenlenker und Führer ihrer Völker, ik eit« dem soldatischen Denken des Schützengrabens her- im eine vsllkommene Wandlung im Denken in) kühlen ihrer Volksgenossen herbeigeführt haben. — 6 meine Adolf Hitler und Benito Muffo- i»i - sind keine Feiglinge gewesen, sondern Be« el* Frontsoldaten in vorderster Linie durch Uf leit und Hergabe ihres Blutes bewiesen, daß sie im KVgerungen der Krieges nicht unmännlich auS dem Sege gingen. Man kann auch nicht sagen, daß der istionalsozialiSmuS oder der Faschismus -zwei jedenfalls vom Soldatischen her verwandte Welt- »schruünge» — die Denkart des Siegers oder deS Be- sihen seien.
i Wir lehnen eS auf daS entschiedenste ab, im Bolsche- ' »iSmuS eine Weltanschauung zu sehen. Der Bolsche- »iSmus kommt nicht auS der gleichen Wurzel wie wir, bwmt nicht aus den Schützengräben des großen Krieges. Reiner seiner geistigen Väter ist in den Schiitzengrübe«, iS Selbst gewesen!
Nur die U nlust »nd. zerbrochene seelische Ire ft eine» von Niederlagen, von falscher Führung, in Hunger und Not und Tod verbitterten oder stumpf twordenen Volkes konnte dieser I r r l e h r e erliegen, to Bolschewismus als Glaube konnte nur dann hoffen, ch zu behaupten, wenn es ihm gelang, Deutschland 14 Sprungbrett in die Welt zu gewinn e n. In Deutschland hat sich das Schicksal des Bolschewismus vollendet, indem er ein für Itmai als akute Gefahr für die Welt gebrochen
Durch den Nationalsozialismus ist Deutschland in einem festen Bollwerk gegen den Bolschewismus geworden.
Solange ein starkes nationalsoziali stirer Deutschland im Herzen Europas steht, hat i< Welt die Gefahr einer Bolschewisierung nicht mehr < fürchten.
Es ist eine Lüge, daß der Krieg die Menschen «m Haß erzieht. Sie haben sich nicht gehaßt, lt S o l d a t e N , die da draußen sich mit der Waffe egenüberlagen. Sondern sie haben ihre Pflicht getan, «ihnen von den für ihre Völker verantwortlichen sübrern befohlen wurde. Der Krieg gehorcht seinen ’aenen Gesetzen. Diese sind hart und erbar- MgSloS und müssen es sein, wenn nicht der Krieg zu ^m Dauerzustand werden soll. Der Krieg ist die te Ansdrucksform der Politik. Und die wurde bisher überall von anderen ge- nicht von den Soldaten.
Die Politiker und die geistigen oder materiellen Träger von Ideen oder Interessen, die sich zur Durchsetzung ihrer Ziele des Schwertes bedienen, v fah der Soldat nicht in der Zone des Todes.
f a ß e n daheim in Parlamenten, in Minister- Mn oder Anfsichtsratsstühlsn. Das Sterben aber « »re politischen oder wirtschaftlichen Interessen ließen den Soldaten.
Würde die Politik nur von Soldaten gemacht, die fid) bewußt sind, daß sich die Fehler ihrer ^nlitkt zuerst und zuletzt an ihnen selbst rächen» ~ der Menschheit bliebe viel Jammer erspart.
ÄJ™ würde verantwortungsbewußter geführt werden. Soldat war es n l ch t, der sie zum Kriege hetzt e, J? ®r wußte zu genau, daß er persönlich den Emfatz ? leisten haben würde. Der Soldat, der die Waffe fuhrt, Z damit tötet oder getötet wird, der in Ehren siegt unterliegt, weiß, daß jeder Krieg einmal sein Ende muß, daß eine Feindschaft nicht ewig währen kann.
Wer sich in Ehren geschlagen hat, kann sich auch
>i in Ehren wieder vertragen.
^/^nhaft aber, unmännlich, unsoldatisch war es, wie Weltkrieg beendet wurde. ™ a nm ^ sogenannte „Friedens"vertrag von Versailles b;M s^ven entwürdigenden und unerfüllbaren Be- ^.z-Ungcn war nichts anderes als eine Fortsetzung 5 ^ges mit anderen Mitteln, als eine Verenugung
die Soldaten, die sich im Kriege gegen- èn, haben diesen Vertrag gemacht, n ^e Hatzpropaganda geschürt, dre trotz des
angeblichen Friedens gegen Deutschland getrieben wurde und wird. Wieder waren und sind es dieselben K räft e. die die Menschheit in diesen Weltkrieg hineingesetzt haben.
Gerade in den letzten Monaten erleben wir eine neue Welle des H a sses , die gegen das jun ge Deutschland Adolf Hitlers anbrandet.
In diesen Pamphleten verantwortungs-, gewissen- und vaterlandsloscr Gesellen kehrt eine Lüge immer wieder: Die politischen Kampforganisationen des nationalsozialistischen Deutschlands trügen militärischen Charakter und könnten dadurch zu einer Bedrohung des Friedens der Welt werden.
Als verantwortlicher Stabschef der gesamten deutschen SA. wende ich mid) im Hinblick auf die Tatsache, daß wir nichts zu verheimlichen haben und daß das neue Deutsch-
Der Reichskanzler mit seinen Ministern beim historischen SS.-Konzert.
Reichskanzler Adolf Hitler und mehrere seiner Minister wohnten als Gäste einem großen historischen Konzert der SS. in Berlin bei. — Bon rechts: Reichswehrminister von Blomberg — Reichskanzler Adolf Hitler — Reichsminister Rudolf H e tz — Himmler, Neichssührer der SS. — Reichsminister Dr. Goebbels.
land auch heute noch bereit ist, wenn die übrigen Staaten das gleiche tun, bis zum letzten Maschinengewehr abzu- rüsien, an die Weltöffentlichkeit, um darzulcgcn, was es mit diesen Einheiten auf sich hat.
Die SA. läßt sich mit keinem Heer, mit keiner Miliz, mit keinem sonstigen Heeressystem der Welt vergleichen. Denn sie ist keines von ihnen. Allen genannten Heeren eignet der Begriff der bewaffneten Macht. Das gerade aber ist nach dem ausgesprochenen Wissen Adolf Hitlers die SA. nickt.
Die Reichswehr ist der alleinige Waffenträger deS Reiches, die SA. ist der Willens- unv Fderntrâger der nationalsozialistischen deutschen Revolution.
DerSA.ist zurAufaa.be gesetzt, den neuen deutschen Staat geistig und willensmäßig auf der Grundlage des nationalso-ialistischen Ideengutes zu formen und den deutschen Menschen -u einem leben- diaen Glied dieses nationolfoMaliifiüfKH Staates eit erziehen. Zwischen der Reichswehr unb der SA. bestehen keinerlei Bindungen. Die SA. wird trotz ihrer zahlenmäßigen Stärke von rund 2% Millionen Männern nicht in Kasernen konzentriert und nicht gemeinsam verpflegt. Sie wird nicht besoldet und erhält ihre Dienstkleidung nicht geliefert. Heute wie früher baut sich der Dienst in der SA. auf der absoluten Freiwilligkeit auf.
Die SA. entstand als ein Sckutz- und Kampfmittel . gegen den inncrpolitischen Gegner, dem Kommunismus und Marxismns.
Wenn im Auslande mit Vorliebe auf den militärischen Drill dieser Verbände bingewiesen wird, so muß ich mit allem Nackdruck betonen, daß dieser Drill nickt etwa E r z i e h u n g s z w c ck, sondern E r : i e h lt it g s - mittel ist. Große Massen, vor allem Träger einer revolutionären Weltansckannng lassen sich nicht ohne straffste Zuckt und st r e n g st c Ordnung, ohne bedingungslose Autorität der Führer und Disziplin der Gefolgschaft zusammenhalten.
Die Zucht und Ordnung, die das Ausland als „militärischen Drill" fürchtet, ist die sicherste Gewähr gegen die Bolsch"wisi-rung nicht nur Deutschlands, sondern ganz Europas.
Deshalb bat das Ausland alles eigene Interesse daran, daß sich die Ordnung und Disziplin im deutschen Volke festigt. Die Welt sollte dankbar dafür sein, anstatt, wie es leider geschieht, unter Verdrehung der Tatsachen, die SA. als eine Bedrohung des Friedens hinzustellen. Auch die einheitliche Ä l e i d u NL wird immer wieder zum Vorwand
genommen, der Welt das Bild eines kriegsgewillten Deutschland vor Augen zu führen. Dabei ist das Braunhemd nach Material und Schnitt als Felduniform völlig ungeeignet. Mit diesem Verband ist kein K rieg zu führen. Daß man mit einem so auffallend gekleideten Verband und bei dem v o l l stä n d i g e n Fehlen von Kriegswaffen überhaupt keinen Krieg führen kann, bedarf keiner besonderen Bearünduna
Unbewaffnete und im Waffengebrauch nicht dauernd geübte Männer kann man nicht über Nacht zu furchterregenden und die Sicherheit der Welt gefährdenden Soldaten machen, lediglich dadurch, daß man ihnen Waffen in die Hand gibt. Einige ganz Schlaue haben inzwischen auch yerausgefunden, daß meine Ernennung zum Reichsminister und damit die Eingliederung der SA. in den Staat eine höchst verdächtige Maßnahme des neuen Deutschland ist. Der Totalitätsanfi'ruch des nationalsozialistischen Staates wäre aber ein Widerspruch in sich, wenn der Staat die Partei, die ihn trägt, außer- h a ( b stehen lassen wollte. In verstärktem Maße gilt das für die SA., die der stärkste Kraftausdruck des Nationalsozialismus überhaupt ist. Nun hat Adolf Hitler die SA. in den Staat eingebaut.
Damit ist die SA. nicht nur Träger der Macht, sondern auch Träger der Verantwortung des nationalsozialistischen, ihres Staates geworden. Der 'nationalsozialistische Staat ist endgültig, unwiderruflich, — damit müssen sich seine Feinde drinnen und brausten abfinden.
Kündiserk und Ardeitgeöerverkände.
Der N e i ch s st a n d des d e u t s ch e n Handwerks teilt folgendes mit' Durch die seit dem 29, November 1933 in der Tagespresse verkündeten Umstellungen in der Deutschen Arbeitsfront und durch die Auflösung der industriellen Arbeitgeberverbände, soweit sie sich ausschließlich mit Lohu- und Dariffragen befaßten, ist in den Kreisen des Handwerks eine gewisse Peunrubi- gung eingetrelcn ob auch H a n d w e r k e r v e r b ä n v e unter diese Auflösnngsbeschlüsse fallen. Wir können hier» zu mitteilen, daß die handwerklichen Organisationen, o b. Innungen, die Innnngsausschüsse. die Fachvcrbände, die Landcsfachverbände, die Reichsfachverbände usw. nicht von diesen Auflösungsbcstimmungen betroffen werden, da es sich um berufsständische, wirtschaftspolitische Organisationen des Handwerks handelt, die für den kommenden ständischen Aufbau erforderlich sind und in Den Ständischen Aufbau eingcglicdcrt werden.
VOrrischerStaaissekreläramtsenlKoZen
Der Reichsstatthaltcr in Bayern, General Ritter von Epp, hat auf Vorschlag des bayerischen Ministerpräsidenten Siebert den Staatssekretär und Leiter der Abteilung Landwirtschaft im bayerischen Staatsministerinm für Wirtschaft, Dipl.-Landwirt Georg Luder, von seinem Amte enthoben.
Wie amtlich dazu mitgeteilt wird, wurde anläßlich des Geburtstages des Staatssekcetärs Luber von dem bayerischen L a n d c s b a u e r n o b m a n n das bisher im Eigentum des landwirtschaftlichen Kreisausschusses von Schwaben und Neuburg stehende Hofgut Hi r schwang dem Staatssekretär als Geschenk übereignet. Staatssekretär Luber hat dieses Geschenk angenommen.
Da cs sich bei dem großen Hofgut um ein im Eigen- tum einer Körperschaft des öffentlichen Rechts stehendes Besitztum handelt, hat die bayerische Staatsregierung auf Grund ihrer nationalsozialistischen Weltanschauung die Auffassung, daß durch diesen Vorgang die Nnadhän- gigkeit nnd Entschlußfrcihcit eines ihrer Mitglieder und damit ihre eigene Regicrungstâtigkcit beeinträchtigt werden könnte.
Bei der gegebenen Sachlage glaubt der Ministerpräsident, sich von seinem Mitarbeiter im Wirtschafts- minifteriunt trennen zn müssen. — Bis znr Entscheidung über die Nenbesetzung der Stelle des Statassekretärs für Landwirtschaft wird der Ministerpräsident deren Geschäfte leiten.
Das Gaupresseamt teilt mit:
Zu den Berichten über die Rede Herrn Reichsstatthalters anläßlich der Einmeihung des Kameradschaftshauses der Gießener Studentenschaft ist eine Klarstellung erforderlich, weil durch eine unzulängliche Berichterstattung die Ausführungen des Herrn Reich, statthalters in unzulänglicher Form wiedergegeben wurden. Ter Herr Neichs- statthalter hat erklärt, daß der Partei das Primat der Vertretung des Nationalsozialismus allen Volksgenossen gegenüber erhalten bleiben müsse. In erster Linie müsse sie den Nationalsozialismus für das ganze Volk nach außen hin verkörpern. Ein Verzicht hierauf bedeute Selbstaufgabe. Somit könne der Nationalsozialismus nicht an einen Lehrstuhl gebunden werden oder etwa Schulen und Universitäten überlassen bleiben. Tie Partei müsse die Verbreitung des Nationalsozialismus zum allgemeinen Volksgut für sich und ihre Beauftragten in Anspruch nehmen. Tie Errichtung eines Lehrstuhles für Nationalsozialismus werde versuchsweise und vorbehaltlich der Zustimmung der obersten Parteiführung genehmigt. Tas Amt für politische Erziehung habe die Grundlage der Turch- drmgung aller Besucher der Universität mit nationalsozialistischen Grundsätzen zu bienen.