Möaer Anzeiger
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Nr. 289 — 1933
Fulda, Montag, 11. Dezember
10. Jahrgang
Neue Schreckenstaten in Spanien
Wieder roser Umsturzversuch in Spanien.
Heftige Kämpfe in den Städten.
Trotz der von der spanischen Negierung getroffenen Vorbeugungsmaßnahmen holten die Linksradikalen -xanicns $um Schlag gegen den Staat aus. In mehreren Provinzen kam es zu heftigen Kämpfen.
In einem Vorort von Barcelona riefen die Extre- misten den freiheitlichen Kommunismus aus. Die Zu- Mgsftraßen wurden aufgerissen und aus der b ü r g e r- l i ch e n Bevölkerung Geiseln festgenommen, die beim Eingreifen der Polizei den Revolutionären als Ichutz dienen mußten. Die Unglücklichen wurden
als lebender Schutzwall vor den Anarchisten aufgestellt. Zahlreiche Läden sind geplündert worden. Das Feuergefecht zwischen den Aufständischen und der Polizei dauerte mehrere Stunden.
In L o g r n o riegelten die Polizeitruppen ein ganzes Stadtviertel, das den Hauptunruheherd bildete, völlig ab. Bei den damit verbundenen Schießereien wurden ein Oberleutnant und zwei Unteroffiziere der Stoß- Irupps verwundet. Die Anarchisten sollen dort zehn Tote haben.
Auch in Saragossa kam es zu einem mehrstündigen Feuergefecht, das mehrere Opfer forderte. Durch einen Sabotageakt der Anarchisten wurde der Expreßzug Mao— Saragossa zum Entgleisen gebracht.
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AeueblutigeA uf st andsver suche. — überall KirchenundKlösterinFlammen.
Trotz der äußerst umfangreichen Schutzmaßnahmen litt spanischen Negierung und des verschärften Belage- iMgszustandcs im ganzen Lande flammte die kommuni- 8sch-anarchistische Ausstandsbewegung erneut aus. M den Städten und aus dem flachen Lande fanden e r - bliierte K â m P fe statt, die zahlreiche Todesopfer forderten. Klöster und Kirchen wurden an vielen Orten in Arand gesteckt, Bombenanschläge verübt und Züge zum Entgleisen gebracht. Die Ordnung fönte bisher nicht überall wiederhergestellt werden.
In der Provinzhauptstadt Saragossa tobten blu- iioe Straßenkämpfe. Die Konventskirche wurde von
Nächtlicher Riesenbrand.
Kiefenfeuer auf dem Rittergut Düppel.
1 0 0 Pferde gerettet.
Auf dem Städtischen Rittergut Düppel, das seit Ibissen Jahren an den bekannten Turnierreiter Major ? D. Bürkner verpachtet ist, wütete ein Großtuer. Das Feuer brach in der N e i t b a h n aus und Me innerhalb weniger Minuten den großen höl - ürnen Bau in Flammen. Noch vor Eintreffen der Feuerwehr griff der Brand auch auf den Dachstuhl des 'grenzenden großen Stallgebäudes über. Wäh- pb die Reitbahn vollkommen eingeäschert wurde,
Riesenfeuer auf Rittergut Düppel.
^städtische Rittergut Düppel bei Berlin, das ""den bekannten Turnierreiter Major a. D. Burckner "dachtet ist, wurde von einem nächtlichen Großfeuer schwer hcüngesucht.
^iiiue der Dachstuhl des langen Pfcrdestallcs zur Hälfte I ’ J^'b vernichtete große Mengen von FutLervorraten.
i M den Stallungen.waren über H n n b e r t Pf e r de « Deutschen Reitschule untergebraast, die alle U1 N ‘ct werden konnten. Das Feuer wurde durch entdeckt, der aus der Ltchtleitung der plötzlich kleine Fu n k ; n sprühen sah, die IHalle in Brand setzten. Jet den «M^en wurde ein Feuerwehrmann durch I< berahsallendenden Ziegelstein getroffen und I schwere Gehirnerschütterung davon. I ^"den ist durch Versicherung gedeckt.
den Kommunisten in B r a n d g c st e ck t. In einer Hauptstraße entspann sich
ein wütender Barrikadenkampf, bei dem die Kommunisten durch überlegene Polizeikräfte mit Panzerwagen niedergehalten wurden. Bei Saragossa wurden die Schienen der Bahnlinie Madrid—Barcelona aufgerissen. In Calatayud wurde Feuer an mehrere Klöster gelegt. In A l f a j a r bei Valencia fanden 14 Syndikalisten beim Verteilen vom Bomben durch eine Frühzündung den Tod.
400 Bomben konnten dort beschlagnahmt werden. In der Provinz H u e c a verfolgt das Militär die Aufständischen, die sich in die Berge geflüchtet haben. Dort kam es in einem Dorfe bei Briones zu Zusammenstößen, wo die Rebellen die F r a u e n und K i n d e r der dort ansässigen Polizisten
als lebendige Schutzschilde vor sich hertrieben.
In Felsguera und La Corona ist von den Revolutionären der Generalstreik ausgerufen worden. Auch dort zerstörten Bombenexplosionen die Leitungen und die Transformatorstation, so daß die Stadt ohne Licht ist.
In vielen Dörfern wurden Räterepubliken aus» gerufen. Zahlreiche nichtkommunistische Bewohner wurden als Geiseln von den Kommunisten verhaftet.
Die Dörfer wurden durch Ausheben von Schützengräben und Errichtung von Straßenbarrikaden in Verteidigungszustand gesetzt.
In Madrid explodierten elf Bomben. Wie durch ein Wunder haben diese verbrecherischen Akte keine Menschenleben gefordert. Der Sachschaden ist groß. In Barcelona explodierten vier Bomben, durch die zwei Personen getötet und zahlreiche verwundet wurden. In Valencia zündeten die Syndikalisten eine Papierfabrik und ein Kloster an. Zahlreiche Bombenexplosionen erfolgten. Die Stadt blieb zeitweise ohne Licht. Die Telephon- und Telegraphenleitungen mit Madrid und Barcelona wurden zerstört.
15 Kilometer von Valencia entfernt wurde der Expreßzug Valencia—Sevilla durch Sprengung einer Brücke zum Entgleisen gebracht. Der Zug stürzte in die Tiefe. Bisher wurden fünf Tote, 11 Schwerverletzte und 27 Leichtverletzte geborgen.
InGranada legten die Exiremisten an sechs Kirchen und Klöster Feuer, die zum großen Teil niederbrannten Die Wasserleitungen sind zerstört.
LandhauSbrand fordert zwei Todesopfer.
Bei einem großen Brandunglück in dem englischen Ort Whitchurch (Hampshire) kam der 23jährige Herzog de la Trcmville ums Leben. Der englische Fliegerhauptmann Rodney wurde ebenfalls ein Opfer des Brandes.
Das Feuer brach am frühen Morgen im Dachgeschoß des Landhauses von James MacCormick, einem Mitglied der bekannten Chikagoer M i l l i o n ä r s f a m i l i e, in Whitchurch aus, wo der Herzog de la Tremville zu Gast war. Nach kurzer Zeit stand das ganze Haus in Flammen. Dem Dienstmädchen einer Deutschen gelang es, an einem Wasserrohr herunterzuklettern. Hauptmann Rodney und seine Frau sprangen aus dem F e n st e r aus zehn Meter Höhe in die Tiefe. Der Haupt- uvm wurde so schwer verletzt, daß er später im Krankenhause starb. Seine Frau erlitt einen Wirbelsäulenbrnch und schwebt in L e b e n s g e s a h r. Die Leiche des Herzogs de la Tremville wurde nach dem Brande unter den Trümmern des Hauses gefunden. Er war wahrscheinlich bei dem Versuche, sich zu retten, von den Brandgasen überwältigt worden.
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Land wird ein Raub des Meeres.
Auf der Jn'el Helgoland sind 6000 Kubikmeter Felsmaisen von der Steilküste ab - ge stürzt. Personen sind dabei nicht zu Schaden gekommen. Die Abbruchstelle liegt an der Nordostseite der Insel. Der letzte Absturz erfolgte im September 1931. Damals sind am Felsvorsprung Letqebru 7000 Kubikmeter Fels abgestürzt. Sr wird ein Stück dieser Insel nach dem anderen ein Opfer des „Blanken Han s".
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Hungersnot aus der Insel Lppern.
Verzweiflungsakte der darbenden Bevölkerung.
Infolge einer zweijährigen Trockenheit ist auf einem großen Teil der Insel Cvpern eine schwere Hungersnot entstanden. Um nicht Hungers zu sterben, essen viele Bauern Gras und Wurzeln. Kilometerweit sind die Felder und Äcker völlig unfruchtbar. In der Verzweiflung greifen manche Bewohner zu Raub und Diebstahl. Fast jede Nacht kommt es zu bewaffneten Straßenüberfällen auf Kraftwagen und Fußgänger. Englische Truppen sind zum Schutze der Straße Larnaca—Nicosia abkommandiert worden.
Straßenränder von der Polizei erschossen.
Nach lebhaftem Feuergefecht.
Der Straßenränder Malter, der in Ober- Massen bei einem Überfall aus einen Geldtran 8- port einen SA -Mann erschossen und in Hamm drei Kriminalbeamte durch Schüsse lebensgefährlich verletzt hat, ist nach lebhaftem Feuergesccht zwischen ihm und der Polizei erschossen worden.
Der Polizei war bekanntgeworden, daß der Räuber sich in einem Hause im Dortmunder Vorort Ober-Eving aufhielt. Das Haus wurde darauf von einem größeren Polizeiaufgebot umstellt und Malter herausgelockt. Als er die Straße betrat und der Beamten ansichtigt wurde, rief er „Hände hoch!" und eröffnete sofort aus zwei Pistolen ein Schnellfeuer. Zwischen dem Verbrecher und den Beamten entstand ein regelrechtes Feuergefecht, das mit der Erschießung Malters endete. Zwei Kriminalbeamte sind durch Beinschüsse verletzt worden und mußten dem Krankenhaus zugcführl werden. Bei Malter fand man drei Pistolen und eine Menge Munition.
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panzerauios gegen jüdische
Demonstranten eingesetzt.
Schwere Ausschreitungen in Palästina.
In Telaviv in Palästina fanden jüdische Massenkundgebungen gegen die Beschränkung der Einwanderung statt. Nach verschiedenen Z u s a m - men flößen wollte die Polizei von den Demonstranten mitgeführte Transparente und Fahnen beschlagnahmen. Sie wurde jedoch von der Menge, die eine drohende Haltung eingenommen hatte, zurückgedrängt. Auch nachdem Verstärkung der Polizei heranaezoge» und selbst Militärautos eingesetzt worden waren, gelang es nicht, die Menge zurückzudrängen. Die Poliei wurde mit Steinen beworfen und aus den Fenstern und von den Dächern m i t heißem Wasser begossen. Schließlich mußten Panzeratitos eingesetzt werden, vor denen die Menge ause na iderstob. Mehrere britische Polizisten wurden zum Teil schwer verletzt, auch unter den Demonstranten befinden sich zahlreiche Verletzte.
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Tragischer Tod eines Kranführers.
Kiel. Im Kieler Hafen war der Kranführer Johannes Schlüter ans Ellerbek mit sZundamentierüngsareitcn an einem Dock beschäftigt, als er plötzlich bemerkte, daß der Kran ins Wanken geriet und abzustümen drohte. Er erkannte die Gefahr und versuchte, sich d"rch Abspringen in Sicherheit zu bringen. Hierbei blieb er jedoch an dem Puffer des Krans hängen, stürzte ab und blieb unten mit zerschmetterten Gliedern tot
Landwirtschepaar von Vagabunden ermordet.
Paris. In Lourv. einem kleinen Torf in der Nähe von Orleans, wurde ein ööiät'riger Grundbesitzer in einer Scheune tot aufgefunden, während seine Iran mit zerschmettertem Schädel im Schlafzimmer lag. Sämtliche Möbel waren durchsucht worden Die poliwiliche Untersuchung führte zur Per» Saftuna von ;wei Landstreichern die die Nacht in der Scheune des Gutsbesitzers mgebracht hatten, und die schließlich zugaben. den Doppelmord begangen zu haben.
Schleppdampfer gekentert. — Drei Personen ertrunken.
Stockholm. In der Nähe von Sundsvall iNordschweden) kenterte ein Schleppdampfer, wobei nur zwei der an Bord befindlichen Personen sich aus Eisschollen retten konnten. Der Maschinist, der Heizer und die Wirtschafterin ertranken.
Kirchturm stürzt auf ein Haus. — Sechs Tote.
Nom. Im Ort Stilo bei Regaio in Kalabrien stürzte infolge des seit Tagen anhaltenden Unwetters der Kirchturm ein und fiel aus ein Haus, in dem sechs Personen getötet und vier verletzt wurden. Zwischen Neapel und Torre Annuntiala ist eine Eisenbahnbrücke eingestürzt In Agrigent aus Ostsizilien versank plötzlich, während in einem Anwesen eine Hochzeit ge- feiert wurde, der Jußboden unter den Jüsten der 15 Tisch- teUnebmer, die in die darunter befindliche Autogarage stürzten. Besonders schwere Verletzungen erlitt die Brautmutter.
15 Menschen durch eine Kcflclexplosion getötet.
Mexiko Stadt. Durch die Erplosion eines Dampskeffels auf einer Farm im Linares-Bezirk wurden 15 Menschen getötet und viele andere verletzt.
Masscnvcrgiftungen in einem Bergwerk.
Kapstadt. Ein geheimnisvoller Jall von Maflenvergif« tung hat sich in Natal ereignet. 200 Eingeborene, die in einem Kohlenbergwerk arbeiteten, sind plötzlich erkrankt. Wie sich her- ausstellte, haben sie aus Wasserbehältern getrunken, in denen man Arsenikspuren fand.
Besuch des Ixeichsführers der SS. in Kiel.
SS.-Reichsführex Himmler besuchte Kiel in Begleitung des Reichsministers SS.- Gruppenführers D a r r é. Nach seiner Ankunft begab sich der Reichssührer zu der Abschlußbesichtigung des SS.-Führerlehrganges nach Holtenau. Daran schloß sich eine Besichtigung der 40. SS.-Standarte in der Nordostseehalle. Himmler stattete darauf der Dienststelle des SS.-Abschnittes 20 am Lorenz- damm einen Besuch ab und nahm an einem Kamerad- schaftsabend teil. Am Sonntag fuhr der Reichssührer der SS. nach Flensburg.