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Zul-aer Anzeiger

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Bahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Q^WU® MOV lyUUU^lUl QWWU*^ n^WVJUW ^ 090 yy f^ auswärtige u. mit 0.60 Mt. Ansprüche. Verlag: Christian Seipel, Fulda. Redaktion und Gefthästsstelle: Könlgstraße 42 Zernsprech-R»l<hlu- Rr. iW für hiesige Auftraggeber berechnet. Bei Rech- Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach i. H. Nachdruck der mit * versehen»» ftrtik»! nur mit cktziellrnaneade .Zul-arr Rostiger'esfiet* nungsstellung Zahlung innerhalb 8 Tagen.

Nr. 304 1933

Fulda, Samstag, 30. Dezember

10. Jahrgang

Neujahr 4934.

Wieder fällt mit dem Glockenschlag der Mitternacht ein Tropfen in das Meer der Vergangenheit, und wieder tut dre Menschheit einen Schritt vorwärts, hinein in ein neues Jahr. Mag über den Jubel und Trubel mit dem dies geschieht, grämlich schelten, wer will, es ist Menschenart und macht das Menschenlos ertragbarer, in fröhlicher Hoffnung der Zukunft in das noch ganz und tief verhüllte Antlitz zu schauen. Denn es ist Menschenlos, aber ein nicht unerfreuliches, nicht hinter diese Hülle, die die Zukunst verbirgt, blicken zu können, trotz eifrigsten Bleigießetts und sonstiger Fragen an diese stummbleibende Zukunft!

Aber wenn sich dann in dem Augenblick, da an der Jahreswende das neue Jahr, in froher Hoffnung begrüßt, Zur Menschheit hineinschlüpft, dasalte Jahr hiüwcg- wendet, um Vergangenheit zu werden, dann sollten wir doch anders als in den vergangenen fast zwanzig Jahren dem leise Abschiednehmenden ein Wort und Gruß des Dankes nachsenden. Es hat wirklich nicht ver­dient, daß wir nur dem Neuling ein herzliches Willkommen bieten, wenn er jetzt zu uns hereinstürmt, nur diesem den Blick und die Freude gönnen. Denn nicht müde, wie ein gebrochener Greis, auf den alles nur mögliche Unheil auf­gelastet wird, das er uns gebracht hat, schleicht sich wie sonst das alte Jahr hinweg, sondern aufrecht schreitet es heute hinaus im stolze» Bewußtsein, daß es anders war als seine Vorgänger, daß es uns endlich bringen konnte, was uns deutsche Menschen stolz machen durfte, weil es das Jahr unserer äußeren und inneren Befreiung war, und darum jetzt nicht etwa nurVergangenheit" wird, son­dern für Deutschland ein Jahr der Geschichte geworden ist. Ein Jahr der Wende des deutschen Volkes und für das deutsche Volk. Darum grüßen wir es dankbar zum Abschied. Wahrhaft stolz trägt das alte Jahr düe Fülle des Geschehens hinaus, das nicht mehr lächerlich eitler Parteienkram war oder boshaftes Intrigieren Deut­scher gegen Deutsche, sondern ernsthafte, zielbewußte Arbeit für und immer nur für das ganze Deutschland. Es trägt hinein in die Geschichte all die strotzende und wilde Energie, mit der diese Arbeit angepackt worden ist, die Arbeit am deutschen Volk und für das deutsche Volk. Und wenn dieses Jahr hiudurchschrciret durch das große Tor, dann ist es, als klänge von seinen Lippen der Vers des alten Trutzliedes:Und wenn die Welt voll Teufel wär' . . .*, das wieder auferstanden ist in Deutschland. Das wieder auferstehen konnte, weil in diesem Jahre, als es noch jung war, der disharmonische Chor über- alteterStaatslenker" hinwcggefegt wurde vom Ansturm eines neuen, eines jungen Deutschland unter seinem Führer.

Und darum, weil dieses jetzt dahingegangene Jahr den Aufbruch der Nation erlebte und damit so ganz, so wesentlich anders war als all die anderen nach dem Zusammenbruch, wollen wir uns auch nicht mehr um diese anderen kümmern oder gar die Blicke zurückwenden zu der vorigen Jahreswende. Nur die Gegenwart und die Zukunft sollen jetzt noch Geltung haben, seit das hinscheidende Jahr wacker dabei mithalf, die Vergangen­heit und ihre Rückbleibsel zu beseitigen. Aber dieses Jahr ist nichthingeschieden", ist nicht gestorben, un­beachtet oder gar mit Verwünschungen beladen, sondern dieses Jahr lebt weiter in unserer Erinnerung, solange noch eine deutsche Zunge das Sturmlied der deutschen Revolution des Jahres 1933 singt:

Die Fahne hoch! Die Reihen fest geschlossen!"

Die Reihen fest geschlossen!" das ist das tiefste, in der Geschichte des deutschen Volkes unver­gänglich fortdauernde Erlebnis des Jahres i 9 3 3. Aber ehe es zu diesem Erlebnis kam, mußte mit einer Urgewalt, wie in einer Eruption der Quell unseres nationalen Bewußtseins sich selbst von den Steinen säubern, mit denen man ihn in jahrelanger, schweißtriefender Arbeit zu verstopfen versuchte. Ganz hat man es niemals vermocht, aber dünn und zögernd klang das Rieseln. Am 30. Januar 1933 aber befreite er sich selbst zum entrüstenden Erstaunen der Welt. Und ehe es zu jenem Erlebnis kam, da mußten aber auch jene Mauern zerstört werden, die innerhalb des deutschen Volkes selbst Klassenkämpfer und Jnteressentengruppen errichtet hatten. Erst als sich im Jahre 1933 beides er­füllt hatte und erkämpft worden war. konnte dieses Jahr sein Haupt stolz emporrecken weit über alle feine Vor- aänaer hinaus. Das Nationale jetzt, wie Hegel sagt,versteht es sich von selbst", auch für den Deut- schen ' Der deutsche Sozialismus letzt ist der hohe, der adlige Sinn der verantwortungsbewußten Arbeit wieder Allgemeingut des ganzen deutschen Volkes geworden, und dieses hat nun des deutschen Dichters Freiligrath Mahnung erfüllt:

Jedem Ehre, jedem Preis, Ehre jeder Hand voll Schwielen! Ehre jedem Tropfen Schweiß, Der in Hütten fällt und Mühlen! Ehre jeder nassen Stirn

Hinter'm Pfluge! Doch auch dessen, Der mit Schädel und mit Hirn Hungernd pflügt, sei nicht vergessen!"

Und wenn wir so des jetzt scheidenden, doch nicht und niemals verscheidenden Jahr in Dankbarkeit gedachten, dann blicken wir dem neuen Jahr entgegen, das ernst­haft zu uns herantritt. Was es auf seinen Schultern trägt, ist eine schwere Last gewaltiger Aufgaben. Was es als erstes davon uns hinstellt, ist dieselbe Aufforderung zum Opfern für die Volksgenossen, denen das neue dahingehende Jahr noch nicht den Sinn des menschlichen Daseins zu erfüllen vermochte: Arbeften. tätig sein zu

Das Versagen des Völkerbundes.

Reichsauhenminister von Neurath über die Abrüstung.

Berlin, 29. Dez. Kurz vor Weihnachten erteilte der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr von Neurath, dem Berliner Korrespondenten derNew Port Times", Herrn Guido E. Enderis, ein Interview, das jetzt in dem Blatt erschienen ist. Es heißt darin u. a.: Die Abrüstungs­konferenz hat sich als unfähig erwiesen, eine Lösung des Abrüstungsproblems herbeizuführen und den moralisch und rechtlich begründeten Anspruch Deutschlands auf Gleichbe­rechtigung und gleiche Sicherheit zu verwirklichen. Außer­dem hat das völlige Versagen des Völkerbundes in der Ab­rüstungsfrage Klarheit darüber geschaffen, daß dieser zur sachgemäßen und gerechten Regelung schwieriger, den Frie­den der Welt beeinflussender politischer Fragen überhaupt nicht geeignet ist.

Diese Erkenntnis hat uns genötigt, die Abrüstungskon­ferenz und den Völkerbund zu verlassen. Die deutsche Hal­tung bedeutet für die anderen Staaten die Aufforderung, endlich aus den jahrelangen Abrüstungsverhandlungen das Fazit zu ziehen und auf Grund der politischen Reali­täten ihre Entscheidungen zu treffen.

Zn ihrem aufrichtigen Friedenswillen wünscht die deut­sche Regierung nach wie vor zu einer Verständigung mit den anderen Staaten über die Rüstungsfrage zu gelangen.

Die Hoffnung, daß jetzt eine Vereinbarung auf der Grundlage einer wesentlichen Rüstungsverminde­rung der hochgerüsteten Staaten aufgebaut werden könnte, hat sie aber aufgegeben.

Unsere Forderung nach allgemeiner Abrüstung bleibt be­stehen, aber wir müssen leider feststellen, daß sie in der gegenwärtigen Zeit nicht zu verwirklichen ist. Die Er­fahrungen der letzten acht Jahre haben zu deutlich gezeigt, daß die hochgerüsteten Staaten, besonders Frankreich, nicht willens sind, wirklich abzurüften. Bedauerlicherweise muß deshalb die Tatsache des bisherigen Nichtabrüstungswillens der hochgerüsteten Staaten zum Ausgangspunkt der weite­ren Verhandlungen gemacht werden. Die Wünsche, die wir unter diesen Umständen vertreten müssen, sind außer­ordentlich maßvoll. Sie bezwecken, Deutschland ein Min­destmaß an defensiver militärischer Sicherung zu geben, auf das es angesichts der gewaltigen Rüstungen seiner Nach­barn nicht verzichten kann. Diplomatische Besprechungen hierüber sind im Gange. Wir führen diese direkten Ver­handlungen im Geiste der Verständigungsbereitschaft und des aufrichtigen Friedenswillens. Wenn unsere Verhand­

können. Ein glücklicher Gedanke ist es gewesen, Sie Jahreswende z u umrahmen mit dieser Auf­forderung, zu spenden im Sinne einer wirklichen Volks­gemeinschaft. Aber was auch sonst noch das neue Jahr an Aufgaben und Arbeiten in seiner heute noch verhüllten Last heranträgt, wir wollen sie auf uns nehmen und sie zu erfüllen versuchen in festgeschlossenen Reihen und hoch die Fahnen mit dem stummen, vom alten ins neue Jahr hinübergenommenen Gelöbnis auf den Lippen:

Deutschland, Deutschland über alles Über alles in der Welt!"

Der Führer dankt für Treuebekenntnisse.

Die Reichskanzlei teilt mit: Zahlreiche Reichs­deutsche im Auslande, die am 12. November keine Möglichkeit hatten, ihre Stimme abzugeben, haben ihre Zustimmung zu den von der Reichsregierung ver­folgten Zielen dem Herrn Reichskanzler auf schriftlichem Wege übermittelt. Wenn auch diese Erklärungen nicht als Wahlstimmen gewertet werden können, so sind sie doch ein erfreulicher Beweis der engen Verbundenheit der Reichsdeutschen im Ausland mit der geeinten deutschen Nation und des Vertrauens zu ihrer Führung. Für dieses Treuebekenntnis und die damit bekundete Anteilnahme an den Geschicken des deutschen Vaterlandes spricht der Führer auf diesem Wege den fern der Heimat lebenden deutschen Volksgenossen seinen Dank aus.

Dr. Goebbels spricht am Silvesterabend.

Über alle deutschen Ser:der.

Reichsminister Dr. Goebbels spricht am Sonntag, sein 31. Dezember 1933 (Silvester) abends von 18.30 bis 18.45 Uhr der alle deutschen Sender.

Abiturienten als Polizeianwärter.

Durch Runderlaß des preußischen Innen­ministers ist die Sperre für Einstellungen von Abi­turienten als Polizeianwärter mit Aussicht auf beschleunigte Beförderung zum Offizier jetzt wieder aufgehoben worden. '

lungspartner sich von demselben Geiste leiten lasten, steht zu hoffen, daß eine Einigung zustandekommt.

An dem Anspruch Deutschlands auf gleiches Recht und gleiche Sicherheit wird aber die deutsche Re­gierung mH aller Energie und mit der Unbeug- samkeit fefthalten, die ihr das Bewußtsein verleiht, eine gute und gerechte Sache zu vertreten und den geschlossenen Willen des deut­schen Volkes hinter sich zu haben.

Die gegenwärtig schwebenden Verhandlungen werden auf diplomatischem Wege geführt, bei dem es selbstverständ­liche Pflicht aller Beteiligten ist, nicht einseitig bestimmte Punkte der Verhandlungen in die Qeffenllichkeit zu brin­gen. Ich muß mir daher schon aus Rücksicht auf die ande­ren an den Besprechungen beteiligten Regierungen hin­sichtlich der Einzelheiten der deutschen Wünsche Zurück­haltung auferlegen. Ich kann jedoch soviel sagen, daß Deutschland nur eine Defensivarmee in einer Höhe ver­langt, daß eine Bedrohung anderer Staaten gar nicht in Frage kommen kann.

Was die SA. und SS. betrifft, so handelt es sich hier um eine rein poetische Oorganisation, die nur innere Aufgaben zu erfüllen hat und für die Zwecke einer Kriegführung weder ausgebildet, noch ausgerüstet ist.

Die zweieinhalb Millionen Mitglieder der SA. und SS., die alle Altersklasten vom 18. bis zum 70. Lebens­jahr umfasten, sind zur innerpolitischen Abwehr der marxistisch-bolschewistischen Gefahr in Deutschland be­stimmt und unentbehrlich. Wie Reichskanzle7 Adolf Hit­ler wiederholt in seinen Reden erklärt hat, lehnt es Deutschland nicht ab, den nichtmilitärischen Charakter der SA. und SS. im Falle des Zustandekommens einer Ver­einbarung über die Rllstungsfrage einer internationalen Kontrolle zu unterstellen, falls alle Staaten entsprechende Verpflichtungen übernehmen. Deutschland ist bereit, eine internationale Kontrolle für die Durchführung eines Ab­kommens über die Rüstungen zu übernehmen, sofern diese Kontrolle für alle Staaten gilt und völlig paritätisch durchgeführt wird.

Nach unserer Ansicht ist Deutschland an erster Stelle berechtigt, über mangelnde Sicherheit zu klagen.

Trotzdem hat sich Deutschland bereits in der Kundgebung der Reichsregierung bei unserem Austritt aus der Ab­rüstungskonferenz bereit erklärt, mit allen Staaten Nicht­angriffspakte abzuschließen, um auch auf diese Weise den unbedingten Friedenswillen Deutschlands zu bekunden.

Das Losungswort am Aeujahrstag.

Viel ist im Jahre 1933 geleistet worden, unendlich viel mehr bleibt noch zu tun übrig. Darum blicken wir nicht mit satter Zufriedenheit auf die Erfolge des ver­gangenen Jahres zurück, sondern nur, um neuen Mut zu neuen Taten zu schöpfen. Das Werk der Winter­hilfe ist erst halb getan. Noch liegen die schwersten Winter­monate vor uns. Drei Monate lang hat das deutsche Volk geopfert und immer wieder geopfert, aber drei weitere Monate lang müssen täglich Millionen von Mark zusammengebracht werden, um Sie mehr als sechs Mil­lionen Bedürftigen gegen Hunger und Kälte zu schützen.

Jeder muß am Neujahrstage den Son­nenadler tragen! Opfern heißt säen für eine bessere Zukunft! Aufwärts aus eigener Kraft!

Aus diesem Grunde rufen wir nach dem Weihnachts­feste, das eine Feier von nie dagewesener Erhabenheit ge­wesen ist, zu weiteren Opfern aus. Deutsche Volks­genossen! Ihr müßt jetzt beweisen, daß Ihr Euch nicht nur mit dem Stimmzettel, der nichts kostet, zu Adolf Hitler bekennt, sondern daß Ihr wirklich Nationalsozialisten seid! Nationalsozialismus aber bedeutet: Opfer bringen. Wenn die aufsteigcnde Kurve der Entwicklung, die mit der politischen Wandlung begonnen hat, andauern soll, dann muß der Opfergeist wach bleiben und auch die Abseits­stehenden ergreifen. Darum sei unser Losungswort am Neujahrs tag:

.Aufwärts aus eigener Kraft!"