Einzelbild herunterladen
 

Zul-aer Anzeiger

1.70 Rin. Bei Licferungsbehinderungen durchHöhere Tageblatt Mr Rhön und Vogelsberg

Gewalten", Streiks, Aussperrungen, Bahnsperre usw. < A 6 r < t -rwEen dem Bezieher keine Ansprüche Verlag: Mj-a- UNS 600^^1 $11100^ RtLSSbèaÄ Christian Seipel, Fulda, Konigstraße 42. v Z V

Druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach in Hessen. Re-aktion UN- Geschâ'stssteUe: Ksrrègstraßs 42 ^ Zernfprech-OnfthluK Nr. 2-S-

Im Anzeigenteil beträgt der Preis für die 6 gespaltene, 46=mm breite, Millimeterzeile für Behörden, Banken u. Genossenschaften 7 Rpf., für all. and. 5 Rpf. Im Texttell kostet die 3 gespaltene, 90=mm breite, Millimeter-Zelle 12 Rpf.DA." 1100. Verantwortlich für den Anzeigentell Christian Seipel, Fulda, Königstrage 42.

Nr. 9 1934

Fulda, Donnerstag, 11. Januar

11. Jahrgang

6airrr8ttrii| gegen Mulftiiita.

Antwort auf die Beschwerde der Deutschen Front.

Ruf die Beschwerde der Deutschen Front über die Politik der Regierungskommission deè Saargebiets hat diese jetzt in eingehenden Ausführungen geantwortet. In dieser Antwort versucht die Saar­regierung ihr Verhalten durch den Hinweis zu recht­fertigen, daß die Zahl der von Nationalsozialisten be­gangenenTerrorakte" im letzten Vierteljahr zugenom­men habe, und daß der Saarregierung täglich Klagen aus den verschiedensten Teilen der Bevölkerung unter­breitet würden. Die Negierungskommission befaßt sich dann mit der

Frage der Bersammiungsverbote und betont, daß geschlossene Versammlungen grundsätz­lich erlaubt seien. Wegen zahlreicher Zwischenfälle jedoch seien nicht nur die geschlossenen nationalsozialistischen, sondern auch die kommunistischen Versammlungen, also für beideextremen Parteien", verboten worden. In der Antwort der Negierungskommission wird zum Schluß betont, daß die Regierung

keine Bestimmungen der Notverordnungen zu bereuen oder abzuschwächen

brauche, zu deren Erlaß sie vor einigen Wochen < zwungen worden sei. Schließlich wird in der Denkschrift noch festgestellt, daß sie die Zustimmung sämtlicher Mit­glieder der Saarkommission gefunden habe; nur das saarländische Mitglied habe seinen abweisenden Stand­punkt beibehalten.

Dieser Bericht der Regierungskommifston an den Völkerbundsrat ist getragen von

ausgesprochenem Hatz gegen die natlonalsszialiMche Bewegung,

was nicht hu verwundern ist, wenn man weiß, daß der in der Reglerungskommission beschäftigte, in Deutschland seit einiger Zeit strafrechtlich verfolgte frühere über« regierungsrat Ritzel an der Abfassung des Berichts maßgeblich beteiligt ist. Das allein kennzeichnet die Tendenz und auch die Dokumente, aus die sich dir Den», schrift stützt. Die

Unterlagen find von einem anderen von der

Regierungskommission angestellten Emigranten namens Lehnert in seiner Eigenschaft als Polizeikom­missar in Neunkirchen sichergestellt worden. Unverhohlen geht aus jedem Wort der Denkschrift die Verärge­rung darüber hervor, daß das bewußte Deutschtum an der Saar sich gemäß der Neuordnung der Dinge in Deutschland ohne Unterschied der Partei mit dem Natis- naftozialismuS in der Deutschen Front zusammen- gesunden hat. Der Versuch der Denkschrift, trotz dieser Einigung die Führer der früheren Parteien gegen de» Natlonalsoziaftsmus auszuspielen, zeigt am besten, wie wenig otnn die Regierungskommission für die geistige und vaterländische Einigung im Reich und an der Saar aufbringt. Allein der Umstand, daß die Re- glerungskommiffion bei thron Maßregeln National­sozialismus und Kommunismus alsextreme Parteien" einander gleichstem, genügt als Zeugnis für die subjektive Einstellung der Negierungskom- Mistion.

Das deutsche Volk an der Saar wird trotz dieser Provozierung durch eine ihm aufgedrungene landfremde Regierungskommission sich in seiner vorbildlichen Ruhe und seinem Ordnungssinn nicht wankend machen lasten. Alle wenig verschleierten Versuche, die Saarbevölkerunz

Neues aus

Starhemberg Md wieder aufsässig.

Er droht Dollfuß mitschärfster Opposition".

Die zur Zeit in Wien tagende Versammlung der Starhembergschen Heimwehren wurde abgebrochen: Seine Durchlaucht Fürst Rüdiger von S t a r h e m bL r g sind schon wieder mit dem Herrn Bundeskanzler an­et n a n d e r g e r a t c ii. Den letzten Krach hatte er mit ihm im November, als er von Dollfuß eine faschistische Reform verlangte, wohlverstanden:faschistisch", wie es sich Herr Starhemberg in seinem politischen Wirrkops vor- stellt. Er holte sich damals eine ziemlich derbe Abfuhr von seinem Bundeskanzler.

Jetzt ist also Starhemberg, der sich mehr und mehr zum Politischen Unruhestifter entwickelt, dem Dr. Dollfuß wieder ins Haus gefallen, hat seinen Privatfaschismns erneut aufgewärmt und darüber hinaus eine

Umbildung der österreichischen Regierung in dem Sinne verlangt, daß ein paar gute Freunde des pursten Ministerposten erhalten sollen. Und der mindere gleich hinzugefügt, seine Heimwehren würden , r erneuten Ablehnung seiner Forderungen in treten * Opposition" zur Regierung Dollfuß ,. ®an iveitz noch nicht, was der so schrecklich Bedrohte Herrn Staxhembera anMortw wird. Do Miß w MtLA' sie M Bist Pdr MMM Äl^MÄkr TMLAv-

in ihrer Einigkeit zu erschüttern, werden sie nur noch fester zusammenschließen im Kampf um die Wiederver­einigung mit dem deutschen Vaterlande.

Aufrechte Worte Röchlings.

Er stellt den französischen Grubendireklor bloß.

Die Saarbrücker Blätter veröffentlichen einen Brief­wechsel, der sich nach dem Röchling-Prozeß wegen der Echulfrage zwischen Röchling und dem Generaldirektor der französischen Saargrubenverwaltung Guilleaume entwickelt hatte.

Röchling weist erneut darauf hin, daß laut Zeugen­aussagen im Prozeß im Bereich der Bergwerksdirektion ein Druck aus die Eltern auSgeübt worden ist, die Kinder in französische Schulen zu geben. Er führt die Namen derjenigen Personen an, die sich eines derartigen Drucks schuldig gemacht haben.Ich bedauere", so heißt es zum Schluß,diese Haltung ganz außerordentlich: denn wer für so viele Menschen fremder Rationalität und für persönliche Schicksale die Verantwortung trägt, sollte doch dafür sorgen, daß nicht die Nachgeordneten Beamten nach Willkür die Möglichkeit haben einen Teil der Beleg­schaft mit Frau und Kindern vor die Wahl zu stellen,

entweder zu hungern oder ihr Vaterland zu verraten.

Nachdem Sie als oberster Vertreter Frankreichs in den Fagen des Schicksals und des persönlichen Schutzes der deutschen Bergleute mir als Deutscher die Tür ge­wiesen haben, bleibt mir nur der Weg. unseren Brief­wechsel der Öffentlichkeit zu übergeben. 'Diese mag dann das Urteil über Ihre Haltung und die meinige abgeben.*

*

Saarregierung weiß nichts pon AnAereMigkeitrn.

Line neue Auflagenachricht.

Die R e g i e r u n g s k o m m i s s i o n hat den Blät­tern abermals eine Auflagenachricht zugehen lasten, in der sie u. a. erklärte, sie beharre aus dem Stand­punkt, daß es jedem Angestellten der französischen Gruben nach den Bestimmungen der Gruben freigestellt sei, seine Kinder in die deutsche oder in die Dominialschule zu schicken, und daß ihm aus diesem freien Entschluß keine Schwierigkeiten von irgend jemand zugefügt werden dürften. Von den Zeugenaussagen, die der Eingabe der Deutschen Front beigegeben seien, sei der Regierungs- kommission

kein einziger Fall bekannt außer dem des Arbeiters Diesel. Man habe festgestellt, daß die Entlassung erst ein ganzes Jahr nach den Vor­kommnisten mit der französischen Schule erfolgt sei.

Von feiten der Deutschen Front des Saar­gebietes wird hierzu erklärt, es sei begreiflich, daß die Regierungskommission keine Kenntnis von derartigen Fällen einer Ausübung eines Druckes erhalten habe, denn die Betreffenden hätten bald gemerkt, daß

jede Beschwerde zwecklos

fei. Die SaarbrückerLandcszeitung" schreibt zu den Er­klärungen der Regierungskommission zur Eingabe der Deutschen Front über die Politik der Rcgicrungskom- mission, man kenne wohl kaum ein diplomatisches Akten­stück, das

in der Form so persönliche Angriffe aufweise wie die Antwort der Regierungskommission auf die Denkschrift.

Oesterreich.

berg, daß dieser mit seinen Leuten heute keine Macht mehr in Österreich darstellt und daß die Starhembergschen Dro­hungen praktisch nicht gefährlicher sind als die Papier­böller, die alltäglich in Österreich knallen und den Dollfuß- Leuten auf die Nerven fallen. Aber der Herr Bundes- kanzlcr weiß auch, daß er angesichts der aufs äußerte ge­stiegenen Erbitterung in der Bevölkerung nichts mehr riskieren darf. Man kann also gespannt sein, wie er sich mit seinem rabiaten Bundesgenossen auseinandersetzen wird.

*

Bor das Standgericht gebracht.

Die neue Welle des RcgicrungsterrorS in Österreich.

Auf Grund des Erlöstes der Regierung Dollfuß über noch schärferes Vorgehen gegen die nationale Bewegung in Österreich wurde in Innsbruck zum erstenmal gegen Nationalsozialisten Anzeige an das S t an gericht erstattet. Es handelt sich um den Sprcngstosf- anschlag in der Nacht zum 9. d. M. gegen den Gendarmcrieposten bei Bludenz. Obwohl die -rarer, wie amtlich feftgefteat wird, unbekannt sind, wurden sieben Nationalsozialisten verhaftet und unter Anklage vor das Standgericht gestellt

Wegen der Pavierbö M«T in toten «MrEN,

llerexphosipnen, die sich auf dem iM alsdZiakchÄ!

ins Konzentrationslager nach Wollersdorf gebracht. Aus Salzburg wurden zwei Nationalsozialisten im Zusammenhang mit einer Papier­böllerexplosion im Gebäude der Polizeidirektion ebenfalls nach Wöllersdors gebracht.

Der Freier aus Paris.

Frankreichs Propaganda an der Laar.

Die Regierungskommission, die im Jahre 1919 unter Aufsicht des sogenannten Völkerbundes dem deutsche» Saargebiet ausgezwungen wurde, soll bekanntlich neutral sein. Sie hat in nunmehr vierzehnjährigem Wirken den Beweis erbracht, daß sie sich in der Tai stets 118 ein ausführendes Organ eben diesesVölkerbundes", das heißt, also Frankreichs, fühlt. Dementsprechend betreibt sie denn auch eine ihrer vornehmsten ^gegen­wärtigen Aufgaben, die Vorbereitung der für den Januar 1935 vorgesehenen Volksabstimmung über die Zu­gehörigkeit des Saargebieies in der Weise, daß sie mit allen Mitteln die nationaldeutsche Bewegung an der Saar zu unterdrücken versucht und gleichzeitig nicht nur rein französisch gerichtete Tendenzen, sondern auch her­gelaufenem marxistischem und separatistischem Gesindel und ähnlichendeutschen Emigranten" Tür und Tor öffnet.

Diese fremde Regierung, deren Auftastung von Neu­tralität sich auch noch heute, im Jahre 1934, mit der br- rüchtigtenNeutralität" fremdländischer Abstimmungs- kommissiontn seinerzeit in Oberschlesien, in Ostpreußen und in Schleswig-Holstein haargenau deckt, bat jetzt das Tragen des deutschen Kriegsopferabzeichens für das Saar- gebiet verboten mit der Begründung, daß die Organisation der deutschen Kriegsopserversorgungpolitischen Charal- ter" habe! Gerade diese tendenziöse Begründung gibt An­laß, einmal hier kurz aufzuzeigen, wer sich eigentlich im deutschen Saargebiet der politischen Propaganda (um nicht zu sagen der politischen Verhetzung» bemächtigt bat. Erst vor wenigen Tagen bat der französische Abgeordnete §r i b o u r g vor dem außerordentlichen Ausschuß der ammer zu behaupten gewagt, es gäbe im Saar- gebiet keine französische Propaganda: lediglich diemaßlose" deutsche Propaganda gefährde die Sicherheit der Bevölkerung, während sich Frankreich aller Beeènflussungsversnche enthalte. Soviel Worte, soviel Lügen! *

Frankreich unterhält, seitdem es nach dem Rückzug der deutschen Truppen 1918 das deutsche ©aargebiet be­setz e einen ungeheuren politischen Pr o p a - ganda-Apparat im Saargebiet. Dieser setzt sich ans einer ganzen Anzabl von Organisationen, Vereinen, Zeitungen und Zeitschriftenunternehmnngen zusammen, und ist natürlich nicht offiziell, wohl aber unter der Hand direkt dem französischen Außen­ministerium organisch unterstellt. Selbst- vetstândlich arbeitet die mit außerordentlich großen Geld­mitteln ausaestattete französische Propaganda in ständi­ger Fühlungnahme und im engsten Einverständnis mit derneutralen Regierungskommission, die Diese Organi­sationen zur Verstärkung ihres eigenen Terrors ausgiebig benutzt. Ebenso selbstverständlich tragen diese französi­schen Propagandaorganisationen alle einen mehr oder weniger privaten Charakter, erhalten aber ihre Anweisun­gen auf zahlreichen direkten und indirekten Wegen aus dem zuständigen Reffort des Pariser Außenministeriums. Schon der Name der Pariser Zentrale ist bezeichnend für die Bestrebungen Frankreichs im ©aargebiet: sie heißt Zentraldienst für nationale Ausdeh­nung"! Diese Pariser Zentrale war schon vor gehn Jahren in der Lage, der französischen Propaganda im Saargebret alljährlich rund 7 5 Millionen Franc zur Verfügung zu stellen man kann sich danach vor­stellen, daß Frankreich heute, ein knappes Jahr vor der Saarabstimmung, mit noch viel größeren Geldmitteln dort arbeitet. Daß das heute so vergeblich wie vor zehn Jahren ist, wird der Januar 1935 erweisen.

Die französische Propaganda an der Saar ist, vom organisatorischen Standpunkt aus gesehen, für uns Deutsche sozusagen ein lieber alter Bekannter. Sie ist nämlich in kaum veränderter Form genau dasselbe Groß­unternehmen, das in den Jahren 1 9 1 9 b i 8 1 9 2 4 die Rheinprovinz und das gesamte besetzte Gebiet für Frankreich von Deutschland loszureitzen bemüht war. Rui hat sich die französische Propaganda, die höchst unfreiwillig vom Rhein nach der Saar übersiedeln mußte, heute inso­fern umgcstellt, als sie angesichts der völligen Aus­sichtslosigkeit der Gewinnung dieses rein deutschen Ge­bietes für Frankreich mit dem schwindelhaften Trick der aus der ganzen Nachkriegszeit berüchtigt gewordenenA u 1 onoinie" arbeitet Man versucht also, diesen dick­köpfigen Saardeutschen, die merfmürbigermeife nicht das geringste Verständnis für Frankreichs zweckvolle Liebe haben, einzureden, Frankreich sei ja gar nicht so, es denke nicht daran, sich das Saargebiet einzuverleiben, sondern es wolle den Saarländern, die so unter der Herrschaft Deutschland zu leiden gehabt hätten, überhaupt erst die Freiheit in der Form eines autonomen Staatswesens bringen, und die große französische Nation werde sich bei» läufig ein Vergnügen daraus machen, besagten Saarstaat unter ihre schützenden Fittiche zu nehmen.

Die Saardeutschen aber wie gesagt, cs muß ein schrecklich dickköpfiges Volk fein können sich trotz des ständigen französischen Zuredens in keiner Weise an irgendwelcheLeiden unter der deutschen Herrschaft" er­innern. Wohl aber sehen sie tagaus tagein den mit bei nahenden Abstimmung ständig wachsenden politischen Terror, den die SÄtdlinse Frankreichs, Nämlich die