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Zul-aer Anzeiger

M äää^« Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg WKZWNrGkW-

Kewalt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedr. V v y u. Genast enschasten 7 Rpf., f. alle and. a Rpf. Zm

SA 8ftÄ?WW&^ Zulöa- unö Haunetal Iulöaer Kreisblatt? ^-''?^ man Seipel, Fulda, Königstr. 42. Vertreter des v ZV antwortlich zur den Anzeigenteil Christian Seipel,

Haupstchristleiters: Fr. Ehrenklau, Lauterbach H. RsöaktivN und GesckäKsfteUe: Kvnigstraße 42» Zernsprsch-Rnschluß ktr. 44-- Fulda, Königstratze 42.

Nr. 12 1934

Fulda, Montag, 15. Januar

11. Jahrgang

Kyffhäuserbund feiert ^eichsgründung.

In Anwesenheit des Reichs­präsidenten.

Der Deutsche ReichSkriegerbundK y s s h ä u s e r feierte die 6 3. Wiederkehr des N c i ch s g r ü n - pungstages mit einer Deutschen Weihestunde im Berliner Sportpalast. In A »Wesenheit des Reichspräsidenten von Hindenburg. Von der Reichsregierung waren erschienen: Reichswèhrmiuister Generaloberst von Blomberg, Reichsminister Stabsches Röhm, Reichsaußeinuiuister Freiherr von Neurath, der Reichsarbeitsminister Seldte und Neichswirtschafts- inintyer Schmitt.

Nach dem ChorgesangDeutschlands Hymne" nahm der BnndeSfUhrer

General der Artillerie a. D. von Horn das Wort. Immer hat der Kyffhäuserbuud danach ge­strebt, so führte er u a. aus, unserem Volke wenigstens einen Tag der nationalen Feier und des vaterländischen Bekenntnisses zu erhalten: den 18. Januar, den Grün- dungstag des Bismarckreiches. Diesen Tag setzten wir bewußt dem Tage der Versassnngsfeicr entgegen, eines Staates, der mit uns keine Gemeinsamkeit hatte, denn für den Staal von Weimar haben wir nicht draußen 4'4 Jahre gekämpft. Für ihn ist nicht das Blut von zwei Millionen geflossen.

Während sich die Versammlung von den Plätzen er­hob, fuhr General von Horn fort: Der Toten wollen wir gedenken in Dankbarkeit, aber frohen Herzens, daß sie nicht umsonst starben! Senkt die Fahnen! Wir wollen wachen in eurem Geiste, kämpfen in eurem Geiste, glauben in eurem Geiste! Herr Reichspräsident! Im Ramen der ehemaligen Soldaten des alten Heeres und der Marine

danke ich Ihnen für den Bund, den Sie mit Adolf Hitler schlossen!

Mit einer beispiellosen Einmütigkeit ist das deutsche Volk um 12. November 1933 hinter seine Regierung getreten und hat gesprochen: Wir wollen Frieden und wir wollen unsere Ehre. Wir grüßen alle Soldaten der Welt, die mit und gegen uns gekämpft haben. Wir fordern sie auf, mit­zuhelfen an der Befriedung der Völker.

Der Chef des Stabes Röhm spricht.

Danach ergriff, stürmisch begrüßt, der Chef des Stabes der SA..^Hauptmauu R ö h m , das Wort. Er machte u. a. folgende Ausführungen:

Der Geist, der nun unter Adolf Hitlers Führung im nationalsozialistischen Staate die endliche und endgültige Erfüllung tausendjährigen deutschen Sehnens ge­bracht bat, ist der Geist der Hingabe an die Nation und des unbeugsamen Willens zum Ganzen. Ist der Geist

selbstlosen Dienens und freiwilliger Zucht.

Ist der Geist der mannhaften Tat und der nationalen Ehre. Ist der Geist unwandelbarer Treue und der den Tod überdauernden Kameradschaft. Die zweitausend- jährige Geschichte unseres Volkes zeigt uns mit unerbitt­licher Deutlichkeit als Grund der deutschen Ohnmacht:

den Mangel einer gemeinsamen Führung.

Wir Nationalsozialisten sind nicht willens, die Geschichte als Lehrmeister unseres Volkes ungenutzt zu lassen. Lange Jahre und namenlose Opfer an Gut und Blut hat unser Kamps gefordert. Und das war gut ro! Nicht unserthalben, sondern um der deutschen Zukunst willen! Alle unsere Kraft gehört mit dem sittlichen Vorrecht der Gemeinschaft nicht uns, sondern dem Neu­

aufbau' des Vaterhauses aller Deutschen ungeachtet, wo seine Wiege stand, gehört der Nation! Deshalb sind die Vereine des ReichskriegerbundesKysfhäuser" eingegliedert in das große Heer der Gcsamt-SA.!

Bestehen bleiben einzig als Trägerin des politischen Wil­lens und weltanschaulichen Geistesgutcs des neuen Staates die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei und als Garant der nationalsozialistischen Revolution und als alles umfassende hohe Schule des Volkes zum ge­lebten Nationalsozialismus die SA. Das jahrelange er­bitterte Ringen und Dtirchhalten der SA vor der Macht­ergreifung war das tat« und todbereite Bekenntnis von Männern zu diesem einen Glauben, zu dieser einen Hoff­nung, zu dieser einen Liebe: Deutschland!

Aus diesem Geiste heraus wuchs das neue Deutschland! Und so ist der SA. -Mann nicht einfach der Träger eines braunen Diensthemdes, sondern die Fleischwerdung einer heroischen Geisteshaltung!

Häufiger Unverstand fragt: Das Ziel ist doch nun erreicht! Was soll do noch der SA.-Mann? Es ist der Wille des Führers, daß feine waffenlosen braunen Sol­daten unnachsichtlich darüber wachen, daß nicht Büro­kratie und Spießertum das in der nationalsozialistischen Revolution Errungene durch Paragraphenreiterei und allzu temperierterevolutionäre" Selbstgenügsamkeit zu­nichte machen. Der Weg der deutschen Revolution zu dem aus nationalistischem und sozialistischem Geiste er­neuerten Deutschland ist

noch nicht beendet.

Denn nach der Erringung der staatlichen Macht gilt es den letzten Volksgenossen hineinzuziehen in den seelischen und geistigen Umbruch der Nation. Und hierin liegt die Sendung der SA für die Zukunft.

Im Soldatentum als Haltung und Gesinnung wurzelt der Nationalsozialismus, aus den seelischen Werten des Soldatentums zieht er seine wertvollsten Kräfte. Die Mannestugenden, die den Soldaten aus- machen, ob er eine Uniform trägt oder nicht, sind die seelischen Voraussetzungen zum Dienst in der SA.:

freudige Pflichterfüllung und selbstlose Opfer­bereitschaft,

Mut und Gehorsam. Vaterlandsliebe und Treue und Kameradschaft! Ihr alten Soldaten habt als An­gehörige des ruhmreichen alten Heeres in Krieg und Frieden diese Tugenden betätigt. Diese selben Eigen- schasten aber sollen künftig die Geistesgrundlage des deutschen Volkes in seiner Gesamtheit sein.

Wenn das Gestern und Morgen der Nation sich die Hand reichen, wenn die stets frisch nachströmende Kraft der Jungen die erfahrenen älteren nicht alt werden und abstumpfcn läßt, dann ist die Sendung der Gejamt- SA. aus dem Wege der Erfüllung, dann ist die SA. in allen ihren Gliedern die stets sich verjüngende physische und seelische Kraft der Nation! Wir alle von de- SA. bekunden in dieser Stunde der Weihe mit neuoigem Stolze Dank und Verehrung dem Manne, der als Soldat mitstritt und «blutete in den Kriegen der deutschen Eini­gung, aus denen das zweite Reich erwuchs, an dessen Wiege er in Versailles stand - dem Manne, der

als erster Soldat des Weltkrieges Deutschlands ruhmreiche Heere führte und der nun als Vater des Vaterlandes Schützer und Schirmherr des jungen Deutschlands wurde.

Vor unseren Kolonnen weht eine Fahne- Fahne des Sieges!

Wir folgen in Gehorsam und Treue ,einem Kanzler, unserem Führer Adolf Hitler!

In uns allen lebt ein Glaube, eine Liebe, ein Wille: Deutschland! Nichts als Deutschland!

Nachdem sich der Beifallssturm gelegt hatte, brachte General von Horn ein dreifaches Heil aus auf den Reichs­präsidenten, den Führer und ein einiges Deutsches Reich und Volk. Machtvoll stieg der gemeinsame Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes als eine Bestätigung dieses Gelöbnisses auf. Ter Reichspräsident, der dem Stabschef für seine Worte durch langen Hände­druck dankte, wartete noch den Ausmarsch der Fahnen ab und verließ dann, gefolgt von den Ministern und den übrigen Ehrengästen, unter großen Kundgebungen den Sportpalast..

stvrege'mâKigkeiten beim Bau

der sranzößfchen Ostbesestigungen?

DerMatin" bringt eine Meldung aus Nancy, die besagt, daß sich bei den Befestigungsbauten an der französischen Ostgrenze eine ganze Reihe vonBe - anstandungen herausgestellt haben. Betonmauern von Geschütttürmen, die eigentlich 1 Meter dick fein sollten, seien in Wirklichket nur 60 Zentimeter dick aus­geführt. Infolge Verwendung schlecht gemischter Zement- mässe hätten sich in den Mauern und Geschütztürmen bereits Riffe gezeigt. Gewisse Befestigungswerke feien fertiggestellt worden, bevor noch die in Paris zur Begut­achtung liegenden Pläne mit der erforderlichen Genehmi­gung zurückgesandt worden seien. Ein Pionieroberst habe die Vorkommnisse als wahren Skandal bezeichnet. Dem Blatt zufolge sind bereits drei militärische Sachverständige aus Paris zu einer Untersuchung an Ort und Stelle cin- getroffen.

Die Londoner Reise des Saarverräters.

Die kommunistischeArbeiterzeitung" in Saarbrücken schreibt: Die Auslandsreise des saarländischen Marristen- führers Braun bat offenbar einen doppelten Zweck. Einmal dürfte es sich um jene mysteriöse Stelle handeln, die nach den Angaben Schevenels bereit war, der Saar- Sozialdemokratie 350 000 Francs zu leiben, andererseits scheint Braun mit den Führern der Labour-Party eine Rücksprache zu suchen, um eine Unterützung der fran­zösischen Saarpolitik bei ihnen zu erreichen.

*

Die Negierungskommission hat eine angekündigte ge­schlossene Kundgebung derRoten Hilfe", auf der die Schwester Dimi t r o ff s über den Reich stags- brandstifterprozeß sprechen sollte, verboten.

Verhaftungen im Memelgebiet.

Im Memelgebict sind neue harte Bestrafungen und Verhaftungen erfolgt, die erhebliche Beunruhigung her- vorgerusen haben.

Chinesischer Dampfer mit 420 Mann untergegangen.

Wie erst jetzt bekannt wird, ist ein chinesischer Dampfer, der sich auf dem Wege nach Hongkong befand und Schanghai am 10. Januar verließ, infolge einer Kcffelcxplosion gesunken. Auf dem Dampfer befanden sich über 490 Arbeiter außer der Besatzung. Bisher wurden 120 Tote gemeldet.

Bildbericht von der Reichsgründungsfeier desKyffhäuser-Bundes" im Berliner Sportpalast.

Die Ehrengäste. Häuser Reichspräsident Eene ralfeld- Reichsminister Stabschef Röhm spricht.

Von links: Reichsminister Stabschef Röhm - marschall von Hindenburg Eeneralfeld- Reichsminister Röhm, der Chef des Stabes Meral der Artillerie a D. v o n H o r n, der B u n d e s - marschall von Mackensen - R e r ch s w e h r m t n t - der SA. und SS.. spricht auf der Reichsgründungs- ' Uhr èr des Deutschen Reichskrtegeândes K y f f - stör Generaloberst vonBlomberg. feier des Kyffhauser-Dundes.