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Iulöaer MZeiger

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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

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Nr. 25 1934

Fulda, Dienstag, 30. Januar

11. Jahrgang

Durchbruch zum Dritten Reich.

Zum 30. Januar.

Eine Umfrage bei führenden Männern des neuen Deutschlands.

Das Deutsche Nachrichtenbüro, Berlin, hat an­läßlich der Wiederkehr beS Tages, an dem Adolf Hitler und die nationalsozialistische Bewegung die Macht übernahmen, bei führenden Männern der nationalsozialistischen Bewegung eine Rundfrage veranstaltet und sic um Äußerungen zum 30. Januar gebeten. Eine große Zahl führender Nationalsozia­listen ist dieser Bitte gefolgt. Wir entnehmen diesen Äußerungen folgende Sätze:

Vizekanzler von Papen:

Am 1. Jahrestag der nationalsozialistischen Er­hebung blicken wir stolz und dankbewegten Herzens auf das Gewaltige zurück, das unter Adolf Hitler für unser Vaterland von Führung und Volk geleistet worden ist. Die Größe des lediglich aus dem deutschen Volke heraus Geschaffenen gibt uns das Gefühl der freudigen Gewiß­heit, daß auch die vielen und schweren Aufgaben, die ihrer Lösung heute noch harren, in innigem Vcrbunden- Heitsgefühl zwischen Führer und Gefolgschaft i n strengster Pflichterfüllung, Opferfreu­dig keitund Einigkeit gemeistert werden."

Ziabslsiier der PO. und Führer der Deulschen Arbetts- front Dr. Ley:

Dr. Robert Ley, erläßt in feiner Eigenschaft als Stabsleiter der PO. zum 30. Januar einen Aufruf, in dem es u. a. heißt:

i,Der 30. Januar 1933 gab Adolf Hitler die Macht. Damit gehört dieser Tag zu den größten Daten der Zwischen Geschichte. Des Führers Arbeit in diesem einen Fahre würde heute schon genügen, Deutschland s u r Jahrhunderte hinaus ein neues Gesicht auf- zudrückeu. Hitler führt, wirwerdenwiebis- her blindlings folgen und gehorchen."

Preußischer Ministerpräsident Relchslustsahrkminlster General Hermann Göring:

Die nationalsozialistische Revolution, die am 30. Januar 1933 Deutschland und das deutsche Volk er­oberte, wird in der Geschichte als die klassische Revolution dargestellt werden, Iveil sie nicht durch Gewalt siegte, sondern durch ihre Idee. Aber es ist erst ein Jahr vergangen, es ist erst der Anfang gemacht, wir sind nicht dazu da, historische Betrachtungen anzustellen, sondern weiter zu kämpfen, weiter zu arbeiten, bis wir ohne Sorge Schwert, Pflug und Hammer der nächsten Generation in die jungen Fäuste geben dürfen, damit sie erwerbe, was wir ihr erkämpften."

Reichsminister für Volksaufkiârung und Propaganda Dr. Goebbels:

Wo vor zwölf Monaten noch in den Parlamenten Parteien ihr Unwesen trieben, Regierungskrisen auf Mgierungskrisen folgten und das Schicksal deS Reiches von feigen Jnteressentenhaufen bestimmt wurde, steht deute eine einheitliche deutsche Ration, die sich in nberwältigender Geschlossenheit zu einer Idee und zu ^uem Maune bekennt. Wenn das deutsche Volk auch im neuen Kampfjabr so einig bleibt und znsammenhält, dann wird es sein Schicksal meistern und eine neue Zukunft gewinnen."

Reichsinnenminisker Dr. Frick:

Mit dem Volk, durch das Volk und für das Volk ist unter der genialen Führung Adolf Hitlers der Bau des dritten Reiches begonnen, und er wird vollendet werden uno deshalb Bestand haben auf Jahrhun­derte."

Reichsbauernführer und Reichsminister für Ernährung und Landwirlfchafk Darrs:

»Das Bauerntum wird nach den Plänen Adolf Wrs die Grundlage unseres Staates bilden muhen. Die Einigung der Bauernschaft war die erste, die Unheil zwischen Baucrnfnhrcr und Minister die zweite Voraussetzung, um das eigentliche nationalsozialistische "Aetzgebnngstverk für das Bauerntum in Angriff zu , ,^11. Die Bauern wissen, daß es kein leichter Weg sein ' "m das Ziel zu erreichen. Aber wir wissen auch ouer ^>tolz, daß wir die Erben bäuerlicher Ahnen sind, A v"vch ein Jahrtausend bauernentfremdeter Gcistcs- trotzig ihr Bauerntum in unsere Zeit hinüber- wlcttet haben. Diese Tatsache gibt uns die k r a f t v o l l c vsicht, daß wir die uns vom Führer Adolf Hitler gestellten Aufgaben lösen werden."

Preussischer Instizminister Hanns Kerrl:

^ 0 1 batte den Mann geboren, der ' err z u werden v e r m o ch t e !

der» bstte Staatsverwaltung wollen wir haben, son- vor ist unser Ziel', verkündete Adolf Hitler

bot, i Volksabstimmung, und am 12. November 1933 er- einzigartiger überwältigender Mehrheit das Volk dieses Ziel zum eigenen Ziel und Adolf ist den Schild als Führer zu diesem Ziel. Viel bot unerreicht, aber weit, mühsam und steil dehnt sich dertron«»^ Augen der Weg zum Ziel. Mut und Gott- en erfüllt uns und hie Gewißheit: Wir sind

3m Arbeilskleid, dem Ehrenkleid, begehen wir Deutsche heute die Erinnerung an den 30. Januar 1933, die Geburtsstunde des Dritten Reiches, in der Adolf Hitler, der Führer, in der Reichs- Hauptstadt den kurzen, aber entscheidenden Weg über den Wilhelmsplatz zur Reichskanzlei schritt und sich dann bald darauf der jubelnden Menge am Fenster zeigen konnte. Wer damals den Begeisterungs­sturm mikerlebt hat, gleichviel, ob in Berlin oder im Reich, der wußte: hier beginnt für das durch vier- zehn qualvolle Jahre mißhandelte Deutschland ein neues Zeitalter. Rühmlos, wie sie gekommen, waren die Kabinette der schwarz-roten Koalition dahingegangen, überrannt vom Ansturm des jungen, des neuen Deutschland, an dessen Wiege die ehrwürdige Gestalt Hindenburgs stand. Der größte Feldherr des Weltkrieges hatte den größten Volksführer der Gegenwart zum Lenker der Geschicke Deutschlands berufen.

Unser Gelöbnis heute und immerdar heißt: Für Deutschland und seine Führer, für Freiheit, Ehre und Recht! Adolf Hitler aber und seine treuen Mitarbeiter wissen, daß sie das Höchste erreicht haben, was politische Führer erreichen können:

Ein ganzes Volk steht hinter ihnen!

aus b e nt rechten Wege. Jeder einzelne erfülle sich mit Mannentreue und tue in Disziplin an seiner Stelle seine Pflicht, dann wandeln wir den Weg, der das deutsche Volk aus dem Dunkeln ins Helle führen wird." Stabschef der SA. Reichsminister Ernst Röhm:

.Im Geist der SA. gewann der Nationalsozialismus Gestalt. Seine tiefsten Wurzeln liegen auf den Schlacht­feldern des Weltkrieges. Es gibt keine schonungs­losere Charakterprobe als den Kampf.

Weil Adolf Hitler ein Mann war, der auch auf den Schlachtfeldern nicht unter dem Zwang toter Befehle, son­dern aus dem Gebot soldatischen Geistes gehandelt hatte: auch wenn er gehorchte, bandelte er.

Soldatentum ist Gläubigkeit, ist Bekenntnis, ist die Bereitschaft zu sterben. Man stirbt nicht bewußt und freiwillig um Kleinigkeiten. ,Eine Idee ist soviel wert, als sie Männer findet, die bereit find, dafür zu sterben', so gab Adolf Hitler dem neuen Glauben der Deutschen das innere Gesetz. Geist ist stärker als Stoff, Hunger mächtiger als Besitz, Glaube gewaltiger als die Erscheinungsform des Seins.

Es waren die Besten der Ration, die in den langen, blutigen Jahren des Ringens um den deutschen Menschen und des Kampfes um die staatliche Macht mit Adolf Hitler marschierten: die ungekrönten Herrscher in den Schlachten der Männer, in denen nur rin Gesetz war: Deutschland! Das leben muß, auch wenn wir sterben müssen! Männer mit eisernen Herzen, mit furchtlosen Seelen, Bekenner, die das Braunhemd und das Haken­kreuz trotzig und treu als Kampfansage und Panier gegen eine versinkende Welt, durch eine Hölle von eiskaltem Haj und brutaler Gewalt trugen.

Durch Vorbild und Beispiel der Alten, das im Kamps täglich neu sich bewähren mußte, ist die SA. d i r kämpferische Auslese der Nation und btt Fleischwerdung einer heroischen Idee geworden.

Jahre um Jahre hat der SA.-Mann gekämpft und geblutet.

Vierhundert Gräber liegen als unverrückbare Marksteine auf dem Marschweg der braunen Bataillone zur deutschen Revolution. Vier­

Eine englische Denkschrift in Serlin überreicht.

Der Reichskanzler hat in Gegenwart des Reichs Ministers des Auswärtigen den britischen Botschafter Sir Eric Phipps empfangen, der ein Memorandum der eng­lischen Regierung übergab, das die Antwort auf die jüngste deutsche Note darftcllt.

*

Simon im Ltnterhaus über die Denkschrift.

Der Wiederzusammentritt des englischen Unterhauses nach der WeibnachtSpanse war angesichts der Ankündi­gung einer außenpolitischen Erklärung Sir John Simons von besonderer Spannung begleitet. Sir John Simon gab zunächst eine kurze Übersicht über die Entwicklung der Abrüstungsfrage. Die englische Regierung habe sich unter Benutzung der diplomatischen Kanäle bemüht, von der deutschen Regierung genauere Informationen über die wirkliche Absicht und den Zweck der vom deutschen Reichs­kanzler nach der Ankündigung, daß Deutschland von der Abrüstungskonferenz fernbleiben wolle, abgegebenen Er­klärung zu erhalten. Die Regierung sei nun zu dem Ent­schluß gelangt, daß

jetzt die Zeit gekommen sei, wo sie ihre eigene Stellungnahme zu der gegenwärtigen Lage bc- knnntgcbcn müsse, bereit Ernst klar zutagctretc.

Die Regierung sei zu der Erkenntnis gelangt, daß sic einen weiteren positiven Schritt unternehmen müsse, um, soweit es in ihrer Macht liege, ein Abkommen zu fördern. Sic habe daher ihre Ansichten in einer Denkschrift zu- smmnengefaßt, die jetzt an die englischen Vertreter im Auslande abgegangen sei, damit sie den bei den neuerlichen Verhandlungen hauptsächlich vertretenen Regierungen übermittelt werde.

hundert Namen gefallener Kameraden stehen aus den roten Fahnen der braunen Stürme.

Und diese Vierhundert, die für ihren Glauben an das nationalsozialistische Deutschland die Hakenkreuzfahn« zum Bahrtuch nahmen, haben der SA. als Vermächt­nis eine Verpflichtung hinterlassen:

Nimmer zu ruhen und zu rasten. Nicht den Sinn ihres Sterbens und den Geist der Revolution verfälschen zu lassen in der Stunde des Sieges. Und unerbittlich, unbe­stechlich darüber zu wachen, daß nicht Bürokraten, Schwätzer und Spießer sich mit dem toten Gewicht ihrer Ungeistigkeit an das heilige Wollen des Führers zum Ganzen, zum nationalsozialistischen und sozialistischen Deutschland hängen.

Deutschland ist erwacht zum neuen Morgen.

Darum wollen wir schaffen und wirken, als die unbe­stechlichen, kompromißlosen revolutionären Kämpfer für Freiheit und Ehre, für Volk und Vater­land!"

Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Fritz Rein­hardt:

Das neue Deutschland steht im Zeichen der Arbeits­schlacht. Das Haushaltsjahr 1933 wird seit vielen Jahren das erste sein, in dem das Aufkommen au Steuern nicht mehr unter dem Voranschlag zurück­bleiben, sondern diesen erreichen, vielleicht sogar über­steigen wird.

Aus den unmittelbaren Arbeitsbeschaffungsmaß­nahmen des ersten Hitler-Jahres ist für das zweite Hitler- Jahr ein Arbeitsvorrat vorhanden, der etwa doppelt f groß ist wie die Arbeit, die auf Grund der Nrbeitsbeschafsungsmaßnahmen im ersten Hitler-Jahr geleistet vorden ist.

Auch die Steuererleichterungen auf Grund des Gesetzes über Steuerfreiheit für Ersatzbeschaffungen vom 15. Juli 1933, des Gesetzes über Steuererleichterungen vom 15. Juli 1933 und verschiedener Runderlasse werden sich erst int »weiten Hitler-Jabr voll auswirken. Auch die Eemeindeumschuldung, die auf Grund des Ge­setzes vom 21. September 1933 erfolgt, wird sich erst im zweiten Hitler-Jahr voll auswirken, und zwar in der

Schwierige Kabinettsbildung m Frankreich.

Nachdem das Kabinett ChautempS am Sonnabend als Opfer des Stavisky-Skandals zurückgetreten war und Staatspräsident Lebrun den ehemaligen Prä­sidenten der Republik, Doumergue, vergeblich gebeten hatte, das neue Kabinett zu bilden, hatte er dem Senars- prüsidentcn Jeanneney die Regierungsbildung an­geboren. Der Senatspräsident hat aber ebenfalls sofort abgelehnt. Deshalb wurde der ehemalige Minister­präsident E d o u a r d D a l a d i e r ins Elysèc gerufen. Daladier nahm den Auftrag, die Regierungsbildung zu übernehmen, im Prinzip an, behielt sich aber seine end­gültige Antwort noch vor.

Daladier erklärte, cs sei seine Absicht, eine Regierung energischer und achtenswerter Männer zu bilden, die ent­schlossen sind die Ä u t o r i 1 ä t des Staates im Ver­trauen ans die Republik wieder herzustcllcn.

Sturm auf die Sparkassen.

In Nancy und in Nizza fand ein Sticrm auf die Sparkassen statt. Durchschnittlich wurden täglich gegen eine Million Franc abgehoben.

In Nizza veranstalteten die zu einem Verbände zu- sammengeschlosscucn Steuerzabler gegen die Um­triebe gewisser in den Stavisky-Skandal ver- toicfeltcr Parlamentarier eine Kundgebung. Auch in Rouen fanden Kundgebungen gegen dieFreunde S t a v i s k v s" statt.

Der schönste Dank an den Führer für sein Ret- tungs- und Aufbauwerk im Jahr der Erhebung: Opfert für die armen Bolksgenossen!