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Zul-aer Anzeiger

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Nr. 26 1934

Fulda, Mittwoch, 31. Januar

11. Jahrgang

Deutsche Geschichte im Hitlerjahr.

Ein Reich im Festkleid.

Was man am Jahrestage der nationalsozialistischen Erhebung von der Reichshauptstadt sagen muß, darf man wohl auch für das ganze Reich feststellen: noch an keinem Tage des vergangenen ersten Hitler-Jahres zeigten Haupt­stadt und Land in ihrem äußeren Gewände ein so ein­heitliches, so festliches, so frohes Bild. Man mutz das be­sonders hrrvorhebcn, weil ja die Bevölkerung, dem Wunsch der Reichsregierung folgend, von größeren Kundgebungen, Aufmärschen usw. abgesehen hatte. So zeigte sic ihre herzlich dankbare, freudige Anteilnahme an diesem großen Tag der Nation, indem sie die Gebäude nicht nur auf das reichste mit Flaggen schmückte, sondern vielfach auch durch Girlanden, Kränze, die Bilder unserer führenden Männer und anderes mehr ihre starke innere Beteiligung zum Ausdruck brachte.

Und wer am Dienstag aufmerksam irgendwo im deut­schen Vatcrlandc umhkrwanderte, cs mochte nun in den stärksten Bcrkehrspunktcn Berlins oder in irgendeinem beliebigen Ort in der Provinz sein, der mußte seststellen, vast diese Zurückhaltung der Bevölkerung fast schwcrficl. Tas erste Hitler-Jahr war wie ein reinigender Sturm durch das Land gegangen, hatte ein völlig neues Reich er­stehen lassen, hatte für jeden einzelnen von uns der großen und tief bedeutsamen Erlebnisse zu viel gebracht, als daß man sich mit hem bloßen Flaggen begnügt hätte. Bei aller bewundernswerten Disziplin ließ sich doch der drängende Wunsch nicht unterdrücken, in dieser oder jener Form dem besonderen Ausdruck zu geben, was uns alle bewegte. Das zeigte sich in den Ansammlungen vor den Amtssitzen der regierenden Männer, das zeigte sich im hohen Mitwandern bei dem Ausziehen der Wachen, zeigte sich auch in den unzähligen schriftlichen und telegraphischen Kundgebungen aus allen Kreisen der Bevölkerung, die un diesem Tage bei den Zentralbehörden cingingen.

All dies kam gerade in der Reichshauptstadt besonders eindringlich deshalb zum Ausdruck, weil in einem bisher noch nicht erlebten Maße auch solche Stadtviertel den vaterländischen Schmuck und die gleiche frohe Bewegtheit in den Gesichtern der Menschen zeigten, die früher Hoch­burgen des Kommunismus gewesen waren.

Im Berliner Mgierungsvieriel

selbst mußten schon in den frühen Vormittagsstunden ver­stärkte Absperrungen vorgenommen werden, um den Ver­kehr zu sichern und die hcrandrängcnden Menschen zu ordnen, die von etwa 9 Uhr ab sich besonders vor der Reichskanzlei drängten. Jeder hoffte, an diesem Tage wenigstens für einen Augenblick den Führer sehen zu können, vor allem dann, wenn er zu der großen Regierungserklärung von der Reichskanzlei zur Krolloper am Nachmittag fuhr. Aber die Geduldigen wurden schon vorher für ihre Ausdauer belohnt. Bereits in einer der ersten Nachnnttagsstunden

brausten plötzlich die Hcilrufc über den Wilhelmplatt, die Stabswache sauste aus ihrer Bcreitschaftsstcllung gner über die Straße und bildete eine doppelte Kette. Im nächsten Augenblick glitt der Wagen des Führers vom Wilhelmplatz her in das Portal der Reichskanzlei hinein, begleitet von den jubelnden Rufen der Menge, welche der Kanzler herzlich dankte.

Auch eine schmerzliche Erinnerung wurde an diesem für eine ganze Nation entscheidenden Tag wieder wach. In den Vormittagsstunden fanden sich Abordnungen der Sturmabteilungen

an den Gräbern

derer zu stillem Gedenken ein, die ihr Leben für die natio­nalsozialistische Revolution dahingegeben hatten. Und in der früheren Wallstraße in Charlottenburg, die jetzt Mai­ko w s k i st r a ß e heißt, war die Gedenktafel für den am späten Abend des 30. Januar von kommunistischer Mör- derhand getroffenen Sturmführer Hans Eberhard Mai- kowski und des Polizeioberwachtmeisters Joseph Zar, ritz aus das Schönste mit Tannengrün, Girlanden und einem frischen Kranz geschmückt. Ständig sah man instanten in tiefer Ergriffenheit an dem Mal dieses Mannes stehenbleiben und ihm durch den deutschen Gruß die Ehre erweisen, eines Maunes, der in so großer Stunde der Kugel eines Meuchelmörders zum Opfer fallen mußte. Auch das Grab Mastowskis auf dem alten Jnvalidcn- friebljof in Berlin war geschmückt; Kameraden seines Sturmes hielten die Ehrenwache.

Ganz im Sinne des hochherzigen Wunsches unseres Ehrers Adolf Hitler erhielt dieser Tag aber seine schönste und wahrhaft volksvcrbindendc Feier dadurch, daß er unter das Zeichen der tätigen Hilfe gestellt war In Berlin waren schon morgens ZchNtausende freiwilliger Helfer unterwegs, um die Sonderspende des Winterhilfswerkcs verteilen. Nicht weniger als 15 Millionen Mark in Gut- Wielnen für Lebensmittel und 6,5 Millionen Mark für «renn- und Hcizmittcl hatte ja die große Aktion der regierung zur Verfügung gestellt. Viele bisher vicl- 'Ncht noch abseits stehende Volksgenossen wurden durch Mes großzügige Werk der Reichsregicrung an diesem gc der Volksgemeinschaft wieder gewonnen.

Aus das leere Bett i» Deinem Haase wartet röt Kind Deines bedürftigen Bâgewsse«!

Der Führer und sein Reichstag.

Berlin, 30. Januar.

Gewiß, auch wenn einstmals im Reichstag ein G r o ß e r Tag" angekündigt war, sammelten sich zwischen dem Brandenburger Tor und dem stolzen Prunkbau mehr oder minder große Menschenmengen; aber sie wurden von einem recht primitiven Trieb dorthin geführt: Von dem der bloßen Neugierde. Auch sie aber schmolz dahin, als jener Prunkbau des, gelinde gesagt, Parlamentarisch-All­zuparlamentarischen übergenug gesehen hatte. Anders aber sind die Gefühle, die heute unabsehbare Menschen­massen hinzwangen zum Tiergarten und zu dem Wege, der aus der W i l h e l m st r a ß e zur Krollopcr führt. Dort hielt der am 12. November gewählte Reichs­tag seine erste große Sitzung, doch auf wen man wartete, wem man einen Blick der Treue und des Dankes, des Stolzes und des heißen Wünschens zuwerfen wollte, das war der F ü h r e r ! Man schaut hinaus zur Sieges­göttin, hoch droben aus ihrer Säule, die von er­oberten Kanonenrohren geziert ist. Den Lorbeer­kranz hält die Siegesgöttin in der Hand. Der Lorbeer gebührt dem Sieger des 30. Januar 1933, doch er selbst würde ihn zurückweisen, weil er jenen Sieg nicht als Vollendung, sondern erst als einen Anfang, als eine Aufgabe betrachtet, als eine Aufgabe, die wie Hitler am Tage nach jenem Siege erklärte:die schwerste ist, die seit Menschengedenken deutschen Staatsmännern auferlegt wurde".

Festlich geschmückt grüßt die Front der Krolloper her­über und ein festliches Bild bietet auch der von strahlend hellem Licht erfüllte Saal, in dem frisches, freundliches Grün die Ränge umzieht. Geburtstagsfreude liegt über dem Riesensaal und doch wieder eine sichtbare Spannung, denn das gewaltige Rund oben, die Abgeordneten unten, alles, alles wartet ja auch nur auf den einen, auf den Führer.

Mit flammenden, sich in ihrer mitreißenden Wirkung

Die große Rede des Führers.

Adolf Hitler über zwölfmonatige Arbeit des Nationalsozialismus.

Vor dem versammelten Reichstag führte der Reichs­kanzler Adolf Hitler u. a. folgendes aus:

Abgeordnete! Männer des deutschen Reichstages! Wenn wir heute rückblickend das Jahr 1933 das Jahr der nationalsozialistischen Revolution nennen, dann wird der­einst eine objektive Beurteilung seiner Ereignisse und Vor gängc diese Bezeichnung als gerechtfertigt in die Geschichte unseres Volkes übernehmen. Es wird dabei nicht als entscheidend angesehen werden die maßvolle Form, in der sich diese Umwälzung äußerlich vollzog, als vielmehr die innere Größe der Wandlung, die dieses eine Jahr dem deutschen Volke auf allen Gebieten und in allen Rich hingen seines Lebens gebracht hat. In knappen zwölf Monaten wurde eine Welt von Auffassungen und Ein­richtungen beseitigt und eine andere an ihre Stelle gesetzt. Was sich in dieser kurzen Spanne Zeit vor unser aller Augen vollzog, war noch am Vorabend des denkwürdigen 30. Januar 1933 von der sicher überwiegenden Mehrheit unseres Volkes und insbesonders den Trägern, Wort­führern und Repräsentanten des früheren Zustandes als phantastische Utopie angesehen und bezeichnet worden.

Ein so wunderbares geschichtliches Ereignis wäre aber auch wirklich undenkbar, wenn es den Befehl zu seinem Geschehen nur dem Einfall irgendeines launischen Mcnschengcistcs oder gar dem Spiel des Zufalls zu ver­danken gehabt hätte.

Nein.

Die Voraussetzungen für diesen Vorgang haben sich aus der Entwicklung langer Jahre zwangs­läufig gebildet und ergeben. Eine furchtbare Not schrie um Abhilfe. So, daß die Stunde nur des Willens harrte, der bereit war, den geschichtlichen Auftrag zu voll­strecken.

Es verstärkt die Kraft dieser Behauptung die Tat fache, daß seit Jahrzehnten ähnliche Spannungen fast die ganze Welt erfüllten. Auch die Periode der äußerlichen bürgerlichen Wohlfahrt war erfüllt von dauernden Anzeichen einer inneren nervösen Unsicherheit, eines unruhigen Suchens nach befriedigenderen Forde­rungen des inneren Lebens der Völker.

'Der Reichskanzler schilderte dann den völligen Zu- s a m m e n b r u ch der Staatsautorität des bürgerlich- legitimistischen Kompromisses in und nach dem Kriege und fuhr fort:

Die beispiellose klägliche Kapitulation der verantwortlichen Staatsträger vor dem international- marxistischen Deserteur-Putsch erschütterte das Volk in seiner bis dorthin sicher in mehr als 90 Prozent gegebenen Anhänglichkeit sowohl an die alte Staatssorm, wie auch an deren repräsentative Vertreter. Über das Zentrum hinweg verbindet sich die mehr oder weniger national ver­brämte bürgerliche Demokratie mit dem unverhüllten marxistischen JnwLnationalismtcs Md zeugt nun jene

immer höher steigernden Worten wendet sich der Reichs- ragspräsident Göringan die Abgeordneten, die Zuhörer, durch die Rundfunkübertragung an das deutsche Volk und darüber auch an das Ausland. Hat wohl je ein Präsident der deutschen Volksvertretung eine glücklichere, eine stolzere Stunde erlebt als dieser Mann, der tapfere Kampf­genosse des Führers und sein treuer Mitarbeiter nach er­rungenem Erfolg? Und wenn man auch noch so weit zurückblickt in der Geschichte des Reichstages, nein, nicht einmal jene Stunde, als vor 63 Jahren der Reichstag die erste deutsche Reichsverfassungbeschloß".

Denn jetzt liegt ein Jahr der deutschen Geschichte hinter uns, das eine ungeheure Veränderung des Äußeren und Inneren eines ganzen Volkes gebracht hat, ein Jahr deutscher Geschichte und von weltgeschichtlicher Bedeutung.

Und ein Zweites, ein ebenso Ungeheures ist Tat­sache geworden. Zum erstenmal in seiner 63jährigen Geschichte gibt es einen Deutschen Reichstag der ge­schlossenen Weltanschauung, der Einheit des Wollens und der Tat, genau so geschlossen und einig wie es das deutsche Volk selbst ist. Das soll die Welt missen! ruft Göring in diese Welt hinaus. Er schildert das Werden der nationalsozialistischen Bewegung bis zum Siegestage, und nun steigert sich seine Rede zu einem Treuegelöbnis auch des ganzen einigen und geschlossenen deutschen Volkes zum Führer. Nicht für den Nationalsozialismus, denn für diesen ist Treue die selbstverständliche Grund­lage. Sondern für alle jene, die erst später durch das Handeln und Wollen des Nationalsozialismus nach dem Siege erst gewonnen wurden und sich deswegen am 12. November zum Führer bekannten.

Als die Rufe der Zustimmung verklungen sind, stellte der Reichsinnenminister Dr. Frick den Antrag, den Ent­wurf eines Gesetzes über den Neuausbau des R e i ch e s in der heutigen Sitzung endgültig anzunebmen.

Wohl nie donnerten die Heilruse so durch den Riesen- saal wie jetzt nun, als der Führer selbst vor seinen Reichstag trat. Dr. Pr.

parlamentarischen Regierungen, die in immer kürzeren Zeiträumen einander ablösend das ersparte wirtschaftliche und politische Kapital der Nation verkaufen und ver­prassen.

14 Jahre lang erleidet Deutschland damit einen Ver­fall, der geschichtlich seinesgleichen sucht.

Nach einer ausführlichen Darstellung der furchtbaren Verfallserscheinungen, durch die alles Deutsche in den Schmutz gezogen wurde, erklärte der Führer:

Seit dem Jahre 1930 konnte cs daher nur mehr ein Entweder Oder geben: Entweder der Sieg fiel in logi­scher Fortsetzung der angcbahntcn Entwicklung dem Kom­munismus zu, mit all den nicht nur für Deutschland, son­dern für die ganze Welt cintrctcnden unabsehbaren Fol­gen oder cs gelang dem Nationalsozialismus noch in letzter Stunde, seinen internationalen Gegner zu be­zwingen Es bewies nur die Verständnislosigkeit der bürgerlichen Welt für das Wesen dieses Kampfes, der ge­bieterisch nach einer klaren Entscheidung drängt, daß sie noch bis vor zwölf Monaten in Deutschland ernstlich alaubte, aus diesen, vom äußersten Bernichtungswillen er­füllten Ringen zweier Weltanschauungen miteinander, am Ende selbst als stiller Neutraler siegreich hervorgchen zu

können.

Die Anforderungen, die dieser Kampf an unsere Be­wegung stellte, waren gewaltige. Es gehört ebenso viel stolzer Mut dazu, den Hohn und Spott zu ertragen, wie Heroismus und Tapferkeit, sich der täglichen Verleum­dungen und Angriffe zu erwehren. Zehntausende natio­nalsozialistischer Kämpfer sind in dieser Zeit verwundet und viele getötet worden. Zahlreiche wanderten in die Gefängnisse, hundcrttansende mußten ihren Arbeitsplatz verlassen oder verloren sonst ihre Existenz.

Aus diesen Kämpfen aber erwuchs die unerschütter­liche Garde der nationalsozialistischen Revolution, die Millionenschar der politischen Organisation der Partei, die TA. und SS.

Ihnen allein verdankt das deutsche Volk seine Be­freiung aus einem Wahnsinn, der, wäre ihm der Sieg zu- gefallcn, nicht nur sieben Millionen in der Erwerbslosigkeit erhalten, sondern bald 30 Millionen den. Verhungern aus- gcliefcrt hätte.

Der Führer zeichnete darauf die außenpol,t,ichc Lage Deutschlands am Kriegsende und die Hoffnungen, die die Mehrheit des Volkes mit der Waffcnstreckung verband.

^Dcr ^Friedensvertrag von Versailles hat diese Hoff­nungen gründlich und brutal zerstört. Die wahnwitzigen politischen und wirtschaftlichen Lasten dieses Vertrages haben das Vertrauen des deutschen Bolkes in icde m- stanzicllc Gerechtigkeit dieser Welt gründlich zerstört. (Stürmischer Beifall.)

Bei vielen Millionen anderen Menschen wurden aber dadurch zwangsläufig Gefühle des Hasses gegen eine Weltordnung überhaupt geschürt, in der die dauernde Diffamierung und Diskriminierung eines großen Volkes