Einzelbild herunterladen
 

Zulöaer Mzeiger

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung s Zulöa- und Haunetal. Zuldaer Kreisbla« ÄS»fW* des V auf Nachlaß.-DA.' 1100. Verantwort!.zur den

Re-aktion und Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernfprech-finsthluß Nr. 1989 Anzeigenteil Christian Seipel, Fulda, Königstr. 42.

Erschein jeden Werktag. Bezugspreis: monatlich 170 Mk. Bei Lieferungsbehinderung durchHöhere Gewalt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42. Druck: Friedr. Lhrenklau, Lauterbach H. Hauptschriftleiter: CI stian Seipel, Fulda, Königstr. 42. Vertreter des Haupkfchriftleiters: Fr. Ehrenklau, Lauterbach H.

Nr. 29 1934

Fulda, Samstag, 3. Februar

11. Jahrgang

Fememord der KPD.

AAmanns Vertranter von

KpD.-Leoten ermordet

Als gefährlicher Mitwisser beseitigt.

Ein zuerst nicht aufklärbarer Mord, der in der Nacht zum Donnerstag in Nowawes bei Potsdam an dem Tischler Kattner verübt wurde, hat sich jetzt als ein neues Verbrechen der kommunistischen Feme heraus­gestellt.

Dem geheimnisvollen Verbrechen sind die Beamten der Staatspolizei Potsdam, die sofort im Einvernehmen mit dem Geheimen Staatspolizeiamt die Ermittlungen aufnahmen, auf die Spur gekommen. Schon jetzt ist scst- gestellt worden, daß der noch nicht gefaßte Mörder des Tischlers Kattner in Verbindung mit dem noch nicht restlos zerschlagenen kommunistischen Geheim- a p p a r a t in Verbindung gestanden haben muß.

Der Ermordete war früher leitender Funktionär in der KPD. und ein naher Vertrauensmann Thäl­manns. Auf Grund seiner früheren Aussagen war er der Kronzeuge in dem bevorstehenden Hvchvcrrats- prozetz gegen Thälmann;

durch die Bekundungen Kattners sollte erneut das Hoch­verratstreiben der Kommunisten unter Beweis gestellt werden. Von kommunistischer Seite war Kattner wie­derholt aufgefordert worden, nach Rußland zu geh en. Kattner leistete diesem Befehl nicht Folge, weil er befürchtete, in Rußland ums Leben gebracht zu werden.

Nunmehr beschloß der kommunistische Geheimappa­rat, Kattner durch Fememord zu beseitigen. Die ille­gale kommunistische Bezirksleitung Berlin-Branden­burg hatte die Tat durch Rundschreiben, eine sogenannte schwarze Liste, vorbereitet. In dieser schwarzen Liste wurde gegen Kattner und andere Kommunisten zu Ge­walttätigkeiten ausgefordert.

Der von kommunistischer Seite verübte Fememord zeigt mit aller Deutlichkeit, daß die KPD. in ihren ver­brecherischen Umtrieben

Amerika widerlegt Frankreich.

Amerika aber die Mungsfrage.

Angemessener Ausbau der deutschen Landesverteidigung keine Aufrüstung."

Die Ausführungen Adolf Hitlers in seiner großen Rede im Reichstag sowie die b ritische und i t a l i e - n ische Stellungnahme zu den deutschen Forderungen aus Gleichberechtigung in der Rüstungsfrage beginnen offen­bar bereits ihre Wirkung auszuüben. In der bisherigen starr ablehnenden Haltung der amerikanischen Re­gierung gegenüber einem Ausbau der deutschen Rüstungen ist ein beachtlicher Umschwung zugunsten der deutschen Forderungen zu erkennen. Von zuständiger amerikanischer Stelle wurde einem deutschen Pressevertreter erklärt, daß die Bereinigten Staaten selbstverständlich keinerlei Interesse daran hätten, Deutschland wehrlos zu erhalten. Man würde nur eine Situation bedauert haben, die Frankreich zu dem Entschluß gebracht hätte, seine bereits so starke Rüstung noch weiter zu steigern. Sollte sich also eine Lösung finden lassen, die Deutschlands Wünsche auf einen angemessenen Ausbau seiner Landesverteidigung er­füllt und gleichzeitig Frankreich veranlaßt, seine Rüstun­gen nicht zu vergrößern, so würde das in Washington nicht als A u !r ü st u n g Deutschlands auf« gefaßt werden.

Da nicht einzusehen ist, und von Amerika wahrschein­lich auch nicht eingesehen wird, warum das bis an die Zähne bewaffnete Frankreich seine Rüstungen noch weiter steigern sollte, falls Deutschland seine Rüstungen auf das für seine Sicherheit unumgänglich notwendige Maß er­höhen sollte, so bedeutet die amerikanische Äußerung Zweifellos eine Anerkennung des de u t s ch e n Standpunktes. Frankreich wird allerdings wohl zunächst auch diesen deutlichen Wink von jenseits des Ozeans nicht verstehen wollen und bei einer mäßigen Rüstung Deutschlands sofort wieder seineSicherheit" gefährdet sehen und seine Rüstungen verstärken, aber diese richten sich dann tatsächlich gegen andere europäische Staaten, während die Opposition gegen Deutschlands Forderungen als kein militärischer, sondern als ein diplomatischer Schachzug gedacht ist, um die Hand nicht von der Gurgel Deutschlands zu lassen. Aber dieses hat vereits dank Adolf Hitlers Vorgehen soweit Luft be- ronunen, daß es sich nicht mehr als Werkzeug französischer Machtgelüstc gebrauchen läßt. Wie die amerikanische Äußerung zeigt, hat man nicht nur in Europa, sondern auch außerhalb Frankreich in die Karten gegnckt und ist anscheinend nicht gewillt, sein falsches Spiel sich weiter ^fallen zu lassen.

Das Eintopfgericht ist die Fastenspeise der deutschen Nation Haltet das Eintopfgericht am 4. Februar!

auch heute vor Morden nicht zurückschreckt.

Der Fememord an Kattner erinnert in der Art seiner Durchführung an die Ermordung des Sturmführers H o r st Wessel und ähnlicher Verbrechen. Die Ermitt­lungen nach dem Mörder werden von der Staatspolizei­stelle Potsdam mit allem Nachdruck weitergeführt.

Wie wir nachträglich erfahren, war der Ermordete gerade im Begriff, der Polizei die Mörder der vor einigen Jahren aus dem Bülowplatz in Berlin ermordeten Polizeioffiziere Anlauf und Lenk anzugeben. Mit welcher Dreistigkeit jetzt dieser kommunistische Fememord ausgeführt wurde, beweist die Tatsache, daß der Mord am hellichten Tage an einer stark besuchten Berkehrsstratze in Nowawes geschah.

Todbringender Fluchtversuch.

Vier rote Fememordverdächtige auf der Flucht erschossen.

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen, die über den vorstehend geschilderten kommunistischen Fememord erfolgten, sollten vier kommunistische Spitzen­funktionäre, die sich schon seit einiger Zeit in Haft befinden, über die Art der Vorbereitung des Fememordes Auskunft geben. Aus diesem Grunde wurden diese vier Kommunisten von Berlin aus zur Staatspolizeistelle Potsdam zu Gegenüberstellungen und Vernehmungen übergeführt.

Auf dem Transport sprangen sie beim Passieren des sogenannten Kilometcrbcrges in Wannsee aus dem Kraft­wagen, der infolge der Glätte sehr langsam fahren mußte und versuchten, im angrenzenden Waldgelânde zu ent­kommen. Die Polizeibeamten nahmen sofort die Ver­folgung der flüchtenden Kommunisten auf. Als diese aus mehrmalige Haltrufe nicht standen, sondern ihrerseits gegen die Beamten mit Gewalt vorzugehen versuchten, feuerten diese in ihrer Bedrängnis in pflichtgemäßem Er­messen aus ihren Dicnstwaffen auf die Kommunisten, die getroffen zu Boden sanken und bald nach dem Flucht­versuch an ihren Verletzungen starben.

Ein Kriminalassistent ist durch einen von einem Kommunisten erhaltenen Faustschlag im Gesicht erheb­lich verletzt. Bei den Erschossenen handelt es sich um die Kommunisten John Scheer, Erich Steinfnrth, Eugen Schönbaar und Rudolf Sckwarr.

Was die sranMKe DenkfHrist enthält.

Das neue französische Kabinett Daladier hat nunmehr auf die deutsche Denkschrift geantwortet, die an die Regie­rung Chautemps gerichtet war und in der Frage der militärischen Gleichberechtigung bestimmte Forderungen ausgestellt hatte.

Eingangs wird betont, daß auch die französische Regierung bereit sei, mit Deutschland Verhandlungen zu pflegen, in denen die Schwierigkeiten zwischen den beiden Ländern geregelt werden sollen. Auch französischerseits begrüße man die von der deutschen Regierung in Angriff genommene Behandlung ganz bestimmter Gesichtspunkte bei der Abrüstungsfrage, begrüße es fernerhin, daß die Reichsregierung mit allen Nachbarn

Nichtangriffspakte abschließen wolle;

zweckmäßigerweise, so schränkt die Pariser Regierung ihre Zustimmung ein, dürfe dabei nicht etwa der Locarno- Vertrag und andere ähnliche Abkommen geschmälert werden,durch die Signatar-Staaten gleichzeitig gegen jede Bedrohung ihrer äußeren Unabhängigkeit und gegen jeden Versuch zur Einmischung in ihre inneren Angelegen­heit geschützt werden."

Nun aber weist die französische Regierung darauf hin, daß Deutschland auf dem Gebiet der Rüstungen ein Programm von Forderungen aufstcllt, das den Grund­sätzen direkt zuwiderlause, die die Genfer Konferenz bis­her mit deutscher Zustimmung anerkannt habe.

Deutschland wolle nämlich nicht nur seine ständige Truppenzahl auf 300 000 Mann erhöhen, sondern diese Zahl stelle bei weitem noch nicht die Gesamtzahl der Streitkräfte dar, über die Deutschland ohne jede Mobil­machungsmaßnahme verfügen könne. Außer den P o l i z e i k r ä f t e n, deren militärische Organisation in den früheren Konferenzarbeiten anerkannt sei, kämen auch noch

oie militär-ähnlichen Organisationen

in Frage, deren Bestehenein unumgängliches militä­risches Problem darstelle". Die Angehörigen dieser For­mationen, so behauptet die französische Denkschrift, sei mindestens zum großen Teil durch Reichswehrkadres ausgebildet, so daß sie mindestens in der Handhabung der Kriegswerkzeuge erfahren und ständig zur Ver- formationcn, Kavallerieeinheiten und Pioniertruppen so- fomationen, Kavallerieeinheiten und Pioniertruppen so­wie deren Organisationen und räumliche Verteilung nach den Verhältnissen des alten Heeres.

Infolgedessen müßten diese Formationen bei der Berechnung des Personalstandes für das Feldheer eine entsprechende Berücksichtigung finden.

Weiter behauptet die französische Denkschrift, daß Deutschland

die Aufrüstung

sowohl in quantitativer wie qualitativer Hinsicht ver­lange. Die Deutschland zugesagte Gleichberechtigung setze

aber in ihrer gerechten Verwirklichung eine vorherige An­gleichung und Vereinheitlichung der Personalbestände voraus, und dazu bedürfe es an sich schon mehrerer Jahre. Schließlich fordert die französische Regierung eine Fest­legung des Zeitpunktes,

von dem an die Kontrolle wirksam werden solle;

die Einführung und Erprobung dieser Kontrolle unter Bedingungen vollständiger Gegenseitigkeit sind nun aber gerade die Voraussetzungen für eine loyale Durchführung des Abkommens, und nur so ist es möglich, die in Aus­sicht genommenen Rüstungsverminderungen in gegen­seitiger Sicherheit zu bewerkstelligen."

Frankreich erklärt sich bereit, die Umstellung der deut­schen Streitkräfte auf ein reines Verteidigungsheer mit kurzer Dienstzeit und beschränkter Truppenzahl durch eine Herabsetzung der eigenen Streitkräfte zu begleiten, soweit dies die zur Verteidigung des Mutterlandes notwendigen Armeeformationen angeht.

Des weiteren müsse eine Kontrolle eingeführt werden, die sich allseits auf die Personalstärke sowie auf die Herstellung oder Einfuhr von Kriegsmaterial erstreckt. Dann käme man in ein zweites Stadium zu einer all­mählichen Abschaffung des über die qualitativen Grenzen hinausgehenden Kriegsmaterials und allmählich zu einer Steigerung der Zuteilung des erlaubten Kriegsmaterials an die den Militärbestimmungen der Friedcnsverträge untergeordneten Staaten". Darin steckt

die alte französische Forderung derProbezeit"!

Die französische Regierung wolle aber die Heeresstärken, die Kaliber und die Tonnengehalte genau beziffern, und hinsichtlich der Luftrüstungen erklärt sich die französische Regierung bereit, zum Verbot des Bombenabwurfes, allerdings unter den im Juli 1932 festgelegten Bedin­gungen, und außerdem einverstanden mit einer all­gemeinen Herabsetzung der Luftstreitkräfte,

bei einer wirksamen Kontrolle der zivilen Luftfahrt.

Die französische Regierung polemisiert ferner gegen das Bestreben der deutschen Regierung, eine Ausrüstung für Deutschland herbeizuführen, kritisiert das Ausscheiden Deutschlands aus der Abrüstungskonferenz, wünscht aber die Fortsührung der diplomatischen Besprechungen mit Berlin und begrüßt es, daß Deutschland jede Streitfrage mit Frankreich gütlich regeln wolle.

*

Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, wird die seinerzeit an den französischen Botschafter Francois- Poncet übergebene Denkschrift der deutschen Regierung am Sonnabend veröffentlicht werden. Der deutsche Stand­punkt ist ja im übrigen bekannt: Wir sordern nicht mehr, aber auch nicht weniger als die Aufhebung der moralisch für eine selbstbewußte Ration untragbaren Behandlung als Staat minderen Rechtes und Schaffung jener Mög­lichkeit zur Selbstverteidigung, wie sie für jed;n Staat lebensnotwendig ist.

Sie geknebelte saardeutsche Presse. Saarbrücker Abendblatt" auf 14 Tage verboten.

Nachdem erst vor kurzem die dreitägige Verbotszeit desSaarbrücker Abendblattes" abgclauscn war, ist das Blatt wieder verboten worden, und zwar diesmal auf 1 4 Tage.

Das Blatt hatte einen Artikel gebracht, der das landesverräterische Treiben einer gewissen Presse im Saargebiet und die französische Saarpolitik be­rührt. Im Gegensatz zu der vertraglich unantastbaren deutschen Souveränität im Saargebiet, so heißt es in dem Artikel, habe aber die französische Saarpolitik, ähn­lich wie an Rhein und Ruhr, das deutsche Renegatentum gegen das angestammte Vaterland mobil gemacht. Das Blatt schreibt weiter: Auch der beste Gesetzgeber der Welt kann auf die Dauer keine Landesverräter auf eigenem Gebiet vor der Volksrache schützen. Ein Führer, der das verlangte, wäre ein toter Mann. Ein Ansinnen aber, daß Renegaten etwa gleich oder höher berechtigt seien als die Männer des Volkes, verstoße gegen alle Gesetze menschlichen Gemeinschaftslebens. Daraus hat die Regierungskommission einen Verstoß gegen die Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffent­lichen Ordnung und Ruhe und Sicherheit konstruiert.

Oie ^Saarbrücker Zeitung" auf drei Tage verboten.

Die Regierungskommission des Saargebiets hat die Sarbrücker Zeitung" wegen des ArtikelsSturmangriff am 30. Januar" für drei Tage verboten. In dem Artikel hatte dieSaarbrücker Zeitung" in ironischer Weise die Maßnahmen der Regierungskommission geschildert, die diese zur Verhinderung der Schmückung der Häuser in Saarbrücken am Jahrestage der nationalen Revolution ergriffen hatte.

Wozu noch Grenzpfähle im Reich?

Anschließend an eine Besprechung fuhren die Poli­tischen Leiter des Kreises Maulbronn der RsDAP. in el Kraftwagen an die badisch-wurttem- beraifche Grenze zwischen Knittlingen und Bretten. Bald waren die beiden Grenzpfähle schwarz-rot und gelb- rot-gelb

ausgehoben.

Das Ereignis, das in Knittlingen rasch bekannt wurde, zog viele Schaulustige an.

Von dort zog man nach Enzberg vor den Toren Pforzheims, um auch hier die Grenzpfähle zu beseitigen.