Zul-aer /lnZeiger
scheint jeden Werktag. Bezugspreis: monatlich , 70 Mk- Bei Lieferungsbehinderung durch „Höhere r^mait" bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedr. Ebrenklau, Fulda, Königstr. 42. Druck: Friedr. Brentlau, Lauterbach H. Hauptschriftleiter: Cbri- Itian Seipel, Fulda, Königstr. 42. Vertreter des Haupkschristleiters: Fr. Ehrenklau, Lauterbach H.
Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zulöa- und Haunetal >Zulöaer Kreisblatt
NeSaktion und Geschäftsstelle: Königstraße 42 ❖ Zernsprech-Inschluß Nr. 24-4
Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Rabatt nach Tarif gewährt, bei zwangsweiser Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. — „DA." 1100. — Verantwort!, für den Anzeigenteil Christian Seipel, Fulda, Königstr. 42.
Nr. 36 — 1934
Fulda, Montag, 12. Februar
11. Jahrgang
vie xrau, Lebenrqueu der Nation.
i Grohe nationalsozialistische Frauenkundgebung.
DerSpor 1 palast sah eine Frauenversamm- lung, wie sie Berlin noch nie erlebt hat. Als Auftakt zu der Gautagung der NS.-Frauenschaft Groß-Berlin fand eine öffentliche Frauenkundgebung statt, zu der
mindestens 25 000 Frauen hcrbeigecilt
waren. Parteigenossin F i k e n t s ch e r, die Leiterin der Frauenschast Groß-Berlin der NSDAP., eröffnete die Kundgebung.
Hierauf ergriff Stellvertretender Gauleiter G ö r - litz er das Wort. Er wies einleitend darauf hin, daß es nicht zuletzt der Mitarbeit der nationalsozialistischen Frauen zu verdanken sei, daß die Bewegung zur Machtübernahme gekommen ist. Wenn man diesen deutschen Frauen, die nur für ein Ideal kämpften, die Vertreter des weiblichen Geschlechts gegenüberstellt, die die Bewegung auf das energischste bekämpften, die das Wesen der Frau darin sahen, möglichst viele Vertreterinnen in den Parlamenten zu haben, so müsse man auf der anderen Seite betonen, daß der Nationalsozialismus bewußt von diesen Idealen abgerückt sei, und immer die Ansicht vertreten hatte, daß das
Wirkungsfeld der Frau in der Familie zu sehen sei. Nach der Machtübernahme Adolf Hitlers sei die Frau wieder, mit ihrer ureigensten Zustimmung, auf ihren Aufgabenkreis beschränkt worden. Der Redner erntete stürmische Zustimmung und Heiterkeit, als er feststellte, daß im Grunde genommen in einer marxistisch- liberalistischen Zeit der Drang der Frau nach dem Parlament aus der Tatsache herrührte, daß die M ä n n e r a u f das kläglich st e versagt hatten. Wenn die Frau in Zukunft wieder die Hoffnung habe, daß Deutschland von richtigen Männern geführt werde, so werde sie auch selbst nicht mehr hineinreden wollen und keinen Wert mehr daraus legen, die Hosen anztlzlehen.
Mit herzlichem Beifall begrüßt, nahm dann der Stabsleiter der PO., Dr. Ley, das Wort. Wir wissen, so führte er u. a. aus, daß gerade in der Nationalsozialistischen Frauenschaft heute in den meisten Kreisen Verbitterung darüber besteht, daß
ausgerechnet auf dem Gebiet der Frau heute noch die ganze Vielheit der Verbände vorhanden
ist. (Lebhafter Beifall.) Die konfessionellen Verbände wollen die Nächstenliebe predigen. Es sind schöne barmherzige Schwestern, die nur in Konfessionen arbeiten
Saardeutsche und NSDAP.
Eine erklärende Bekanntgabe von Rudolf Heh.
Die NSK. melbet: Der Stellvertreter des Führers, Juibolf Hetz, gibt über die Frage der Zugehörigkeit vonSaardeutschen nach der Abstimmung zur NSDAP, des Reiches bekannt:
Eine ganze Anzahl von Anfragen aus dem Saargebiet, die die spätere Zugehörigkeit zur NSDAP, des Nciches und die notwendigen Voraussetzungen für eine solche spätere Mitgliedschaft betreffen, haben mich veranlaßt, den Führer Adolf Hitler um eine Entscheidung zu bitten. Nach Rücksprache mit dem Führer bin ich durch ihn ermächtigt worden, bekanntzugeben, daß
die Mitgliedschaft zur NSDAP, des Saargebicts an sich noch seinen Anspruch darstellt auf eine spätere Übernahme als Mitglied in die Rcichspartci.
Schon deshalb nicht, weil die NSDAP, des Saargcbietes bollig selbständig ist. Nach der Abstimmung kann jeder Deutschs der sich um die deutsche Sache bei der Ab- n l in m u n g besonders verdient hat, ohne Rück- W auf seine bisherige Zugehörigkeit Mitglied der ichspartei werden. Hingegen bleibt bedingungslos all denen der Zugang zur NSDAP, gesperrt, die in der Zeit dès Abstimmungskampfes Partei- und weltanschauliche Fragen in einer Form erörterten, durch die der Zusammenhalt der Deutschen irgendwie gefährdet werden könnte. Denn an der Saar gibt cs für alle wahren Deutschen jeder Kon- üim'n, jeder Partei und jedes Standes nur eine Parole: „Zurück zu unserem Deutschland!"
M^e Parole bat alle zusammengeführt, die zusammcn- wollen für das große gemeinsame deutsche Vater- m Wer diese Parole sabotiert, hat in aller Zukunft Aecht, sich Nationalsozialist zn nennen, und er ivirb auch niemals in die Partei ausgenommen wcr- m . ) der Wiedervereinigung des Saargebictes mit «Wäsche wird derjenige von der Aufnahme in die ausgeschlossen, der irgendwelche Drohungen ff Dritte ansspricht, die Zwangsmaßnahmen nach der ^wstimnning ankündigen.
diesen Bekanntgaben ist die nötige Klarheit gc- S o o ", In der der Sieg ersochten wird: Deutsch die
*
können. Was durch Konkordat geschützt ist, soll geschützt bleiben. Aber man darf uns nicht verargen, wenn wir durch unser Vorbild auch diesen Kreisen klarzumachen suchen,
daß wir nicht konfessionell gespalten, frühern ein einziges großes Volk sind.
Wenn es richtig ist, daß der Jude, Liberalismus und Marxismus bewußt die Vielheit der Frauenverbände gegründet haben, mutz es unser Ziel sein, sie möglichst wieder wegzubringen und die Frau zurückzuführen in die Familie.
Unter stürmischem Beifall teilte Dr. Ley dann mit, daß der Vertreter des Führers durch ihn den Parteigenossen Hilgenfeldt zum Amtsleiter der Nationalsozialistischen Frauenschaft ernannt hat, und daß diese Ernennung im engsten Einvernehmen mit Reichsinnenminister Dr. Frick erfolgt ist.
Danach nahm der neue Amtsleiter der NS.-Frauenschaft, Pg. Hilgenfeldt, das Wort zu richtungweisenden Ausführungen über die Zukunftsaufgaben der deutschen Frau. Er verlangte neben dem Kämpfertum des Mannes ein vollentwickeltes Weibstum, das in der Mutterschaft und Pflege des Nachwuchses seine Hauptaufgabe erblickt.
Wir haben die Absicht, nach Ablauf des Winterhilss- werks ein H i l f s w e r k für die Mutter und das Kind cinzuleiten. Wir haben mit einer erheblichen Zunahme des Gcburtenreichtums zu rechnen. Deshalb wollen wir ansangen, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, damit sich hier keine Schädigungen ergeben.
Ich habe vor einigen Wochen in München mit dem Leiter des Mütteramts, Pg. Dr. Stadler, gesprochen. Er hat mir gesagt, daß nach seinen Erfahrungen und Feststellungen im vergangenen Jahr etwa die H ä l f te a l l e r Abtreibungen aus Sozialindikationen erfolgt sind. Diese Tatsache allein hätte genügt, um das Recht zu haben, den alten Staat zn stürzen. Denn wenn ein Staat es duldet, daß junges Leben getötet wird, weil er nicht in der Lage ist. für dieses Leben zu sorgen, dann verdient dieser nichts anderes, als daß er selbst vernichtet wird.
Wir Nationalsozialisten bekennen uns zum Leben. Wir werden deshalb
auch zu der unehelichen Mutter hingchen, die ein Kind erwartet und werden ihr helfen, ohne daß wir uns das Recht anmaßen, sie abzuurteilen. Ich bin der Ansicht, daß wir durch diese Tathilfc uns zu einem höheren sittlichen Ziel bekennen, als wenn wir uns hinstellen würden und diese Mutter verächtlich machten.
Das Saargebiet und die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums.
Auf wiederholte Anfragen von Beamtenorganisatio- nen und Einzelpersonen aus dem Saargebiet, in denen Befü rch tu ng e n über die spätere Stellung von Beamten, Angestellten und Arbeitern auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums zum Ausdruck gebracht werden, wird durch den Saarbevollmächtigten der Reichsregierung amtlich m i t g e t e i l t: Nach den maßgeblichen Bestimmungen des Berufsbeamtenacsetzes müssenEntlassnngsvcrfügungen bis spätestens 31. März 1934 zugestellt sein. Schon daraus geht hervor, daß dieses Gesetz keine Anwendung für eine spätere Zeit finden kann. Die Reichs^ regierung beabsichtigt auch nicht, ein ähnliches Gesetz nach der Rückkehr des Saargebictes zum Mutterlande zu erlassen.
*
Gäste aus her Saar in Wanne-Eickel.
Große Kundgebung im Stadion.
Fünfzig Saarländer vom Saarbrücker Fuß - b a l l v c r è i n trafen aus dem Hauptbahnhof in Wanne ein, wo sic von einer tansendköpfigcn Menschenmenge b c - geistert begrüßt wurden. Der Führer des Wanne- Eickeler Saarvereins, Hauer, und Oberbürgermeister Boennebruch begrüßten die saarländischen Gäste herzlich. Am Nachmittag fand im Wanne-Eickeier Stadion, wo eine SA.-Kapelle musizierte, in Gegenwart einer fünftausendköpfigen Menschenmenge eine große Saar- kundgebung statt. Der Beauftragte des Bundes bei Saarvercinc, Polizeipressereferent Kloos (Recklinghausen; schilderte
den Freihcitskampf der Saarbevölkerung.
Mar Empel (Saarbrücken) verstand cs, sich zum beredten Dolmetscher der Saarbevölkerung zu machen. Mit dem Saarlandlied fand die Kundgebung ihren Abschluß.
Forstbeamie stiften ein Sportflugzcug.
Berlin. Auf dem Flughafen Staaken fand die Taufe eines Klemm-Sportflugzeuges statt, das vom Reichsbund Deutscher Forstbeamten dem Deutschen Luftsporwerband geschenkt worden war. Nach einer Ansprache deS Führers des Reichsbundes, Oberförster Miethe, vollzog der Präsident des Deutschen Lust spâerSandes, Lost,er, den D-ukakt Die Maschine erhielt den Namen des Schutzheiligen deS Weidhandwerks, „Hubertus
Volksgemeinschaft undSteuerpflichi.
Von Staatssekretär Fritz Reinhardt.
NSK. Der nationalsozialistische Staat stellt die Form dar, in der sich das Leben der Volksgemeinschaft und aller ihrer Glieder vollzieht. Führung und Verwaltung des Staats sind da, um die Voraussetzungen zu schaffen und zu erhalten, deren es bedarf, wenn das Volk als solches und damit jeder einzelne Berufsstand und jeder einzelne Volksgenosse soll leben und gedeihen können. Der einzelne Volksgenosse zahlt Steuern, um dem Staat die zur Erfüllung seiner Aufgaben erforderlichen Mittel zu geben.
Die Steuermoral war in den Jahren vor 1933 sehr bedenklich gesunken. Das hat sich seit der Übernahme der staatlichen Macht durch Adolf Hitler grundlegend geändert. Im Adolf-Hitler-Staat geschieht seitens der Führung und der Verwaltung alles nur Denkbare, um die Voraussetzungen zu verbessern, nach denen sich das Schicksal der Volksgemeinschaft und damit Wohl und Wehe jedes einzelnen bestimmen. Die Zahlen, in denen sich die soziale, wirtschaftliche und finanzielle Lage unseres Volkes spiegelt, bewegen sich in aller Eindeutigkeit in g ü n st i g e r Richtung.
Der Wandel im Verhältnis der Staatsführung zur Volksgemeinschaft und zu den einzelnen Volksgenossen hat auch bereits zu einem Wandel in der Steuermoral geführt. Das ist auf die immer größer werdende Erkenntnis zurückzuführen, daß im nationalsozialistischen Staat nicht eine Mark ausgegeben wird für Zwecke, die mit den Interessen der Allgemeinheit und mittelbar jedes einzelnen Volksgenossen nicht in Einklang zu bringen wären.
Äußerste Sparsamkeit und eiserne Disziplin in der Verwendung der Steuergelder ist einer der wesentlichen Grundsätze nationalsozialistischer Staats- führung.
Im ersten Hitlerjahr sind im Gegensatz zu den unmittelbar vorangegangenen Jahren keinerlei Steuererhöhungen erfolgt, wohl aber verschiedene erhebliche Steuererleichterungen für diejenigen Volksgenossen, die sich aktiv in den Kampf um die Verminderung der Arbeitslosigkeit eingeschaltet haben. Es ist auch bereits mit dem 'Abbau von Steuern begonnen worden. Die Auswirkungen sind außerordentlich günstig. Die Zahl der Arbeitslosen ist heute um 2,3 Millionen niedriger als im gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.
Das Rechnungsjahr 1933 wird das erste sein, in dem das Aufkommen an Steuern nicht mehr, wie in den vorangegangenen Jahren, um Hunderte von Millionen unter dem Voranschlag zurückbleiben, sondern diesen erreichen, wahrscheinlich sogar etwas übersteigen wird.
Der nationalsozialistische Staat hat in Wahrnehmung der Belange der Volksgemeinschaft und damit jedes einzelnen auf verschiedenen Gebieten neue Aufgaben zu erfüllen. Und im Haushaltsjahr 1934 werden auf der Ausgabenseite zum erstenmal die V o r b e l a st u n g e n in Erscheinung treten, die sich aus der Ausgabe der Steuer- gutscheine und aus den verschiedenen Arbeitsbeschaffungs- Programmen ergeben. Trotz dieser unabwendbaren Erhöhung der Ausgabenseite im Haushaltsjahr 1934 wird jede irgendwie geartete Steuererhöhung unterbleiben. Es wird im Gegenteil den Steuerpflichtigen immer wieder empfohlen werden, die Steuererleichterungen wabrzu- nehmcn, die in den entsprechenden Gesetzen und Erlassen des Jahres 1933 im Rahmen des Kampfes um die Verminderung der Arbeitslosigkeit vorgesehen sind.
Die Steuerreform, die im Laufe des Jahres 1934 Gesetz werden wird, wird einkommensteuerlich erstmalig auf das Einkommen für 1934 Anwendung finden und eine Fortsetzung des Abbaus von Steuern in sich schließen. Durch diese Steuerreform wird eine allgemeine Entlastung von Produktion, Verbrauch und Besitz eingeleitet werden.
Der Umfang und der Grad der Beschleunigung der allgemeinen Entlastung von Produktion, Verbrauch und Besitz werden im Wesentlichen durch zweierlei bestimmt werden: erstens durch die Pünktlichkeit aller Volksgenossen und aller Unternehmungen in der Erfüllung ihrer laufenden Steuervcrpflichtnngen und durch die baldige Beseitigung etwa noch vorhandener Rückstände, und zweitens dadurch, daß alle Volksgenossen wieder steuer- ehrlich werden und dem Staat nichts vorenthalten, ivas ihm auf Grund der bestehenden Gesetze zukommt.
Ein neuer Erlaß, betreffend Flüssigmachung „rückständiger Steuern für Zwecke der Arbeitsbeschaffung, wird weder jetzt noch später erfolgen. Steuern, die nunmehr aus der Zeit vor dem 1. Januar 1933 ober aus dem Jahre 1933 noch rückständig sind, werden, soweit nicht aus anerkannten Billigkeitsgründen Stundung erfolgt ist, beigetrieben werden.
In der Zeit vom 1. bis 15. Februar 1934 sind die Steuererklärungen für die Besteuerung des im Steuerabschnitt 1933 bezogenen Einkommens abzugeben. Bei der Abgabe dieser Steuererklärung wird der einzelne Volksgenosse Gelegenheit haben, zu beweisen, wie cs um seine Treue zum heutigen Staat bestellt ist, und ob sein Wunsch nach einer weiteren Besserung der sozialen, wirtschaftlichen und finanziellen Dinge unseres Volkes e r n st gemeint ist. . . .
Nur derjenige ist Nationalsozialist und nur bcricntgc steht zum heutigen Staat, der sich in allen r tilgen nach dem Grundsatz „G cmcinnutz vor Eigennutz leiten läßt. Wer aus eigennützigen Beweggründen 1 cm Einkommen oder Vermögen fall» angivt schadet der Ge samtheit aller Volksgenossen und verletzt somit seine Pflichten gegenüber der Volksgemeinschaft. Was der eine Volksgenosse durch falsche Angaben dem -staat ^und da mit ^r VoMganzhött serentäätt, fehlt dem Staat zu rdHM« ErkÄuna keiner Aufgaben und muß unter Um-