Zulöaer MZeiger
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Nr. 48 — 1934
Tagebla« für Rhön und Vogelsberg Se&Mäi «
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Fulda, Montag, 26. Februar 11. Jahrgang
Millionen Hände — Ein Schwur!
Seuffchland im Zeichen des Eides.
München als Mittelpunkt des Tages.
Ganz Deutschland stand schon am Sonnabend im Midien der Vereidigung von 1 Million Amtsträgern her nationalsozialistischen Bewegung aus den Führer, die her Stellvertreter des Führers, Rudolf H e ß, am Sonn- vornahm. Alle Gaue der NSDAP, hatten Gaupartei- taae angesetzt, an denen auch die Nebenorganisationen beteiligt waren. Alle Parteitagsorte prangten in Flaggen- schmuck. überall waren Tausende von Politischen Leitern eingetrosfcn, um an den Kameradschaftsabenden teilzu- nehmen, die zur Erinnerung an die Wiedergründung der Partei vor neun Jahren stattfandcn.
Ganz besonders richtete sich das Interesse nach München, dem historischen Sitz der NSDAP., von dem aus die Vereidigung vorgenommen wurde. Dort verrichte regstes Leben. Alle Hotels, alle überhaupt nur verfügbaren Quartiere waren voll besetzt. Hakenkreuz- fabnen und schwarz-weiß-rote Fahnen wallen von den Dächern und Häusern, dazu hier und da das Weitz und Blau Bayerns. In München leistete auch der grötzte Teil der Mitglieder der Reichsleitung der NSDAP, den Eid. Auf dem Hauptbahnhof rollte Sonderzug um Sonderzug ein.
Ähnlich war das Bild in den anderen Städte», in allen Teilen des Reiches, wo die Amtswalter zu* Vereidigung eintrafen. Ganz Deutschland sta«:d im Zeichen des Eides auf den Führer.
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SitgwßteSidesleistllngdnGeslhichte
Gattparteitag und Vereidigung kn München.
Das ganze Reich nahm an den Münchener Festtagen teil, an denen vor vierzehn Jahren die Bewegung geboren wurde, die heute Deutschland ist. Während am 24. Februar 1920 nur die 2000 Ersten Adolf Hitler im Hofbräuhaussaal hören und seine 25 Programmpunkte mit eigenen Ohren vernehmen konnten, vermittelte der Rundfunk am Sonnabend die Feierstunde bis in die kleinste Gemeinde, bis in das abgelegenste Gehöft — aber auch der ganzen Welt, die — wieder einmal — aus berufenstem Munde hören konnte, was der Nationalsozialismus ist und was er will: Arbeit, Frieden, Ehre und Gleichberechtigung.
Auftakt: Der Führer bei der Alten Garde im HofbräuhauS.
Im großen Hofbräuhau ss â al hatte sich am Sonnabendabend die Alte Garde versammelt, um den Führer zu hören. Der gleiche Saal, bei dem man vor vierzehn Jahren Bange hatte, ob er auch gefüllt werden würde, war überfüllt. Unter den Klängen des Deutschlandliedes erscheint der Führer. Er
schreitet mit einem sieghaften Lächeln durch die Reihen seiner Getreuen;
alle Hände strecken sich ihm entgegen. Unermüdlich schüttelt Adolf Hitler die Hände seiner Garde. Er kennt sie alle. Seinem Gedächtnis entfällt nichts, am wenigsten Namen und Gesichter seiner treuesten Freunde. Unter den alten Kämpfern sieht man Oberbürgermeister Fiehler- München, Staatssekretär Tauper, Oberstadtschulrat Bauer. Man sieht wieder den Frontkameraden des Führers im velde, Amann, den ersten Geschäftsführer der Partei bis zu ihrem Verbot im Jahre 1923. — Nach einem drci- fachen Sieg Heil der Alten Garde auf den Führer Ergriff Adolf Hitler unter stürmischem >n>bel das Wort. Immer wieder wurde seine Rede von lang anhaltendem Beifall und donnernder Zustim- ninng unterbrochen.
Dr. Ley vor Amtswaltern und politischen Leitern.
Am Sonnabendabend erschien der Führer der Deut- IGen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, noch einmal vor den Politischen Leitern der NSBO. und den Amtswaltern der deutschen Arbeitsfront, die im B ü r g e r b r ä u k e l l c r versammelt waren. In seiner Ansprache führte Dr. Ley ’■ "-aus, es müsse einmal so sein, daß es in dem vb-Aiillioneiivolk so sei wie in der SA., der SS. und der
Wo deutsche Menschen lebten, müßten sie erkennen, M sie auf
^dcih und Verderb miteinander verbunden
3“ d" bevorstehenden Vereidigung erklärte Dr. Leh »mm U. 0.: Wir wollen damit bekunden, daß zwischen und Gefolgschaft etwas Geheimnis- s ir sk lfo das nur der empfinden kaun, der wirklich C- ss??ch'"lchzialismus in sein Herz ausgenommen hat: s^h Treue, die Kameradschaft aus Gedeih und Ver- lca ’ Zweites wollen wir in den Schwur hinein- fchi 11 k *"" dem Führer, wollen wir auch einander treu .vd als drittes: Wir wollen Iren sein dem Volk. Das gut und edel, sinkt cs, so waren seine schlecht.
^sttag: Oie Vereidigung auf dem Königsplatz.
^= vor Anbruch der Morgen- Weiler “m Sonntag die Kolonnen der Politischen um i/Än Aufmarschplätzen zuströmten, sammelten sich ' "hr die Abordnungen der
fünf Banne der Hitlerjugend zum großen Wecken.
tim V28 Uhr sammelte ein S t a n d k o n z e r t der SAR.- Kapelle R16 „List", das auch auf alle deutschen Sender übertragen wurde, die Zuhörerschaft vor der Feldherrnhalle. Punkt 8 Uhr
setzten sich die Formationen der Amtsleiter und der Arbeitsdienstführrr sowie die Gruppen der HJ.- Führer in Bewegung und gliederten sich in musterhafter Ordnung in den großen Aufmarsch am Königsplatz ein.
Ein prächtiges Bild im Glanze der Frühlingssonne boten der Einzug der 3 0 0 Fahnen und Wimpel der Hitlerjugend und der Fahnenwald der NSBO. Schlag 10 Uhr
kündeten Fanfaren von den Zinnen der Propyläen den Abschluß des Riesenaufmarsches.
Gleichzeitig leuchteten von den Pylonen am Eingang des Königsplatzes und auf den Propyläen Flammen auf. Um 10 Uhr kamen vom Hofe des Braunen Hauses her die Mitglieder der Reichsleitung in geschlossenem Zuge heran und nahmen vor den Propyläen Aufstellung. Kurz darauf nahm im Braunen Haus der Stellvertreter des Führers, 31 u b o l f Heß, gesondert die Vereidigung der Reichsleiter und Ämtsleiter vor. Um 10.20 Uhr erschollen auf dem Königsplatz abermals Fanfarenklänge. Gauleiter Staatsmini st er Wagner traf unter lebhaften Heilrufen an der vor den Propyläen errichteten Rednertribüne ein. Kurz darauf fuhren auch die führenden Männer des Stabes vor, voran Reichsstatthalter General Ritter von Epp und Ministerpräsident Siebert. Es folgten die Meldungen: Dem Stabsleiter der PO., Dr. Ley, meldete Gauleiter Minister Wagner
14 200 Politische Leiter des GaueS München- Oberbayern.
Anschließend wurden 215 Stabswalter der Reichsleitung gemeldet. Gebietsführer Klein des Gebietes Hochland meldete dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach
16 600 Führer und Führerinnen der Hitlerjugend, des Jungvolks und des BDM.,
Gauarbeitsführer Baumann meldete dem Reichsarbeitsführer Hierl 488 Arbeitsdien st führer. Punkt ^/-11 Uhr kam vom Braunen Hause her, im Kraftwagen stehend, der Stellvertreter des Führers, Reichs- minister Rudolf Heß. Auch er wurde von Fan- farenklängen und von lebhaften Heilrufen aus der weiten Runde begrüßt. Als er die Tribüne betreten hatte, wurden ihm sofort die Meldungen aus dem ganzen Reiche erstattet. Stabsleiter der PO„ Dr. Ley, meldete
795 000 Amtswalter im Reich zum Appell angetrctcn. Reichsjugendführer von Schirach meldete 130 477
„Seid getreu im Geiste Hitlers !"
Rudolf Hetz' Vereidigungsrede in München.
Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, hielt bei der Vereidigung der Politischen Leiter eine Rede, in der er u. a. betonte:
Ihr schwört euren Eid an einem Tage, der zugleich erstmals als Heldengedcnktag in Deutschland begangen wird. Wir senken die Fahnen zur Weihe dieses Tages und gedenken allem voran und mehr denn je derer, die als Helden lebten und als Helden starben. Die Fahnen find geneigt vor den Großen unserer Geschichte, vor den Kämpsern für Deutschland, vor den Millionen des Weltkrieges, vor denen, die starben als wegbereitende Opfer für das neue Reich. Ich nenne Horst Wessel, weil sein Name uns zum Symbol wurde und ich tn ihm aller gedenke, die „Rot-Front und Reaktion erschossen".
Wir ehren das Heldentum an sich und können daher auch jenen die Achtung nicht versagen, die in O st er re ich für Idee und Pflicht das Leben ließen. Zwar ist die Idee von uns als falsch erkannt, aber das Sterben derer, die ihr opfernd folgten, war nicht weniger berotsch. Wir aber liegen die Hoffnung, daß auch hier im deutschen Bruderkrieg in Österreich wieder ein Terl lener Kraft wirkte, die „stets das Böse will und stets das Gute schafft . Erfüllt sich unser Hoffen, dann sind auch diese Opfer nicht u in s o n st gebracht worden.
Wir wollen nicht vergessen die Mütter, Frauen und Kinder, die ihr Liebstes — oft ihren Ernährer — Hingaben und in stillem Heldentum ihr Schicksal tragen. 4. cm ehrenden Erinnern an kampfstarkes männliches Helden- tum und dem Gedenken des schweigenden Opfertums der Mütter und Frauen gilt unö Deutschen die Treue gleich in der Heiligkeit des Begriffs. .
Nicht allein Treue in der Tat, auch -treue in der Gesinnung wird von euch gefordert, Treue, die kein Wenn und Aber, die keinen Widerruf kennt. Treue in der Gesinnung bedeutet
unbedingten Gehorsam.
Es ist A d o l f H i t l e r 8 Führerstärke, daß er in bei Politischen Organisation fast stets durch die Kraft seiner Überzeugung wirkt und nur selten befiehlt. Er muß aber
Führer der HJ„ 43 062 Führerinnen des BDM. und
990 Führer des deutschen NS.-Studentenbundes, Reichsarbeitsführer Hierl meldete 18 500 Führer des Arbeitsdienstes als zur Vereidigung angetreten.
Rudolf Heß begrüßte die einzelnen Gruppen mit einem kräftigen Heil, das tausendfältigen Widerhall fand. Der gemeinsame Gesang des Horst-Wessel-Liedes leitete die Feier ein. Zuerst sprach Gauleiter Innenminister Wagner. Er führte aus: Als Gauleiter des Gaues München-Oberbayern, des Gründungs- und Traditionsgaues der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei grüße ich euch, die ihr hier auf diesem historischen Platz, dem Königsplatz in München, angetreten seid, und euch, die ihr in allen Gauen des Reiches in dieser Stunde Zeugen und Mitteilnehmer seid dieses Aktes der Partei, der die Vereidigung aller Politischen Leiter und Führer aller genannten Formationen bringen soll. Ich entbiete euch den Gruß
im Angesicht des Braunen Hauses zu München, ich entbiete euch den Gruß aus dieser deutschen Stadt, in der Adolf Hitler unsere heilige Bewegung schuf, ich entbiete euch diesen Gruß aus dieser Stadt, in der die ersten Opfer für unsere Weltanschauung fielen, und ich bitte euch alle, alle die Hunderttausende der Partei und die Millionen des deutschen Volkes, feierlich diese weihevolle Stunde zu erleben.
Sodann legten der Reichsjugendführer Baldur von Schirach und der Stabsleiter der PO., Doktor Robert Ley, das Treuebekenntnis zum Führer Adolf Hitler ab. Anschließend sprach der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß. Unmittelbar, bevor Rudolf Heß den Massen den Schwur aus den Führer Adolf Hitler abnahm, erklang weihevoll das Deutschlandlied, wobei in strahlender Sonne Zehntausende von Händen sich zum Himmel erhoben. Dann erfolgte der überaus eindrucksvolle und
weihevolle Akt der Eidesleistung, bei dem der Wortlaut des Treuschwurs von den Schwörenden langsam und feierlich nachgesprochen wurde. Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, beendete diesen denkwürdigen Akt mit der Feststellung:
Die größte Eidesleistung der Geschichte ist geschehe». Musikklänge schlossen die Feier, die die Reihe der große» nationalsozialistischen Kundgebungen in der Geburtsstadt des Nationalsozialismus um eine weitere vermehrt hat. Nach der Feier wurden die Münchener Standarten unter den Klängen des Präsentiermarsches in das Braune Haus gebracht, während ein großer Teil der braunen Kolonne» in Neuner- und Zwölferreihen am Braunen Hans v»r- überzog.
wissen, daß) wenn er befiehlt oder besetzten läßt, bet Befehl auch unbedingt befolgt wird bis herab zum letzte. Blockwart.
H i t l e r j u n q e n ! Ihr habt euch dem Führer in jene" bedingungslosen Hingabe an Deutschland unterstellt, die vor 20 Jahren von Deutschlands jüngster Kampftruppe, die von den Freiwilligen von Langemarck das große gemeinsame Heldensterben für Volk und Reich ver- langte. Ihr selbst habt euch diese
Jugend von Langemarck zum Vorbild gestellt.
Ihr habt das Glück, in einem Reich zu leben, das de* besten Stürmern von 1914 nur als Hoffnung und Ahnun« vorschwebte, ein Reich, das für die Ewigkeit zusammen geschmiedet, eine untrennbare Einheit bleibt, wen» ihr eure Pflicht tut. Für euch heißt Pflicht tun: des Führers Befehlen wortlos folgen In lebendigem Erinnern ehrt ihr eure toten Kamerade» des ersten Kriegsjahres am stärksten, wenn ihr derer Disziplin in euren Reihen wachhaltet. Für de« Hitlerjungen-Führer muß Disziplin um so mehr erstes Ge- bot sein, je mehr Disziplin er von seinen Jungen verlangt
Ich weiß, wie ihr verfolgt, geschmäht, verachtet uni verhöhnt worden seid wegen eures Glaubens an der Führer. Ich weiß aber auch, daß alle Gefahren unk Leiden, denen ein Hitlerjunge in den rötesten Gebieten i» den Jahren vor der Machtergreifung ausgesetzt war, nich vergleichbar sind den Gefahren und Leiden eines einziger Tages Trommelfeuer, den ein Angehöriger der Front gcneration durchlebte. Vergeßt daS nie, wenn euer Führer den dieses Trommelfeuer für uns verschonte, hart, Selbstzucht von euch verlangt. .,
Den Politischen Leitern wiederhole tch, waè ich ihren Kameraden vom Gau Thüringen vor deren Vereidigung im letzten Jahre zurief: Seid treu im G e i st e H i t l e r ö !
„Führer sein heißt vorleben r« so wie «dol, Hitler euch und der Mitwelt vorlebt. Treu sein H.t erè Geist heißt zurückhaltend und unabhängig von Äußerlichkeiten bleiben. Treu sein Hitlers Geist heißt in guten unt in bösen Tagen Nationalsozialist bleiben durch und durch
Nationalsozialist durch und durch sein heißt, immei nur an das ganze nationalsozialistische deutsche Voll denken, es heißt: In welchem Kleide auch immer Dienet