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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zulöa- und Haunetal * Zul-aer Kreisblatt

Re-aktton un- Geschäftsstelle: Köntgstraße 42 > Zernsyrech-^nschluß Nr. 2484

Nr. 53 1934

Fulda, Samstag, 3. März

11. Jahrgang

Entlastung

Ugabeusenkung ab 1. April.

Wütige Mitteilungen des Staatssekretärs Reinhardt.

^5 .Hamburger Fremdenblatt" veröffentlicht eine nâcdung des Staatssekretärs im Rcichsfinanzministe- ' Nein Hardt, mit dem Berliner Vertreter des "jat'es Das Gespräch erstreckte sich u. a. auf Fragen der Memeinen Steuerpolitik.

Besonders beschäftigt den Staatssekretär die bebunq der Kaufkraft der ärmeren Bevölkcrnngs- Mchtcn. Die Spanne zwischen Brutto- und Nettolohn »scheint ihm gegenwärtig aus verschiedenen Gründen hach. Dazu trugen nicht nur die staatlichen Abgaben bei sondern vielfach auch die hohen Pflichtbeiträge für cr'amsationen usw., für deren Verringerung er sich bereits mit Nachdruck eingesetzt habe. Das Reich werde mit gutem Beispiel vorangchen.

Die Abgaben für Arbeitslosenhilfe erbringen im laufenden Rechnungsjahr rund 525 Millionen Mark. Er beabsichtige nun, die Abgaben mit Wirkung ab 1. April 1934 limrund 2 8 tzM illionenMarkzusenken.

Vom 1. April ab wolle er alle Einkommen von nicht mehr als 200 Mark völlig frei von der Abgabe zur Arbeitslosenhilfe gestalten.

Die Einkommen von 200 bis 300 Mark monatlich sollen um 35 Millionen Mark weniger und die Einkom- mensstufen von mehr als 300 Mark monatlich um 25 Mil­lionen weniger als bisher an Abgabe zur Arbeitslosen­hilfe aufbringen. Im übrigen komme die freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit, die ihre große Wirkung in den Wintermonaten getan habe, am 1. April ebenfalls in Fortfall.

Auch die Haushaltstage des Reiches sei günstig zu beurteilen. Zum Schluß der Unterredung machte Staats­sekretär Reinhardt e n e r g i s ch F r o n 1 gegen alle Ge­lüste nach einem inflationistischen oder devalvationistischen Kurs, der ein Verbrechen an der Wirtschaft darstellen würde. Regierung und Reichsbank seien entschlossen, nicht das Vertrauen der Sparer zu enttäuschen.

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Sie We?en!ei-ung des WniterhWwerlr.

Fast ein Viertel der Bevölkerung erfaßt.

Über die gewaltigen bisherigen Leistungen des in wenigen Wochen vor dem Abschluß stehenden Winterbilfs- wèrkes äußerte sich der Reichswalter der RS.-Volkswohl- fahrt, H i l g c n f e l d t, in einer Unterredung mit dem

Der Lebensnerv der Saar

Denischland bester Kunde des Gaargehèeies.

Frankreichs Propaganda widerlegt.

Von Tag zu Tag zeichnet sich der Kampf um die Saar, wie er von der Gegenseite geführt wird, scharfer â Eins der von den Franzos,en am meisten dabei gebrauchten Agitationsmerkmale ist bekanntlich die Be­hauptung, das Saargebiet sei ja durch seine enge wirt- lâmstlichc Verflechtung mit der französischen Industrie geradezu auf die völlige Verbindung mit Frankreich an­gewiesen, und eine Rückkehr zu Deutschland würde die schwersten Schäden für die saarländische Wirtschaft zur «°lge haben. Wir wollen heute nicht die für Frankreich W unangenehme Frage untersuchen, wie eng die Ver- vechiung der saarländischen Wirtschaft bis zum Jahre 1919 hm der deutschen Industrie gewesen ist und wie das «irtschastsleben an der Saar gerade durch seine bnnehörig k ei t z u D e u ts ch l a n d seine Bedeutung erhalten hat. Wir wollen heute nur eine außerordentlich

««fschlußrcichc Mitteilung der Saarbrücker Handels­

kammer

diesem Zusammenhang mitteilen.

Der Präsident dieser Kammer hat in einem Rück über das abgelaufene Wirtschaftsjahr festgcstcllt, "Mi von dem Arbeitsbeschaffungs-Programm der «eichsregicrung ein bleibender Einfluß auf die Saar- 'Wirtschaft in steigendem Maße ausgcgangcn ist. $>cutfd)-

G zum st â r k st e n Abnehmer der saarländischen Mcniubuftrie geworden. Im Jahre 1933 ist eine in

K"rve verlaufende wesentliche Erhöhung des 1 minien Warenverkehrs in der Richtung nach Reich festzu stellen."

diesen fachlichen Bekundungen der saarländischen ^^"üsftthrung ist die verlogene französische Agitation I widerlegt. Die Dinge etwa irgendwie schön o - dazu hat die Saarbrücker Handelskammer um "" Anlaß, als ihr ja stündig die landfremde ^Nc^ im Nacken sitzt, die erst vor wenigen

Rr Wirtschaftsorganisationen des SaargebicteS

Ton V - mundtot zu machen versuchte. Nenhn» mb^^^ ganz unter französischem Einfluß WS Regicrungökommission stellt die Saarbrücker ( Kammer in dem gleichen Bericht fest, daß sic von

der Löhne.

Vertreter desDeutschen Nachrichtenbüros". Die Mit­teilungen Hilgenfeldts gehen von der grundsätzlichen Fest­stellung aus, daß zur Vermeidung von Mißbrauch in keinem Falle Geld, sondern nur zusätzliche S ach­te i st u n g e n gegeben werden. Betreut werden alle notleidenden Volksgenossen ohne Ansehen der Konfession, der Rasse oder der früheren Parteizugehörigkeit, also nicht nur Erwerbslose, sondern alle Bedürftigen, Klein­rentner, Kurzarbeiter, Kinderreiche, verschämte Arme. Weiter ist bemerkenswert, daß das große Werk

nicht einen roten Heller aus Staatsmitteln beansprucht hat; die Freiwilligkeit der Opfer ist vielmehr gerade der Grund für die außerordentliche Höhe der aufgebrachten Mittel.

Dabei sind die Verwaltungskosten nur auf 1 pro Tausend zu veranschlagen! Dadurch, daß als Helfer meist Arbeitslose eingestellt wurden, ist ihre Be­schäftigung ein Teil des Winterhilfswerks selbst ge­worden. Endlich sind noch die

unentgeltlich zusätzlichen Arbeiten

zu nennen, die von den Beschäftigten für die Bedürftigen geleistet wurden. Die Bauern ernteten und droschen, die Mühlen vermahlten, die Bäcker buken, alle Handwerke stellten ihre Leistungen in den Dienst der Bedürftigen. Allein die Berliner Friseure spendeten für 160 000 Mark kostenlose Leistungen. Der Kohlenbergbau gab Syndikats­spenden, der Großhandel finanzielle und organisatorische Hilfe, der Kohlenplatz- und Kohlenhandel verteilte die Koh'en unentgeltlich, die Reichsbahn steuerte die Fracht­kosten bei.

Mit seiner Betreuung hat das Winterhilfswerk fast ein Viertel des deutschen Volkes erfaßt. Die Gesamtzahl der bedürftigen Unterstützungsempfänger beträgt rund sieben Millionen; da es sich zumeist nicht um Einzel­empfänger, sondern um Famiiiencrnährer handelt, dürfte die Gesamtzahl aller Volksgenossen, die mittelbar oder un- mMelbar am Winterhilfswerk Anteil haben, rund 16 bis 19 Millionen betragen.

Verteilt wurden bisher im Winter 1933-34 vom Winterhilfswerk u. a. Kohlen 2,6 Millionen Tonnen; Kar­toffeln 12,5 Millionen Zentner; Getreide einschl. Mehl 1,18 Millionen Zentner, ferner ungeheure Mengen Lebens­mittel und Sachspenden. Die Einkünfte der Winterhilfe an Geldspenden erreichten die bemerkenswerte Summe von

75 Millionen Mark.

Reichswalter Hilgenfeldt gab dann eine Vorschau auf das kommende große SommerhilfswerkM utter und Kin d". Er richtete an alle Helfer und Spender die dringende Bitte, in ihrem Eifer nicht zu erlahmen.

einer wirksamen Anstrengung zur Belebung der Saar- wirtschaft bis heute nichts hat merken lassen

Die Handelskammer betont schließlich, sie werde sich auch von der Regierungskommission an der Ausübung ihrer Pflichten nicht hindern lassen.

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Der Führer zur Gaar-Emigung.

Eine Mitteilung von Rudolf Hetz.

Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, Llh ,^m Auftrage des Führers gebe ich bekannt, daß bei Führer die nun vollzogene Zusammenfassung aller Deut­schen des Saargebiets zu einer einzigen Volksgcmciw schaft, die von allem Parteilichen losgelöst ist, auf das wärmste begrüßt. ,

Gleichzeitig weife ich auf meine letzte Bekannt­machung hin, nach welcher die Mitgliedschaft bei der NSDAP, des Saargebietes keinen Anspruchaus die spätere Mitgliedschaft bei der NSDAP, des Reiches bedeutet: vielmehr erkläre ich, daß die Voraus­setzungen für eine spätere Mitgliedschaft bei bei NSDAP. einzig und allein sich aus der Erfüllung sämt­licher Anordnungen des Leiters der Deutschen Front Pirro, ergeben."

Die Stadtverordnetenfraktion der Deutschen Fron hat an Reichskanzler Adolf Hitler solgende- Telegramm übersandt-Erweiterung und Ncubclcbunc der Deutschen Front im Saargebiet hat in der Siad Saarbrücken begeisterten Widerhall gefunden Die Parole für Saarbrücken lautet wie bisher: alles fin Deutschland!"

Prosit!

Einsuyrgenehmigung für acht Millionen Gallonen alkvholiswci

Getränke in USA.

Wie Reuter aus Washington meldet, ist von der fm die Einfuhr alkoholischer Getränke zuständigen ^chern für die Monate März und April d,e Erlaubnis->ur Cm fuhr von 8 070 361 Gallonen (die Gallone - 4 /r Ltter, Wein u n d S Piri t u o fen erteilt worden. In.dieser Kontingent teilen steil 61 Staaten. Der großer^Teil de einzu führenden Gesamtmenge entfallt auf Wem, Heinere auf Spirituosen.

Alte und neue Methoden.

Königsmacher. Abseits vom Völkerbund. Der Weg aus der Krise.

Die Krise ist die Mutter der Gerüchte und je größer und umfassender solch eine Krise ist, desto mehr wächst auch die Kinderschar der Gerüchte an. Das gilt zur Zeit wohl am meisten für Österreich. Für alle Mächte des europäischen Westens, Südens und Ostens ist dieser Staat nur eine Figur im Schachspiel, nur für Deutsch­land nicht! Denn für uns ist er Blut von unserem Blut. Und bleibt es! Aber die anderen Mächte behandeln dieses Österreich, das so urplötzlich zum Drehpunkt ihres poli­tischen Für- und Gegeneinander geworden ist, doch in einer etwas merkwürdigen Art. Vierzehn Tage erst ist es her, als in feierlichen Trompetenstößen die Erhaltung der österreichischen Unabhängigkeit aller Welt als die Forderung des Tages verkündet wurde. Jeder, der nicht blind auf beiden Augen war, lächelte skeptisch oder bitter. Denn allzu viele Fäden, die wie Ketten aussehen, ziehen sich von Paris, Gens, Paris nach Wien. Bald zupft man daran von hier, bald von dort aus und die Puppen tanzen. Soll nun etwa eine neue Puppe auf die Bühne gestellt werden, eine Puppe, die eine Krone trägt und man verzeihe das Bild der das dünngewordene Blut der Habsburger durch die Adern tröpfelt? Soll Otto von Habsburg Herrscher in Österreich werden, nicht von Gottes, sondern von Auslands Gnaden? Diese Methode ist ein bißchen alt; die hat man vor 120 Jahren schon mal in Frank­reich bei den Bourbonen angewandt, allerdings mit entschiedenem Mißerfolg! Die damaligeRestauration" führte alle zurück, die mehr als zwanzig Jahrenichts hinzugelernt und nichts vergessen hatten". Danach riecht's auch éin wenig in einem Teil jener Kreise, die heute in Österreich augenblicklich an der Macht sind oder sich da­nach hindrängen. DochHabsburg" bedeutet mehr als nur Österreich, es bedeutet für den Tonauraum ein Pro­gramm. Und infolgedessen mußte Herr Benesch, der Führer der diesem Programm enigegenstehenden Nach­folgestaaten, wieder den Salonwagen gen Paris benutzen unb inzwischen daheim allerhand dunkle Drohungen gegen eine Habsburger-,,Restauranon" in Österreich in die. Lüfte steigen lassen. Dabei gibt es doch für die Be­seitigung aller zwischen Himmel und Erde nur denkbaren Möglichkeiten der Friedensstörung eine ebenso alte wie schlecht bewährte Methode, die die Überschrift trägt: Der Völkerbund. Freilich paßt auch auf ihn eines deutschen Dichters hartes Wort:Der Bund, dieser Hund, der ist nicht gesund!" Aber Benesch, diesercommis voyageur" des Völkerbundes, sollte doch nicht solche, ihn selbst und die andern noch mehr kompromittierende Androhungen mit Waffengewalt in seiner Musteriasche herumtragen! Tenn das sind doch seit 1918 längst überwundene Metho­den, deren Wiederanwendung Herr Benesch bisher doch höchstens Deutschland vorwarf.

; Politisch rückständige Zeitgenossen könnten im Hin­blick auf dieses eigenartigeSpiel" in und um Österreich den hehren Hüter des Selbstbestimmungsrechtes der Völker, also den Völkerbund, einmal daraus auf­merksam machen, daß dieses Recht doch eigentlich auch für das österreichische Volk gelte. Und daß man nun eigentlich dieses selbst einmal befragen sollte, wie es über das ganze Spiel denke. Doch dann würden dieKönigs- macher" wohl ihr blitzbfaues Wunder erleben! Aber wer fragt denn heute überhaupt noch den Völkerbund oder nach ihm! Fern von der auf Eis gelegten, schon recht er­starrten Abrüstungskonferenz reiste der englische Staats­sekretär aufDiplomatentour", und die Annäherung zwischen D e u t s ch l a n d u n d P o l c n vollzog sich weit­ab von den Genfer Salons. Die zwischen beiden Mächten getroffenen politischen Vereinbarungen haben nun ihre Vervollständigung erfahren durch ein wirtschaftlich-zoll- polüi'chcs Übereinkommen: diesem aber ist ein besseres Schicksal bcschicden als dem viel umkämpften deutsch- polnischen Handelsvertrag vom Jahre 1930, der zwar in Berlin und Warschau unterschrieben, aber dann weder vom Deutschen Reichstag, noch vom polnischen Sejm ratifiziert wurde. Jetzt soll zunächst einmal dem Zoll- und Handelskrieg ein Ende gemacht werden, der mit allen Mitteln der Zolltarifpolitik, der Einfuhrverbote usw. gegeneinander geführt worden ist und den gegenseitigen Güteraustausch zwischen den beiden Staaten soweit er überhaupt noä> bestand auf ärgste erschwerte. Day auch der deutsche Osten, vor allem Schlesien und L W preußen, schwer darunter litten, daß andererseits aber auch ber Wirtschaft Polens in diesem achtjährigen Krieg schwere Wunden geschlagen wurden, versteht sich angesiäns der Tatsache von" selbst, daß beide Staaten aus Hunderte von Kilometern die gleiche Grenze haben, also Nachbarn sind Unb es ist immer besser, für beide zuträglicher, wenn Nachbarn sich vertragen, als wenn sie sich schlagen. Eine solche Verständigung aber wäre nie zustande gekommen, wenn man etwa auf den Völkerbund mit der Ölkanne feiner Verstäudigungsempsehlungen gewartet hatte.

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Die Welt beginnt zu erkennen, daß der Rational sozialismus ein neuer, durchaus vrigineller ^ersuch rw mit der geistigen, politischen und tvirtschanlichen Kri e wc Europa in Verfolg des fruchtbaren Krieges befallen hat fertig zu werden, mit neuen Methoden neue ~ojung*ntog-- lidjfeiten zu suchen", darin gipfelten die Ausführungen

ilpirfiSminiftcrS «'r Goebbels vor der anslan- bifAen Presse Neu ^Methoden zur Lösung auch bei Saarfrage und' damit auch der deutsch-französischen Spannung 'hat des ddütsân Volkes Führer und aanzle, ben Franzosen immer wieder vorgejchlagen. Bisher ver