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Zulüaer Anzeiger

M äK& Tageblatt für Rhön und Vogelsberg" ? bestehen keme Ansprüche. Verlag grtebr. v

Fr. Ehrenklau, Lauterbach H.

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Nr. 55 1934

Fulda, Dienstag, 6. März

11. Jahrgang

Das Reich erwartet die Saar

M für die Rückgliederung der Saar

Unter Leitung deS Vizekanzlers v. Papen.

Auf der Leipziger Messe hielt in Vertretung des plötz- verhinderten Vizekanzlers von Papen Oberregie- incisrat Dr. Wingen eine Ansprache vor den Saaraus- nellern Es heißt darin u. a.:

Es ist ein guter Gedanke gewesen, einmal hier tu wirin dem In- itnb Auslande in anschaulicher Weise vor Runen tu führen, w a s d i e S a a r i n d u st r i e l e i st e t ' A bedeutet leistet, trotzdem sie in 15 Jahren den Leidensweg einer völligen Umlagerung ihrer Absatz- eines Währungswechsels und zweier Währungs- cnMrrtungen durchlaufen mußte. Diese Industrie hat damil einen glänzenden Beweis ihrer Anpassungsfähigkeit erbracht - nicht zuletzt, glaube ich, deshalb, weil sie

nach deutschem Vorbild aufgebaut, organisiert war.

Wenn ich auch nicht ausdrücklich festzustellen brauche, daß wir es nicht nötig haben, die Abstimmung für die Rückgliederung zum Mutterlande mit wirtschaftlichen Vorteilen zu erkaufen, so wissen wir doch andererseits, daß auch das Saarland leben will und leben muß. Dazu ist erforderlich, datz es einen m ö g l i ch st w e i 1 r e i ch e n- den und umfassenden Absatz bei uns findet.

Wie eindeutig und untrennbar die organische Wirt- schaftsderbundenbett des Saargebietes mit dem Reiche ist, ergibt sich mit voller Beweiskraft aus den

günstigen Auswirkungen des deutschen Arbeits- bcschasfungsprogrammcs,

das bereits eine erfreuliche Steigerung der Saarausfuhr zur Folge gehabt und damit zur Linderung der Wirt­schaftskrise an der Saar beigetrageu hat.

Die unvermeidlichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten her Rückgliederung im nächsten Jahre wird die Reichs- rcgicrung in Zusammenarbeit mit Ihnen zu überwinden wissen. Ein eingehender Rückgliederungsplan wird unter meiner Leitung von den beteiligten Ressorts bereits aus- nearbeitet."

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Stolz und siegesgewiß!

Güte würdige Anordnung der Deutschen Front an der Saar.

Der Landesleiter der Deutschen Front an der Saar, Pirro, gibt folgendes bekannt:

Die Regierungskommission des Saargebietes hat der Landesleitung der Deutschen Front zur Kenntnis gebracht, daß aus Kreisen der Bevölkerung (?) Be­schwerden erhoben würden gegen die Art der Werbung der Deutschen Front. Um den Charakter der

Freiwilligkeit nach jeder Seite hin zu garantieren, wird folgendes an- geordnet:

1. Arbeitgeber, die den geringsten Versuch machen, ihre Arbeitnehmer durch persönliche oder schriftliche Ve- k! n f l u s s u n g zum Eintritt in die Deutsche Front zu veranlassen, schädigen die Absicht und Ehre der Deutschen nront. Wer einer solchen Schädigung sich schuldig macht, bürd sofort aus der Deutschen Front entfernt. Das gleiche gilt für alle Dienststellen der Deutschen Front.

- Für die Deutsche Front wird überhaupt nicht ge- lvorbe». Jeder Deutsche an der Saar hat nur die Mög- Wnt, in die Deutsche Front ausgenommen zu werden."

Eine im besten Sinne des Wortes st o l z c Kund- geoung der Deutschen Front an der Saar, aus der so l^chl deutlich die unerschütterliche Gewißheit der ^verdeutschen für den Abstimmunaskamvf zu Beginn des

Neue Gefahr ums Memelland

wieder litauischer Anschlag

auf Memelauionomie?

Unerhörte Forderungen.

ÜbcrüV'k"lbâwMchcLietuvos Aidas" bringt unter der %-"Fragen, für die die autonomen Organe des ««" '"ch! zuständig sind", eine großauf- Ctan^E Meldung über Forderungen, die der !McinatUöal1 beim Obersten Tribunal, Kavolis, auf- über h . ' 'iach diesen Forderungen sollen gegen« ® o ? w M emelgebiei vor allem nachstehende m c u durchgeführt werden:

bic A1 e$< n$ non Richtlinien über die Kompetenzen, Surcbnihr1 niQ der Autonomie, Beaufsichtigung der boten . non Gesetzen, Entscheidung von Kom- mieutgkucu und

bei M' Festsetzung von Sanktionen

der Bestimmungen. Durch« frage. L & ^taatsschutzes. Regelung der Sprachen- ^eausn^.i^ nntspolitische Erziehung der Einwohner. Tchulju^.^wg der Ausbildung und Erziehung der beibe-j Beaufsichtigung der Gesetzgebung

5?ty:bbTiA.ADm^c Regelung der Staais- l^ietes A nvd Regelung her Beziehungen des Memel»

- ru« Auslande u. m.

kommenden Jahres spricht. Die Deutsche Front hat es gar nicht nötig, für sich zu werben wer ein rechter Saardeutscher ist, weiß von selbst, wo im Abstimmungs­kampf sein Platz ist.

*

//Eine schlechte Angewohnheit."

Dr. Goebbels gegen die Verewigung des deutsch-französischen Mißverständnisses.

Reichspropagandaminister Dr. Goebbels hat dem Berliner Vertreter der Pariser ZeitungMatin", Bossan, in einer Unterredung die Ziele der nationalsozialistischen Politik im allgemeinen und gegenüber Frankreich im besonderen auseinandergesetzt. Dr. Goebbels führte da­bei u. a. aus:

Ich halte die meisten Handlungen unserer Regie­rung für geeignet, dem französischen Volk zu zeigen, daß wir endgültig der mehrhundertjährigen blutigen Ver­gangenheit der Beziehungen beider Rationen ein Ende zu fetze» wünschen.

Unser Führer Adolf Hitler hat nicht nur in Reden eindringlichst betont, daß nach endgültiger Regelung bei Saarfrage, bei der es sich um rein deut­sches Gebiet handelt, keine Gebietsfrage mehr trennend zwischen Frankreich und Deutschland stehen wird. Eine Regelung der zwischen beiden Ländern schwebenden Fragen wird um so leichter zu erzielen sein, als keine wirtschaftlichen Meinungsverschiedenheiten sie verhin­dern könnten.

Da cs nun feststeht, daß die lebenswichtigen Inter­essen nicht aufeinanderprallen, ist es dann zulässig, daß ein Mißverständnis verewigt wird, ganz einfach des­halb, weil das zu einer schlechten Angewohnheit ge­worden ist?"

Der Berichterstatter desMatin" wirft ein, daß der offenkundige Aufrüstungswunsch Deutschlands" Frank­reich beunruhigt das durch diese Tendenzen bedroht werde. Reichsminister Dr. Goebbels erwiderte:Ganz Deutschland ist von starken, selbstbewußten lind in vollem Aufstieg begriffenen Nationen umgeben. Es ist jedoch klar, daß wir im Mittelpunkt des Kontinents gelegen, im gleichen Schritt mit diesen Nationen marschieren müssen.

So wird man zweifellos leichter begreifen, warum wir die Gleichberechtigung fordern, die für uns eine Frage a u f Leben und Tod ist.

Es handelt sich nicht darum, und ich möchte diesen nach unserer Auffassung dogmatischen Standpunkt betonen, unseren Willen anderen Nationen aufzuzwingen, denn der Nationalsozialismus bekennt sich zum absoluten Respekt der Rechte anderer, sondern darum, die clcmcn- tarsten Möglichkeiten zu erhalten, um u n s z u s ch ü tz c n, wie wir auch dem französischen Volk es nicht verarge», wenn cs bestimmte Maßnahmen im Hinblick auf feine Sicherheit ergreift. Es handelt sich also nicht etwa um eine Aufrüstung, sondern eher darum, die Geister wieder zu beruhigen."

Auf die Frage, ob das deutsche Volk mit der Politik der Reichsregierung auch einverstanden sei, erwiderte Dr. Goebbels, die V o l k s b e f r a g u n g v o m 12. R o - vember beweist hinreichend, daß die erdrückende Mehr­heit sich für das Friedensprogramm des Kanzlers aus­gesprochen hat.

Zum Schluß dementierte Dr. Goebbels sämtliche Ge­rüchte über Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Reichsregierung und erklärte, in der Rcichsregiernng herrsche volles Einvernehmen. Hitler brauche keine Be­fehle zu erteilen; der geringste H i n w e i s seinerseits ge­nüge, seine Wünsche werden ohne weiteres ausgeführt.

Staatsanwalt Kavolis hat in seinen Vorträgen und Presseäußerungen über die Memelfrage schon wieder­holt aus der Schule geplaudert. Man muß daher fragen, ob die litauische Regierung tatsächlich die Verwirklichung der oben angeführten Maßnahmen plant, was einer völligen Aufhebung der Autonomie des Memcl- gebietcs gleichkommen würde.

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Die Bernunst bricht sich Bahn.

Auslandssiimmen zu Hitlers Friedenspolitik.

Die halbamtlicheGazeta Polska" beschäftigt sich mit dem Abschluß der deutsch-polnischen Verhandlungen und betont, daß dadurch ein Kri eg szu sta n d bes eit t g t worden sei, der beiden Teilen nur wenig Vorteile ge­bracht habe. Die beiden Abkommen, fahrt ba» Blatt fort, sind der Ausdruck übereinstimmender Anschauungen der polnischen und der deutschen Regierung, daß

Awei Völker und Staaten, denen nach dem Ausspruch des Reichskanzlersdas Schicksal für immer neben­einander zu leben befohlen hat", bestrebt sein sollen, normale Beziehungen zu unterhalten.

Zum Schluß wendet sich das Blatt gegen alle die Stimmen in Europa, die, statt sich über die Begerung der Beziehungen zwischen zwei Staaten zu freuen,nEr- dings «Âe Welle »irrer und Unvernunft'ger Gerüchte aufgebracht haben.

Daß die Stimmen der Vernunft, die an die Auf­richtigkeit der Friedenspolitik des neuen Deutschland glauben, sich mehren, zeigt auch ein Artikel von Lloyd George in einer englischen Zeitschrift über die Frage: Wird es einen Krieg in Europa geben? Es heißt in dem Artikel u. a.:

Hitler scheint der einzige zu sein, der in der allge­meinen Aufregung die Ruhe behält.

Er ist eifrig damit beschäftigt, die Ursachen für etwaige Reibungen mit seinen Nachbarstaaten zu beseitigen. Sein Pakt mit Polen ist ein bemerkenswertes Ereignis, eine Tat der mutigen Staatskunst." Keiner der Vor­gänger Hitlers würde es gewagt haben, eine solche Vereinbarung durchzuführen. Es sei ein Beweis des Vertrauens, das Hitler allen Klassen in Deutschland ein- geflößt habe, daß diese Verständigung mit allen ihren Folgerungen ohne Tadel ausgenommen worden sei. Der Pakt mit Polen würde es einer chauvinistischen Regierung in Frankreich schwer machen, wegen der Braunhemden oder wegen der Gerüchte von einer deutschen Wiederauf­rüstung Unruhe zu stiften. Wenn sich Polen abseits halte, könnte

Frankreich sich kaum eine Aktion am Rhein leisten.

Auch die englische Öffentlichkeit würde sicherlich ein aggressives Vorgehen gegen Deutschland nicht unter­stützen. Lloyd George schreibt weiter, die Stellungnahme der englischen Öffentlichkeit gegenüber Deutsch­land sei seit dem letzten Jahr bedeutend freundlicher ge­worden. Dieser Wechsel sei auch in anderen Ländern festzustellcn. Eine ausländische Verwicklung sei daher das Letzte, was er wünsche, denn sie würde seine großen Pläne für ein blühendes befriedigtes Deutschland zunichte machen.

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Partei und Negierung in ®«iw

Gauleiter Forster und Senatsprâsidcni Rauschning über Danzig-polnische Fragen.

Ein polnischer Journalist weilte dieser Tage in Danzig, um sich über verschiedene Fragen, die in der polnischen Öffentlichkeit unrichtig bargeftedt, worden waren, zu informieren. Er nahm mit verschiedenen führenden Persönlichkeiten Rücksprache, so vor allem mit dem Gauleiter der NSDAP., Albert Forster, und Dem Präsidenten des Danziger Senats, R a u s ch n t n g.

Gauleiter Forster betonte auf die Frage des pol- nifchen Journalisten, nach der

Stellung der Partei zur Dmrzigcr Regierung, daß die Aufgaben beider verschieden seien. Die Partei habe mit »er Negierungsführung nichts zu tun. icr Staatschef sei in seinen Regierungshandlungen der Verfassung und dem Volk verantwortlich, über

die Danziger Arbeitsfront

sagte Gauleiter Forster: Da Polen und Juden ver­fassungsmäßige Rechte hätten, könne ne nicht nach nationalsozialistischen Grundsätzen ausgezogen, sondern müsse den Danziger Beschränkungen angepaßt werden.

Der Danziger Senatspräsideni R a u s ch n t n g be­tonte dem polnischen Journalisten gegenüber, daß an den Gerüchten von einem Gegensatz zwischen ihm und der Parteiführung nichts wahr sei. Zu den laufenden Danzig-polnischen Wirlschaftsverhandlungen, vor allem zur Frage der Zollverwaltung erklärte er,

er habe bei seinen Gesprächen mit Marschall Pilsudskt und Außenminister Beck dafür Verständnis gefunden, daß Danzig auf eigene Lebensform und einen eigenen Lebens­standard Wert legen müsse.

Aussöhrungsbestimimmgen

zum preußischen Jagdgesetz.

In den jetzt vom preußischen Ministerpräsidenten er­lassenen Ausführilngsbestimmungcn zum preußischen Jagdgesetz wird noch^cinmal ausdrücklich festgestellt, bau das Gesetz das Jagdrecht einheitlich für das ganze ' Land Preußen regelt.

Hervorzuheben sind die Bestinimungen über bic Ausstellung der

Jagdscheine.

Zur Fernhaltung ungeeigneter Personen von der Jagd­ansübung ist die Lösung eines Jagdscheins bekanntlich an erschwerende Bestimmungen geknüpft worden. ^ur die Ausstellung der Jagdscheine sind in ganz Preußen einheitliche Diuster zu verwenden. Der Jnlandcr- Jahres jagdschein ist von gelber Farbe, der Jnlandcr- Tages jagdschein ist rot. Daneben gibt cs ut be, an­derer Ausführung Falknerjagdschein und Jahreszagd- scheine für Jugendliche. .

Ans jedem Jagdschein sind die Schonzeiten der wgd baren Tiere verzeichnet. Zuständig für die Erteilung des Jagdscheins ist in Zukunft nur der Land rat des Kreises, in Stadtkreisen die Ortspolizer b e h ö r d e des Ortes, in dem der Antragsteller (einen ständigen Wohnsitz hat. Auch wenn der Jagdschein erst nach dem 1. April eines Jahres gelost wirb, kann er m mit Gültigkeit bis zum folgenden 31. werden. Der Tagcsjagdschein hat e-ne Gulttgkett von fünf aufeinanderfolgenden Tagen (statt bisher tret

Tagen).

Die Kosten

der Jagdscheine betragen: Für Julänber-Iahresiagd scheine 50 Mark, für Jnländer-Tagesjagdschcme 6 Mark, ür Fâer-Jahresja^dsckeine 6 Mark und für Jagd- Kkne Ar Kindliche 25 Mark. Der Jagdschein für AgsndliÄl ist rw emgefüSn; ferne Ertâna qt an Anschränkende Bestimmungen geknüpft. insbesondere