ZulSaer Anzeiger
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^r. 60 — 1934
Fulda, Montag, 12. März
11. Jahrgang
Deutschland unser Glaube!
Oer Führer bei der Revoluüonsfeier in München.
Der Jahrestag der Machtübernahme in Bayern.
Die bayerische Landeshauptstadt war anläßlich des Jahrestages der Machtübernahme in ihrem üppigen Flaggenschmuck in gehobener Stimmung. Der Aufmarsch der SA. verkündete die eindrucksvolle Kundgebung anläßlich des großen Staatsaktes in der Ausstellungshalle. Zwei Musikzüge, ein Ehrensturm der Leib- jtdtMie, insgesamt 3000 Mann, zogen unter klingendem Spiel zum Braunen Haus. Hier wurden die
120 Ehrenzeichen der SA. abgeholt.
jü Einholung des Reichsstatthalters lockte schon lange vorher eine große Zahl Männer und Frauen an.
Vor der Festhalle hatte eine Ehrenkompagnie der Landespolizei und ein Ehrensturm der SA. Aufstellung genommen. Punkt 11 Uhr fuhr der Reichskanzler Adolf Hitler mit Stabschef Röhm, Reichspressechef Dr. Dietrich, Obergruppenführer Brückner und Standarten- siihrer Schaub an der Festhalle vor, empfangen vom Reichsstatthalter und den Mitgliedern der bayerischen Staatsrcgierung. Auf dem Wege war der Führer Gegenstand
begeisterter Huldigungen der Volksmenge gewesen.
Staatsminister Esser sprach die Eröffnungsworte und dankte dem Führer, daß er der Veranstaltung die Ehre seiner Anwesenheit geschenkt habe. Es folgte nun die Ansprache des Ministerpräsidenten Siebert, der u. a. betonte, daß sich die bayerische Regierung bewußt sei, daß sie nicht Kraft eigenen Rechtes, sondern nach dem Willen des Führers als Organ der Bewegung ihr Amt führe. So werde die Regierung des bayerischen Landes wciter- nrbeiten.
Eine tausendjährige eigene Geschichte ende ruhmvoll, tuLM ste-itch hineinslechte in die neue Welt Deutfchlands. Aach dem der Rede des Ministerpräsidenten folgenden Tciitjchlandlied hielt der Führer selb st eine kurze '.-Ursprache. Mit dem Horst-Wessel-Lied schloß die groge Kundgebung.
Die Rede des Führers.
Bei dem Staatsakt in den Ausstellungshallen in München führte der Führer u. a. aus:
Deutsche Volksgenossen und Volksgenossinnen! Von liier aus ging einst der Kampf der nationalsozialistischen Bewegung. Jahrelang habe ich in dieser Stadt gepredigt, damals beschränkt auf diese Stadt, jahrelang habe ich zugleich aber auch versichert, daß diese Stadt sich leine größere Ehre erringen wird und erringen kann, als daß sie
Ausgangspunkt dieser neuen Lehre ist und bleibt. Sie bleibt Ausgangspunkt dieser Lehre, MM sie die Leitung dieser neuen Bewegung für immer 111 W Mauern behält. Wir zeigen damit, daß der Be - ll t i t f Hauptstadt nicht nur äußerlich und sachlich
Signal zur zweiten Arbeitsschlacht.
Monde Feierstunde am 21. März.
Führerrede zum Beginn der neuen Arbeitsschlacht.
„ Aber die Durchführung der großen Feierstunde am .■ -Erz, mit der der Großkampftag der Arbeitsfchlacht «»geleitet werden wird, teilt die NSK. folgende Einzel- Heitenmit:
> Den Mittelpunkt der Feier bildet ein Besuch des r e 1 ë„ auf der im Bau befindlichen R c i ch s a. u t o - .11 M ü n ch e n—L andesgrenze. Dort wird die 1?. Belegschaft der Strecke angetreten sein. Der ^enrwlinspekteur des dentschen Straßenwesens wird dem Mrer die Belegschaft dieser Strecke sowie die aller un Bau befindlichen Reichsautobahnen melden. W * sich eine Besichtigung an, nach der der Führer f zu seiner R ede ergreifen wird. Die Feier der Reichsantobahn München—Landes- auf alle deutschen Sender übertragen
. Während der Besichtigung spricht im Rundfunk ^nuntfter Dr. G o e b b eis.
sämtlichen übrigen Baustellen der Reichsauto- Ag»n bild bereits um 10.30 Uhr alle Arbeiter der Strecke \ die neneingestellten in einer besonderen zum Beginn der Übertragung der Feier leit», i 'Münchener Autobahn werden der zuständige Gau Reicks^ NSDAP, sowie der leitende Bauingenieur der 11 Uin'L kurz zu den Arbeitern sprechen. Von WL, etwa 11.50 Uhr wird die Feier aus München t Lautsprecher übertragen.
Wc? deutschen Betrieben wird ebenfalls die ge- viützi^ egschaft einschließlich der Unternehmer antreten, iiiitb bi«1 Feierstunde mitzuerleben. In den Betrieben 'Mich Übertragung aus München eingeleitet von An- Betriebsführers und der Beauftragten der Arbeitsfront.
a u f z u f a s s e n ist. Es gibt in Deutschland viele Hauptstädte: Hauptstädte der Wirtschaft, Hauptstädte des Geistes, Hauptstädte der Politik, Hauptstädte der Wissenschaft, es gibt auch eine Hauptstadt der Kunst und
eine Hauptstadt zugleich der nationalsozialistischen Bewegung.
Die Hauptstadt der Kunst und unserer Bewegung ist München und wird München bleiben. Ich will aber nicht nur, daß diese Stadt, sondern daß dieses ganze Land für alle Zukunft mit ein Pfeiler sei des neuen Reiches. D i e Bewegung ist Deutschland,die Bewegung i st das Reich. Ein Jahr hat diese Bewegung nun in Deutschland regiert, auch in diesem Lande, und sie hat sich bemüht, die
Fundamente eines Reiches aufzuführen, das nicht zehn oder zwanzig oder dreißig Jahre dauern soll, sondern das Jahrhunderte zu bestehen hat.
Was geschaffen wurde, ist in wenigen Sätzen zusammenzufassen.
Entscheidend ist letzten Endes, daß wir in diesem Jahr die Voraussetzung schufen, für eine deutsche Wiedergeburt, die vielleicht 100 oder 200 oder 300 Jahre sich auswirken wird.
Es wird ein ewiger Ruhmestitel für diese Stadt sein, daß aus der Tiefe ihres Wesens und ihres Gemüts die tiefsten seelischen Voraussetzungen für die Erneuerung des deutschen Volkes gekommen sind. Das ist kein Zufall, sondern Bestimmung und Notwendigkeit. Ich will natürlich, daß wir in dieser Stunde all den treuen, tapferen, mutigen und opferbereiten Anhängern danken, all den zahllosen Verteidigern, die hier den Kampf mit ausgenommen haben, diesen zahlreichen SA.- und SS.- Männern, die Jahr für Jahr treu zu ihrer Fahne hielten, ganz gleich, ob sie flatterte oder ob wir sie einziehen mußten. Sie haben mitgeholfen, in Deutschland die nationalsozialistische Revolution zu vollenden, und sie haben mitgeholfen, die Stärke des neuen Regiments im übrigen Deutschland zu festigen. Indem sie den Ausgangspunkt der Bewegung hincinstellten in das neue Deutsche Reich und damit in die deutfche Zukunft, haben sie zugleich auch die Bewegung selbst über das ganze deutsche Volk siegreich erhoben und haben damit dokumennen, daß es
etwas gibt, das sich über alle bisherigen Differenzen zu erheben vermag. Sie haben damit das neue Regiment auch in Berlin in seiner Position wesentlich gefestigt. Ich habe seinerzeit erklärt, daß ich, der Bayer, in meiner Eigenschaft als Reichskanzler dafür cinftehe, daß gerade dieses Bayern hier jederzeit zu den Treuesten der Treuen gerechnet werden kann.
Vom Süden bis zum Norden, vom Osten bis zum
Westen gibt es nur einen Glauben, und nur ein Be
kenntnis: Deutschland und immer wieder Deutschland!
So bitte ich Sie denn: Lassen wir gemeinsam unser herrliches Deutsches Reich und unser liebes deutsches Vaterland leben, auf daß es dereinst unseren Nachfahren immer das geben kann, was wir 15 Jahre vermissen mußten: Freiheit, Ehre nnd damit das tägliche Brot. Unser deutsches Volk und unser Deutsches Reich Sieg Heil!
In allen deutschen Arbeitsdienstlagern sind die Arbeitsdienstwilligen um 10.45 Uhr angetreten. Hier erfolgt die Übertragung aus München nach einleitenden Worten des Lagerführers.
In allen deutschen Schulen versammeln sich die Schüler und Schülerinnen und erleben die große Stunde mit.
*
Für Wiederbelebung des Außenhandels.
Zwei Reden des Reichswirtschaftsministers.
Ans dem Liebesmahl des A s i a t i s ch e n V c r e i n s in Hamburg hielt R e i ch s w i r t s ch a f t s- m ini ster Dr. Sch m i tt eine Rede, in der er u. a. folgendes ausführte:
' Die nationalsozialistische Staatsführung hatte es als ihre vordringlichste Aufgabe angesehen, an eine
organische Wiederbelebung der Julandswirtschaft heranzugehen und zunächst von dieser Seite her dem drohenden Verfall unserer Wirtschaft Einhalt zu gebieten Es kann nicht oft genug gesagt werden, daß die Krise der übrigen Welt mit der u n s r i g e n überhaup! nicht verglichen werden kann. Kein Land war durch eine vollkommene Inflation so ausgeblutet,^ fein Land hatte ein solches Heer von Arbeitslosen durch Jahre hindurch und damit die erschütternden materiellen, voi allem aber moralischen und feelisckcn Folgen aufzuweiser wie unser Deutschland. Der Führer wird am Jahres tage von Potsdam, am 21. März, erneut das Signal zur Eröffnung der Arbeitsfchlacht geben und das Zu- knnftsprogramm der Arbeitsbeschaffung entwickeln.
E i n n e u e r Kampfabschnitt beginnt.
Kleinmut und Zaghaftigkeit hat nie ein Volk auS seiner Not geführt. Wenn ein Volk aufbricht, so müssen
alle mitmarschieren, und wenn da Fehler gemacht werden so bleibe keiner stehen und klage, sondern vertrete feinen Standpunkt, aber marschiere weiter.
Ihnen liegt die Gesundung und Behebung bei Überseehandels ganz besonders am Herzen.
Wir müssen alles daransetzen, daß unser Export belebt wird.
Die günstige Gestaltung der inneren Wirtschaftslage bedingt eine Mehreinfuhr an Rohstoffen. Unsere ausländischen Lieferanten müssen sich aber mit uns darüber irr klaren sein, daß dieser für sie gerade heute erfreulich« Absatz nur dann gesund ist und aufrechterhalten werden kann, wenn sie auch von uns Waren abnehmen Unser deutscher Auslandskaufmann und -Händler iß weiterhin ganz besonders dazu berufen, das Ausland darüber aufzuklären, daß wir unsere Schulden nui dann zahlen können, wenn es sich gegen eine E i n= fuhr aus Deutschland nicht sperrt.
Im fernen Osten harren viele wichtige Problem« politischer und wirtschaftlicher Natur ihrer Lösung. Die allgemeine politische Lage ist, wie Sie wissen, in manche: Beziehung noch nicht frei von Spannungen. Deutschland ist an diesen Vorgängen politisch nicht unmittelbar interessiert oder jedenfalls nur insoweit interessiert, als
wir wünschen müssen, daß in Ostasien der Friede erhalten bleibt.
*
Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt stattete dem H a p a g - D a m p f e r „Hamburg" einen Besuch ab. Aus diesem Anlaß gab die Hamburg-Amerika-Linie an Bord ein Frühstück. Im Verlauf des Frühstücks hielt Rerchswirtfchaftsminister Dr. Schmitt eine Rede, in der er u. a. ausführte:
Man möge wirtschaftlich denken, wie man wolle, darüber aber könne man keine Diskussion ansangen, daß wir unsere Schiffahrt aufrechterhalten müssen, solange Deutschland bestehe. Der Minister ging anschließend auf das im Binnenland häufig vorhandene geringe Verständnis für die Aufgaben der Seeschiffahrt und des Eiporthandels ein und erklärte, wenn man durch den schönen und stolzen Hamburger Hafen fahre und alle die Speicher und Lagerplätze, die Werften und die Schiffe vor sich sehe, so müsse man sagen, daß wir
niemals den deutschen Kaufmann entbehren könnten. Man dürfe auch in dem Großhändler nicht den Gegner des Verbrauchers sehen, der nur eine Verteuerung der Güter anstrebe. Deutschland sei auf die Ausfuhr angewiesen. Ein Export könne nicht allein gemacht werden durch die bestgewollten Abmachungen von Regierung zu Regierung. Eine unsagbar schwierige, auf Er- fahrungs- und Persönlichkeitswerten aufgebaute Tätigkeit und Organisation gehöre dazu, um der Welt die deutschen Waren so darzubieten, daß sie tatsächlich gekauft werden. Wenn man im neuen Reich dem großen Willen und der großen Linie, die der Führer vorgezeichnet habe, nachstrebe, erst dann würde Deutschland wieder stark werden und in der Welt wirtschaftlich wieder die Stellung erhalten, die ihm zukomme.
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Eine iypisch „gute Messe".
An 30 Prozent mehr Aufträge.
Das Presseamt gibt einen abschließenden Bericht über die Leipziger Messe. Ein Rückblick auf ihren geschäftlichen Verlauf ergibt, daß sich die von allen Wirtschaftskreisen auf die Messe gesetzten Hoffnungen voll erfüllt haben. Es war nach allgemeinem Urteil eine typisch „gute Messe", über der ganzen Messe lag das von der deutschen Einkäuferfchast ausgehende Gefühl der Gewißheit, daß es im Innern wieder aufwärts geht.
So kam es allgemein zu besonnenen, aber großzügigen Dispositionen. Der Umfang der erteilten Aufträge dürfte bei der Mustermesse im Durchschnitt um 2 5 b i s 3 0 Prozent höher liegen als im vorigen Jahr. Ein ähnliches Gesicht hat
das Exportgeschäft.
Gerade in Zweigen, die besonders stark unter handelspolitischen Hemmnissen leiden, sind sehr zahlreiche neue Beziehungen angcknüpft worden, die künftig zu großen Erportaufträgen führen dürften. Auch die ausländischen Aussteller sind durchaus sehr zufrieden.
Die G e s a m t b e s u ch c r z a h l wird sich nach den vorläufigen statistischen Erhebungen auf über 150 000 belaufen; darunter befinden sich reichlich 16 000 Ausländer.
Kurze politische Nachrichten.
Der österreichische Gesandte in Berlin. Tauschitz, hat sich infolge einer akuten Blinddarmentzündung einer Operation unterziehen müssen, die glatt verlaufen ist. Der Gefandte dürfte in wenigen Tagen wiederhergestellt
Das Londoner Polizeipräsidium hat alle H i l f s p o l i z i st e n, die der f a s ch i st i s ch e n Bewegung Sir Oswald Mosleys angchören, ihrer Posten enthoben. Den Hilfspolizisten ist die Zugehörigkeit _ zur Faschisteubewegung untersagt worden, da die Zugehörig- keit zu dieser Bewegung nicht mit den polizeilichen Pflichten vereinbar fei,