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^hrenklau, Lauterbach H. RedaEtion und Geschäftsstelle: Königstraße 42 * Zernsprech-Ansthluß Nr. 2989 Anzeigenteil Christian Seipel, Fulda, Königstr. 42.

62 - 1934

Fulda, Mittwoch, 14. März

11. Jahrgang

Neues Gerüst der Wirtschaft

Miere Vollmachten für den MischaDmimster.

Tr Schmitt über die Neugliederung der Volkswirtschaft.

Michswirtschaftsminister Schmitt gab in Berlin

Überblick über den organischen Aufbau der deutschen Erbschaft. Der bedeutsamen Tagung wohnten alle beut» Ln Kirtschaftsführer, sowie zahlreiche Vertreter der « icbs- und Staatsbehörden bei. Der Minister führte in Mnrtoft von Beifall unterbrochenen Rede u. a. aus:

Die uns gestellte Ausgabe beschränkt sich lediglich dar- das gewaltig große und in feinem Ausmaße für die Haltung der deutsche« Zukunft ungeheuer wichtige Ge- J btt deutschen Wirtschaftsführung organisatorisch mit M heutigen Staatsauffassung in Übereinstimmung zu

Minister gab dann einen überblick über die bis- jerige organisatorische Zusammenfassung der Wirtschaft, y.jne Gliederung, die teils lückenhaft war, teils sich in Einzelorganisationen überschnitt. Er verwies dann nis den im letzten Jahre geschaffenen Reichsnähr- 1 n n b, die Reichskulturkammer und die D e n t s ch e A r b e i t s f r o n t. Danach sei eine Neuglie- »erung auch der Wirtschaft notwendig geworden. Der Minister fuhr dann fort:

Wenn wir uns nun die Frage stellen, was wollen wir mt dem geplanten Umbau erreichen, so ist dazu folgendes zu sagen: Auf keinen Fall wollen wir das tausend- Migc Eigenleben unserer Wirtschaft zerstören. Wir »rauchen auch in Zukunft den selbständigen Unternehmer, »er mit seinem Unternehmen auf Gedeih und Verderb »erkunden ist. Wer ein Unternehmen führt, muß die Ver- mtworlung tragen.

Ohne ehrlichen Konkurrenzkampf geht es nicht. Wenn ne Form der privaten Wirtschaft ihre Daseinsberechtigung int, so vor allen Dingen deshalb, weil sie in ihrem immer uicber jungen Ringen um die bessere Leistung alle Kräfte

»er Wirtschaft frisch erhält und zu

an-

hörnt Das entspricht dem nationalsozialistischen Lei- tuiigsprinzip. Auf dieser Basis wollen wir auch in Zu- iinft aufbauen. Wir wollen aber mit diesem Grundsatz im anderen verbinden, daß dieses freie Spiel der Kräfte in gesundes und geordnetes sein muß, durch eine larke Führung, die wie von einem Magneten auf ein Ziel gerichtet ist, auf das Wohl des Ganzen, aus den Dienst an Volk und Vaterland.

f Hieraus ergibt sich die Forderung, daß alle Unter­nehmungen in Zukunst notwendigerweise ihren F a ch - Ü nppen angeboren müssen, um sich den Jnter- M des Ganzen, allerdings nur den im Interesse des Ganzen erforderlichen Maßnahmen mtterzuordnen und sich vneben den anfzustellenden Grundsätzen loyaler und an» iänbiger Konkurrenz zu unterwerfen. Hierüber werden

Ehrengerichte

P entscheiden haben.

Verantwortungsbewußte, tüchtige, das Reich Adolf Hitlers bejahende Männer müssen die Führung übernehmen und damit in den Stand gesetzt werden, die Entscheidungen zu treffen, die sie im Interesse des Ganzen für richtig halten, gestützt aus den ebenso denkenden Führcrrat. Männer, die sich nie von den «onderinteresscn ihres Eigenbetriebes, sondern von Erfordernissen des Ganzen leiten lasten. Der Führer venualtet sein Amt ehrenamtlich und soll lebendig mit der Wirtschaft verbunden, d. h. er soll selbst Führer wies Unternehmens sein. Hat er im Einzclsalle die

Ab allerdings damit auch die Verantwortung für ^ Entscheidung, so soll er auf der anderen Seite nicht losgelöst fein von der Auffassung der Unter« cymungen, die er zu führen hat. Einmal im Jahre er, wie sein Führerrat, sich das Vertrauens- tu in derer holen, die er zu führen hat.

^â>eint mir besonders wichtig, daß schon bald die Mge der Heranbildung des

zukünftigen Führerkorps

^E^)vird. Wir haben heute brave alte Kämpfer mit to-1^"0^ Weltanschauung, wir haben leih«Wirtschaftler, aber wir haben leider nicht ost genug ^b°n der^chsten Jahre" Cine '^^sten Auf s"ll mtn d" Aufbau tatsächlich vor sich gehen? Nlsivackiä^ ^ d è m historisch Gewordenen Her- h d^, Wz Zsh habe deshalb nicht ein Gesetz vorgelegt, tiebetoo^L -n96 Zukunftsorganisation als Patentlösung sie 'st, vielmehr, wie eingangs erwähnt, durch tetin .W^ Ermächtigung den Weg freigemacht, um ihm... ^ß das Bisherige in das Neue He a-m»^/ ^ "' wobei durchaus die Möglichkeit besteht, Er» Fahrungen auszuwerten.

in dann aus der Praxis heraus daS Werk als stsctzlickr» Ganzes dastchcn wird, soll es in einer Kermit hil Wi'" verankert werden. Ich richte deshalb hin nud) L m " llcndeBitte an die ganze Wirtschaft, 'iid Mik^i "he zu bewahren, die nötig ist, um Fehler m zu hp,fLunc Zu vermeiden, vor allen Dingen aber auch Mi bin !! . i' daß das laufende Getriebe unserer Wirt- weiue Störung erleidet. Nehmen Sie bitte, dwscn meinen Wunsch an erster Stelle mit Hine Stoff. CICV Sie dafür besorgt, daß nun nicht bctrieb- iuf de» kW"«e,i, es muß jebt alles in kürzester Frist »-stellt werden.

Am Ende der Umstellungsperiode haben wir keine Fntercssentenverbände mehr, sondern nur Fachgrup­pen. D9e Organisation der gewerblichen Wirtschaft, die unter einem von mir zu ernennenden Führer und Stell­vertreter des Führers steht, wird in ihrer obersten Gliede-

ruug in

zwölf Hauptgruppen

zusammengefaßt. Hiervon bilden die ersten sieben die Industrie. Hinzu kommen: Handwerk, Handel, BankennndKredite,Versicherungen.Ver­kehr."

Der Minister teilte dann die Namen der Führer der zwölf Hauptgruppen mit, äußerte sich noch kurz über Fach- und Untergruppen, betonte, daß

die Industrie- und Handelskammern bestehen bleiben, ermahnte zu vertrauensvoller Zusammenarbeit und schloß:

Ich schließe mit dem Wunsch, .daß es gelingen möge, den hohen Gedanken unserer Weltanschauung, die große

Reichswirtschaftswimjter Dr. Schmitt.

Linie unserer wirtschaftlichen Auffassung und die prak­tischen Kenntnisse und Erfahrungen zusammenzusügen, damit ein Werk errichtet wird, das dem deutschen Volke Segen bringt. In diesem Sinne schließe ich mit Heil Hitler."

Nach der Rede des Reichswirtschaftsministers stimm­ten die Wirtschaftsführer begeistert in dre Heilrufe auf den Führer ein. Dann nährn der Präsident des Reichs­standes der deutschen Industrie Krupp von Bohlen und Halbach, der gleichzeitig Führer der Haupt- gruppe Bergbau, Eisen- und Metallgewinnung ist, das Wort. Die Führer der Wirtschaft versprächen, jeder an seiner Stelle, mit allen Kräften mitr narb ei-

Maschinengewehre gegen Freiheitskämpfer

Diktatur in Estland.

Hundert Führer der Freiheitskämpfer verhaftet.

Die estnische Regierung hat zu einem überraschenden Schlage gegen die estnischen Freiheitskämpfer- Verbände ausgeholt. Die Freiheitskämpferverbändc mürben im ganzen Lande aufgelöst. Die Auflösung er­folgte zum Teil unter Zuhilfenahme von Militär, das vor dem Hauptquartier der Freiheitskämpfer Maschinen­gewehre auffuhr. Die Truppen waren mit Hand­granaten ausgerüstet. Die Führer der Freiheits- kämpferbewcgung, wie verlautet etwa hundert Mann, wurden verhaftet. Im ganzen Lande ist der Kriegs­zustand auf sechs Monate verhängt worden.

Der Zugriff der Regierung erfolgte so rasch und so plötzlich, daß nirgends Widerstand geleistet wurde. Qm ganzen Lande herrscht nach Mitteilung der halbamtlichen Estnischen Telegraphenagentur Ruhe. Die Maßnahmen der Regierung werden in einer Verlautbarung damit be­gründet, daß die Freiheitskämpfer angeblich be­waffnete Verbände bildeten und mit Terror- maßnahmen gedroht haben sollen. Die Freiheits- kämpferbewegung verfügt besonders

bei der jüngeren Generation

über einen sehr starken Anhang. Man rechnet mit um­fassenden Entlassungen innerhalb des Offizierkorps, da die Propagandatätigkeit innerhalb des Heeres in letzter Zeit sehr stark war. ' Man rechnet ferner damit, daß

die Präsidentschaftswahl und die Parlamentswahlen, die im April stattfindcn sollten, verschoben werden. Die S t a d t v e r o r d n c t e n w a h l c u, bei denen in den Städten Reval, Dorpat und Narva die Freiheitskämpfer die absolute Mehrheit erzielt hatten, sollen annulliert werden. Die gesamte Presse der Freiheitskämpfer ist ver­boten worden. ., .

Es sind im übrigen nicht nur die Organisationen der Frcihcitskämpfcrbrwcgung geschlossen worden, sondern auch sämtlichen politischen Parteien ist jede Tätigkeit ver­boten worden. Insbesondere dürfen keinerlei politische Versammlungen stattfinden. ~

Die Regierung, die aus Grund der erlassenen Verord­nungen diktatorische Gewalt ansubt, fühlt sich vollkommen als Herrin der Lage.

t e ii. Krupp begrüßte dann den Führer des 'Gesamtver­bandes Keßler.

Dieser dankte für das Vertrauen, das ihm die Reichsregierung durch die Berufung auf diesen verant­wortungsvollen Posten bewiesen habe. Er bat dann noch nachdrücklich die älteren Wirtschaftsführer, ihre Erfahrun­gen bei seinen Entscheidungen beratend zur Verfügung zu stellen, über die Gestaltung seines

Arbeitsprogramms

machte der Führer der deutschen Gesamtwirtschafi w a. folgende bedeutungsvolle Ausführungen: Die Gemein­schaftsarbeit über die Industrie hinaus auf die übrigen großen Zweige der Wirtschaft auszudehnen und sie in gemeinsamer oberster Führung sicherzustellen, sei die wertvollste aus der Praxis geborene Seite der ver­kündeten Neuordnung.

Die mit dem Ungeist der Vergangenheit belastete Methode des Wettbewerbs, die Geschästsmoral in Erzeu­ger- und Verbraucherkreiscn werde mit durchgreifender Energie geläutert werden müssen. Im Vordergrund der Aufgaben stünde das Problem der

weiteren Verminderung des Arbeitslosenheeres.

Mit der Hebung der Beschäftigungsziffer sei zwangs­läufig eine Vergrößerung der Einfuhr verbunden.

Die Devisenlage verlange eine wesentliche Vermeh­rung der deutschen Ausfuhr, der durchgreifende finan­zielle und handelsvertragliche Erleichterungen verschafft werden müßten. Zum Zweiten werde der natürliche Fluß der Arbeitsbeschaffung sofort gehoben, wenn die Betriebe

von Steuern und Abgaben entlastet würden. Drittens aber sei es wichtig, daß die Schaffung dem Ausland überlegener Qualitätserzeug­nisse, die Entwicklung neuer Konstruktionen, die tech­nisch-wissenschaftliche Forschung mit erhöhter Kraft betrieben würde.

Philipp Keßler.

Der vom Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt zum Führer des Gesamtverbandes der Deutschen Wirtschaft ernannte Philipp Keßler ist Rheinpfälzer und steht im 46. Lebensjahre. Er hat sich im In- und Ausland auf oem Gebiete der Elektrotechnik mit großem Erfolg betätigt. Während des Krieges war er als Artillerieoffizier an der Westfront. Nach dem Kriege war er als leitender Inge­nieur in den Siemens-Schuckert-Werken tätig und wurde 1931 Vorsitzender des Vorstandes der Bergmann-Elektri- zitätswerke-A.-G.

*

Das vom Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt vor den Vertretern der Wirtschaft betanntgegebene Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaues der deut­schen Wirtschaft dient dem Zweck, die bisherige weit­gehende Überorganisation in dem verbandsmäßigen Aufbau der deutschen Wirtschaft und den dadurch be­dingten Leerlauf der Wirtschaft sowie deren Belastung und Beunruhigung infolge der Rivalität der einzelnen Verbände zu beseitigen und eine umfassende, straffe und einheitliche Organisierung der Wirtschaftsverbände durchzuführen.

Die Vergewaltigung derMemeldeutschen.

Memelland fordert Schutz für seine Autonomie.

Der Memelländische Landtag beschäftigte sich dieser Tage zum ersten Male mit den neuen litaui­schen Maßnahmen, die sich gegen die autonome Selb­ständigkeit des Memelgebietes richten. Einstimmig wurde von den Rednern der Mehrheitsparteien

das Ungesetzmäßige dieser Politik gekennzeichnet, die mit höchstem Ernst auf das Gefahr­volle solcher Methoden hinwiesen und mit Einmütigkeit das Gelöbnis erneuerten, daß die memelländische Be- völkerung auch in Zukunft

mit allen Rechtsmitteln für die Autonomie, die ihr mit dem Memelstatut von den Signatarmächten anvertraut worden ist, eintreten wird.

In einem Dringlichkeitsantrag wird die Schaffung eines Sonderschutzgesetzes gefordert, das die Aufrecht­erhaltung der Autonomie gewährleisten soll.

Dr. Lueigshrune 25 Jahre Anwalt.

25 Jahre AnwaltStâtigkeit Dr. LuetgebruneS.

PPD. Der bekannte Verteidiger der SA. und SS. in der Zeit des Kampfes, Pg. Justiziar Dr. Luetge- brune, konnte sein 25jähriges Jubiläum als A n w a l t begehen.

Pg. Justizrat Dr. Luetgebrune, der der Rechtsberater dcre Obersten SA.-Führung ist, steht unter den national­sozialistischen Anwälten, die sich um die nationalsozia­listische Bewegung verdient gemacht haben, mii an erster Stelle. Als ein aufrechter, gerader, deutscher Mann, ein Kamerad seinen Kameraden, schaut er nunmehr aus 25 Jahre erfolgreicher Tätigkeit im deutschen Rcchtt.Iel en zurück. Für ihn ist es Freude und Stolz zugleich, mit- helfen zu können an dem Neubau des deutichen Rechte und damit des Dritten Reiches. Es ist nur zu hoffen, daß seine Persönlichkeit und damit zugleich feine reichen Er- fahrungen dem deutschen Rechtsleben noch lange ^ abre erhalten bleiben mögen.