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Zul-aer Mzeiger

Tageblatt für Rhön un-Vogelsberg L7L.^

f z v ^.extteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung

Zulöa- und Haunetal Sulöaer Krersblatt Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß.DA." tOVb. Veramwortl. für den Reöaktion und Geschästsstelte: Königstraße 42 * Zernfprech-^nsthluß Nr. 2989 Anzeigenteil Christian Seipel, Fulda, Königstr. 42.

, . , Werktag. Bezugspreis: monatlich «pi Lieferrmqsbehinderung durchHöhere de ehen keine Ansprüche. Verlag Friedr. Fulda rrönigstr. 42. Druck: Friedr, ^rentlau, ö ^^ Hauptschriftleiter: Chri-

Fulda, Königstr. 42. Vertreter des MpäüV^ ^^ Ehrenklau, Lauterbach H.

Nr. 63 1934

Fulda, Donnerstag, 15. März

11. Jahrgang

Das Massengrab im Torpedoboot.

DitTragödie des japanischen Zerstörers.

izMann gerettet. 49 Leichen geborgen.

Die Annahme, das? die gesamte 113 Mann starke Be- des gekenterten japanischen TorpedobootesTo- den Tod in dem stählernen Leib des Schiffes Änden habe, hat sich nicht bestätigt. Bisher ist es ge- u men 13 Überlebende aus dem Boot zu bergen.

Die Rettungsversuche werden mit größtem Eifer fortgesetzt, aber es besteht

keine Hoffnung inchr,

^o nck noch weitere Lebende in dem Schiss befinden. Hin- oeoen besteht die Möglichkeit, daß bei der Katastrophe Mannschaften über Bord gespült worden sind. Mehrere Schiffe sind unterwegs, um darüber Feststellungen zu "*(i Matrosen, die gleich nach dem Unglück, das sich bei stürmischem Wetter bei Sasebo abgespielt hatte, ge- rettet worden waren, halten mitgeieilt, daß sich noch acht ihrer Kameraden lebend in dem Torpedoboot befinden. Klopfzeichen, die ans dem von einem Kreuzer ab- zeschlepptcn llnglücksboot kamen, bekräftigten -biefe An- nahme.

Im Trockendock in Sasebo, wohin derTomot- mui" gebracht worden war, konnten dann noch zehn Hebende aus dem Torpedoboot geborgen werden.

Noch konnten nicht sämtliche Räume des verunglückten Bootes durchsucht werden, aber irgendwelche Lebenszeichen find

nicht mehr zu hören,

so daß damit zu rechnen ist, daß mit dem Kentern des neuesten und modernsten japanischen Torpedobootes 100 Menschen den Tod gefunden haben.

4lus dem Wrack konnten bisher insgesamt 49 Leichen geborgen werden. Man hat jede Hoffnung aufgegeben, den Rest der Besatzung noch lebend zu bergen, so daß sich die Gesamtzahl der Überlebenden nicht mehr er­höhen dürfte.

Politik und Geschäft.

Das Gaargebiet sein Pfand in der Abrüstungssrage.

scharfe Zurückweisung der französischen Pläne.

Die Pariser Meldungen über die Verbindung der Ab- röslungsfragc mit der Saarabstimmung werden von der saarländischen Presse mit großer Entrüstung aufgenom- inen und die völlig irrige Auffassung französischer Regie­rungskreise über die angeblichen Pfandrechte Frankreichs an der Saar energisch zurückgewicscn.

DieSaarbrücker Zeitung" schreibt, es müsse sehr schlecht um Frankreich in der Abrüstungsfrage bestellt sein, wenn es heute mit einem Pfandrecht drohe, das ihm ebensowenig aus dem Versailler Vertrag wie aus dem S a a r st a t u t zustehe, denn rechtlich sei es niemals m der Lage, die im Friedcnsvertrag und Saarstatut

eindeutig verbriefte Abstimmung

?u verhindern. Es fehle der französischen Regierung in bei Abrüstungssrage an stichhaltigen Beweisen, um sich gemeinschaftlichen Forderungen Deutschlands, r o g b r i i a u n i e n s und Italiens entziehen zu wnnen. Das Saargebiet sei lediglich dem Völkerbund als

Treuhänder des Deutschen Reiches übergeben worden. Zum Schluß wird die Hoffnung ans- Mrochen, daß bie bekannten Ausführungen des ^^"..^diglich politische Wünsche darstcllten und daß .^tt"B?sischc Regierung von dieser Forderung alsbald ausdrücklich abrücken werde, denn ihre Verwirklichung wurde

einen ungeheuerlichen Vertragsbruch

DieDeutsche Front" schreibt, man könne wohl daß gewisse Kreise, die die Aussichtslosigkeit Spekulation auf die Saar einsehen, nunmehr einen s a l konstruieren und die Abrüstungssrage Abstimmung im Säargebiet verquicken möchten. der Artikel 45 bis 50 des Saarstatuts könne reinig, weiteres zu dem Schluß kommen, daß die Be- <âr das Saargebiet angehenden Dinge eine lji Se,n6ett des Saarvolkes sei und das dafür ledig b c kV ^ ° lksabsti m m n n a gnsschlag g e -

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Eimhèmberg hatwiedereinmal keinGeld.

_. Heimwehr verlangt öffentliche Gelder.

beut ciwwehrführung trat in Wien unter einer des Bundesführers Star Hemberg zu lunge^sMg zusammen. Im Mittelpunkt der Verband die grundsätzlichen Forderungen des Heft ^NgèfM^» maßgebende Beteiligung am Regie- i, x Durchführung des autoritären Roaiernngs- M den Länder» und

Drei Hurras auf den Kaiser. ..

Einer der Überlebenden gab von dem Unglück eine dramatische Schilderung:Wir fuhren mit vermin­derter Geschwindigkeit und bei geschlossenen Luken durch die haushohen Wellen, glaubten so fest an die Seetüchtig­keit unseres Fahrzeuges, daß wir das schwere Schlingern und Stampfen des Schiffes als s e l b st v e r st ä n d l i ch hinnahmen. Eine Riesenwelle fasste unser Boot plötzlich von der Seite, und

in wenigen Sekunden kenterte das Boot.

Wir wurden alle durcheinandergeschüttelt und gegen di« Bordwände geschleudert, wobei viele Kameraden Ver­letzungen erlitten. Da der Kommandant im letzten Augen­blick den Befehl .Schotten dicht gegeben hatte, war ein Eindringen in andere Schiffsteile nicht möglich. So konnten wir uns nur durch Klopfzeichen verständigen.

Als der Sauerstoff immer spärlicher wurde, und nach dreitzigstündiger geringer Nahrungs- und Wasseraufnahme fast alle ermattet umsanken, machten wir uns auf den Tod gefaßt. Wir brachten drei Hurras auf den Kaiser und die Marine aus und harrte,t nun auf das Ende.

Der Erstickungstod schien uns gewiß, bis uns Klopfzeichen und das Geräusch von stählernen Schlepp- lrossen am Schiffskörper neue Hoffnung gaben."

Konstruktionsfehler war die Ursache.

Die Marine-Sachverstaudigenkommis- s i o n hat eine eingehende Besichtigung des Wracks vorgenommen und ist zu der Ansicht gekommen, daß das Kentern des Bootes bei schwerem Sturm auf einen Kon­struktionsfehler zurückzusühren sei. Um dem Boot eine möglichst hohe Geschwindigkeit zu geben, ist der

Schwerpunkt zu weit über die Wasserlinie verlegt worden. Daher war ein Kentern überhaupt nur möglich. Wahrscheinlich wird die aus so tragische Weise gewonnene Erfahrung die Marineleitung dazu veranlassen, die Schwesterschiffe des verunglückten Bootes umzubauen und vor allem erst einmal vollkommen aus dem Dienst zu ziehen.

Überlassung maßgebender Ministerposten.

Die Forderung auf Einräumung eines Ministerpostens ohne Geschäftsbereich für den Bundesführer Star- Hemberg ist wieder ausgegeben worden, da in Herm- Wehrkreisen die Befürchtung bestehen soll, daß der Ein­tritt des Bundesführers in das Kabinett zu bestimmten Bindungen der Heimwehrführung gegenüber der Regie­rung führen würde. Einen weiteren Verhandlungs­punkt bildet die Aufrechterhaltung des Freiwilligen Schutzkorps, dem die Heimwehren angehören und das gegenwärtig 50 000 Mann umfaßt. In leitenden Heim­wehrkreisen soll ernste Besorgnis über die weitere y i - nanzierung dieses

sehr kostspieligen privaten Schutzkorps bestehen. Man will daher jetzt die Frage erörtern, wie­weit die Aufrechterhaltung des Schutzkorps mit offen t- lichen Mitteln möglich ist.

Starhemberg, der einerseits, wie es heißt, sich durch die Übernahme eines Ministerpostens nicht in A b - hängigkeit von der Regierung begeben will, trägt anderseits kein Bedenken, für seine Heimwehren öffentliche Gelder von dieser Regierung zu for­dern. Glaubt er sich dadurch weniger an die Regierung zu binden, oder kommt es dem in der Aufnahme frem­der Gelder so gewandten Mann ans eine finanzielle Ab­hängigkeit mehr oder weniger nicht an?

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Eine neue Organisation der Tiroler Heimatwehr.

Die Tiroler Heimatwehr, die bisher eine rein mili­tärische Formation war, gründete nun auch eine zivile Organisation. In der Mitteilung der Landesleitimg der Tiroler Heimatwehr über diese Neubildung heißt esj die Heimatwehrführung habe erkannt, daß ihre Aufgabe mit der Erreichung militärischer Ziele nicht erfüllt sei. Die militärischen Formationen der Heimatwehr könnten letzten Endes ihre Aufgabe immer nur in der Defensive er­blicken, während die g e i st i g e Offensive zur Durch­setzung des politischen Erneuerltngsgedankens der neuen zivilen Organisation Vorbehalten bleiben müsse. .

Weniger Wohlsahrtserwerbslose.

Entlastung der Gemeinden.

Die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen in Berlin, d. h. Ter langfristigen Erwerbslosen, die weder aus Arbeitslosenversicherung noch auf Krisenfürsorge Anspruch laben und von den Gemeinden unterhalten werden, st im Monat Februar 1934 wiederum gesunken Sie be- rug Ende Februar 1934 244 774, gegenüber 254 645 am ^nbe des Vormonats. Unter den am 28. Februar ste- kibltcu Woh[fahrtsenverbIIosen befanden sich 10 639 Für- sorgearbeücr, am Ende des Vormonats waren cs 10 388.

Organischer Mrischastsaufbau.

,Sorgen Sie dafür, daß nun nicht etwa betriebsame Kräfte meinen, es müsse jetzt alles in kürzester Frist auf den Kopf gestellt werden", hatte der Reichswirt­schaftsminister mahnend und warnend in feiner großen Rede erklärt, in der er in allgemeinen Umrissen die Bestimmungen und Absichten desGesetzes zur Vorbereitung des organischen Aufbaues der Wirtschaft" erläuterte. Das mag vorausgeschickt werden, vielleicht auch noch die weitere Zusicherung des Ministers, daß jener Aufbau sich auf dem historisch Gewordenen und unter Nutzbarmachung der großen Fülle all derErfahrungen und Kenntnisse" vollziehen wird,die sich in den Verbänden der Wirtschaft angesammelt haben".

Diese Verbände selbst und das ist der Hauptinhalt des Gesetzes über den organischen Wirtschastsansbau werden nun aber vom Reichswirtschaftsminister einer gründlichen, wenn auch, seinen obigen Worten gemäß, Schritt für Schritt erfolgenden Umgestaltung unterzogen werden, nach deren Beendigungwir keine Jnteressenten- verbände mehr Haben, sondern nur Fachgruppen". Das ist die materielle Seite des Gesetzes; seine id ee lle ist die Verbindung des Führergedankens mit der Selb st Verwaltung und Selbst fontrolle der Wirtschaft. Dr. Schmitt hat hierfür eine volle Er­mächtigung erhalten, es aber doch vermieden, sogleich mit einem fertig ausgearbeiteten, die letzten Einzelheiten um­fassenden Plan hervorzutreten, sondern nur das Schema dafür ausgezeichnet, die Grundgedanken erläutert und vor allem dnrch die Schaffung der zwölf Hauptgruppen sowie durch Ernennung der für sie bestimmten Führer den Aus­gangspunkt der weiteren organisatorischen Arbeit sest- gelegt. Die beabsichtigte Umgestaltung der Wirtschafts­verbände geht dahin, daß sie alle einschlägigen Betriebe umfassen werden ausdrücklich bemerkt sei hier, daß auch Handwerk, Handel und Gewerbe dazu ge­hören und daß sie der Leitung ehrenamtlicher Führer unterstehen, die von einemFührerrat" unterstützt werden und in bestimmten Zeitabständen sich einer Prüfung des Vertrauensverhältnisses zwischen ihnen selbst und ihrer Gefolgschaft unterziehen müssen.

Dies sind in kurzen Umrissen Form und Idee des beabsichtigten organisatorischen Aufbaus der Wirtschaft. Doch der Reichswirtschaftsminister hat außer den Er­läuterungen zu dieser organisatorischen oder, wenn man so will, wirtschaftspolitischen Seite auch noch sehr bedeut­same Ausführungen nach der Seite der ,,M a r k t o r d - n u n g" gemacht, die nun nicht etwa bloß die Betriebs­führer großer und kleiner Art außerordentlich interessieren, sondern viel mehr noch die Massen der Verbraucher. Es handelt sich hier um die leidigen Fragen der Kartellie­rung, Preisbindutigen usw. zwecksMarktregulierung", die zur Zeit eine rasch steigende und sich immer weiter ausbreitende Entwicklung ausweisen. Der Reichswirt- schaftsminister erklärte auch jetzt wieder, daß er von dieser Ausschaltung des freien Wettbewerbes durchaus kein Freund sei, daß vielmehrauch in Zukunft ehrlich ge­kämpft werden solle; denn ohne ehrlichen Konkurrenz­kampf geht es nicht!" Die Daseinsberechtigung der priva­ten Wirtschaft hänge vor allen Dingen davon ab, daß sie in ihrem immer wieder jungen Ringen um die bessere Leistung alle Kräfte der Wirtschaft frisch erhält und zu H ö ch st l e i stu n g e n anspornt".

Allerdings macht der Minister in ausdrücklichem Gegensatz zu dem in der libcralistisch-kapitalistischcn Wirt­schaftsperiode gepredigten Grundsatz des durch keinerlei Schranken eingeengten Konkurrenzkampfes sofort die Einschränkung, daß heute im nationalsozialisti­schen Staat dieses Spiel der Kräfte zwar ein freies, aber doch ein geordnetes und gesundes sein, sichden Grundsätzen einer loyalen und anständigen Konkur­renz" und selbstverständlich einer starken Führung unter­werfen muß, diewie von einem Magneten" auf das Wohl des Ganzen gerichtet ist. Im übrigen ist es ja auch des weiteren felbstverständlich, daß aus staatspoli­tischen Gründen, wie beim Reichsnährstand, die Markt- regnlierung überhaupt auf eine andere Weise erfolgt als durch den freien Wettbewerb, weil hier höhere als nur privat wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen.

Die Preisbindungen durch Kartelle oder sonstige Zwangskonventionen, erklärte der Reichswirt­schaftsminister fürit nerwünsch t". Aber leider seien sie als Notmaßnahmen für die schwere Jetztzeit noch not­wendig, um der Wirtschaft Störungen zu ersparen. Immerhin dürfte, so erklärt der Minister, das neue Gesetz über dcu Wirtschaftsaufbau nach seiner endgültigen Durch­führung eher Möglichkeiten bieten, auch ohne Prcis- l'indungen die erwünschte Ordnung mich in diesen Teil des Wirtschaftens zu schaffen.

Aus dem historisch Gewordenen soll das Neue ge­schaffen werden", in diesen Schlußworten des Ministers liegt der letzte Sinn, die Methode und das Ziel des Ge setzeS. das ja eineno r g a n i s ch e n" Aufbau der organi fierten deutschen Wirtschaft herbeiführen wird. Dr. Pr.

Aufgewärmi«Zeiiungsenie".

Die Pariser ZeitungPetit P a r i s t e n", hat sich schon immer in lügenhaften Behauptungen der deutschen Ausrüstung hervorgetan und bekanntlich seinerzeit erklärt, -s beständen in der RüstungsfrageI n st r u k t i o n c n 3 n di e d e u t sch e n A u S l a n d s v e r t r e t u n g e n", sie dielen von einer amtlichen Stelle in Berlin erteilt Morden sein sollten. Der Verlag Scherl setzte damals eine Belohnung von 50 000 Mark für den Nachweis der Echtheit jener von beut französischen Blatt veröffentlichten