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ßulöaer Anzeiger

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^ Zul-a- unö Haunetal >Zul-aer Kreisblatt

Nr. 64 1934

Fulda, Freitag, 16. März

11. Jahrgang

250 Tote durch Explosion.

@n zanzer Hafen durch Explosion zerstött.

Die Katastrophe von La Libertad. Bisher 250 Tote.

Das furchtbare Explosionsunglück in LaLibertad hat noch mehr Todesopfer gefordert, als vorerst angenom­men wurde. Nach den letzten Nachrichten beläuft sich die zahl der Toten bereits auf über 250, die der Ver­lebten auf über 1000. Die amtlichen Feststellungen sprechen noch von 150 Toten. Die Zahl der Toten und Verletzten erhöht sich aber beim weiteren Vordringen auf dem ünglücksplatz beständig.

250 Kisten Dynamit explodierten.

Die Explosion erfolgte so schlagartig und mit so un­geheurer Wucht, daß sich niemand in Sicherheit bringen konnte.

Die Lage des llnglücksortes.

Insgesamt explodierten 250 Kisten Dynamit, die im

Hafenamt lagerten.

Kine ungeheure, bis an den Himmel reichende Rauch- wolke hüllte das ganze Hafenbecken ein, aus dem im Nu grelle Stichflammen schossen. Die Erplosion hatte alle Gebäude, die in der Nähe des Hafenamtes standen, in Brand gesetzt.

Die erste Dreierbesprechung in Nom.

Auch Oesterreich hat einebedrohte

Sicherheit".

Kn Rom fand die erste Dreierbesprechung zwischen Muss o l i n i, G ö m b ö s und Dollfuß statt.

.00 italienischen Kreisen nimmt man an, daß in dieser Besprechung auch eine politische Präambel oder eine Mitteilung ausgearbeitet wird, die die bekannten poli- yctzen Grundlagen, aus denen sich die Wirtschaftsverhand- ungen in Rom anfbaucn, noch einmal betont, nämlich le freundschaftlichen Beziehungen zwischen den drei Saaten und die

Notwendigkeit eines unabhängigen Österreich, ^j/^lcse bekannten Tatsachen hinaus dürfte politisch s zu erwarten sein, wie auch andererseits die wirt- U "h c u Verhandlungen bisher keinen uuerwar- üten Verlauf genommen haben.

ltalienischer Seite wird betont, daß die wirt- , cn Verhandlungen einen günstigen Verlaus sbr^^ Dazu ist zu bemerken: Die römischen Be- stellen zweifellos eine politische Demonstration leiten Italiens zugunsten Österreichs dar.

. Nach der wirtschaftlichen Seite hin

Una»».? ^t0!c" Zur Unterstützung Österreichs und wird weitere europäische Kreise heranzuziehen. Es gemacht, den Absatz für die ungarische Oem^ )^' lind für die österreichische Industrie zu stei- ftarkc ev - ""türlich Italien aus politischen Gründen beleb»,K bringen muß, die es durch eine Wicdcr- alejA 0 des Triester Hafens teilweise auszu- Ausmik,^"Ersuchen wird. Die Lösungen, die ein begrenztes Wimeb,m-D^u dürften, werden anderweitige Bindungen fäüefeen l$eV für Österreich und Ungarn nicht aus- ah ä^S Betonung der Notw end i gTè i t eines u n - e Österreich scheint sehr überflüssig, do reichn^ wcjc Unabhängigkeit angetastet hat. Der öfter. Melt wtdeskanzler aber hat sie als bedroht hin- ionft ch. ^burch eine Hilfeleistung zu erreichen, die ihm her. b p h , 1 geworden wäre. Man sieht, daß sich mit tischè d t e nS i ch e r he i t* immer noch diploma ^-'chaste machen lasten

Im Verlaus von nicht ganz einer Stunde waren die

Hafenanlagen dem Erdboden gleichgemacht.

Als die Feuerwehren in das Flammenmeer vordrangen, mußte man gleichsam über Leichen sich einen Weg bahnen Überall lagen die

vollkommen zerfetzten Leiber von Hafenarbeitern herum, die von der Explosion überrascht worden waren

Präsident Martinez ist von San Salvadore zur Exploponsstätte in La Libertad geeilt, um das Hilfswerk selber zu leiten. Die Regierung hat viele Ärzte, Kranken­pflegerinnen und Medikamente in Sonderzügen nach La Libertad geschickt, wo man die Leichen auf dem G ü t er­bat) n h o s aufgebahrt und die Verletzten in öffentliche Gebäuden und bei Privaten untergebracht hat

Die Ursache des Unglücks ist noch nicht ermittelt worden. Man weiß nur, daß in den Docks beim Hafen Lot) Behälter mit Dynamit lagen, die in ein Lagerhaus gerächt werden sollten. Bei diesen Arbeiten ereignete sich die Explosion. Sie muß von dem Lagerhaus aus- gegattgen sein,

denn in diesem war die Explosion derartig stark, daß fast das ganze Gebäude ins Meer geschleudert wurde.

In dem Lagerhaus befanden sich auch Petroleumbehälter, die sofort in Flammen aufgingen. Im Zeitraum von wenigen Augenblicken bildete der Platz, wo das Lager­haus gestanden hatte, ein großes Feuermeer, das auch die Docks ergriff und ebenso die umliegenden Häuser.

Vier Häuserblocks durch Feuer vernichtet.

Die Feuerwehr stand der Katastrophe lange Zeit völlig machtlos gegenüber.

Aus allen benachbarten Orten wurden die Wehren zur Hilfe gerufen, aber sie mußten sich darauf beschränken, den Brandherd zu lokalisieren. Denyock, gingen vier Häuserblocks in der Umgegend in Flammen auf.

Trotz größten Bemühens konnte auch nicht verhindert werden, daß das Stadthaus von La Libertad von de« Flammen erfaßt und in Asche gelegt wurde.

Schaden von zwei Millionen Dollar.

Der Gesamtschaden wird aus zwei Millionen D o l l a ^geschätzt. Die überlebende Bevölkerung ist zum größten Teil aus der Stadt g e f l o h e n. Polizei und Nationalgarde machen, unterstützt von Sanitätstrupps und Privatkraftwagcnbesitzern, größte Anstrengungen, die Verwundeten aus den Trümmern zu bergen.

*

L a Libertad ist eine lvichtige Hafenstadt int gleichnamigen Bezirk der Republik El Salvador lZentral-Amcrika). Sie liegt 30 Meilen von der Haupt­stadt San Salvador entfernt.

Bildtclegramm von der Dreierkonferenz in Rom.

Von links: Bundeskanzler Dr. Dollfuß. Mussolini und Ministerpräsident G ö m b ö s.

Botschafter v» Hosch beim Kanzler.

Ser MHèftKr empfing ran D«rtich»v Lntschsiter London Dr. von Hoesch zum Vortrag

Die Reichsbahn motorisiert.

An einem der letzten Tage konnte man in Berlin eine hübsche kleine Szene sehen. Bei einem Presseempfang, der die Motorisierung der Eisenbahn zum Thema hatte, waren die Presseleute noch bei einem Glas Bier mit den leiten­den Herren der Reichsbahn zusammen. Da erhob sich nach einem Vortrag des Generaldirektors Dorpmüller der Generalinspekteur des deutschen Straßenwesens, Dr. Todt, bestätigte dem Beherrscher der Eisenbahn, daß dieser niemals eine motorfeindliche Verkehrspolitik be­trieben habe, und die beiden Männer stießen auf eine ge­deihliche Zusammenarbeit miteinander an.

Ein bescheidenes Bildchen nur aus dem großen Ver­kehrsproblem, diese kleine Szene, aber gleichnishaft und sehr erfreulich zugleich. Da standen diese beiden für die weitere Entwicklung des Bahn- und Straßenverkehrs ver­antwortlichen Männer beieinander, Ausdruck eines schaffenssrohen,gemeinsamen Willens,eines WillenS, der in entscheidender Weise angeregt wurde durch die weit­blickende Initiative unseres Führers und Kanzlers.

TerBchâlterdieust" der Reichsbahn.

Kräftig konstruierte Kästen verschiedener Größen dienen als Sammelbehälter für einzelne Stückgüter der Be­schleunigung des Frachtverkehrs. Die Küsten können ohne weiteres aus dem Waggon auf das Lastauto und um­gekehrt verladen werden.

Generalinspekteur Dr. Todt und Generaldirektor Dr. Dorp­müller haben ja vom ersten Tag der Berufung Dr. TodtS in vertrauensvollster und, wie man schon heute sage» kann, erfolgreichster Weise Hand in Hand gearbeitet. Seit­dem Adolf Hitler das früher schier unlösbare Problem der Konkurrenz zwischen Eisenbahn und Auto mit einem Schlage aus der Welt geschafft und an dessen Stelle die für beide Teile segensreiche Zusammenarbeit im Sinne einer gegenseitigen Ergänzung gesetzt hatte, hat sich dieses Verkehrsproblem bei aller sorglichen Durch­arbeitung geradezu mit Riesenschritten fortentwickelt.

Wieweit und stark das jeden einzelnen von uns an­geht, zeigte sich auch wieder bei der gegenwärtigen großen A u t o s ch a u i n V e r l i n , auf der zum ersten Male seit Bestehen dieser alljährlichen Ausstellung die Eisenbahn mit einer Anzahl Lastautos, also Mo­torfahrzeugen, vertreten ist.

Diese Abteilung der Reichsbahn aus der Autoschau beweist, daß der jahrelange und für beide Teile Verlust reiche Kampf zwischen Schiene und Motor beseitigt und durch einen friedlichen Wettbewerb ersetzt ist. Darüber hinaus stellen unter der Einwirkung des Kanzlers und der Verkehrsfachleute seines Vertrauens Bahn und Auto zusammen bereits eine ausgezeichnet funktionierende Verkehrsorganisation dar. Es sind nicht etwa nur Industrie und Großhandel, die davon einen greifbaren Nutzen in Gestalt eines verbilligten und beschleunigten Transportes ihrer Großgüter haben: auch jeder Privat­mann erkennt sofort die Verbesserung des Frachtver- kehrs, wenn er beispielsweise sièht, wie die von der Reichsbahn eingeführten K a st e n b e h ä l t e r, zusam­men mit den als Zubringer arbeitenden Lastautos, einen schnellen direktenHa u sH a u s - V c r k e h r^ cr- möglichen, wie es die Reichsbahn nennt. Sie gab schon im vergangenen Herbst nicht weniger als 1140 Last antos in Auftrag, darunter Spczialwagcn für Kasten-, Milchkannen und andere Transporte, berücksichtigte da­bei auch die neuesten Ergebnisse der Antricbstcchnik (Diesel- und Dampfmotoren) und wird, sobald die durch die Autoausstellung eingetretcnc außerordentlich starke Beschäftigung der Alitoindustrie es irgend zuläßt, Wei tere 7 2 0" Lastwagen in Auftrag geben.

Damit ist aber die Motorisierung der Reichsbahn zum Nutzen der Allgemeinheit noch nicht erschöpft. Neben der Schaffung eines großen Autoparkes von modernster Leistungsfähigkeit, dessen geländegängige Zement- und Schottc'rspczialwagen u. a. auch bei dem riesigen Werk der Autobahnen mitwirken, verpflanzt sie den Motor auch direkt als Äntriebsmittel auf die Schiene. Sie ist da sogar bei dem technischen Wunder desFliegenden Ham­burgers" mit seinen 800 Pferdestärken und 160 Kilometer Geschwindigkeit nicht stchengeblicben. Schon ynd Schnelltricbwaqen von nicht wenigerals 12 00 Pferdestärken im Bau; 23 Hauplvcrkehrs- strccken im Reich, besonders von der Rcichshauptstadt aus, sollen mit diesen blitzschnellen Sonderwagen neben den fahrplanmäßigen Zügen befahren werden, die beispielsweise dem Kaufmann, dem Gewerberreiderv. den dem Fabrikanten den Hin- und Rückwes selbst weiter